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Ausgesperrt

Ich wusste es! Ich wusste es! Verflucht! Ich hatte gehofft, dass mein Gefühl mich täuscht!

Grimmig starrt sie die Krone des Echsengottkaisers an in der sich der Geist des Auserwählten der Travia befinden soll.

Es hilft auch nicht, dass du verstimmt bist Nehazet! Woher sollten wir das wissen? Viel wichtiger ist: wie bekommen wir dich da heraus? Und bist du es überhaupt wirklich? Immerhin hat der Geist, der deinen Körper beherrscht, es zugelassen, dass Traviahold die Krone mitnimmt. Was wäre geschehen, hätte er sie zerstört oder dafür gesorgt hätte, dass wir sie zurücklassen? Und das Szepter! Das Szepter darf nicht in seine Hände fallen! Er hat sich einige Kristalle von der Statue genommen. Daher hat er wohl Zugang zu seiner Magie zusätzlich zu der von dir. Leider ist Sulaxi schon weg.

Azina schaut noch einmal hinter der Fee hinterher. Doch sie ist nicht mehr zu sehen.

Lebe wohl Kleines. Ein wirklich bezauberndes Wesen und ein wahrhaft magischer Ort, den du dein Zuhause nennst. Phantastisch, friedlich und so fröhlich. Es hat mir viel Freue bereitet eure Welt zu besuchen. Leider war es mir nicht vergönnt ein wenig zu verweilen und sie kennen zu lernen. Vielleicht komme ich wieder oder ziehe ich mich eines Tages dorthin zurück, wenn ich diese Gefilde verlasse. Aber das hat noch Zeit. Zeit genug, um hier meine Spuren zu hinterlassen und diese Welt zu retten, um die Schönheit zu bewahren, die noch in ihr steckt.

Vielleicht sollten wir Nehazet in die Feenwelt bringen. Möglich, dass wir oder die Feen ihm helfen können … Nein, wie viele andere Wunder in der Nähe von Hochstieg auch, ist dieser Ort zu kostbar, um ihn in unseren Kampf hineinzuziehen. Die Feen kannten keine Tränen! Das muss man sich einmal vorstellen. Was kann es schöneres geben, als ein glückliches Leben? Ein Leben ohne Unbill und Schmerz? Firun ist nur so hartherzig, weil er es sein muss. Die Menschen sind schwach. So schwach, dass sie an ihre Schwäche erinnert werden müssen, da sie sonst hochmütig würden und das Leben anderer verdürben! Deswegen MUSS der Frost kommen. Als Warnung, dass auch wir nur ein kleiner Teil dieser Welt sind und dem Kreislauf der Natur unterliegen.

Sollen diese Berge doch verscheid bleiben!

Und um Nehazet müssen wir uns selbst kümmern. Ich weiß auch schon wie … „Delia!“

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Azinas Gedanken

Ein einfacher Adept

Soviel ist zu erledigen bevor Xindans Kammer geöffnet werden kann, zumindest die Bestandteile für den Schlüssel sind nun alle vertreten, aber wenn ich so darüber nachdenke, eigentlich wäre es sinnvoller gewesen in der altechsichen Stadt zu verbleiben, wenn dort Eternium gefördert wird, sollte es doch auch die notwendigen Gerätschaften geben um dieses zu verarbeiten, gerade in hinblick auf die kommenden Bedrohungen, wäre es gut gewesen sich die Stadt genauer anzusehen, wir können immerhin alles an Hilfe gebrauchen was wir finden könnten, das schließt auch die Kristallomantisch gebundenen Edelsteine und Thaumatursome ein, sowie natürlich ein gewisses Szepter, aber anscheinend ist ein Szepter etwas was mir nie zustehen wird, obwohl, hmm, das erste Szepter war aus den dunklen Zeiten, von wann dieses Szepter ist, wahrscheinlich aus dem zehnten Zeitalter, ich bin auf das nächste Szepter, welches mir wahrscheinlich auch nicht gebilligt wird, gespannt…

Aber zurück zu den Erlebnissen wir „erforschten“ (der Terminus ist eigentlich nicht zutreffend, wir haben uns mehr Zeit für die alte Zwergenstadt genommen als für diese Stätte, dabei hätten wir in der altechsichen Stadt eher hilfreiches gefunden) die echsiche Stadt und folgten den Spuren, welche Delia anhand von „geistigen Echos“ der letzten hier anwesenden Menschen spüren konnte.

Dabei liefen wir an einer alten Karte vorbei, welche von einer fasznierenden Mechanik umgeben war, für welche keine Zeit war um sich mit dieser näher auseinander zu setzen.

Jene Karte war über einem Abgrund, dessen endgültige Tiefe ich auf die schnelle nicht zufriedenstellend bestimmen konnte, hmm obwohl „endlose“ Abgründe zu eine Vorraussetzung für alten Stätten sind, ich meine bei den Zwergen gab es auch eine, vielleicht sollte ich in Khorestan mal einen anlegen?

