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Überblick Schicksalspfade

Hier ein Überblick über Abenteuerpunkte, Spezielle Erfahrungen und weiteres zum bisherigen Abenteuerverlauf. Nicht verwendete SE’s werden nach Ablauf des gesamten Abenteuers verfallen. Die Angabe „<7“ meint, dass es nur dann eine SE gibt, wenn der Wert in dem TaW kleiner als 7 ist.

Über diese Werte hinaus, gibt es für einzelne Charaktere noch gesonderte SE’s. Wie zum Beispiel in der Trollzackersprache oder für das erlernte Wissen aus den Büchern der Bibliothek. Das können wir jedoch am Tisch besprechen.

 

Schicksalspfade – Prolog (Die Anreise)

80 AP

SE Sagen & Legenden <7 / SE Wildnisleben <7

 

Schicksalspfade – Teil 1 (Das Geheimnis)

120 AP

SE Geschichtswissen / SE Haupt-Waffentalent / SE Wildnisleben <10 / SE Sinnenschärfe <10 / SE Lebensenergie

Lehrmeister: Finte / Wuchtschlag / Meisterparade (Nur wenn genutzt)

 

Schicksalspfade – Teil 2 (Unter dem Berge)

450 AP

SE Haupt-Waffentalent / SE Magiekunde / SE Götter & Kulte / SE Lebensenergie / SE Konstitution / SE Mut / SE Mechanik <7 / SE Geschichtswissen <10 / SE Bergbau / SE Gesteinskunde

 

Schicksalspfade – Teil 3 (Der Krieg)

200 AP

SE Staatskunst / SE Götter & Kulte

Kulturkunde Trollzacker (Umsonst) / Kälteresistenz (halbe Kosten) / Vortexwissen +10%

Das war ja einfach!

Irritiert betrat Delia wieder das Hexenportal. ‚Na das war ja einfach‘ dachte die Hexe bei sich. Sollten alle ihre weiteren Questen so einfach sein, so würde Sieghelm zum Abend befreit sein und mit ihnen gemeinsam speißen. Sie konnte kaum glauben, dass Azina nur um die Ecke, bzw. hinter einen Baum ging und dann den Schamanen traf. Wahrlich, das Schicksal lenkte die Helden.

Um so besser! Je eher sie alles erledigten, je eher konnte Sieghelm und auch Kalkarib befreit werden. Ein wenig schmerzte sie der Gedanke, dass sie mehr um Sieghelm als um ihren Ehemann besorgt war. Sieghelm litt in jedem Augenblick Schmerzen und Folter und war vermutlich in den Klauen des Feindes. Ihr liebender Ehemann und Vater ihres ungeborenen Kindes Kalkarib war im Limbus. Entweder bereits tot oder eingefroren in Zeit und Raum. Er würde wohl kaum wissen, ob Zeit vergeht. Sie hoffte inständig, dass er noch lebte und bald wieder bei ihr war. Doch zur nächst musste Sieghelm befreit werden. Er durfte nicht sterben. Ihr guter Freund und der Anker Rondras durfte einfach nicht in die Hände der Anderen fallen.

„Halte durch mein Freund. Wir kommen!“ flüsterte sie leis, als sie die Tür zu den heißen Quellen öffnete.

Sie zu finden…

Also das Problem wäre auch gelöst, war ja mal verhältnismäßig einfach, durch das Portal, Schamanen finden und Schlachten verhindern, nun gut, dann kann es ja jetzt mit wichtigerem weitergehen, Sie zu finden und danach heißt es, in alt bewährter Manie, zurück ans Zeichenbrett, meine Freunde sind viel zu anfällig für Magie, ironischerweise allen vorran Delia.

Und in anbetracht dessen, dass die Gegenseite massiv auf Magie setzen muss, wie auch anders, wenn karmales und dämonisches wirken wegfällt, muss irgendwer, was natürlich mich bedeutet, etwas tun um Sie zu schützen. Ein paar Ideen hätte ich ja schon, ach es ist soviel zu tun und am besten könnte ich ihnen helfen, wenn ich nicht mitreisen würde, sondern in ruhe die notwendigen Thaumatursome bauen würde, doch das wird schwer, also vielleich ersteinmal etwas halbgares mit geringer Schutzwirkung, also genau die Art dilletantischer Thaumatursome, welche ich nicht ausstehen kann, aber was tut man nicht alles für die Familie?

