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Bannung des Fienlauki

— als Kelva von den Kisa-Nivayak —

Nachdem sie bereits zwei Kristalle und ihren schwarzen Kern auf unterschiedliche Art und Weise zerstört haben und ihre gefangenen wütenden Fienlauki in die Nivaleiken geschickt haben, besinnt sich Kelva auf die Erzählung Saaris, dass Hriosari bereits zwei Mal jeweils stärker zurückgekehrt sei, als sein böser Geist in die Kekkasavu gebannt wurde. Daher beschließt sie, den letzten wütenden Fienlauki des schwarzen Steines stattdessen in ein Gefäß zu bannen und aufzubewahren, bis eine endgültige Lösung gefunden wird.

Dazu stapft sie, beim Kristall angekommen, durch den Schnee und sucht sich einen geeigneten Ritualplatz in Sichtweite des Kristalls. Dort zeichnet sie einen großen Kreis in den Boden und springt in dessen Mitte. Dann holt sie, vor sich hin summend, nacheinander zum sanften Rhythmus ihrer Bunga ihre Sachen aus dem Rucksack und breitet diese vor sich aus. Danach malt sie mit der freien Hand einige Symbole und Zeichen rings um sich in den Schnee und setzt sich ihre Wolfsmaske auf. Anschließend setzt sie sich ihre Beinflöte an die Lippen und beginnt mit einem Spiel, das die Schönheit der unendlichen Weiten des Landes preist, das das Gras der Ebene im Winde wiegen lässt und den Sommer herbeiruft. Dabei wiegt sie sich selbst im Takt hin und her und lässt den schneidenden Wind an ihr vorüber ziehen.

Ihr Geist löst sich von ihrem Körper und nähert sich vorsichtig dem Kristall.

Sie sieht, wie sich die Fienlauki, die dem Kristall entströmen, mit zunehmender Intensität, um die Köpfe der Helden legen. Ein jeder trägt bereits hunderte.

Als sie sich auf den großen Geisterbann vorbereitet und gerade einige Symbole im Schnee ergänzt, sieht sie aus den Augenwinkeln, wie die anderen den Kristall mit Holz bewerfen und schließlich dessen Hülle zerstören. Damit liegt der fremdartige schwarze Stein mit der Rune frei.

Kelva nutzt die Gelegenheit und begibt sich erneut in die Geisterwelt. Wieder erblickt sie die vielen wütenden Fienlauki, die sich nach der Zerstörung der Hülle über die gesamte Ebene verteilen und langsam verblassen. Sie wendet sich dem Fienlauki im schwarzen Stein zu. Ihr eigener Geist spricht ihn wütend an: „Ich rufe dich Fienlauki! Höre mich! Deine Zeit ist vorüber! Deine Brüder und Schwestern sind fort. Du bist allein. Du gehörst hier nicht hin. Ich, Kelva von den Kisa-Nivayak, werde ich nun fangen. Unterliege meiner Stärke und folge mir!“

Damit stürzt sie sich auf den Fienlauki. Packt ihn, löst gewaltsam die Verbindung mit dem Geist des Erzes und zerrt ihn somit aus dem Stein Sie hält ihn mit beiden Händen fest. Dann rennt sie über die grüne Ebene des Nivaleiken zu ihrem Körper zurück. An sich gepresst hält sie den Geist des Eises und spricht ihm gut zu: „Ruhig. Ich bringe dich von hier fort. Du musst nicht mehr wütend sein. Schau, hier ist es schön.“

Ihr Geist gleitet wieder in ihren Körper. Nur die Hände haben den Fienlauki noch fest im Griff. Dann stopft sie den Fienlauki mit flinken Bewegungen in das vorbereitete Gefäß. In diesem Augenblick verlassen auch ihre Hände das Nivaleiken und verkorken schnell den Tiegel. Sie bemerkt, dass das Runensymbol statt auf dem schwarzen Stein, nun auf ihrem Gefäß prangt. Rasch malt sie einige eigene Schutzzeichen darüber und versiegelt so den Zauber. Vollkommen erschöpft sackt die junge Kaskju in sich zusammen.