Weiter ging es durch die Gänge, wir kammen an Versorgungskammern mit Edelsteinen und anderen Gesteinen vorbei, an Ersatzteilen für das hiesige Rohrheizungssystem und an Wächtermumien, welche auf Individuen reagierten, welche sich an Rohren weh taten…

Schließlich führte uns dies in eine Kammer mit einem größeren Tor, und einer relativ ansehnlichen Sammlung von Statuen (erneut), der Schlüssel zum öffnen des Tores war die Lösung eines „Rätsels“ (? ich bin unsicher ob es wirklich als Rätsel tituliert werden kann, für uns war es vor allem ein Rätsel, weil unser wissen über altechsiche Kulturen relativ eingeschränkt war), bei dem es um die reihenfolge verschiedener Gottheiten ging.

Offensichtlich gelang es uns dieses Rätsel zu lösen, während die anderen noch beschäftigt waren schnappte ich mir ein paar Edelsteine von einigen der versteinerten Kristallomanten, hoffentlich erlauben mir diese später etwas mehr über die zugrundelegenden Strukturen der kristallomantischen Magie zu erfahren.

Nachdem das Tor zum allerheiligsten geöffnet wurde schritten wir hindurch und begaben uns in eine Audienz mit dem hiesigen Gottkönig Zara’oz Skar Zht, welcher uns eine Aufgabe stellte in dem er die anderen von Achazmumien angreifen ließ, auf meine frage hin ob es nicht einen besseren Weg gäbe, verlor ich, durch einen seiner Canti, das Bewusstsein und erwachte erst wieder nachdem alles vorbei.

Er stellte noch ein paar anschließend und gewährte uns zugriff auf das „güldene Gold“, welches sich als Eternium herausstellte, ich kann gar nicht abwarten damit zu experimentieren, die einzigen anderen Spuren von Eternium sind so gering, das die sinnigste Möglichkeit an etwas zum experimentieren zu gelangen, wahrscheinlich das gewinnen des Donnersturmrennens wäre, hmm vielleicht, sollte ich mal bei den Alchimistengilden oder der Dracheneiakademie oder bei anderen interessierten Stellen nachfragen?

Skar Zhts körperliche Hülle zerfiel nach einem kurzen geistigen Austausch mit mir, weswegen die anderen nun natürlich befürchten ich wäre nicht ich, doch wie beweise ich ich zu sein, ein wirkliches dilemma, zumal es genügend Bedrohung von außen gibt.

Beim verlassen der Stadt begegneten wir erneut seiner Magnifizienz Rakorium Muntagonus, welcher so freundlich war uns aus der Höhle hinaus zu den Quellen zu transversalieren.

Später begaben Delia und ich mich noch zu der Ifirnschen Kristallstruktur um unsere angeschlagenen Kräfte zu erneuern.

Auf den Rückweg durch das satuarische Hexenportal, fragte ich mich erneut ob die Lokalisation im Limbus nicht zu unseren Vorteil genutzt werden könnte.

Ach es ist immer noch soviel zu tun und dabei bin ich doch nur ein einfacher Adept…

Echsenverschwörung

Es tut mir Leid Adeptus. Aber es muss sein. Ich fürchte um dich.

Gedankenverloren sitzt sie am Höhleneingang und schaut den rauschenden Wassern der heißen Quellen bei ihrem Fall zu.

Zu leicht. Der Kampf um unsere Würdigkeit war zu leicht. Ein Jahrtausende alter echsischer Gottkaiser schickt ein paar zerbrechliche alte Echsenleichen gegen eine Überzahl an andersgöttlich Auserwählten und gibt dann freiwillig seine Existenz auf, nur, weil er weiß, dass ein einfacher Mensch, der ihn vor nur hundert Götterläufen überlistet hat, tot ist.

Nein! Das kann nicht sein. Wozu, frage ich mich, hat er dann all die Äonen zuvor ausgeharrt? Die Rache an Xindan oder seinen Nachkommen scheint mir nur nebensächlicher Natur zu sein. Vielmehr brauchte sein Geist ein neues Gefäß, um diese Höhle verlassen zu können.

Ich kann mir gut vorstellen, dass sein Geist in das mächtigste Wesen von uns – in Nehazet – gefahren ist, um das zu vollziehen, worauf er seit unzähligen Götterläufen gewartet hat. Die Prüfung der Würdigkeit, war lediglich ein Test, um unsere Stärke abzuschätzen, wer als Opfer oder vielmehr als Gefäß für seinen mächtigen Geist taugt.

