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Artefaktüberlegungen

So viel zu tun, eigentlich könnte ich das zu meinem Motto machen, Nehazet der chronisch arbeitende Adept arkaner Anwendungen, neben der Herrschaft über ein (sehr) kleines Reich, dem Aufbau eines florienden Alchimiehandels, dem weiteren Ausbau fliegender Nachrichten (obwohl das gibt mir eine weitere Idee), jetzt auch noch eine unzerstörbare, nicht auffindbare Schatulle, um ein Drachenei zu verbergen, welches in Obhut verschiedener Töchter Satuarias gelangen soll, zumindest konnte ich dafür sorgen, das ich besagte Schatulle konstruieren darf (das wird ein Spaß, vorher muss ich mein Wissen über verschiedene Bereiche der Magica Theoretica, Moventia, Temporalis, Phantasmagorica, Mutanda und Clarobservantia aufbessern, dann wäre natürlich noch die Konstruktion der Schatulle selbst, die Materialien wären auch noch von besonderer Wichtigkeit, ich denke das es beinahe sinnvoller sein könnte einen Dschinn des Erzes die aktuelle Obhut zu übertragen, bis ich genügend Zeit gehabt habe mit meinen Planungen entsprechend weit fortzuschreiten…), zumindest die Ringe der Geister der Luft wären, verhältnismäßig einfach, zusammen mit dem Kristallheiligtum Ifirns und Delias Unterstützung, könnte ich jene in relativ kurzer Zeit herstellen, die notwendigen Materialien könnten sogar dank Xindans Schatz schon alle hier sein, sollte ich bei nächster Gelegenheit mal nachsehen…

Was ist sonst noch, Delia brachte neue Nachrichten aus Hochstieg, schade das ich mein Händchen nicht an meinem, theoretisch erarbeitendem Antidot zur Behebung der mineralischen intoxikation der Ingerimmgeweihten ausprobieren konnte, naja vielleicht beim nächsten mal. (wie wird theoretische Alchimie überhaupt preislich eingestuft?)

Anonsten stellte sich noch heraus das ein weiterer von Spichbrecher auf Traviahold und Sieghelm wartete (ingewisserweise unfreiwilligerweise, nehme ich an), auch interessant das beide Angst vor Höhen haben (wäre es nicht sinnvoller Angst vor, ich weiß nicht, dem fallen, dem Aufschlag, tief gelegenen Böden zu haben? Ansonsten stelle ich es mir recht interessant vor in einem Gebirge zu leben, mit so einer Angst… Hmm, ob der Bruder der beiden auch diese Angst hat? Und was ist mit Sumudai, ich meine ich kann mich erinnern, das sie lieber auf dem Boden herum lief, aber eine Tochter Satuarias mit so einer Angst wäre bestimmt auch interessant, ich sollte bei nächster Gelegenheit mal nachfragen)

Es ist wirklich soviel zutun, wiedermal, hmm eine Unterkunft nahe der Kristallformation wäre bestimmt sinnvoll, könnte für Azina hilfreich sein und auch bei der Konstruktion der verschiedenen notwendigen Thaumatursome.

Zuerst wäre wohl ein Ring für Maednir notwendig, dann für Jane und Azina, um Igan, Sieghelm und Traviahold kann ich mich später bemühen.

Es hilft ja alles nichts, also kann ich mich auch gleich mit Ringkunde beschäftigen, später muss ich dann auch noch den Kristall untersuchen in dem Skar Zhts Seele gebannt war, vielleicht kann ich davon noch etwas gebrauchen…

Ausschnitte aus Janes Reisen Band X und XI

Leseausschnitte aus dem in Havena erschienen Buch: Janes Reisen.

… Reisten sie durch das Land aus glitzernden Schnee. Viele Atemberaubende Landschaften erstreckten sich Rund um sie. Und während sie immer höher Stiegend und die Luft um sie herum Eisig war erreichten sie den Ort an dem der erste von Vielen Schrecken sein Lauf nehmen sollte. Eine Hängebrücke gebaut von einfachen Menschen in einem Stil der keinerlei Sicherheit verhieß. (Eine einfache Zeichnung nebenan zeigte die Brücke) überbrückte eine Tiefe Schlucht. Ein jeder der das unglück haben sollte …

… Mit hängenden Köpfen und Trauer im Herz erreichte die Gruppe die Stadt. Schwer lastete der Zerschundene Körper den sie auf einer Bare mit sich trugen auf ihrem Gemütern. Selbst die sonst so Lustige Delia vermochte nur wenig Worte der Aufmunterung finden. Doch am Wegessrand fanden sie den Fröhlichen Wächter und Bogenschützen Jost der …

… Viele ermüdende Stunden des Geredes entstand langsam ein Plan. Sie wollten das Geld Bergen. Den Schatz nutzen um ihm zum Gunsten des Landes zu verwenden. Jane war es gleich. Sigharm würde es schon zum Guten Zweck verwenden, und Flüche waren zumeist gut ausgedachte Fallen und die natürliche Verblendung deren viele erlagen wenn sie einmal zu viel Geld ihr eigenen Nannten. Schon am nächsten Morgen wollte der Ungeduldige Siegharm aufbrechen. Wie ungeduldig er war sollte sich schon bald Zeigen …

… Er war Weg. Vom Erdboden verschluckt zurück blieb nur ein Haufen aufgewühlte Erde als ob ein Riesenmaulwurf ihn verschluckt hatte. Jane war bei ihrer Freundin umarmte sie, umsorgte sie verhinderte das sie versuchte sich durch die Erde hinterher zu wühlen. Sie ahnten noch nicht was wirklich mit ihm geschehen war …

… Dieser Narr, dieser Tor! Warum musste er nur seine Finger in eine so offensichtliche Falle stecken? Jane war außer sich vor Zorn, Wut und Angst um ihren Freund. Sollte sie einen Durchbruch wagen? Nein das Könnte noch mehr ihrer Reisegefährten verletzen. Vielleicht einfach durch die Decke Graben? Es könnte klappen aber es würde Tage Brauchen selbst mit der Kraft des Fürsten aus dem Süden. Dieser Stand wiedereinmal murmelnd und Reglos vor dem verschlossenem Tor. „Was ist mit ihm?“ fragte der Junge Geweihte Travian und deute auf Nehzet …

…so brachen sie auf um ein Wappen zu finden das keiner Seit Jahrzehnten gesehen hatten, um einen Piratenschatz zu heben der eine Legende war, um einen Freund zu Retten der vielleicht Tot vielleicht Lebendig, vielleicht wahnsinnig oder bei Klarem verstand war.  Und das alles nur in 9 Tagen. Doch sie ahnten nicht welch Finstere Rachgeister sich durch das eindringen in der Hölle an ihre Fersen geheftet hatten. …

… Trollzacker! Hinter fast jedem Baum, Stein und Schneehaufen stieg einer Jener Hünen hervor. Sie hatten sich die Kleine Reisegruppe als ihr Ziel ausgesucht und kein verzweifelter versuch mit ihnen zu Reden hatte auch nur den Hauch einer Chance. Die Tapfere Tornja gab Befehle und die Helden stellten sich dem Kampf. Einem von dem sie alle dachten das es ihr letzter werden würde. …