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Kelvas Geschicke

 

 

Kommunikationsprobleme

„Wat quatschen de piekfeinen Männekieken denn so?“ erkundigt sich Arn Wachmann, als er sich mit ans Lagerfeuer setzt. „Keine Ahnung“ antwortet einer von Lysandras Männern. „Du hast doch mehr mit Ihnen zu schaffen.“ Die zwei gehören schon länger ihrem Trupp an und sind zusammen mit der ersten Kohorte in die Stadt gekommen. Es sind zwei junge und kräftige Männer, beide tragen gerade einfach gewebte Tuniken und fleckige Wollmäntel – wohl noch ein Überbleibsel der Tarnung um unbemerkt in die Stadt eingeschleust zu werden. „Meenste die quatschen imma so fülle?“ Arns quietschende Stimme, die nun wahrlich kein Ohrenschmeichler ist, lässt die Augen der beiden Männer leicht zusammenkneifen. „Das sind Adelige, Gelehrte und Geweihte … die quatschen immer viel … machen tun wir es dann.“ antwortet der mit dem gepflegten Vollbart von beiden. „Soll ick euch ma wat sagen?“ Arn lehnt sich dabei mit verschwörerischen Blick zu den beiden herüber. Den Männern ist anzusehen, dass sie es am liebsten hätten, dass ihr Gegenüber gar nichts sagt. „Was denn?“ schnauft der andere erschöpft. „Ick gloob, der Jeweihte is nich janz reene, bei dem krieg’ick ne Jänsepelle.“ Die beiden Mannen brauchen erst einen Moment, um zu verstehen was Arn in seinem harten Dialekt zu ihnen sprach. Der Blick der beiden wurde dunkler und skeptischer. „Welcher Geweihter?“ fragt der eine. „Meinst du die Geweihte der gebenden Göttin?“ der andere. „Nee! Den da hinten meen ick!“ Beide sahen nun kurz – auffällig unauffällig – zu der Gruppe der palavernden Männer herüber. „Der Elf in der Kutte?“ fragt der erste. „Die Ritterin ist eine Rondrageweihte?“ der andere. Arn seufste. Seide beiden Gegenüber sind wohl recht begriffsstutzig, dachte er sich. „Schnallt ihr dit nich?“ platzt es dann aus ihm heraus. „Ick meen den rothaarigen männekieken da hinten!“ „Ach den!“ rufen beide im Augenblick der Erkenntnis. Ein Moment der nachdenklichen stille folgt. „Und der ist dreckig?“ fragt dann der Bärtige wieder. Wieder ein Moment der Stille in dem nur das Knistern des Lagerfeuers zu hören war. „Wa?“ grunzt Arn, der inzwischen genervt war von seinen Gesprächspartnern. Doch dann ging ihm ein Licht auf. „Ach, nee – der is‘ nich janz reene – nich janz sauber – der is‘ überkandidelt!“ Die beiden Männer nickten bedächtig. „Aha!“ erklang es dann im Chor. „Was ist denn mit dem?“ Arn seufzte wieder – inzwischen hatte er keine Luft mehr mit den beiden zu reden. „Ach verjesst et … „