Ich vertraue Nehazet und seiner Stärke. Aber ich fürchte eine Jahrtausende alte Magie und Willenskraft. Mein Wissen über Beherrschungsmagie ist nur oberflächlich, aber es reicht aus, um zu wissen, dass es möglich ist. Ja, es tatsächlich möglich ist, dass ein fremder Geist in Nehazet gefahren ist und ihn kontrolliert. Er kennt seine Erinnerungen und tut so als wäre er unser Adeptus. Er verhält sich so, wie wir es kennen und täuscht unsere Sinne. Er weiß, dass er das Szepter nicht einfach fordern oder nehmen kann, ohne sich zu verraten! Jetzt denke ich schon wie der Erzmagus. Eine Echsenverschwörung!

Ich werde Nehazet ein wenig Zeit geben, sich gegen den fremden Geist aufzulehnen und aus eigener Kraft zu uns zurück zu kehren, da uns die Mittel fehlen, ihn von außen vom fremden Einfluss zu befreien. Ich vertraue darauf, dass du es schaffst, Adeptus!

Und wenn ich mich irre – was ausgesprochen gut wäre – verliert Nehazet nur ein wenig Studienzeit, die er gerade sowieso nicht hat. Und wir brauchen das Schlangenszepter nicht für unsere Mission, denn wir haben die Unterstützung der Götter!

Eine Frage jedoch bleibt unbeantwortet: Wer war Xindan? Der so leicht und zielsicher an das Herz der heißen Quellen gelangt ist? Er ist unbeschadet am Gottkaiser vorbeigekommen. Es muss etwas Besonderes an ihm sein. Er kann kein einfacher Söldneranführer gewesen sein! Das ist ausgeschlossen!

Sie beginnt zu schreiben. Lange sitzt sie da und grübelt, formuliert und schreibt. Als sie fertig ist, rollt sie die Zettel zusammen und bindet sie Elfenbein um den Hals.

„Elfenbein, du weißt, was zu tun ist?“

Es ist, als nicke der schneeweiße Wolf. Er erhebt sich von seiner liegenden Position an ihrer Seite, leckt ihr einmal über die Wange und rennt in die Nacht hinaus.

Sorgenvoll blickt sie ihn hinterher, ehe sie sich ermattet nach ihrer Wache schlafen legt.

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Azinas Gedanken

Dokos-Eintrag vom 12. Phex 1012 BF

-was bisher geschah-

 

Am Tag nach des Mohas Tod war die Stimmung in der Gruppe angespannt. Daran konnte auch die ehrende Anwesenheit seiner Eminenz und Sartassas nichts ändern. Obwohl seine Eminenz interessante Neuigkeiten hatte. Mit dem Richtspruch gestern Abend brach der Großinquisitor den vorher verhandelten Vertrag um des Mohas Leben mit Leutnant Stordan. Und scheinbar ist Praios nicht ganz so allmächtig, denn der Fuchs vernichtete einen Vertrag zwischen dem Kaiserhaus und der Familie des Großinquisitors. Wir erfuhren zusätzlich noch, dass der Moha im Haupttempel vor der Statue des Götterfürsten vor den Augen seiner Eminenz starb. Für einen Wilden sehr ehrenvoll.

Wahrscheinlich um uns abzulenken habe wir die letzten beiden Tage außerhalb der Stadt des Lichts verbracht. Sartassa führte uns in den Reichsforst und brachte uns die Natur näher. Was nicht schwer ist, da sie uns allen sehr fern ist. Also mir zumindest die wäldliche Natur. Die wässrige ist durchaus mir nah. Nach einer doch ereignisarmen Nacht folgen wir am nächsten Morgen der von der Elfe gelegten Spur und ich entdecke sogar ihre Fallen, ohne dass wir in sie hineingeraten. Sartassa ist recht stolz auf uns – verdientermaßen wie ich finde.

Auf dem Rückweg nach Gareth erwischen wir zwei Bauern, wie sie einen Hirsch geschossen haben. Eigentlich steht darauf der Tod, aber wir – die wir demnächst Offiziere der KGIA sind – lassen Gnade vor Recht ergehen. Zu meiner Rechtfertigung will ich festhalten, dass ich mich  der Entscheidung des Leutnants lange widersetzt habe, aber ich habe mich dann spontan umentschieden. Wir Drei adligen Geblüts entschieden uns schlussendlich den Hirsch selber geschossen zu haben, ich entschädigte die beiden Bauern mit einem Dukaten. Der Wald entließ uns mit einem lachenden Fuchs und es wurde noch besser, da Frau Oberst von Seewiesen, die uns im kaiserlichen Palast empfing, den Hirsch ohne Strafzahlung abnahm. Praios scheint derzeit seine allsehenden Augen nicht auf uns zu richten. Vielleicht stimmt es, dass man am sichersten ist, wenn man sich möglichst dicht an der Gefahr aufhält.