Ansonsten, wären noch diverse Ideen, wie die verlorenen Gänse zu finden wären, wobei, gerade für die aktuell verlorenen ist es vielleicht nicht allzu effektiv, aber für andere Situationen könnte es hilfreich sein. Meine Ideen kreisen vorallem um die Verknüpfung des Flim Flam Zaubers, in einer frei beweglichen Variante, welche einem Irrwisch nicht unähnlich sein soll, wiewohl ich dies noch nicht bestätigen konnte, sah ich bislang doch noch keines. Dies wäre meine Wahl für den wirkenden Zauber, die Bewegung des Flim Flam sollte sich aus einer schweren Veränderung des bindenden Zaubers, in der Auslösebedingung, durch Einbindung zusätzlicher Hellsichtsmagie.

Als Zauber, welche in den Auslöser eingebunden werden, würden sich vor allem der Exposami und der Odem anbieten, letzterer bei Delia oder mir, ersterer bei den anderen, kann doch nicht davon ausgegangen werden, das Sie ihre Artefakte immer dabei haben.

Für das Aussehen würde sich, natürlich, eine Sturmlaterne anbieten, kombinieren könte ich das ganze noch mit leuchtenden Zeichen, von individueller Farbe, wären naheliegend.

Ich sollte mir auch Gedanken machen, über Artefakte mit anderen niedergelegten Auslösemodifizierungen, ich könnte Artefakte erschaffen, welche durch ihre Modifikation mir schon vor einer bewussten Analyse diverse Informationen ausgeben könnten, beispielsweise ob Artefakte oder magische Wesen (Dämonen, Elementare, Geister, Tiere und weiteres, auch spezifisch zu geschnitten), in der Nähe sind, ähnliches wäre auch für nichtmagische Wesen möglich, für Orks beispielsweise (Blau? nein, würde besser zu Efferdswesen passen, Luna?, Grün? wahrscheinlich eher Elfen? oder Druiden? oder Hesindeanbeter? Irgendeine passende Farbe wird sich doch wohl finden?).

Dokos-Eintrag vom 01. Phex 1012 BF

-Was bisher geschah-

Ich lebe noch! Wir leben sogar alle noch! Mehr oder weniger heile. Unser Haufen ruht sich gerade für die Nacht aus. Wir wurden von Oberst Ira von Seewiesen instruiert, heute Nacht auf des Feindes Seite Patrouille zu laufen. Ich bete zu den Göttern, dass es keine Zwischenfälle gibt und wir problemlos und unbeschadet zurückkehren werden. Sollte es nicht der Fall sein bleiben meine letzten Einträge von gestern bezüglich meines letzten Willens gültig. Wobei ich hinzufügen möchte, dass der Finder und Leser dieses Buches so freundlich sein soll und es der Rekrutin Sylvia zu geben hat. Sie begleitet uns heute Nacht nicht und überlebt diese daher sicher. Wenn du das hier liest meine Geliebte: Geh zu meiner Familie, zeig ihnen dies hier und sie werden dich aufnehmen und dir ein gutes Leben fernab der unseeligen Gassen und Gossen Gareth’s bescheren. Trage unsere Gefühle in deinem Leben fort, wer weiß was du von mir noch so in dir trägst.

Die Schlacht selber heute begann für mich mit dem größtmöglichen Schrecken, als ein orkischer Pfeil in Sylvias Hals drang. Als sie in das Lazarett gebracht wurde breitete sich in mir eine gewisse Ruhe aus, denn ihr Überleben war gesichert – das, was mir heute am wichtigsten war. Und während ich das hier schreibe sitze ich an ihrem Lager im Lazarett und beobachte ihre ruhige Atmung im Schlaf. Der Frieden, der von ihr ausgeht, lässt mich Stärke finden für die Aufgaben, die da kommen mögen.