… der Gigantische Hühne hob die zierliche Jane empor. Sie versuchte ihm zu treten zu Beißen und zu Schlagen. Doch dies Alles interessierte ihn nur wenig als er die Axt fast gemütlich zum Himmel empor hob um ihr den Kopf abzuschlagen. Ihr Letzter Gedanke galt den Eltern und ihrer Schwester „Es tut mir Leid.“ Murmelte während sie sich verzweifelt währte. Plötzlich erschauerte der Bärtige und ließ sie fallen. Erst als sie sich vom Boden aufraffte Bemerkte sie den Pfeil der in seinem Kopf steckte. Ein Pfeil geschossen durch den Tapfern Jost …

… Eingeschneit! Wieder einmal fand sie sich tief im Schnee doch dieses Mal hatte sie Keine Zeit Tage zu warten bis der Schnee sich hob. Schon jetzt reichten die Neun Tage nicht aus! Vielleicht waren es die Rachegeister von denen sie noch nichts wussten oder Firun Selbst stellte sie auf eine Probe. Eine Probe die immer deutlicher wurde als Azira mitten in der Nacht Spurlos verschwand. Die tapfere junge Kriegerin war dran gewesen mit der Wache doch sie alle wussten das nichts außer sie selbst …

… Ein halber Tag verging und sie mussten eins der sterbenden Pferde opfern um sich selbst bei Kräften zu halten. Zum Glück hatten sie den Sack an Notfall Kohle dabei so das sie es einigermaßen warm halten konnten. Wäre nicht das drohende Schicksal mit Siegharm es wäre sogar fast gemütlich gewesen, für eine kurze Weile. So aber suchten sie nach einer Lösung. Nach einem Ausweg aus dem eisigen Gefängnis. Eine Lösung die auf einem Ungeahnten weg kommen sollte. Später am Tag als sie erschöpft von der Notwendigen Arbeit in dem Schneegefängnis alle Schlummerten schlich sich eine Hexe in ihr Lager. Sie war alt, grausig anzusehen aber wohlmeinend auf ihre eignende Art und Weise.  Sie trat zu Delia, streichelte ihr über die Wange und flüsterte zu ihr. „Oh werdende Mutter mit sorgendem Herz, ich will dir ein Weg raus zeigen aus dieser Falle. Ein weg der dir erlaubt zu Reisen wohin deine Schritte gehen müssen. Ein Weg durch den Leib der Schlafenden Mutter die uns alle Trägt den du für deine Freunde Offen halten kannst.“ Ein Leises Kichern entfuhr der alten Vettel „Aber im Gegenzug musst du mir die Obhut über deine Kinder geben. Für ein Jahr und ein Tag sobald sie Sechs geworden sind! Ich will sie hüten und Pflegen und ihnen die Wahrheit zeigen“ Sie kicherte wieder erneut während …

… So Traten sie aus dem seltsamen Gang direkt in der Stadt hervor. Tief in Gedanken und unbemerkt von den Meisten Bewohnern der Stadt die sich auf das Fest vorbereiteten. Viele Tage Reise durch Schnee und Eis hatte in die Hexe erspart. Doch der Preis war hoch und Lastete schwer auf Delia. Auch die Sorge um das Verschwinden ihrer beiden Gefährten, Siegharm und Azira Lastete auf ihnen allen. Doch ihre Prüfungen waren noch nicht vorbei den der Verwalte von Siegharm glaubte ihren Erzählungen nicht, und bezichtigte sie alle der Manipulation und das sie Hinter den verschwinden des Junkers stehen würden. …

… Der Tag war anstrengend gewesen und die Nacht viel zu kurz. Trotzdem brachen sie am Frühen morgen auf um den Uhrsprung des Kopfes nachzugehen denen ihre beiden Neuen Reisefährten so unbekümmert durch das Fenster geworfen hatten.  Es war schon ein interessante Duo diese beiden. Der eine Schweigsam fast schüchtern aber so groß das er einem Trollzacker in nichts nach stand der andere kleiner aber ebenso muskulös und Redselig wie sein Kamerad schweigsam war. Doch es würde noch lange dauern bis sie alle erkennen würden welch finstere Last auf den beredeten lag.  …

Eine Nacht zum Nachdenken

Nehazet lag längere Zeit herum, das tuend was er meistens tat, denkend. Eigentlich sollte er Müde sein, doch so erschöpft, wie er eigentlich sein sollte, fühlte er sich nicht, bevor er niedergestreckt wurde war dies gänslich anders, der Raub von Teilen seiner Seele und die Herausforderung neue Zauberei, nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch zu verwenden, war anstrengend und ermüdend.

Doch nun lag er mit vollständiger Seele, ob die verlorengegangenen Teile von ihm stammten oder nicht, da war er sich noch nicht so ganz sicher, aber würde er denn unterschied überhaupt merken? Hier und sollte eigentlich schlafen, er wälzte sich hin und her, versuchte sich abzulenken, indem er Canti zählte, was ihn dann allerdings dazu führte zu überlegen, welche Canti wie kombiniert werden könnten um ihre Effektivität zu steigern, das führte ihn dazu, wie Canti verändert werden müssten mittels Magica Theoretica um neue Wirkungen oder potenzierte Wirkungen zu erzielen, was ihn schließlich zur Mathematik führte und spätestens ab diesem Punkt dämmerte ihm, dass er auf diese Weise keinen Schlaf finden würde.

Also tat er das logische und dachte weiter nach, wohlweislich bedenkend, das ihn das nachdenken erst in diese Situation gebracht hatte, was ihn kurz zum schmunzeln anregte, aber was sollte er tun, er konnte schließlich schlecht nicht nachdenken…

Oder, vielleicht ja doch, er beruhigte seinen Geist und achtete auf seine Atmung, er begann mit einfachen Meditationsübungen um schließlich seine Ruhe zu finden, doch auch das schien nicht zu helfen, er dachte noch, er würde wohl die ganze Nacht wach bleiben müssen.

 

Als nächstes fand er sich in einer Halle, einer großen Halle wieder, am Rande, lose, begrenzt von Säulen auf dem Boden ein Pentagramm das edle Material zierend. Er war nicht alleine, gewaltige Gestalten in dunklen, nein grauen Roben sahen auf ihn herab, ihr Ausdruck schien zu schwanken zwischen Unverständnis, Enttäuschung und anderen von Nehazet nicht weiter zuordnenbarenden Eindrücken, geholfen wurde dem nicht das er sich desorientiert fühlte…

Nach und nach erkannte er die Mitglieder des Mephalsrates, mit einiger Phantasie, weiter, es erschien falsch, aber doch so real…

Vor ihnen erschien ein Tisch oder war dieser schon immer dar gewesen?