Da wir erst zu Sonnenuntergang wieder in die Stadt des Lichts zurückkehren sollten, besuchte ich nochmals den Tempel des Herrn. Diesmal in Begleitung Lumins. Es war ein bemerkenswerter Besuch, denn er erzählte mir davon, dass er einen Gwen-Pertyl-Stein besitzt. Wie es sich gehört stritten wir über die theologische Bedeutung des heiligen Lichts, denn er behauptet, die Steine wären Teile Madas und aus ihr wären die ersten Magier entstanden. Verrückt! Aber wir einigten uns darauf, dass unsere Meinungen sich nicht völlig widersprachen. Ebenso verrückt! Nun sitze ich wieder in meinem noblen Gefängnis und warte auf die nächsten Lehrstunden am morgigen Tag. Fast freue ich mich schon auf die Reise nach Greifenfurt, so gefahrvoll sie sein wird. Aber alles ist dann doch besser als diese triste Stadt des Lichts.

Dokos-Eintrag vom 10. Phex 1012 BF

-was bisher geschah-

 

Heute zur Mittagsstunde fanden wir uns alle wie erwartet vor der Pforte des Lichts ein. Nur der Zwerg fehlte, er ist zurück in seine Heimat, um sein Volk für den Krieg zu rüsten und in jenen zu führen. Ich fragte mich, ob der Moha und Lumin die Begegnung mit dem Inquisitor überleben würden, Praioten haben ja teils extremistische Vorstellungen. Aber der Leutnant und ich haben ihnen die wichtigsten Regeln eingeschärft und wenn sie die einhalten, dann klappt das. Dachten wir. Jetzt wissen wir es zumindest teilweise besser.

Zu unserer allergrößten Überraschung empfing uns seine Eminenz persönlich im Haupttempel und kaum konnten wir uns ihm standesgemäß vorstellen redete er auch schon auf uns ein. Wir sind nun zusammen mit Oberst Sartassa und der jungen Dame Rontja – ein wunderhübsches Mädchen – Teil der Operation „Greifenschlag“. Wobei es falsch scheint zu sagen, dass wir ein Teil davon sind, ich glaube wir sind alles, was für dieses Niederhöllenkommando geopfert wird. Opfer sind wir, denn unsere Aufgabe ist es sich in das vom einem ORKHEER besetzte Greifenfurt durchzuschlagen und dort den Widerstand zu organisieren. Ich weiß zwar nicht, was fünf Personen groß ausrichten sollen, aber wer weiß, ob das überhaupt jemand weiß…

Für die nächsten Tage werden wir als „Gäste“ untergebracht, ich fühle mich eher wie ein besserer Gefangener, wir dürfen die Tempelanlagen nicht verlassen. Man muss der Inquisition lassen, dass sie sich grundlegende Gedanken über unsere Ogeraufgabe gemacht hat, immerhin bekommen wir mehrere Lehrmeister für Dinge wie Kriegskunst, Reiten, Überleben in der Wildnis und so weiter. Allerdings war die erste Lehrstunde die wasserloseste Ebbe meines Lebens. Meister Tankret, ein Mitglied der Vinsalter Oper, mag zwar ein Meister seines Fachs zu sein, aber wer verkleidet sich denn freiwillig? Das spannendste an dem Unterricht war der Besuch eines Bannstrahlers, der uns auf Oberst Marcian ansetzte, doch wir gingen nicht wirklich darauf ein. Wobei, ich vergaß die neue Redseeligkeit des Herrn von Spichbrecher. Sicherlich geschuldet dem Gespräch zwischen ihm und Rontja – seiner Nichte zweiten Grades oder so – dass sowohl Lumin, als auch ich belauschten, aber trotzdem. Er gab nun endlich preis, dass er Leiter eines Handelshausen mit mehreren Kontoren in ganz Aventurien ist. Und, dass seine Familie in Greifenfurt festsitzt. Der arme Mann, ich versteh ihn jetzt viel besser und kann ihn jetzt endlich gebührend respektieren. Ein Fakt, der ihn fürchterlich aufregte – so ganz verstanden habe ich den Mann immernochnicht.

Der heutige Tag endete tragisch für unsere Gruppe. Wir aßen grade ganz vorzüglich zu Abend, als unser Essenssaal von einer Gruppe Bannstrahler unter Führung seiner Eminenz und dem Großinquisitor Praiodan nahezu gestürmt wurde. Sie beschuldigten den Moha des Diebstahls – scheinbar zu recht. Es tut mir leid um ihn, aber wer einen solchen schwerwiegenden Frevel begeht muss brennen. Handelsmeister Stordan wollte noch verhandeln, doch der Moha machte durch eine spektakuläre Flucht alles zunichte. Wo er jetzt wohl ist? Ich fürchte es ist egal. Während ich diese Zeilen schreibe höre ich den Großinquisitor die große Richtspruch-Liturgie beten. Praios findet die Schuldigen überall.