Reflexionen

24. Phex 1012 B.F., unterirdische Höhle in Greifenfurt

Nach der Beerdigung Stordans bedeutete Lumin den anderen unter einem Vorwand, er bräuchte kurz  einen Moment für sich. Er lief hinunter ans Wasser, immer wieder über die Schulter schauend, ob ihm auch niemand folgt, und fand tatsächlich eine kleine Stelle, die so von Steinen umringt war, dass man sie von keinem Ort aus einsehen konnte. Außerdem war es hier unglaublich still, nur entfernt konnte man den Wasserfall rauschen hören. Dieser Ort schien perfekt. Er suchte sich ein mit Moos bedecktes Fleckchen, steckte seinen Stab knirschend in den Kies daneben und nahm auf dem Mooskissen im Schneidersitz  platz. Er schloss die Augen, ließ seinen Geist fallen und schloss in seinen Gedanken die Umwelt aus, sodass es vor seinem inneren Auge nur noch ihn und den Stab gab. Er konzentrierte sich auf den Rubin an der Stabspitze und sah sich von seinem Körper lösen und auf ihn zufliegen, wobei er immer kleiner wurde, bis er schließlich in ihm verschwand. Diese Technik war ihm schon in Fleisch und Blut übergegangen, schließlich hatte er sie schon unzählige Male auf seinen Reisen angewandt. Im Inneren der Kugel konnte man durch die glasartige Kuppel die Außenwelt in ein rötliches Licht getaucht sehen, im inneren war es eingerichtet wie ein gutes Gasthauszimmer, nur dass die Möbel aus schwarzem Basalt geformt waren. Hier ein üppiges Bett, dort ein Sofa mit roten Samtkissen, von der Kuppel hing ein Kronleuchter und auf der gegenüberliegenden Seite war ein Sessel, der einem an der Wand befindlichen Kamin zugewandt war. Es roch nach einer Mischung aus verbranntem Holz und Duftölen. Natürlich wusste Lumin, dass hier nichts real war, sein Geist interpretierte die Verbindung nur anhand von Dingen, die ihm vertraut waren.
Auf dem Sessel saß eine Gestalt. Als Lumin auf sie zuschritt, stand sie auf und drehte sich um. Es war eine junge Frau, vielleicht gerade zwanzig Götterläufe alt, mit langen rotem Haar und einem unauffälligen Kleid, das jedoch ihre Vorzüge hervorhob. In Ihren Augen schien es zu funkeln und auf ihnrem Mund zeichnete sich ein keckes Lächeln ab. In seinen Gedanken hallte eine Stimme, die klang, wie ein knisterndes Feuer.

Ich hätte nicht gedacht, dass wir uns so schnell wieder sehen, mein Funke. Die Freude, dich wiederzusehen, ist aber dadurch nicht minder groß. Gibt es einen Grund für dein Erscheinen?

In Ihren Gedanken antwortete Lumin ihr: Ich freue mich auch, dich zu sehen, auch wenn die Augenblicke so flüchtig sind, wie Morgentau an einem Sommermorgen. Sein Lächeln wurde zu einer ernsten Miene. Ich brauche mal wieder deinen Rat. Der Listige Händler, der uns führte, ist scheinbar von uns gegangen. Sein Tod schmerzt mich nicht, mehr der Verlust seiner Führung. Schließlich kannte er sich von uns allen am besten mit den Gepflogenheiten in der Stadt und dem Ränke- und Intrigenspiel aus. Das war am Ende wohl auch unsere Schwäche – dass wir uns zu sehr auf ihn verlassen haben. Nun sind wir Führerlos und unsere Probleme scheinen mehr zu sein als vorher. Es fehlt uns ein vernünftiger Plan. Die Befreiung dieser Stadt scheint nun ferner als zuvor. Die Elfenkönigin konnte uns auch nicht mit dem Aufenthaltsort des brennenden Folianten helfen. Deine Befreiung scheint nun also ebenso in weiter Ferne, wie die der Stadt. Ich bin also wahrhaftig ratlos.

Charush nahm ihn lächelnd an die Hand und zog ihn auf das Sofa hinüber. Sie platzierten sich halb sitzend, halb liegend auf dem Möbel. Charush erklärte Also ich sehe das so: wenn ein Waldbrand ein Areal vernichtet, scheint es das Ende zu sein, aber das Ende alter Dinge ist auch gleichzeitig die Chance für einen Neuanfang. Kleine Büsche und Sträucher können erneut auf dem nun gut gedüngten Boden wachsen, ohne dass ihnen die großen Bäume das Licht, das sie benötigen, wegnehmen. Denk daran. Und Meine Befreiung hat Zeit, schließlich geht es bei Greifenfurt um das große Ganze. Die Mittellande müssen bereit sein für die Gefahr aus dem Osten. Persönliche Interessen, seien sie auch noch so wichtig, können hinten angestellt werden. Außerdem währt dieser Zustand schon so lange, da sind doch ein paar Jahre nicht so schlimm.