Auf diesem stapelten sich Pergament über Pergament, so viele das der Tisch unter ihrem Gewicht zu ächzen schien, während die meisten Mitglieder des Mephalsrates sich durch die Pergamente wühlten, begann einer von ihnen, dem gebaren nach war es Sirdon Kosmaar, zu reden, er machte seine Enttäuschung über Nehazets Vernachlässigung seiner Verpflichtungen gegenüber der Academia Arcomagica Scholaque Arcania Puniniensis deutlich…

Er ging ins Detail, bezüglich der Gefährdung von nicht arkanen durch fragwürdigen Einsatz von Magica Combattiva (zum außerhäuslichen Gebrauch), der Verbrennung von Forschungsergebnissen mittels Magica Combattiva, dem verlieren eines wichtigen rohalschen Thaumatursoms an den LAIENORDEN der Bannstrahler (welche nur wissen wie Dinge verbrannt werden und auch dies nicht immer schaffen, wie die Vettel Kohlhütten bewies), oder das sich die Kollegen der Al’Achami über die Entwendung eines ihrer Bedientsten, irgendeiner Tulamidin, beschwert hatten, das er ein Treffen mit einem geschätzten Collegus des Dracheneis verschlafen hatte, das er ein wertvolles Thaumatursom an die Collegae des Dracheneis und des Hesindetempels zu Khunchom verloren hätte, das er die Zeit und Ressourcen der Academia Arcomagica Scholaque Arcania Puniniensis mit seinen Ammenmärchen über eine gläserne Sphäre vergeudet hätte, welche gänzlich unmagisch war, das er einen Handel mit der Chamib al’Cymie abgeschlossen hatte ohne die interessen der Academia Arcomagica Scholaque Arcania Puniniensis zu beachten, das er die Absurdität mit einer Welt außerhalb der siebten Sphäre einem (geschätzten) Collegus Drakonias gegenüber wiederholt hatte, das er einem Archomagus den Vogel gezeigt hatte und jenen von seinen wichtigen Forschungen abhielt, das er unerprobte und unerforschte Magie eingesetzt hatte, welche nicht vom Codex Albyricus behandelt wurde und noch einiger weiterer Anklagepunkte.

Umso weiter Sirdon Kosmaar fortschritt umso mehr begannen die anderen Gestalten sich diesem anzuschließen, sie waren erstaunlich geeint in dieser Hinsicht…

Sie argumentierten das diese Versäumnisse den Codex Albyricus schwächten und damit alle Gildenmagier beträfen, das anbieten von Dienstleistungen ohne eine entsprechende Gegenleistung einzufordern, wie die plötzlich (oder schon immer) anwesenden Khunchomer Magier äußerten wäre schlecht für den Stand der Gildenmagie…

Sie drohten ihm sogar an, wenn er seinen Verpflichtungen nicht nachkämme ihn all seiner Titel und Ränge, die wenigen, welche er hatte, zu entheben und wieder zu einem Probanden zu machen…

 

Und das war der Punkt wo Nehazet aufwachte und ersteinmal wachlag…

 

Die schon dem Scholaren indoktrinierten Verpflichtungen gegenüber der AASAP machten ihm wohl doch, zumindest aktuell, mehr zu schaffen als sonst, doch was sollte er machen, es war wahr das er vorhatte einiges zu verschweigen, so wie er auch nicht alles, um nicht zu sagen kaum etwas über die Ereignisse in Mahtab der AASAP übermittelt hatte und das was er übermittelte war zwischen den Notizen zu neuen Theorien und Überlegungen zur Strukturierung des Sprüchekanons, Überlegungen zu, hypothetischen, Werteskalen, und anderen Gedankengängen eingeflossen. Selbst daran eine Rechnung zu stellen hatte er nicht gedacht, wurde er doch nicht wirklich, höchstoffiziell, mit der Untersuchung und Behebung der hiesigen arkanen Probleme beauftragt und selbst wenn, konnte er dies Sieghelms Land wirklich antun, die waren ja schon durch seine Abwesenheit und eventuell seine Anwesenheit mehr als gebeutelt, aber es half nichts, schon alleine um sich auf andere Gedanken zu bringen würde er nachdem Katalog Alchimistischer Produkte und Thaumatursome der AASAP Preisliste in seinem geiste eine Rechnung erstellen, er müsste diese ja nicht unbedingt einfordern…

Obwohl ihm dies natürlich seltsam vorkämme, aber es gäbe ja noch die Möglichkeit einen Traviatempel zu stiften und eine Kommunikationsmöglichkeit nach/von Hochstieg zu schaffen wäre ebenfalls vorteilhaft, eventuell wäre dies eine Möglichkeit um, einen Teil, der Verpflichtungen herumzukommen…

Du sollst nicht morden

Tagebucheintrag zum 23. Phex 1012

Fast ein ganzer Mond ist vergangen, seit ich die Schlacht auf den Silkwiesen wider den orkischen Horden überlebt habe. Vieles ist geschehen, gutes wie auch böses. Mein Kontor, unter der Besetzung der Schwarzpelze nur noch ein besseres Lazarett für gescheiterte Aufständige, ist kein pulsierender Ort des Handels und des Wohlstands mehr. Viele meiner getreuen Arbeiter und Wachen sind entweder geflohen, getötet oder jüngst beim Versuch sich gegen die Bestzer aufzulehnen verletzt worden. Ganze drei Kontorwachen sind mir geblieben um dem Kontor, meiner Familie und mir Schutz zu gewährleisten. Viel wichtiger jedoch: Meine Familie lebt! Yolande, Gylvana und Yolly sind wohl auf! Ich ließ meine kleine Tochter von Sartassa, einer der wenigen der ich Vertraue, nach Wehrheim, zu einer befreundeten bürgerlichen Familie bringen – dort wird sie sicher sein. Und sollten meine Frau und ich den Widerstand hier in unserer Heimatstadt nicht überleben, so wird unsere Familie mit ihr fortbestehen und mein ganzer Besitz an sie weiter gehen, der dann von meiner Bruder, bis zu ihrer Volljährigkeit, verwaltet wird.

Doch just in diesem Moment, sind es andere Gedanken die mich umtreiben und nur schwer Ruhe finden lassen. Oh Herr Phex, verzeih mir und meiner Familie für das was ich getan habe. Es klebt Blut an meinen Händen – Menschenblut. Der ungläubig erschrockene Blick des Magistraten Glombo Brohm, als ich ihm den kalten Stahl meines Dolches zwischen die Rippen schob, lässt mich nicht mehr los. Ich habe gegen eines deiner höchsten Gebote verstoßen, Herr der Schatten. Selbst und gerade wenn ich es scheinbar benötige, um an mein Ziel zu erlangen, so ist es uns als deinen Gläubigen – zurecht – untersagt den Weg des Blutes zu wählen. Es ist mir ein innigstes Bedürfnis und nur meine Natur an dieser Stelle mit dir nun über dein Urteil über mein Vergehen feilschen wo wollen. Bitte versteh: Niemals würde ich an dem Urteil des Herrn zweifeln, was wäre ich für ein armer Wurm wenn ich dies täte. Nein. Ich möchte nur alle Fakten in die Waagschale legen und sehen welche Seite mehr wiegt um am Ende einen gerechten Handel zu erhalten – ganz in deinem Sinne.