Kann ich von einem Frevel des Götterfürsten sprechen, wenn mitten in der Nacht die Wolken meines Herrn weggeschoben werden, die Lichter des Fuchses verblassen, Mada sich wegdreht und der Güldene sein Urteil fällt? Nun, als Oberster Herr Alverans hat er jedes Recht dazu, doch eine gewisse Dreistigkeit lässt sich nicht leugnen. Nichtsdestotrotz werde ich innerhalb dieser Mauern meine Zunge zügeln.

Dokos-Eintrag vom 09. Phex 1012 BF

-was bisher geschah-

 

Ich weiß garnicht, wo ich anfangen soll. In der letzten Woche sind so viele verwirrende Dinge geschehen. Nach der Audienz bei Prinz Brin wurde uns für einige Tage frei gegeben. Erst am 5. Tag des Mondes sollten wir wieder in der Garnison antreten. Ich verbrachte die Tage mit meiner Sylvia, ich brachte ihr meinen Herrn durch einen Besuch des Tempels näher und bediente mich mit ihr und Lumin in den Geschäften der Stadt. Es ist erstaunlich schwer 100 Dukaten auszugeben. Ich habe Sylvia Schmuck zum Geschenk gemacht. Damit das Geldsäckel nicht so schwer wiegt und lange Finger anzieht haben wir uns in der Nordlandbank Wechsel ausstellen lassen. Wir haben alle das Gefühl, dass die Queste noch nicht am Ende ist.

Der Antritt in der Garnison war sehr kurz. Der Fähnrich-Leutnant, der Moha, Argobrax, Lumin und ich bekamen eine Einladung aus der Stadt des Lichts. Wobei, bekommt man von Ehrwürden Dexter Nemrod Einladungen, oder Befehle? Zumindest war für uns alle klar, dass wir wie gehießen morgen zur Mittagsstunde an der Pforte des Lichts stehen werden. Man widersetzt sich dem Götterfürsten nicht.

Bis dahin war ich weiter mit Sylvia zusammen. Und ich weiß nicht, ob ich einen Fehler beging… Meine Neugierde trieb mich dazu sie nach ihren Eltern zu fragen, sie wich aus. Allerdings setzte ich mich mit der Forderung eines Besuches ebenjener durch. Beziehungsweise ihres Vaters, die Mutter ist schon bei Boron. Ihr Elternhaus steht in einer ganz passablen Gegend, doch was mich im gemütlichen Wohnzimmer erwartete spottete jeder Schelmerei: Korporal Zoltan! Gut, ich habe derzeit den gleichen militärischen Rang und stehe gesellschaftlich über ihm, aber hätte das Weib nicht mal vorher erwähnen können, dass er ihr Vater ist!? So während der Ausbildung im Hippodrom zum Beispiel!? Garstiges Biest! Natürlich wusste er von den Stelldicheins zwischen ihr und mir und natürlich nahm er mir ein Traviabund-Versprechen ab, aber mir wird das grad zu viel.

Morgen trennen sich unsere Wege erst einmal, sie darf nicht mit in die Stadt des Lichts. Ich lasse mich überraschen, was der Oberinquisitor von uns will, werde mir Gedanken über all das machen und dann werde ich wohl oder übel eine Entscheidung bezüglich Sylvia treffen müssen. Hoffentlich nimmt mir Tsa diese Entscheidung nicht ab. Ich bin dann doch von zu hohem Stand, um mir einen Bastard leisten zu können. Zumindest einen Bastard, von dem ich weiß. Vielleicht gibt es in Rethis oder Havenna schon kleine Delphine – bei der Vorstellung muss selbst ich lachen.

Ganz normal

Während die anderen beschäftigt waren, mit was auch immer beschäftigt zu sein, ich denke einige waren jagen, der werte Bruder kochte wiedermal und Delia spielte mit Jane und Igan, oder so ähnlich, nein ganz korrekt ist das auch nicht, Collega Peddersen übersetzte auch. Übersetzte und studierte ich die Inschriften und analysierte später noch die Thaumatursome, nur das ich in meinem Forschungseifer, wiedermal, unterbrochen wurde, also wirklich in Punin gab es nie solche Probleme, sicher es gab feste Speisezeiten, aber gerade für die höheren Klassenstufen und die Forscher waren dies mehr Vorschläge als richte Regularien, verstanden Sie doch, das der Verstand ein faszinierendes Problem nicht einfach loslassen kann.

Aber nein, essen in der Gemeinschaft ist soviel wichtiger, vor allem in einem potentiell feindlich gesinnten Gebiet, ist es geradezu Notwendig, weil Travias Gebote, das alle Individuen zur gleichen Zeit Essen, nicht das, ich weiß nicht, so Sachen wie der Schutz der Gruppe oder Wissensgewinn genauso wichtig wäre wie ein gemeinsames Mahl.

