Sie kommen!

Es war spät am Abend als Lumin noch über seinen Aufzeichnungen saß, als durch das Fenster seines Turmes ein merkwürdig silbriges Licht drang. Es hätte Mondlicht sein können, wäre der Himmel in jener Nacht nicht bedeckt gewesen.

Als er aus dem Fenster schaute sah er wie ein Strahl aus silbernem Licht vom Platz der Sonne gen Himmel schoss und eine durchsichtig, silbrig glänzende Kuppel über der Stadt bildete. Es schien ein endloser Strahl zu sein und sich immer wieder selbst zu erneuern. Ähnlich wie ein Springbrunnen spie der Platz der Sonne jenes Licht aus, welches die Kuppel erzeugte.

In dem Strahl konnte Lumin eine gestallt erkennen. Eine schlanke Frau, mit zu beiden Seiten ausgestreckten Armen und im Licht wild wehenden Haaren. Ein sanftes Flüstern war in der ganzen Stadt zu hören. „Sie kommen!“

Das Leuchten nahm etwas ab, so als ob Greifenfurt nun seinen eigenen silbrigen Mond hätte.

9 Kommentare

  1. Zunächst schenkte der Magus dem Licht nicht viel Beachtung, es hätte auch ein aufklarender Himmel sein können. Doch irgendetwas an diesem Licht war anders als normales Mondlicht. Und… hatte er ein Flüstern vernommen? Genau sagen konnte er es nicht mehr, dafür war er zu sehr in seine Studien vertieft. Er ließ sich vor einem Tag die wenigen übrig gebliebenen Schriftstücke aus den Tempeln der Stadt bringen, um wenigstens eventuell wenigstens einen kleinen Fingerzeig zur Bekämpfung und Abwehr wider den Dämonenpaktierer Gamba zu ermitteln. Er stand auf, nahm sich seinen hellgrauen Wollmantel und seinen Stab und löschte mit einem Wisch die Kerzen und Fackeln im Raum. Dann machte er sich auf den Weg aus der Garnison heraus, mit Ziel Platz der Sonne. ‚Sicher bin ich nicht der einzige, der Fragen hat. Vielleicht treffe ich ja einige Mitglieder des Rates auf dem Weg.‘

  2. Spielleitung Greifenfurt

    Als Lumin sich auf den Weg zum Platz der Sonne machte wirkten die Straßen Greifenfurts erstaunlich leer. Nicht eine Menschenseele zeigte sich. Ansich nicht ungewöhnlich zu so später Stunde, doch hätte jemand auf dieses Licht reagieren müssen.

    Dann bemerkte Lumin es. Die Menschen der Stadt waren auf ihren jeweiligen Posten oder in ihren Häusern. Jedoch wirkten sie wie eingefroren. Sie schienen wie in der Zeit gefangen. Niemand bemerkte oder reagierte auf Lumin.

    Auf dem Platz der Sonne angekommen, blickte die Frau im Licht auf Lumin herab und lächelte ihm freundlich zu.

  3. Lumin nahm die Frau aus dem Augenwinkel wahr, während er sich umschaute. Entweder war er in einem Traum oder einer Vision; oder das alles ist wahr, dann musste diese Person wahrhaftig mächtig sein, solche Magie mit dieser Ausdehnung wirken zu können. Er musste seine Gedanken beruhigen, um die nicht aus Versehen zu erzürnen. Dabei erinnerte er sich einer Technik, die ihm damals Meister Pyriander beibrachte. Er atmete langsam und ruhig ein und aus und schloss die Augen. ‚Ich bin die sonnige Waldlichtung, ich bin der klare Gebirgsbach, ich bin der ruhige See, ich bin der schneebedeckte Berg, ich bin das fallende Blatt‘, sprach er innerlich die auswendig gelernten Zeilen und merkte, wie seine Aufregung verschwand und sich deine Gedanken ordneten.
    Daraufhin schritt er auf die Frau zu und sagte: „Seid gegrüßt. Ich bin Lumin.“

  4. Spielleitung Greifenfurt

    „Sei mir gegrüßt Lumin. Ich bin Keona. Wie ich sehe bist Du der Einzige der Helden von Greifenfurt, welcher noch in der Stadt ist.“ Keona machte eine Pause und schaute über die Stadt. „Ich habe die Bewohner der Stadt in Starre versetzt, jetzt wo die meisten in ihren Häusern sind. Sie müssen geschützt sein vor dem was kommt.“