Ich schätzte Glombo, er war mir sogar fast schon ein Freund. Seine Familie stellt seit langer Zeit die Magistraten der Stadt und zu Friedenszeiten war er ein guter Vorsteher derselben. Er erließ Gesetze die den Handel florieren ließen, er ließ stets mit sich über Steuererlässe reden und war ein Mann der wusste wie man die Händler auf dem Markt zur Ruhe bringen kann. Ich erinnere mich noch heute sehr gut daran, wie er einst auf dem Marktplatz auf dem Tempelberg kam, während eines Streits zwischen den Bäckern und den Knochenhauern, welcher Platz ihnen zustehe – und allein seine ruhige Ausstrahlung und Anwesenheit genügte um die streitenden Parteien zu besänftigen. Doch nun ist er tot – sein Leben genommen durch die Hand eines Freundes. Tiefe Trauer berührt mich deswegen. Doch dem einen tragischen Leid folgte zugleich ein zweites. Auch sein Sohn, der taugenichts, aber dennoch ein Mensch, ward zugleich wegen meiner Verleumdungstirade von den Besatzern geköpft worden – das war nicht mein Ansinnen. Doch es lag nicht in meiner Macht es zu verhindern. So gesehen … ist es nicht nur eine, sondern gleich zwei Seelen deren Leben ich auf dem Gewissen habe.

War es ungerecht Glombo zu töten? Ja. War es falsch ihn und seinen Sohn zu Unrecht zu verleumden und des „Verrats“ am Usurpator zu beschuldigen? Ja. War es notwendig um diese Stadt von seiner Geißel zu befreien zu können? Ja. Werden durch mein Handeln nun weniger Menschen sterben und das unheilige Treiben welches die Orks auf dem Tempelberg anrichteten von mir verhindert werden? Ja und Ja! Glombo war ein guter Magistrat zu Friedenszeiten, doch ein miserabler zur Besatzungszeit. Ihr hättet ihn zu euch holen sollen, verehrte Götter, als Greifenfurt in die dreckigen Hände der Schwarzpelze fiel. So blieb mir nichts anderes übrig, als durch meine Hand ihm eure Gnade zuteilwerden zu lassen. Für sein Vergehen an der Stadt, seiner Aufgabe, sie vor Brandschatzern zu schützen und ihre Bevölkerung vor Tod und Elend zu bewahren, nicht nachgekommen zu sein. Denn hätten die Orks die Stadt nicht bezwungen, würden dutzende von Geweihte aller Gottheiten noch am Leben sein, der Praiostempel wäre nicht geschändet, die Rondraburg nicht geschliffen und unzählige Bewohner nicht Verletzt oder gar getötet worden.

Fälle hier dein Urteil, Herr Phex. Ich tat es nicht für mich, ich tat es die Stadt und alle seine Bewohner darin – und ist es nicht dein Gebot, dass wir nicht für uns morden sollen? Ich tat es nicht für persönlichen Reichtum, Macht oder Vorteil, Ich tat es für die Freiheit Greifenfurts, für meine Familie und aller anderer Menschen des Mittelreichs. Ich Maße es mir nicht ein Urteil über meine Seele zu fällen. Mir bleibt hoffentlich noch viel Zeit, bis ich vor dir trete und um mein Seelenwohl feilsche. Ich werde dafür Sorge tragen, dass die Brohms eine ordentliche Beisetzung bekommen, damit ihre Seelen deinem Gericht zugeführt werden können.

Nun zurück ans Werk, ich muss eine Stadt von einem Usurpator befreien und einen Widerstand ausheben.

Ein Fehler?

Wo fange ich nur an…

Vielleicht mit so einem Spruch, wie „man lebt nur einmal“, oder etwas, was sich mit dem „leben nachdem Tod“ auseinandersetzt, nein, nein und nochmals nein, das erscheint mir als unpraktisch.

Also der Reihe nach…

Ich nutzte meine wiederhergestellten arkanen Kräfte, um von Spichbrecher (den mittleren) wieder etwas zu Kräften kommen zu lassen, in dem ich mittels magica theoretica einen Cantus der Combattiva so manipulierte, das dieser, wenn nicht curative, so doch zumindest, temporär restorative Wirkungen zeigte.

Weitere Canti zur Unterstützung schlugen, wahrscheinlich aufgrund der Umgebungsbedingungen fehl…

Um von Spichbrecher seinen Zweikampf zu geben, zu diesem Zeitpunkt noch in der Annahme das dies der gewünschte Pfad sei, begann ich mittels Nutzung des Vortex multiple modifizierte Versionen arkaner Wände um die beiden zu wirken, unter der Prämisse, das dies einem Zweikampf hilfreich wäre.

Allerdings wurde dieses Ansinnen bald zerschmettert, da Turnak’riin alsbald ebenfalls auf die magischen Möglichkeiten des Vortex zurückgriff um von Spichbrecher in die Luft gehoben zu tormentieren, ich löste die Vortexmatrix mittels einer eigenen Manipulation des Vortex auf.

Auf die Magie Turnak’riins versuchte ich angemessen zu reagieren, aber da mein Wissen über den Vortex doch beschränkt war und im Regelfall vollkommen neue Magie nicht einfach so aus dem Ärmel geschüttelt wird, gelang es mir nur bedingt diese einzudämmen. (Observatoren und selbst Invokatoren hätten, normalerweise, nicht so mit einer vollkommen fremden und potentiell, höchst gefährlichen Form der Magie gearbeitet, aber was war die Alternative?)

Ich tat mein möglichstes Turnak’riin angemessen zu platzieren, die Idee kamm mir, reichlich spät, nachdem er wiedermal versuchte sich zu teleportieren (naja, strenggenommen gelang ihm dies, nur fand er sich praktisch sofort darauf wieder an seinem Ausgangspunkt…), darunter waren so passende Platzierungen, wie ihn mit dem Rücken zu von Spichbrecher zurückzuschicken oder ihn auf den Boden der Tatsachen aufmerksam zu machen und ihn auf dem selbigen zu platzieren (wahrscheinlich nicht sonderlich Rondragefällig, wenn ich so darüber nachdenke, aber darüber hat sich bislang, interessanterweise, noch keiner beschwert, auf der anderen Seite könnte auch argumentiert werden, dass es, wenn nicht speziell Rondragefällig, dennoch Göttergefällig war).

Aber Turnak’riin hatte wohl endgültig genug von mir und er teleportierte sich hinter mir, die Matrix entglitt mir und er schlug zu, ich konnte mich gerade noch bei Bewusstsein halten, aber nachdem nächsten Hieb und einem Stich von saba Belima verlor ich das Bewusstsein (und starb, wie mir später berichtet wurde, aber inzwischen geht es mir wieder besser. Dank Travia, aber dazu später mehr).