Ich sollte wohl nicht so streng sein, jeder stellt sich Problemen auf seine Art und so dämlich wie ich ursprünglich dachte sind die Travia zugeschriebenen Aspekte und Gebote, meistens, auch nicht, so wenn ich zurückblicke, komme ich doch nicht umher so etwas wie eine gewisse Wärem und Zufriedenheit gespürt zu haben, als ich noch unter der Wirkung meines Memorabia Cantus stand, was mich beunruhigt, zu einem gewissen Rahmen.

Dies entschuldigt allerdings nicht, das meine Nachricht nicht verstanden wird, da werde ich die geschätzten Collegae bei nächster Gelegenheit noch einmal drauf ansprechen müssen.

Nach der Untersuchung der Thaumatursome wurde das ursprüngliche Vorhaben der anderen zerschlagen, weil die Konzipation der Thaumatursome ihren Plänen einen Strich durch die Rechnung machte.

Die Lösung war einfach, ich lernte schnell echsich, sher stark auf zischen basierende Sprache, naja war zu erwarten gewesen. Und wirkte eine simple Phantasmagorie und stellte einen echsichen Hohepriester dar, war gar nicht so schwer, aber auf Dauer wäre das Geweihtentum nichts für mich, viel zu abhängig von anderen Wesenheiten.

Nach kurzen Verhandlungen, welche relativ einfach waren, mehr oder minder, übergaben uns die Risso auch die notwendigen Schlüssel, ich trug ihnen noch auf den Tempel wieder herzurichten und das alle Glatthäute, welche eine Gänsefeder tragen, wobei ich mir keine Gedanken darum gemacht habe ihnen zu erklären was eine Gänsefeder ist, naja was solls, Sie können ja beim nächsten mal nachfragen, zu der Gefolgschaft ihres echsichen Gottkaisers gehören.

Archomagus Rakorium Muntagonus war allerdings schon verschwunden, als die Verhandlungen vorbei waren, schade, naja er wird uns schon finden, wenn er will, denke ich.

Ich denke auch, dass ich, wenn das alles vorbei ist, die Schlüssel an mich nehmen sollte und den Zugang verschließen sollte, es erscheint mir einfach nicht richtig, das die Risso von anderen gestört werden sollten oder das andere die Risso stören und wenn diese goldene Stadt tatsächlich ein Heiligtum ist, dann sollte es in ruhe gelassen werden, also abgesehen von dem Wissensgewinn, aber das wäre ja kein wirkliches stören der Ruhe.

Hmm, wenn die Stadt verlassen ist, ist diese dann eine Exechsenstadt, oder eine entechste Stadt, zumindest eine Verhexteechsenstadt, könnte Sie wohl genannt werden, wenn alleine die gebundene Magie in der Pforte berücksichtigt wird. Ich denke darüber muss ich noch weiter nachdenken.

Wir machten uns danach auf den Weg zu besagter, wie auch immer nun genau zu bezeichnenden, Stadt, also die anderen gingen vor und ich kamm nach, weil ich noch nach Archomagus Muntagonus schaute.

Die Schlüssel funktionierten, erwartungsgemäß, wie ich unter dem schutze eines, vorsorglich, gewirkten Gardianum Cantus feststellen konnte.

Die wichtigste Frage, welche sich nun im inneren dieser goldenen Stadt natürlich stellt ist, wo ist die Bibliothek.

Ein friedliches Mahl

„Vielen Dank. Möge deine Seele in Firuns Reich einkehren und dort unserem Herrn dienen.“

Ein sauberer Stich erlöst das gejagte Wildschwein von seinen Schmerzen und schickt seine Seele zu Firun. Die Jägerin wischt das Messer am Gras ab, ehe sie den Thorwaler bittet, das Schwein zu schultern. Sie selbst schneidet mit ihrem Speer – einmal in Kreis laufend – einen riesigen Pilz ab.

Ja. Eine gute Jagd.

Das Lagerfeuer prasselt bereits gemütlich vor sich hin, als Azina sich anschickt, das Fleisch für die Zubereitung vorzubereiten. Zunächst muss das Fell herunter. Sorgfältig schneidet sie mit ihrem Jagdmesser entlang der untersten Hautschicht. Doch leider gelingt es ihr dies nicht gut. Mehrfach rutscht sie ab und schneidet lange Schnitte in das Fell und teilt so Haut und Haare in mehrere unbrauchbare Fetzten. Missgestimmt betrachtet sie ihr „Werk“.

Es tut mir Leid mein Freund. Es ist eine Schande, ich weiß. Ich werde mich bessern, auf dass das nicht mehr so häufig vorkommt. Aber es wird noch lange dauern, bis ich diese Kunst gemeistert habe.