Doch zurück zur Schlacht. Als die Pfeile aufhörten zu regnen – anders als mein Herr, der sich mit der Leuin uns anschloss – stürmten die Schwarzpelze auf uns zu. Ich bat die Götter um die Gnade der Schmerzlosigkeit, mein Herr und sein grimmiger Bruder gewährten sie mir wie ich später spürte, oder eben nicht. Der Angriff konnte problemlos abgewehrt werden, allerdings fiel Oberst von Brück – soviel dazu, warum ich oben von der Oberst von Seewiesen schrieb. Mit ihm fiel unser Banner und die Trommler, unter ihnen Dero, gerieten in Gefahr. Wir stürmten ihnen zur Hilfe, der fähige Fähnrich vorweg. Besitzt er etwa doch ein Herz? Auch diese Orks fielen allesamt, genau wie die nächste Angriffswelle. Dabei muss ich die Ehrlichkeit besitzen und die außergewöhnlichen magischen Künste Lumins hervorheben. Auch wenn es mir widerstrebt sein Feuer zu loben, aber es tötete viele der Tierbarbaren.

Nach einer Weile durften wir uns zurückziehen und wurden von frischen Truppen ersetzt. Wir ließen unsere Wunden im Lazarett versorgen, ich erst nachdem ich meine Sylvia fand. Nur die beiden Angroschim hatten noch nicht genug und begaben sich auf Ogerjagd. Nicht unerfolgreich, wie sie berichteten. Aber nun will ich noch etwas ruhen. Für uns wird es eine kurze Nacht. Und wer weiß was der morgige Tag bringt.

Dokos-Einträge vom 29. und 30. Tsa 1012 BF

-was bisher geschah-

29. Tsa

Nach einem gemütlichen Morgen treten wir auf dem Apellplatz an. Hauptfrau Ira von Seewiesen unterrichtet uns darüber, dass die Schlacht innerhalb der nächsten zwei tage beginnen wird. Bis dahin sollen wir uns ausruhen. Und es gibt mehr zu essen und zu trinken als sonst – Leichenschmaus. Aber zumindest kann uns der Fähnrich nicht mehr mit seinen Übungen nerven.

Sylvia entdeckte ein leeres Lager im Wald. Wir zogen uns dorthin zurück und genossen eine vielleicht letzte Zweisamkeit. Am Nachmittag gingen wir zur Taverne zurück und konnten dabei beobachten, wie die Orks ihr Lager errichten. Nicht nur ich bin der Meinung, man sollte einfach losstürmen und sie jetzt niedermachen. Aber nein, immer dieses rondrianische Gehabe mit Ehre im Kampf und so. Als ob sich die Orks darum scheren würden. Aber wenn die Heerführung das so will – soll sie sehen, was sie davon hat.

 

30. Tsa

Den ganzen Tag über herrschte eine angespannte Stimmung im Lager. Das warten auf die Schlacht ist schrecklich. Da hilft kein Suff und keine Ruhe. Nach nichtstuender Entspannung saßen wir ein vielleicht letztes Mal zusammen am Feuer. Wie sollte es anders sein war die kommende Schlacht das Hauptgesprächsthema, beziehungsweise das Danach. Der Fähnrich bot jedem an ein Testament aufzusetzen, aber keiner hat etwas, was es lohnt zu erwähnen. Auch ich habe ja keinen wirklichen Besitz und sollte ich fallen ist davon auszugehen, dass bei meinem Blut und meinem Stand alle notwendigen Benachrichtigungen von der Heeresleitung vorgenommen werden. Sollte es dann noch eine geben. Und wenn nicht ist es sowieso egal, dass wird die Welt im Chaos versinken, bis die Götter selber auf Sumus Leib niederkommen und unsere Rasse befreien. Ich hoffe die Alveranen sind uns morgen gnädig, obwohl hier im Lager keiner diese Nacht an das Fest der Erneuerung denkt. Auch mir steht nicht der Sinn danach.

Vielleicht ist dies der letzte Eintrag, den ich in meinem Dokos verfasse. Und ich komme nicht umhin mir Gedanken darüber zu machen, was das letzte Wort sein soll. Ob es sich überhaupt lohnt sich diese Gedanken zu machen. Ob es nach meinem Tod meiner Familie überbracht wird? Ich würde es wünschen, und falls dies hier jemand lesen sollte, so sein ihm gesagt:

Bring dieses Büchlein nach Tannwald zu meinem Bruder Baron Enda Ui Niamad. Es soll zu deinem Schaden nicht sein!