Wie es den anderen gelang Turnak’riin zu bezwingen, das bekamm ich dadurch nicht mehr mit, aber wahrscheinlich lag es größtenteils an von Spichbrecher, dessen göttliche Klinge erwies sich als einzige in der Lage Turnak’riin gefärhlich zu werden. Das könnte noch interessant werden…

 

Nach meinem (erneuten) Tod (vermutlich kann ich das verspeisen von einem Dämon [also von diesem verspeist werden {nicht selber einen zu verspeisen}] zählen, ebenfalls das fesseln der eigenen Seele an einen unbelebten Gegenstand und Zertrümmern der gleichen [gefesselte Seelen gehören immerhin zu den bekannteren Geisterarten, was ziemlich nach Tod klingt], das wäre dann also der dritte in drei Tagen, wird langsam zu einer schlechten Angewohnheit…) und der baldigen Genesung, begannen wir von Spichbrecher über ein paar der Erlebnisse der letzten Tage zu informieren, noch bin ich unsicher ob ich ihm mitteilen sollte, das wir herausfanden was Collegus Flachkiesel/Steinfest mit seiner ominösen Zahlenfolge (336787868584722) meinte, vielleicht später.

Viel interessanter sind die philosophischen Implikationen (unter anderem), Herr Bodiak äußerte das Delkar’reen der Vortexname von Isariasunny wäre, was immerhin bedeuten könnte das Nahasch’reen mein Vortexname sein könnte, wenn ich nun noch bedenke das Turnak’riin mir Teile meiner Essenz stahl und ich mich des Vortex bediente, muss ich befürchten (als eines der schlimmeren möglichen Szenarien, welche in aller Regel die sind, welche eintreffen, karmatische Kausalknoten und so…), die Ausbildung Nahash’reens vorran gebracht zu haben. (Eventuell ließe sich mit ihm reden, aber sollte er nicht mit sich [wären das eigentlich Selbstgespräche?] reden lassen, und wenn ich Turnak’riins Fähigkeiten in der Magie des Vortex bedenke, könnte er ein größeres Problem darstellen, vor allem, wenn er ähnlich profan und karmal sicher sein sollte, wie Turnak’riin und Irk’raan).

Collega Fuxfell kann wohl auch als gefallen angesehen werden, zumindest deutet Salkar’vaan darauf hin. Interessanterweise, scheint Niccolo nicht gefallen zu sein (unter der Prämisse, das es sich bei Nahasch’reen tatsächlich um mich handelt und die bisherigen Überlegungen zu den Namen korrekt waren und die Informationen Vollständig sind, was, wenn bedacht wird, das der Hauptteil der Informationen von den Aufzeichnungen eines Noioniten, welcher einem Patienten lauschte, stammte, nicht unbedingt zuversichtlich stimmt)

Aber ehe ich mich weiterhin in Spekulationen ergebe, sollte ich die mir hier gebotenen Möglichkeiten nutzen, es ist noch fragwürdiger als die bisherige Nutzung des Vortex, aber, rein theoretisch (noch viel weiter gestreckt, als ich den Begriff ansonsten schon nutze) sollte es möglich sein, auf den Vortex zuzugreifen und mit seiner außersphärischen Macht das Raumzeitgefüge zu verändern um Isariasunnys Familie wieder zusammenzufügen…

Ist überhaupt noch genügend vom Vortex da?

Nehazet streckte seinen Geist aus um nach den Fäden dunkler Energie zu greifen, sie zu sammeln und zu akkumulieren und fand nichts, der Vortex durzchzog die aktuelle Umgebung Aventuriens nicht mehr und töricht wie er war, hatte er auch keinen Teil der dunklen Energie mehr in sich.

Ein Seelensammler der Göttin der Familie, welcher nichteinmal eine befreundete Familie vereinen kann…

Vielleicht sollte ich es doch mit dem Kochen versuchen, ich meine was kann schon passieren, ist ja nicht so das ich von einer Gottheit erwählt wurde,  aus deren Aspekten ich entrissen und entwurzelt wurde, welche aktiv verhinderte einem ihrer Aspekte zu folgen, deren Aspekte sich im Prinzip, bezogen auf meine Kultur, widersprechen, deren Geweihte ich bislang eher als Fluch den als Segen empfunden habe, mit Ausnahme des aktuellen, er hat durchaus Potential, er sieht zwar nicht alles wie ich (aber das erwarte ich auch nicht).

Ich meine was bleibt sonst noch übrig, wofür steht Travia den noch? Hmm Gemeinschaft, offensichtlich, was gehört da eigentlich dazu? Vielleicht sollte ich mich mit den verschiedenen Schriften, es wird ja hoffentlich gute, möglichst objektive, Schriften zu dem Thema geben beschäftigen und dieses Mal nicht als Reaktion auf etwas oder um um die Bearbeitung eines Problemes herum zu kommen (oder jenes nach hinten zu verschieben).

Das sollte ich vielleicht wirklich tun und sei es auch nur, damit ich wieder sicher sein kann in meinen Gedankengängen, was ich aktuell nicht bin…

Hielt ich doch die Hinrichtung von Tornado (der Name der/des derischen Hülle/Kerns Turnak’riins) für übereilt, verständlich aber übereilt, wenn bei Igan eine Rehabilitierung möglich war und das Vergeben, Mitleid und andere dergleichen Konzepte zu den Zwölfen gehören, erscheint mir dies ein, mehrheitlich, ungünstiges Vorgehen zu sein, zumal es dem Vortex nicht per se schadet (nur insofern das der Vortex einen Streiter weniger hat, was, wenn bedacht wird, das des Vortex Streiters von außerhalb des Vortex kommen, von geringer Wichtigkeit ist), ihn aber am Leben zu lassen, ihm eine weitere Chance zu geben und ihn zu rehabilitieren, hätte dem Vortex schaden können (theoretisch).

Aber vielleicht irre ich mich auch und möglicherweise finde ich Antworten auf diese fragen in entsprechenden Büchern.

Was bleibt ansonsten noch, achja ich brauche, wieder, neue Kleidung…

Der Tod als Chance

Ich danke dir große Mutter!

Demütig und dankbar senkt Azina ihr Haupt. Eine schwere Last fällt von ihr ab. Die Last für den Tod ihres Kameraden, nein ihres Freundes Nehazet, verantwortlich zu sein.

Dabei wollte ich alles richtig machen! Während die anderen innerhalb dieser magischen Wand gegen Turnak’riin kämpften stellte ich mich zwischen Delia und Nehazet, um den Feind abzufangen und meine Freunde zu schützen, sollte er sich erneut teleportieren. Meine Rechnung ging auch auf. Nur dass ich, anstatt den tödlichen Hieb für Nehazet abzufangen, ihn noch schwerer verletzt habe. So schwer verletzt habe, dass meine … zitternden … Hände ihn nicht mehr zu helfen vermochten. Das Blut quoll in Sturzbächen aus ihn heraus. Er war tot!