Der nächste Schritt ist das Zerlegen des Fleisches. Mit gut gezielten Schlägen und Schnitten teilt sie das fettige Fleisch in viele kleine Streifen. Ihre Eitelkeit lässt es nicht zu, dass sie sich eine Blöße gibt. Ohne auf Janes Einwände zu achten, beginnt sie die Fleischstreifen zusammen mit Pilzstücken um Stöcker zu wickeln und sie rund um das Lagerfeuer aufzureihen, als ob genau das von Anfang an ihre Absicht gewesen wäre. Traviaholt unterstützt sie dabei. Bzw. übernimmt er bald die Hauptrolle in der Zubereitung.

Der Duft von gebratenem herbem Schweinefleisch durchströmt die gesamte Höhle. Sie garen so viel Fleisch wie möglich, um nichts zu verschwenden und um genügend für den weiteren Weg einzupacken.

Endlich sitzt auch Nehazet bei ihnen und Azina nötigt ihm einen Spieß auf, den er mit schnellen Bissen verschlingt, um sich anschließend „wichtigeren“ Dingen – wie er sagt – zu widmen: Der Analyse der Schlüsselsteine.

Ihr entgeht nicht, dass sich Delia und Jane zieren, von den Pilzen zu essen, aus Angst sie könnten giftig sein.

Ja, wenn etwas außerhalb der gewohnten und studierten Gegebenheiten liegt, ängstigen sie sich eher, als dass sie auf ihre Fähigkeiten der Wahrnehmung vertrauen. Diese Pilze – groß wie halbe Zwerge – sehen aus und schmecken sowohl roh, als auch gebraten, wie Champignons. Ich zweifle weder an mir, noch an den Gegebenheiten, dass diese Pilze essbar sind. Es scheint wohl an der warmen Umgebung und dem Fehlen von Fressfeinden zu liegen, dass sie so groß werden können. Obwohl ich mich schon wundere, dass die Wildschweine sie nicht in jungen Wachstumsphasen auffressen. Aber offenbar ist diese Höhle so reich an Nahrung, dass es dennoch viele schaffen eine stolze Größe zu erreichen. Außerdem bleibt diese Höhle dank Ingerimms Esse von Firuns Atem verschont, sodass er das Wachstum und das Fressen der Tiere nicht hemmt. Und eingeschränkt wird die Population der Schweine von den Schlingern.

Interessanter Lebensraum, den sie hier haben.

Noch während Nehazet in seine magischen Studien vertieft ist, und die anderen seiner harren, probiert sie sich an einigen größeren Fellfetzen. Sie nimmt heiße Asche aus dem Feuer und lässt sie soweit abkühlen, dass sie sie greifen kann. Anschließend reibt sie damit die restlichen Fettschichten der Haut von dem Fell, um es zu reinigen und zu konservieren.

Sie betrachtet anschließend ihr Werk und nickt zu frieden. Ja, so kann man das machen. Und steckt die Stücke ein. Da der Adeptus noch immer beschäftigt ist, die anderen über die langweiligen Inschriften spekulieren und sie sich ein wenig ausgelaugt fühlt, legt sie sich kurzerhand und unbemerkt schlafen.

Sie werden mich schon wecken, wenn das Possenspiel beginnt.

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Azinas Gedanken

Doch keine Göttin

Nun sollte ich doch keine gottähnliche Herrscherin der Echsen und Rissos werden. Leider hatte dieses Konstruk eine vordefinierte Erscheinungsform und auch bereits einen Text. Nehazet hat dann einen Echsenpriester gemiemt und das sogar erstaunlich gut bewerkstelligt. Seine Kurzatmigkeit war zwar nicht zu überhören, aber ansonsten kam die Nehazet-Echsen-Priester-Dings gut rüber. Letztlich haben wir die Schlüssel für das Portal erhalten und konnten dieses auch öffnen.

Vor uns erstreckt sich nun eine unterirdische Stadt. Diesmal nicht von zwergischer Architektur sondern von echsischer. Begrüßt wurden wir auch so gleich von einer Echse, oder dem Skelett einer verstorbenen Echse. Bruder Traviahold bestand darauf den Kopf der Leiche zu entfernen, damit sich diese nicht erheben könne. Ich verzichtete darauf ihm zu erklären, dass Skelette sich auch ohne Kopf bewegen könnten. Der Arme Junge hat in den letzten Tagen schon genug mit gemacht und sollte nicht noch weiter schockiert werden.

Spannend bleibt nun, was dieses Herz der heißen Quellen sein soll. Das werden wir wohl erst erfahren, wenn wir diese unteridische Stadt erkundet haben. Schon wieder unterirdische Dinge. Erst ein Grabmal eines Magierfürsten, dann die Ruinen einer alten Zwergenstadt, von Dämonen erschaffene Abbaugebiete und nun halt eine Echsenstadt. Wie bereits erwähnt wäre ich ja mal für einen unteridischen Tempel von Rahja oder Levthan. Doch den können wir hier wohl vergebens suchen.