So sanft die Verbindung anfing, so abrupt endete sie. Plötzlich fand sich Lumin wieder am unterirdischen See, doch mit dem Unterschied, dass er nun wusste, was zu tun war. Er nahm sich seinen Stab und schritt selbstbewusst zurück zu den anderen.

Hriosari ist zurück!

— als Kelva von den Kisa-Nivayak —

Das ist furchtbar! Haben wir die Manikku erzürnt? Warum schicken sie uns Hriosari wieder zurück? Wir müssen den Fienlauki mehr opfern, um sie zu besänftigen. Doch vorher müssen wir diese Kristalle zerstören. Sie üben schlechten Einfluss aus. Unsere Lathjutok ist in Gefahr! Die Karene verschwinden. Wir werden verhungern. Und Saari wird sterben! Dieser Hriosari muss aufgehalten werden. Und ich tue das! Kelva-mi Kelvo!

Imion begleitet mich. Ich bin ihm sehr dankbar. Er ist sehr geschickt mit Pfeil und Bogen. Und Elfen können gute Magie. Die Surtha von den Decurio ist auch bei uns. Sie sieht sehr stark aus und ist schwer bewaffnet und gerüstet. Sie sucht einen verschwundenen Kasknuk. Ob der vom Überzähligen besessen ist und die guten Fienlauka verderbt hat und diese schwarzen Eiskristalle aufgestellt hat?

Der Schneesturm wird stärker, je näher sie dem Berg kommen. Wild peitscht der Wind den drei die Schneeflocken ins Gesicht. Sie halten sich schützend die Hände vor ihre Augen und decken Mund und Nase mit ihrer Kleidung ab. Sie müssen schreien, um sich untereinander zu verständigen. Irgendwann kommt ein großer schwarzer Eissplitter in Sicht. Sie spüren, wie er nach ihren Körpern greift. Ihre Bewegungen werden langsamer, ihre Schritte verkürzen sich, je näher sie dem Splitter kommen. Sie wagen sich schließlich nicht weiter vor und stehen ein wenig ratlos auf der verschneiten Ebene.

Das sind also die Kristalle, die Ysta Mandrakhor erwähnt hat. Wir sollen uns davor in Acht nehmen, sagte er. Imion und Surtha konnten sie mir genau beschreiben. Ich werde einen Blick in die Nivaleiken werfen und ihn mir noch einmal genau ansehen. Dann suche ich mir einen guten Platz, um den Fienlauki zu bekämpfen. Nur nicht zu nah heran. Böser Einfluss auf Herz und Geist.

Nur was mache ich mit ihm? Saari sagt, dass Hriosari schon zwei Mal aus der Verbannung entkommen ist. Und jedes Mal war er stärker als vorher. Was passiert, wenn es noch einmal geschieht? Und wie soll ich das schaffen? Ich kann hier kein Feuer entzünden, um den Geist in das Kekavasu zu geleiten. Ich könnte versuchen den Geist in ein Gefäß zu bannen. Nur, was dann mit dem Gefäß machen?

 

Lagerfeuergeschichten

Es war schon spät und dunkler und kälter als es eigentlich sein sollte, als sich die alte Jägerin Karenju der Kisa-Nivayak an dem Lagerfeuer des, ebenfalls alten Händlers Latu, auch von den Kisa-Nivayak, einfand. Bei einer Tasse Tuuki wärmten Sie sich an diesem Abend und bald stießen auch noch Nivilaukaju, eine Hirtin, der Kisa-Nivayak, und Ysta Mandrakhor, zwar kein Mitglied der Kisa-Nivayak, aber doch ein alter Freund der Nivauesä.