Zum Glück hat die große Mutter Travia unsere Gebete erhört und ihm eine zweite Chance gegeben, sich ihr als würdig zu erweisen. Ich hoffe, du nutzt sie weise Adeptus.

Emotional und körperlich am Ende ihrer Kräfte angelangt, setzt sie sich an das Feuer und bettet Elfenbeins Kopf in ihren Schoß. Sie krault ihn geistesabwesend und beobachtet Sieghelm, wie er sich ebenfalls setzt.

Sieghelm hat Turnak’riin mit Hilfe der anderen besiegt. Nichts Anders habe ich von ihm erwartet. Sehr gut! Nur die Hinrichtung von Tornado kann ich nicht gutheißen. Ich weiß, du bist anderer Meinung Firun. Aber deine Tochter würde mir beipflichten. Tornado hätte die Chance bekommen müssen, sich zu erklären, um Verzeihung zu bitten. So starb er ohne die Möglichkeit zur Buße. Nun, Rondra wird schon mit ihm zu verfahren wissen. Noch ist er nicht verloren.

Zumindest haben wir zunächst einmal ein wenig Ruhe vor den Vortexwesen. Irk’raan wurde ja ebenfalls vernichtet, sodass uns der Feind nicht mehr so leicht aufspüren kann. Nun können uns ein wenig erholen und überlegen wie es weitergehen soll. Sieghelm hat Recht mit seiner Erkenntnis: Wir dürfen nicht warten bis die Gefahr zu uns kommt. Wir müssen die anderen Anker finden und sie unterstützen. Nur wie stellen wir das an? Wie erreichen wir sie und wie erkennen wir sie, wenn wir ihnen begegnen?

Und was ist aus Saria, Nicolo und Matral geworden. Anker der Hesinde, Tsa und Boron. Ich fürchte, Saria und Nicolo sind gefallen.

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Azinas Gedanken

Wenn ich doch nur wüsste…

Es war abends. Irgendwo im Wald in der Nähe der Straße zwischen Andergast und Thurana. Eine kleine Lichtung. Ein Zelt darauf, ein brennendes Lagerfeuer davor. An diesem sitzt ein junger Mann, ihm zu Füßen sein Hund. Man kann ihn seufzen hören: „Ach Firwulf mein lieber. Was machen wir nur hier? Wenn ich doch nur wüsste warum ich in Thurana war. Ich wollte doch möglichst viel Zeit in Andergast verbringen, in der Hoffnung Harika wiederzusehen. Ach Firwi, warum versetzt mir die Erinnerung an sie ein Stich im Herzen? Ach wenn ich doch nur wüsste was geschehen ist. Aber bis dahin bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als mir wie jeden Abend mein Leben in Erinnerung zu rufen: Mein Name ist Dranodan Firunbold!“

Kuh Elsa ist tot!

Vorerst ist es vorbei! Der Seelenfresser ist bezwungen und sein Wirt, der sich ihm ergab ist durch Sieghelm gerichtet worden. Ist es wirklich vollbracht? Nach all den Mühen und qualvollen Tagen ist Sieghelm endlich gerettet? Mir kommt es wie ein Traum vor. Dennoch sitzen wir hier am Feuer und laben uns am Essen, welches Jane bereitete.

Nun gilt es noch meinen Mann aus den Fängen des Limbus zu retten. Ich hoffe wir finden einen Weg. Doch wenn die Rettung Sieghelms uns eins gezeigt hat dann ist es, dass wenn wir zusammenhalten wir alles schaffen können. Die Auserwählten sind eine Familie. Gemeinsam im Bund der Gänsefeder. Ich sollte Traviahold erinnern, dass er Sieghelm auch eine Feder gibt. Wenn er das nicht schon getan hat.

Doch nun ist es an der Zeit unseren Siggi auf Stand zu bringen.

„Sieghelm? Kuh Elsa ist tot!“

Erzählungen von Feen, Echsen, Dämonen, Vortexwesen, Hexen, Echsen, Rissos, Schlingern, untergegangenen Städten und Kulturen, Hesinde-Heiligtümern und vieles mehr wurde dem armen Sieghelm erörtert. Nur der arme Drache fand keine Erwähnung.

Turnak’riin der Seelenfresser und Irk’raan die Dornenzunge

Der geschwärzte Boden reißt auf. Ein Riss in Form eines großen Ringes, der sich um die Helden legt, hindert sie an der Flucht. Doch an Flucht denken sie nicht. Sie sind bereit für den Kampf. Den ersten direkten Kampf gegen den Vortex. Sollten sie hier siegreich sein, werden weitere folgen, bis der welthungrige Blutkaiser von seinem Vorhaben abrückt, sich diese Sphäre einzuverleiben.

Aus dem Riss entsteigt der erste gefallene Anker Rondras – Turnak’riin, der Seelenfresser – zusammen mit Irk’raan, der Dornenzunge, dem zweiten gefallenen Anker der Donnernden. Ihnen gegenüber, einen schützenden Kreis um den bewusstlosen Sieghelm, Junker von Hochstieg, Erwählter der Leuin, positionieren sich die Helden dieses Zeitalters: Mædnir der Bär, bewaffnet mit dem Dreizack Efferds und seinem großem Thorwalerschild. Seine Haut ist überzogen mit einer Schicht aus Muscheln und Algen und seine Haare ‚wehen‘ unterwassergleich über seinem angespannten Körper. Hinter ihm, steht Delia al Cumrat bân Rezzan, Hexe Satuarias, Erwählte der Rahja mit erhobenen Stab über Sieghelm. Ihr Blick verrät ihre Abscheu und doch ihre Liebe zum Leben. Und mit einem leuchtenden geschlossenen Buch in der Hand starrt Jane Peddersen, Erwählte der Hesinde, interessiert zu den beiden schwarzen Gestalten hinüber und wartet angespannt auf ihre Reaktion, bereit ihr Buch aufzuschlagen, während sich Azina saba Belima, Erwählte Firuns, grimmig und wütend über den schlimmen Verrat ihres ehemaligem Mitstreiters Tornado, mit einer dünnen, blassen, schimmernden Schicht aus Eis überzieht. Eiskristalle hängen vereinzelt in ihrem schwarzen Haar. Traviahold orangegewandeter Bruder von Travia und Sieghelm, bittet die Götter stumm um Beistand, während er einmal mehr erfolgreich um seine Fassung ringt. Vitus, Korporal von Hochstieg steht verunsichert Delia zur Seite. Igan, der geläuterte Teil von Irk’raan, der Dornenzunge, schaut furchtsam auf seine dunkle Seite. Er selbst hat eben erst zu den Göttern, zu Rahja, zu Delia, zurückgefunden, während sein Dunkles ich Rondra abtrünnig wurde und den es nun zu bekämpfen gilt. Sie alle umgibt, ihren unterschiedlichen Gefühlen zum Trotz, eine Aura der Entschlossenheit. Sie halten Ihre Waffen griffbereit, um Sieghelm – um Dere – zu verteidigen.