Dokos-Eintrag vom 02. Phex 1012 BF

-was bisher geschah-

 

Was für ein Tag! Was für eine Nacht! Eine solch erlebnisreiche Patrouille hätte ich mir nicht in meinen kühnsten Albträumen ausmalen können. Wir wateten durch den Nebel, der über den Schlachtfeldern waberte, als wir um uns herum Bewegungen ausmachen konnten. Ein Schrecken durchfuhr uns! Er wurde noch größer, als wir bemerkten, dass wir von einer unendlichen Menge an kalten Alriks umgeben waren. Ich fühlte mich wie eine Sardelle umgeben von einem Schwarm Makrelen und entsprechend übermannte mich mein spezieller Überlebenstrieb – oder auch meine Ängste – je nach Sichtweise. Ich weiß nicht mehr, was dann geschah, aber ich erwachte aus einer boronischen Schwärze in den Armen Brennos und Armandos.

Wir befanden uns im Heerlager und ich wurde, so verwirrt wie ich noch war, in das Zelt seiner Ehrwürden Reichserzmarschall Helma Hafax zur Audienz gebeten. Ha, der Fähnrich würde vor Neid erblassen. Apropos erblassen, ich sollte von den Vorkommnissen auf der Patrouille berichten. Auch wenn ich nicht viel dazu sagen konnte wurde unser Haufen offiziell gelobt und mit Pferden ausgestattet. Wir sollten als Nachhut dem Prinzregenten in den Kampf folgen.

Als wir ihn erreichten war er grade von Orks umzingelt und neben ihn fanden wir auch den Rest unseres Haufens soweit wohlbehalten wieder. Schnell waren die Orks vernichtet und seine Hoheit und seine Spektabilität Saldor Foslarin gaben uns die Ehre, dass wir uns ihnen vorstellen durften. Der Herr Prinz war für die Verhältnisse und Umstände erstaunlich locker und formlos, ein Umstand, der zumindest mich irritierte, vielleicht den Fähnrich auch noch, aber er zeigte es zumindest nicht. Wir bekamen den Auftrag seine Spektabilität zu begleiten, um den schändlichen Orkschamanen zu eliminieren. Zu meinem Missfallen wurden wieder Flammen eingesetzt, doch waren sie wieder erfolgreich, ein Umstand an den ich mich wohl gewöhnen muss – vorerst. Der Moha holte sich noch den Kopf des Schamanen und dann begaben wir uns auf den Rückweg erst zum Prinzen, um Bericht zu erstatten, und dann mit ihm gemeinsam zurück zum Lager.

In unserem Zelt fand ich die genesenen Xasch und Sylvia, die ich gleich mit in die Taverne nahm, weil dort der ganze Haufen seinen Erfolg feiern wollte. Tat er auch, abgesehen vom Fähnrich, der mal wieder Streit suchte und uns verließ. Naja, auf ihn kann der Haufen auch am ehesten verzichten. Außer seinen ganz passablen Kampfkünsten bietet er uns nur Ärger. Wie es sich für diesen Griesgram gehört weckte er uns am nächsten Morgen sehr unfreundlich. Wir hatten den Befehl bekommen nach Gareth zu gehen und in der Garnison vorstellig zu werden. Also brachten wir alle unsere Sachen auf Vordermann. Dabei half uns Dero sehr, der uns in die Geheimnisse seines Wasch-und-Bügel-Steins einweihte. ein Geschenk seiner Waisenhausmutter. Sehr hilfreich!

In Gareth zogen wir ersteinmal wieder aller Aufmerksamkeit auf uns, als der Moha die Garnison erklomm und auf dem Tor einen Speer mit dem Kopf des Schamanen aufstellte. Im Innenhof wurden wir mit großen militärischen Ehren empfangen, seine Hoheit Prinz Brin persönlich wandte sich mit lobenden Worten an uns. Er erhob uns alle in den Rang von Korporälen, nur den Fähnrich sogar in den Rang eines Leutnant. Zum Schluss bekam jeder von uns noch 100 Dukaten aus der persönlichen Schatulle des Prinzen, was für ein schönes Sümmchen. Der Moha benahm sich wiederholt daneben, aber ich habe den verdacht, dass seine Hoheit seinen Spaß daran hat, sonst wäre der Moha schon längst tot.

Den Abend ließen wir gemütlich im Badehaus Bellona ausklingen, ich gönnte mir mit meiner Sylvia ein gemütliches Separeé. Wir müssen uns erst in drei Tagen wieder in der Garnison melden, bis dahin haben wir so etwas wie Urlaub.

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