Und meiner Familie will ich sagen: Ich liebe euch! Doch nun schwimm ich mit den Delphinen und das ist auch gut so!

Welt, gehab dich wohl…

Nur noch einmal …

Tagebucheintrag zum 30. Tsa 1012

Nur noch einmal schlafen. Nur noch einmal Ruhe finden. Nur noch einmal … das Leben genießen – so gilt es zumindest für die anderen. Ich selbst brenne auf den morgigen Tag, denn die Schlacht ist nur noch wenige Stunden entfernt und mit ihr kommt die Erkenntnis. Erkenntnis über Sieg oder Niederlage, Erkenntnis über ein mysteriöses Schriftstück und Erkenntnis darüber, wer von den Göttern abberufen wurde und wer weiter zu kämpfen hat.

Wir werden im Morgengrauen aufstehen und uns kampfbereit machen, schon jetzt spürt man die Nervosität, die Furcht und die Wut, die in den Bäuchen und Köpfen der Männer und Frauen steckt. Die meisten ertränken diese Gefühle in Unmengen von Schmalbier und zahllosen Bechern verlängertem Liebfeldischen. Es ist wohl besser so, denn jeder, der klaren Verstandes wäre, würde jetzt lieber sein kostbarstes Hab und Gut hergeben, um woanders sein zu können, anstatt hier – auf den marschigen Landen der Silkwiesen, nur einen Bollenflug entfernt von einem Heer aus stinkenden Schwarzpelzen, die brennend und marodierend durch unsere kaiserlichen Landen ziehen.

Ich selbst habe mein Testament verfasst, beim Herrn Phex, ich habe wahrlich schon bessere geschrieben – du weißt es – und dies mieses Schriftstück soll nicht mein letztes gewesen sein. Die Schrift krakelig, die Form zum Haare raufen und das Pergament fleckig vom lästigen und nicht mehr aufhören wollenden Schweißtrieb der Hände, welcher mich seit Tagen begleitet. Gesetzt dem Fall mein Testament wird nicht gefunden, so soll der, wer dies Tagebuch findet und liest, wissen, dass ich einige Zeilen darin niederschrieb, dass derjenige, der es findet und an meinen Familiensitz in Dettenhofen überbringt, eine gute Belohnung erhält. Im Moment befindet es sich im Besitz von Gerion Hullheimer, dem persönlichen Buchhalter von Oberst Giesbert Graf von Bruck, dem Anführer des II. Garether Freiwilligenregiments. Mein Angebot, dass ich auch für die Rekruten meines Haufens ein Testament verfasse, wurde dankend abgelehnt. Entweder sind es alle törichte Narren, die glauben alles und jeden zu überleben, oder wahrlich mutige Recken, die denken, wenn man sich einmal mit seinem eigenen Tod befasst es der Herr Boron leichter hat seine Liste abzuarbeiten. Ich bleibe und sehe das Ganze lieber nüchtern, mit klarem und scharfen Verstand. Die meisten dieser Mannen besitzen nicht mehr als das blutbefleckte Gold in ihren Geldkatzen und haben somit auch nicht viel zu verlieren. Im Falle meiner Abberufung gilt es jedoch allerhand abzuwickeln und zu erledigen – immerhin steht und fällt mit mir ein ganzes Handelshaus.