Ysta Mandrakhor stieß als letztes zu der kleinen Gruppe, er trat aus dem dunklen Nebel des Abends, gerade so als wäre jetzt erst erschienen, in letzter Zeit tauchte er vermehrt in der Nähe des Lagerplatzes der Kisa-Nivayak auf, welche sich noch unsicher darüber waren, was Sie davon halten sollten, ja er war ein Freund, aber den Sagen zufolge tauchte er nie ohne Grund auf…

Karenju erzählte Latu und Nivilaukaju gerade die Legende von Hriosaris Bataj Keikafienar, wie Sie seit Zeiten der Kaskjua Kisa überliefert sind, die Welt war kalt, die Seelen waren kalt, der Geist war kalt, es war furchtbar, ein wares Huliar…

Aber die Kisa-Nivayak haben diese Zeit überstanden meldete sich die Stimme Ysta Mandrakhors zu Worte, Mit der Hilfe Ystahivä Juttu Eiko, unter anderem…

Bedächtig nickten die anwesenden Nivauesä, kannten Sie doch alle die Sage wie Kaskjua Kisa mit dem Jutto Eiko verhandelt hatte um Brennholz um sich vor der schneidenden Kälte Hriosaris zu schützen.

Latu ergänze, das dies es noch andere Ystahivä gab, wie die Naaukifey, welche von Hriosaris Rache wussten und Mitleid mit den Nivayak hatten…

Ysta Mandrakhor wief ein, das die Fey Hriosari Eisbringer nannten…

Das war etwas, was die Nivauesä noch nicht wussten, Karenju nutzte die Gelegenheit um Ysta etwas Tuuki einzuschenken, wussten Sie doch um seine Gefühle gegenüber dem Tee, welche sich mit dem Wort Aijiar, grob zusammenfassen ließ…

Schließlich griff Nivilaukaju den Teil der Saga auf, welche die anderen bislang vermieden hatten, aus den verschiedensten Gründen, nämlich das Ysta Mandrakhor, damals vor hunderten Madamalar, die Nivayak eingeladen hatte als Ystanaj in seiner Steinhalle zu nächtigen…

Ysta schwieg in seinen Schluck Tuuki hinein…

Die anderen waren sprachlos, es war ihnen zwar bewusst, das Ysta schon über die Taigaä wanderte als ihre Ahnen noch lebten, aber diesen Effekt hatte die Erkenntnis öfters.

Ysta brach schließlich das Schweigen und begann Sagen von fernen Orten und fernen Menschen aus dem Süden zu erzählen, so war ein kleiner Mensch namens Calaman und sein Freund der Sohn Kasims, mit dem Namen Assaf dabei…

Deren Erlebnisse bedrängten  die Lahtjutok Assafs, so das sein Sohn Tubal’Rik al Khorain Ar-amul el Ashtarra, schließlich das unvorstellbare tat, er opferte, entgegen der Gebote eines großen Geistes, namens Arambal, seinen Sohn Abd el Zumuh Ar-amul el Ashtarra, um seine Lahtjutok zu retten…

Seit dem Tage, so heißt es, seien seine Nachkommen gezeichnet und Tubal’Rik al Khorain Ar-amul el Ashtarra würde durch die Welt wandern…

So heißt es zumindest, beendete Ysta diese fremde Sage…

Nivilaukaju lenkte die Aufmerksamkeit alsbald auf eine fröhlichere Sage…

Und sie redeten noch lange weiter und ergänzten ihre Sagen…

Bis Ysta berichtete das der junge Hietanen in den nächsten Tagen mit Fremden zur Lahtjutok der Kisa-Nivayak stoßen würde…

Dunkle Zeiten

In einer Siedlung der Hjaldinger, von einigen auch Torwjalder genannt im Firun Aventuriens, zur Zeit Dalek-Horas…

In einer Hjalmefjorder Gaststube, welche erfüllt war von dem Geruch von Fisch und knisternden und brennenden Holz, der Klang vieler Stimmen wurde durch den Raum getragen und auch, wenn man ruhig war, das knistern des Feuers, saß ein Fremder, was nicht per se verwundert, war es doch eine Gaststube und Hjalmerfjord hatte einen Hafen…

Doch dieser Fremde war, nunja fremd, er war sogar noch fremder als die anderen knapp 20 Fremden die vor kurzem in die Stadt gekommen waren, aber im gegensatz zu diesen war dies ein schon länger bekannter fremder gewesen, womit er also schon wieder vertraut war (irgendwie)…

Diese anderen Fremden waren, von ihrem gebaren her Bosparaner, von einigen auch als Kantharer bezeichnet, sechs von ihnen waren schließlich aufgebrochen, mit einem Führer, welcher Sie gen Brajan führen sollte, der Rest war in dem Gasthaus verblieben.