    In diesem Moment blickte Keona gen Himmel. Was Lumin zuerst für Wolken gehalten hat waren… Wesen. Ein riesiger Schwarm von Kreaturen, ähnlich denen, die unterhalb von Greifenfurt einst hausten. „Die Kinder wissen um den Tod ihres Meisters. Sie suchen nun nach dem Herz. Das Herz erhält sie am Leben, es ist das Phylakterium, der Knoten, welcher sie ans Unleben bindet. Wird das Herz zerstört, so ist die Plage gebannt. Gelangen die Kinder an das Herz, so wird niemand sie aufhalten können.“

    Die Kinder drängten gegen den leuchtenden Schild, als würden sie versuchen ihn einzureißen. „Lumin… Du bist der Einzige, der dies verhindern kann.“

  5. Lumin sah sich schnell überfordert ob der Last der vor ihm liegenden Aufgabe, die ihm aufgebürdet wurde. Doch er zwang sich, seine Gedanken zu ordnen. „Ich würde gerne helfen, doch wonach soll ich suchen? Und vor allem wo? Diese Stadt ist riesig!“ Dann dämmerte es ihm: nachdem der Gehäutete besiegt wurde, blieb von ihm nur eins übrig… „…Ihr meint nicht etwa seine Klinge? Mal vom Finden abgesehen, wie soll ich einen geheiligten Gegenstand zerstören? Mir ist als stünde diese Macht nur überderischen Wesen zur Verfügung.“

  6. Spielleitung Greifenfurt

    „Nein… nicht das Schwert“ antwortete Keona. „Die Klinge des Gehäuteten ist gefährlich aber wohl verwahrt. Ich meine sein Herz.“ Ihre leuchtende Gestalt schien in ihrem Lichtstrahl etwas tiefer zu schweben. „Sein Herz hielt er nicht in seinem Körper, als er vernichtet wurde. Das Herz hält seine Kinder am Leben, und das Schwert beseelt den Gehäuteten. Es liegt an Dir das Herz zu finden und zu zerstören, am Besten durch Feuer. Wird das Herz zerstört, so sterben auch die Kinder des Gehäuteten.“

    Keonas Blick schwebte über die Stadt und dann auf den Boden vor Lumins Füßen. „Sein Herz liegt verborgen unter der Stadt. In den Räumen, in denen einst seine Kinder lebten.“

  7. „Sodann werde ich mich auf den Weg machen. Ich beeile mich, ich hoffe, ihr haltet noch etwas aus. Ich denke, die Kanalisation sollte sicher sein? Habt Dank für eure Hilfe!“ Dabei deutete er eine Verneigung an und stürmte los. Im Laufen flüsterte er „Charush, ich brauche die Flammenklinge!“, konzentrierte sich kurz und warf dann den Stab weit vor sich. Noch in der Luft brach er längs auseinander und aus dem einer hellen Wasseroberfläche ähnelnden Portal, das entstand, wirbelte ein flammendes Schwert scheinbar in die Richtung in die er rannte, nur um wenige Zentimeter von ihm im Boden steckend zu landen. „Komm“ flüsterte er und die Klinge löste sich langsam aus dem Pflaster und schwebte hinter ihm her.
    [versucht sich an Läden mit Lampen/Lampenöl auf dem Weg zum Kanalisationseingang zu erinnern, Gassenwissen 18/16/13 (KL 14/IN 14/CH 13), Talent nicht vorhanden: Ableitung von Orientierung:+7 (+3 durch Stigma) unmöglich, außer bei Erleichterung von mindestens 18]

  8. Spielleitung Greifenfurt

    Neben dem silbrigen Licht erhellte nun auch die Flammenklinge seinen Weg. Auf der Suche nach einem Laden welcher auch Lampenöl führte irrte Lumin durch die gespenstische Stadt. Einen entsprechenden Laden konnte er jedoch nicht finden.

    Lumin passierte auch mehrere Eingänge zu in die Kanalisation, bis er schließlich vor jenem Eingang stand, welcher sowohl zu den unterirdischen Räumen der Vampire, als auch zum Heiligtum der Peraine führte.

  9. ‚Nun, dafür ist jetzt keine Zeit mehr, ich versuche einfach den Hinweg zu finden, der Rückweg ist nebensächlich‘ dachte er bei sich. Er öffnete den Verschluss und versuchte, sich an den Weg zu erinnern, wo sie Stordans Leiche fanden. Das Flammenschwert leuchtete ihm dabei den Weg. Dabei zuckten Schatten an der Wand entlang, doch er wusste, dass er – wenn auch nur vorerst – hier unten nichts zu befürchten hatte.

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