Einzig Adeptus Nehazet ibn Tulachim, Erwählter der Travia wider Willen, schickt sich an, auf die Entgegnung Turnak’riins „Wenn ihr euch ergebt, verspreche ich euch einen raschen Tod. Solltet ihr euch hingegen wehren werden ihr unendlich leiden!“ einen entspannten Dialog mit dem Finsteren zu führen. Denn so könnte ein kollegialer Austausch zwischen zwei Weltenwanderern doch interessantes Wissen zu Tage fördern. Schließlich hat es schon einmal nicht geklappt. Und auch diesmal ist ein Diener des Blutkaisers nicht gewillt mit den engagierten Magier zu sprechen: Mit einer wegfegenden Geste schleudert Turnaak’iin Nehazet an den hinteren Rand des Ringes.

Zeitgleich setzen sich die schwarzen Vortexwesen in Bewegung. „BEI SWAFSKARI!“ brüllt Mædnir und stürmt ihnen todesmutig entgegen. Igan folgt ihm nur zögerlich, während Jane längst ihr Buch geöffnet und auf Urtulamidia eine Lichtgestalt in Form einer jungen Tulamidin mit einem großen Doppelkhunchomer hinter den Gegner hat erscheinen lassen. Die ersten zwei Schläge vom Geist und von Mædnir treffen Turnak’riin ohne auch nur einen einzigen Schaden zu verursachen. Sein zweihändiges Schwert schwingt er schnell wie ein biegsames Rapier zwischen den Helden hin und her.

Azinas anfangs geworfener Speer ist ebenfalls an der schwarzen Rüstung funkensprühend abgeprallt ohne einen einzigen Finger einzudringen. Daraufhin ist sie unschlüssig, was zu tun ist. Wie kann das schreckliche Schicksal gewendet werden, wenn normale Angriffe wirkungslos verpuffen? Traviahold betet Travia an, sie möge ihm beistehen und sie und Sieghelm mit ihrem Schutz belegen. Azina und Vitus stimmen in das Gebet mit ein, unterstützen ihn. Unterdessen wirkt Delia den Zauber Satuarias Herrlichkeit und überstrahlt das Schlachtfeld mit ihrer lieblichen Präsenz. Sie pumpt ihre Kraft in Sieghelm und versucht die Feinde zu ihren Gunsten zu beeinflussen.

Nehazet, entrüstet von der Feinde Unvernunft, beginnt in die Untiefen der Vortexmagie vorzustoßen. Seine Gedanken greifen nach der übermächtigen Präsenz der fremdartigen Zauberstruktur. Er beobachtet auch, wie sich Turnak’riin, blitzartig vor Sieghelm teleportiert. Nur mit magischem Blick ist eine Fokussierung der Matrix in seiner Umgebung kurz vor Ausübung des Zaubers zu erkennen. Der junge Adeptus versucht die verschiedenen Zauber zu imitieren. So schickt er den Seelenfresser zurück zu seinem Ursprungsort, wo er weiter von Janes Geist und von Mædnir beschäftigt wird. Doch sind Nehazets Tätigkeiten nicht unbemerkt geblieben. Denn Turnak’riin beginnt nun Nehazet in ein magisches Duell zu verwickeln. Er greift gedanklich nach ihm und entzieht ihm stückweise die Lebensenergie. Tulachims Sohn verlassen die körperlichen Kräfte, doch sein Geist ist stark und wehrt sich gegen den Andrang. Er begreift die Matrix des Zaubers und schafft es, ihn aufzuhalten. Erbittert tobt hier eine zweite Schlacht auf Leben und Tod parallel zur Physischen.

Igan sieht sich inzwischen allein seinem dunklen selbst gegenüber. Er schlägt sich wacker. Viele Schläge tauschen sie miteinander. Igan gelingt es Irk’raan am rechten Bein zu verletzen. Doch einige schnelle Hiebe später kippt der Schwertgeselle ohnmächtig nach hinten über und Irk’raan wendet sich Mædnir zu, der Zusehens in Bedrängnis gerät und bereits einige Fleischwunden hat hinnehmen müssen.

Delia beginnt unter dessen wieder mit der Reanimation von Sieghelm. Sie massiert ihm die, von der Folter angespannten, Muskeln. Ganz langsam kehrt die Farbe in sein Gesicht zurück. Er entspannt sich. Ist jedoch noch immer ohnmächtig.

Azina hat eine Idee nachdem sie die Umgebung mit ihrer zweiten Sicht untersucht hat: Sie rammt Firuns Speer in die Mitte des schwarz verseuchten Bodens und bittet Firun, den Gott des Winters und der Jagd, die unseelige Magie zurückzudrängen, den Boden zu läutern, die Feinde zu schwächen. Nach einigen stummen Gebeten und immenser Konzentration, muss sie jedoch feststellen, dass sich keinerlei Veränderung einstellt, dass sie scheitert. Geradezu verzweifelt, ersinnt sie einen neuen Plan: sie begibt sich in den Rücken Turnak’riins und versucht ihn ihren Speer unter die Rüstung zu schieben, um dort sein Fleisch zu verletzen und ihn zu behindern, während er noch mit Jane und Mædnir kämpft. Doch auch dies misslingt.

Traviahold hat sein Gebet inzwischen beendet und marschiert, strotzend vor karmaler Kraft, einen Bogen schlagend, auf Turnak’riin zu. Er ignoriert Irk’raan und umarmt Turnak’riin von hinten, wirft sein karmales Selbst auf den Seelenfresser. Doch die Dornenzunge zieht ihm zweimal das gezackte Schwert über den Rücken, sodass er blutend und besinnungslos zu Boden sackt.

Turnak’riin beachtet das Treiben in seinen Rücken nicht und schlägt mit einer heftigen Kombination auf Janes Geist ein. Jeder schwere Treffer schlägt sich direkt in ihren Gedanken nieder bis sie schließlich schwankt und ihr Hesindes Buch aus den Händen fällt. Der Geist verschwindet. Auch Mædnir kann sich kaum mehr länger gegen die zwei Vortexwesen erwehren. Die Helden sehen, was noch nie vorher geschah. Der mächtige Hüne von Torwaler geht in die Knie und hält nunmehr nur noch sein Schild gegen die Irk’raans Hiebe erhoben. Turnak’riin wendet sich der Botin Firuns hinter ihm zu. Diese aktiviert ihre letzten Reserven. Obwohl sie weiß, dass sie hoffnungslos unterlegen ist, ist sie nicht bereit sich abschlachten zu lassen. Vielleicht, ja nur vielleicht, wacht Sieghelm doch noch rechtzeitig auf, wenn sie ihn nur lange genug beschäftigen kann. Sie spürt förmlich, wie er sein Gesicht unter dem Helm zu einem bösartigen Grinsen verzerrt, als ihm der erste schwere Treffer gelingt, der ihr sie beinahe aus den Stiefeln wirft. Schmerz durchflutet trotz der Eisrüstung ihren geschundenen Körper. Sie weiß nicht, wie sie es geschafft hat, aber es gelingt ihr tatsächlich, die nächsten gewaltigen Schläge zu parieren, von denen sie weiß, dass sie ihr Leben vorzeitig beendet hätten. Sie taumelt unter dem trügerischem Triumpf als plötzlich aus der Ferne, vom Hügel her, eine kreischende Stimme ertönt:

„HEHEHE, DIES IST NICHT DEIN LAND! WARUM LEGST DU DICH NICHT MIT JEMANDEN VON DEINER MACHT AN, HEHEHE?“ Verhöhnt die alte Vettel Kohlhütten den Seelenfresser. Turnak’riin, meint nur, dass er das erledige, teleportiert sich aus dem Kreis heraus und schreitet gemächlich auf sie zu. Die Hexe schickt ihm kreischend einen mächtigen Strahl aus den schwarzen Raben entgegen, die zu hunderten an seiner Rüstung zerschellen. Sein Vormarsch wird dadurch deutlich verlangsamt.