Um es verständlicher zu machen, geben wir dem ersten fremden, der einfachheithalber einen Namen, nennen wir ihn Khorim sâl Mantra, einen Zauberkundigen aus einem fernen Land, Khorim war in orange Stoffe gewandet und seine grauen Augen strahlten einen Zauber des Alters und der Weisheit aus, welche nicht zu seinem sonstigen Aussehen passte…

Bei einem Horn Met, waren Khorim und der Wirt Thronde Phileasson gerade in einem Gespräch miteinander verwickelt, gab es doch eisige kunde aus den Ländern gen Brajan, untypisch für die Jahreszeit wurde von einem verfrorenen Land berichtet in dessen Zentrum sich ein Berg (es wahr wohl eher ein Hügel, aber ein Berg machte eine weitaus bessere Geschichte in den Augen des Wirtes) aus Eis erheben sollte von dessem kalten Griff niemand zurückgekehrt war…

Khorim bestätigte die Kunde, hatte er doch selbst schon die Auswirkungen des Eises auf das Land gesehen ehe er sich von Thronde verabschiedete um weiterzureisen…

Die kleine Gruppe der Bosparaner im Brajan von Hjalmefjord wurde nominell von Optio Primus Blabudao geleitet unterstand jedoch, in allen praktischen Belangen dem Befehl einer Decuria der Legio Decem (Victrix), welche aufgrund eines geheimen Auftrages mit ihren Leuten, das heißt der hälfte ihrer Leute (die Entscheidung des Optio die hälfte ihrer Leute dem anderen Decurio in Hjalmefjord zu geben und Sie auch noch zu begleiten, war schwer nachzuvollziehen, aber so war Optio Primus und es war sprichwörtlich für das Glück der Decuria) durch diese Umgebung stapfte.

Alles nur wegen eines verschwundenen Legionsmagiers…

Traumgespinste

Nachdem Alyssia und Lechmin ihr Thaumatursom getestet hatten beschlossen Sie auf einen Sprung einen kurzen Abstecher zu machen, hatte Alyssia doch einen fasznierenden Traum gehabt, naja fasznierend für gewisse Leute. Er hatte nicht allzu viel Inhalt, abgesehen davon das Bienen und Schlangen vorkammen, eine alte Stadt und ein paar Inseln. Nein das wirklich interessante war, das Alyssia nicht die einzige war, die so einen Traum hatte,Lechmin hatte einen ähnlichen Traum vor Jahrzehnten und Alyssia erinnerte sich gut daran Erwähnungen so eines Traumes in einem alten Familienbuch gelesen zu haben.

Also beschlossen Sie das zu tun was Sie liebend gern zusammen taten, nachzuforschen, nur hatten Sie nicht allzu viel Zeit, gab es doch noch anderes was ihre Aufmerksamkeit fesselte oder bald fesseln würde, aber nichts sprach gegen einen kleinen Feldausflug, oder?

Aus dem Nichts auftauchen, so schien es, dauerte ihre Reise nur einen Moment und beide standen auf einer kleinen Insel, das Meer peitschte gegen das Felsgestein und hatte in den Jahrhunderten seinen Eindruck hinterlassen und den Stein geformt. Die Sonne schien und vermittelte ein idylisches Bild, einen kurzen Spaziergang später, mehr oder minder die Flora und Fauna der Umgebung ignorieren, was Lechmin einfach gelang, aber für Alyssia ein größeres Problem war, aber was sollten Sie machen, ihre tickenden Vinsalter Eier erinnerten Sie daran das für diesen Ausflug nur wenig Zeit herschte, tempus fugit wie es hieß, bis Sie endlich in eine Höhle nahe eines Vulkans gelangten.