Gestern erreichte mich über Dero, dem kleinen Jungen, von unbekannter Quelle ein nicht unterzeichnetes Schriftstück, welches mir zusicherte nach Greifenfurt geschickt zu werden – so ich diese Schlacht überleben sollte. Dem Federschwung nach zu urteilen ist der Führer des Gänsekiels ein Mann – was die KGIA Agentin Sartassa wohl ausschließt. Doch wer möchte mir in den letzten Stunden vor der Schlacht auf diese Weise Mut machen? Der Graf von Bruck vielleicht? Dieser könnte es mir jedoch selbst sagen, immerhin sehen wir uns fast jeden Abend. Möglicherweise Hauptmann Alrik vom Blautann und vom Berg? Unsere Blicke kreuzten sich gestern kurz, als ich auf dem Weg zum Regimentszelt war. Vielleicht mein Vetter, Prinz Parzalon? Seine Handschrift hätte ich jedoch erkannt – immerhin kenne ich die Schrift seines Lehrers sehr gut, Meister Gasparyn von Varnyth hätte ihm niemals ein derart geschnörkeltes „W“ beigebracht. Oder eventuell doch der Reichserzmarschall Helme Haffax? Doch welchen Grund sollte er haben ausgerechnet mir einen anonymen Brief zu schreiben? Mir bleibt wohl nichts anderes übrig, als bis nach der Schlacht zu warten. Auch wenn es wahrlich anderes gibt worüber ich mich derzeit den Kopf zerbrechen sollte, so verläuft ein Großteil meiner Gedankenkraft dahin, Licht in dies nebulöses Rätsel zu bringen, welches dieses kleine Schriftstück umgibt.

Wie immer schließe ich mein Tagebuch mit dem Gedanken und den Gebeten an Euch, meine geliebte Frau, meine teuerste Tochter und meine verehrte Frau Mutter. Mögen die Götter Euch weiterhin schützen, auf dass Ihr den Widrigkeiten standhaltet, so wie die Mauern Greifenfurts der Belagerung standhalten.

Satinavs Wille – Und die Zeit spielt doch eine Rolle

So ein Idiot!! Würdevoll und erhaben stampft die junge Firunsgläubige durch den Schnee zum Hexenportal. Der Weg ist weit und führt an Hochstieg vorbei. Er ist verletzt und trägt kaum Kleidung. Wenn ich ihn für einen Schwächling gehalten hätte, hätte ich ihm meinen Umhang gegeben oder ihn mit durch das Portal näher zu seinen Leuten geschickt. Eine Frechheit, mein minimalistisches Geschenk so rüde abzulehnen. Ich habe ihn doch nicht gebeten mit mir in den heißen Quellen zu baden! Ach, so ein Idiot!!

Beim Portal angekommen wartet sie darauf, dass Delia es öffnet. Shakriin Boran ist bereits verschwunden, nachdem sie ihm wütend das stumpfe Ende ihres Speeres kräftig vor die Brust stieß und mit einer theatralischen Geste, die etwas mit wehenden Haaren zu tun hatte, davon rauschte. In Gedanken versunken betrachtet sie nun ihre Begleiter, die sich ihr erleichtert nähern. Von Azinas aufwühlenden Gedanken und Gefühlen, ist in ihrer grimmigen Miene nichts zu lesen.

Sie sind tatsächlich ahnungslos! Was für ein Wahnsinn! Unfassbar, was da gerade geschehen ist! Ich kann es noch immer kaum glauben … Traf ich die richtige Wahl? Wäre es anders nicht besser gewesen? … Nein! Das Wissen darf nicht verloren gehen. Ich bin es den anderen schuldig, meinen Beitrag zur Mission zu leisten.

Bleibt die Frage, was ich ihnen sagen darf. Wer entscheidet, wer vor Ifirns Träne gelassen wird und wer nicht? Ist nicht die Göttin selbst dafür verantwortlich, wem sie was preisgibt? Bin ich zur Verschwiegenheit verpflichtet? Ja. Irgendwie habe ich Gefühl, dass ich dieses Heiligtum schützen muss, dass es nicht gut wäre, es der Welt zu offenbaren. Weder der Kristall noch das Paradies dahinter dürfen gefährdet werden. Denn diese schier unerschöpfliche Energiequelle würde allerlei Gezücht anlocken und Hochstieg wäre wahrscheinlich dem Untergang geweiht. Die Schwarzen Lande sind so nah.

Aber wir brauchen diese Magie, um gegen den Feind bestehen zu können. Ich darf ihnen diese Kraft nicht vorenthalten. Was, wenn wir scheitern, weil ich meinen Freunden zu wenig Vertrauen entgegenbrachte. Das könnte sich als fatal herausstellen und ich mir niemals verzeihen. Das heißt, ich selbst muss wachsam sein und gut darauf achtgeben, so wie die Zeit mir dies ermöglicht.