Zwischen den Helden erscheint aus dem Nichts ein kleiner Kristall. Der Boden färbt sich unter Azinas geschlossenen Augen weiß. Die Magie Deres. So sieht sie also aus! Fantastisch! In die Helden kehrt die Kraft zurück. Sie richten sich auf. Sogar Igan und Traviahold erholen sich. Irk’raan schaut verunsichert in die Runde der Erwählten, die ihren entschlossenen Blick nun gemeinsam auf ihn richten. Sofort stürmen Mædnir und Janes Geist auf ihn los. Iran setzt an: „E-Er lebt nur durch mich. Wenn ich …“ Weiter kommt er nicht, denn da hat ihn Azina bereits an der Schulter herumgerissen. Sie starrt ihm fest in die Augen. „Los kämpfe! Nur du kannst ihn besiegen.“ Herrscht sie ihn an. „A-Aber ich habe mich von Rondra abgewandt.“ „Dann streite für die Rose. Für Delia!“ Hilfesuchend schaut Igan zu Delia. Diese entgegnet aufmunternd: „Igan, Kampf kann auch Tanz sein. Kämpfe nun!“ Neue Entschlossenheit flutet seinen Körper. Er bittet seine Kameraden, Irk’raan ihm zu überlassen. Nur widerwillig lassen Jane und Mædnir von ihm ab. Igan stellt sich. Die Helden bilden posend einen Halbkreis um die Beiden und wünschen Igan mehr als Erfolg.

In einem harten Schlagabtausch, dem Kampf zweier ebenbürtiger Gegner, gelingt es Igan seine dunkle Hälfte in Bedrängnis zu bringen. Er könnte zum finalen Schlag ausholen, breitet jedoch deutungsscher „Ich vergebe dir!“ sagend, die Arme aus und fängt sich einen kraftvollen Hieb tief in die Schulter ein. Irk’raan leuchtet auf einmal von innen heraus hell auf. Seine schwarze Schattenrüstung bläht sich unter dem hervorquellenden Licht. Schließlich sprengt das Licht die unselige Rüstung und lässt von Irk‘raan nichts als Asche, die vom sofort vom Wind erfasst und fortgeweht wird, übrig. Igan bricht zusammen. Sofort springen alle Helden auf ihn zu und beglückwünschen ihn. Azina ist als erstes bei ihm, drückt seine schwere Wunde zusammen und flüstert ihm unhörbar für die anderen zu. „Das hast du gut gemacht. Ich verzeihe dir!“ Als die anderen ihn erreichen verlässt sie die Szenerie und wendet sich Sieghelm zu, der nun unbewacht ist.

Als sie ihn erreicht beginnt er sich zu regen. „W-Was? Wo bin ich?“ fragt er schwach. „Sieghelm, du bist frei.“ Antwortet sie ihm. Sie kniet sich nieder und bettet seinen Kopf auf ihren Schoß. Seinen Kopf dreht sie in Richtung der Szenerie um Igan:

Sein Bruder und seine Freunde knien sorgenvoll bei einem schwer verletzten Mann innerhalb eines kreisförmigen Risses in seinem geliebten Land. Geradezu – vom Hügel herunter – marschiert ein dunkler schattenhafter grausamer Ritter ihnen entgegen. Unzählige Raben stoben in alle Himmelsrichtungen davon. In der Hand hält Schlächter den Kopf einer alten Frau, der Frau aus der lokalen Legende um die Vettel Kohlhütten. Jener so mächtigen Hexe, die ihnen eine zweite Chance gegeben hat. „Jedoch wirst du gleich kämpfen müssen.“

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Azinas Erinnerungen

Kreis der Verdammnis

‚Sieghelm! Nun wach endlich auf! Musst Du Dich denn immer bitten lassen?!‘ dachte Delia sich. Neben dem verzweifeltem und offensichtlich nutzlosen Versuch ihre Gefährten mittels Rahjas Gaben zu stärken und den Feind zu schwächen, konzentrierte sich die Hexe wieder auf ihren Freund Sieghelm. Es war schon etwas her, als sie ihn das letzte Mal massierte. Dieses Mal war es jedoch weniger erotisch und entspannend. Ihre Arme und Hände schmerzten, da die verkrampften Muskeln Sieghelms sich nur schwer lockern ließen. Was auch verständlich war. Delia war sehr froh, dass ihr Freund noch am Leben war. Die Götter mussten ihn und ihre Gruppe wahrlich lieben, wenn sie alle solche Strapazen überstehen konnten.

Nicht nur der Liebe der Götter wegen, sondern hauptsächlich für ihre Freunde machte sie weiter. Selbst wenn die Vortexwesen über sie herfallen würden, würde sie nicht aufgeben. Sieghelm würde bald wieder aufstehen und sie beschützen, wie er es immer tat. Auch seine Abwesenheit konnte ihr diese Zuversicht nicht nehmen. Der Streiter Rondras würde immer da sein, um sie in der dunkelsten Stunde zu beschützen. Falls er nicht da war (wie letztens unter dem Berge), dann war die Stunde noch nicht dunkel genug!

Dann hörte sie Igans Zweikampf mit seinem dunklen Selbst. Delia bewunderte Igan. Er hatte sich wahrlich gut gemacht. Selbst wenn er nun sterben würde, hätte er den Frieden mit den Göttern gefunden. „Ich vergebe Dir!“ rief der Streiter der Rose und die Dornenzunge besiegte sich selbst. Sie ließ von Sieghelm ab, um sich den lebensbedrohlichen Verletzungen von Igan zu widmen. Während sie den Hexenspeichel, mit einem innigen Kuss verabreichte, hörte sie die Stimme Traviaholds. „SIGGI!“ rief er. Immer noch Igan küssend blickte sie hinüber zu Sieghelm. Dort stand er, noch etwas wackelig, aber er war wieder da. Seine Freunde hatten ihr Möglichstes getan. Heilzauber, Segen und Gebete lagen auf Sieghelm und Flüche auf seinem Gegner. Nun würde der Seelenfresser sein blaues Wunder erleben und endgültig besiegt werden. Da war sich die Rose Alverans sicher.

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