Ich hoffe, ich tue das Richtige, Herrin. Wir werden unser Bestes zum Wohle Deres geben!

Ein Plan manifestiert sich in der Erwählten Firuns.

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Azinas Gedanken

Dokos-Eintrag vom 28. Tsa 1012 BF

-was bisher geschah-

Die letzten Tage verliefen unglaublich ereignislos. Tagein tagaus die gleiche Routine, die selben Menschen, die ähnlichen Gespräche. Das einzig Erfreuliche, das es zu vermelden gibt, ist, dass sich zwischen Sylvia und mir eine innige Beziehung aufgebaut hat. Und damit meine ich nicht nur, dass wir nun regelmäßig das Lager teilen. Ich mag sie wirklich und es sticht mir ins Herz wenn ich an die Möglichkeit denke, dass sie die folgende Schlacht nicht überleben sollte. Ich werde ein Auge auf sie haben und ihr beistehen wie ich nur kann. Mein Herr, du kennst die Liebe, die Donnernde zeigte es mir. Habt beide, die ihr den großen Wal erschaffen habt, ein Auge auf die meinige und möge Regen, Blitz und Donner all jene treffen, die ihr schaden wollen.

Wobei ich froh bin überhaupt diese Zeilen schreiben zu können. Ich hörte schon das Meeresrauschen und die Delphingesänge, wie sie mich im großen Meer willkommen hießen. Doch der Launenhafte hatte gute Laune und so sollte ich nun der Reihe nach alles aufschreiben. Wir wurden am heutigen Nachmittag endlich auf die Silkwiesen verlegt. Wobei ich bei unserer Positionierung nicht das beste Gefühl habe. Aber wir werden sehen. In einem Gespräch konnte ich der ehrenwerten Hauptfrau Ira von Seewiesen meinen hohen Wert vermitteln und unterbreitete ihr einige Ideen, die sie jedoch größtenteils ablehnte. Vielleicht ganz gut so, denn ich bin mir nicht sicher, ob deren Ausführung meine Fähigkeiten nicht ein bisschen überstiegen hätten. Mit anderen Worten, selbst eine Gruppe von Bewahrern von Wind und Wogen hätte an meinen Ideen scheitern können. Auf dem Rückweg zum Lager führte ich ein erhabenes Gespräch mit dem werten Herrn Magier. Er wird mir von Tag zu Tag sympathischer, auch wenn er weiterhin etwas mysteriös erscheint.

Am Lager hatte ich mal wieder, wie sollte es auch anders sein, einen Disput mit dem Herrn Fähnrich. Was soll ich dazu groß sagen, er gab einen Befehl, ich versprach ihn rechtzeitig auszuführen – er gab uns 5 Augenblicke Zeit dafür – und wollte mich kurz vom Lager entfernen. Ich hatte ja noch Zeit! Da fiel er mir wie von Dämonen besessen von hinten mit gezogenem Schwert in den Rücken und schlug auf mich ein. Ich wehrte mich natürlich dagegen, bis ich plötzlich und unerwartet zusammenbrach und eben oben erwähnte Willkommensmusik hörte. Doch ebenso plötzlich und ebenso unerwartet sah ich das Antlitz der Elfe Sartassa vor mir, wie sie mich heilte. In dem Moment war ich ihr dankbar, doch später erfuhr ich, dass sie es war, die mich mittels eines Zaubers niederstreckte. Warum sie mich daraufhin wiederbelebte und was dazwischen geschah weiß ich nicht. Bisher habe ich nicht gefragt und ich weiß nicht, ob ich es überhaupt tun werde. Wir erklärten ihr unseren Disput und mit einer unelfischen Diplomatie gab sie uns beiden Recht und beendete den Streit fürs erste.

Während der Fähnrich also seine blöden Übungen machte hatte ich frei und begab mich in die Arme meines Vaters, um mich von allen Wunden zu heilen. Daraufhin wartete ich am Lager auf den Rest. Der Zwerg und Lumin waren mit Abstand als erste wieder da und wir führten ein herrlich lästerliches Gespräch über den Fähnrich. Aber man muss ja aufpassen, dass kein Wort in die falschen Ohren gerät. Als der Fähnrich zurückkehrte verlangte er – oh Wunder – ein Vier-Augen-Gespräch mit mir. Ich erwartete eine weitere Eskalation seinerseits, doch ich täuschte mich. Er war sehr versöhnlich und wir führten ein offenes Gespräch, in dem wir uns mehr oder weniger vertrugen. Wenn ich sage es war ein offenes Gespräch, so lüge ich zum Teil, denn der Fähnrich ist weiterhin sehr verschlossen. Seine Andeutungen lassen aber vermuten, dass er füchsischer ist, als anfangs gedacht. Vielleicht ist ein gar ein echter Fuchs? Zuzutrauen ist es ihm. Ich werde ein Auge auf ihn haben. Da ich aber nicht blind durch die Welt laufen will bekommt er meine Aufmerksamkeit nur, wenn ich sie entbehren kann.

Am Abend wurden wir eine lustige Runde am Feuer und klärten Lumin und den Moha über die Götter weiter auf. Heute waren Travia, Rahja und Levthan an der Reihe und ihre Standpunkte zur Liebe. Da ich mich damit bekanntlich gut auskenne durfte ich die Erklärungen führen. Später merkten wir, dass Dero uns belauschte und es entbrannte ein Streit darum, ob Dero nun ein Mann sei, der davon hören darf, oder noch ein Knabe, dem solch schöne Dinge vorenthalten bleiben sollen. Wir einigten uns darauf, dass er als Mann gilt, sollte er die Schlacht irgendwie überleben. Hoffen wir für ihn das beste.

Dokos-Eintrag vom 22. Tsa 1012 BF

-was bisher geschah-

 

Meine Messe war grandios! Alle waren sprachlos! Und mein Vater ergoss sich über uns! Selbst der Fähnrich sah schließlich ein, dass ich größer bin als er und über ihm stehe! Selbst den Magier konnte ich so sehr begeistern, dass er Aureliani lernen wollte. Allerdings musste ich das ablehnen. Genauso wie sein plötzliches Ansinnen ein Geweihter des Alten zu werden. Welch befremdliche Gedanken dieser komische Mann hegt. Ein mit Feuer um sich werfender Magier will ein Geweihter des feuerverabscheunden Wassergottes werden. Mit der Geschichte habe ich in Havena die Lacher meiner Brüder auf meiner Seite!

Am Abend wurde die Ödheit des Seins des Militärs zumindest für unseren Haufen aufgelockert. Das mit dem Haufen stimmt jetzt endgültig im wahrsten Sinne des Wortes. Der letzte Rekrut kam an. Ich habe eher das Gefühl, dass die Heerführung hier ein Kuriositätenkabinett aufbauen will, als ein schlagkräftiges Heer. Wir nennen jetzt einen Moha unseren Bruder. Hesinde sei Dank spricht er wenigstens unsere Sprache. Recht gut sogar. Es wurden einige ganz interessante Gespräche mit und über ihn geführt, als er eine große Pfeife herumreichte. Da ich erstens Rauschkraut bei dem Wilden vermutete und zweitens es BRANNTE lehnte ich dankbar ab. Langsam beängstigt mich meine Ruhe, die ich bisweilen an den Tag lege. Der kleine Dero besaß die Dreistigkeit einen tiefen Zug zu nehmen. An den Reaktionen der anderen vom Rauchen erkannte ich, dass meine Vermutungen wahr waren. Also schickte ich Dero in das Zelt schlafen, wissend, dass er sonst den morgigen Tag nicht ordentlich bestehen können würde.

Aber ein Positives hatte dieses Rauschkraut. Meine liebe Sylvia legte endlich ihre übertriebene Schüchternheit ab. Wir machten einen gemütlichen Spaziergang wiedereinmal an den Balustraden des Hippodroms, bis sie dann in einer abgelegenden Ecke sich mir hingab. Hach tat es gut! Und ich muss sagen, ich mag sie wirklich. Und wenn man sich beim Beischlaf auch noch mag, dann macht es mehr Spaß und ist damit auch besser. Wobei ich immer gut darin bin! Mal sehen, was sich mittelfristig zwischen uns entwickelt.

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