Beide wussten, aus obskuren Gründen, das hier mal eine Schmiede war, aber das einzige was noch darauf hindeutete waren die alten Rußflecken. Ihr Blick fiel auf einen gewaltigen Stein oder eher ehemals ein gewaltiger Stein, nunmehr eine Ansammlung vieler kleinerer Teile des großen ganzen, doch hatte dies auch sein gutes. Wurde doch dadurch ein Blick auf einen anderen Gang freigelegt, welcher in eine massive Stahltür mündete, welche bis auf dasstilisierte Relief eines Segelschiffes und einer Schale, letztere war nicht stilisert sondern eingelassen, glatt war. Es gab Leute die hätten die Tür jetzt berührt und an ihr herum probiert, aber nicht Alyssia und Lechmin. Beide wussten genau wie gefährlich Thaumatursome sein könnten, wobei Sie die Tür noch nicht untersucht hatten, ob es ein solches ist, nunja Tempus Fugit, allerdings waren die verrosteten und zerbrochenen Spitzhacken am Boden ein Indiz dafür das andere schon ihr Glück an der Tür versucht hatten und ihre Methode des Schlüsselsersatzes wohl nicht funktioniert hatte.

Alyssia war gerade dabei zum sprechen anzusetzen, als Lechmin ihr bedeutete auf die Taschenuhr zu sehen, ihre Zeit war abgelaufen und Sie mussten sich eilen, wenn Sie nicht zu spät kommen wollten. Lechmin versicherte Ihr, Sie würden wiederkommen und die Höhle ordentlich untersuchen. Womit Sie auch wieder verschwanden und anstatt in einer Höhle nun im Schatten einiger Bäume standen.

Tulamidischer Teetratsch, Zweiter Teil

Während sich Endora und Isaria weiterhin angestrengt unterhielten, trat eine junge Hexe heran, es handelte sich dabei um die Tochter der Erde mit dem Namen Sumudai, Endora warf ihr einen vielsagenden Blick zu, von dem Sumudai nicht sicher war ihn deuten zu können, weswegen sie diesen übergang.

Ihr habt Besuch, also noch mehr Besuch, die alte Lailazah Helasunni„, berichtete Sie, bei der Erwähnung des Namens fixierte Endora die junge Hexe mit einem Raubtierhaftenblick und auch Isaria schaute neugierig auf, „gibt sich die Ehre, es dauert nur noch eine Weile, wegen ihres nunja Alters„, bei dem letzten Halbsatz und bedenkend in welcher Gesellschaft sie sich befand entglitt ihr dieser fast unhörbar gemurmelt.

Kind achte du auf den Kessel, Isaria komm, wir schauen nach was Sie aufhällt„, verkündete Endora energisch und stürmte hinaus.

Isaria war ihr dicht auf den Fersen, während Sumudai erst wie angewurzelt stehen blieb, ehe Sie zum Kessel eilte, schneller als notwendig war, wie als wollte ihre vorherige starre kompensieren, und, weil Sie nicht so recht wusste was Sie tun sollte, anfing in diesem zu rühren.

Endora und Isaria hatten Lailazah bald erreicht, Sie mühte sich tatsächlich auf ihren alten Knochen den Weg hinauf und war so dicht eingekleidet das die Kleidung, wahrscheinlich nicht nur viel zu warm war sondern auch den „Aufstieg“ beschwerte in dem die einzelnen Stücke gegeneinander arbeiteten. Diese Kleidungsmenge wirkte exzessiv, hatte aber auch seinen Grund, hatte Lailazah doch gegenüber Licht sehr empfindliche Haut, hieß es, jene war übrigens dank der Kleidung auch nicht zu sehen.

Endora schritt schnellen Schrittes auf die alte Dame zu und gab ihr eine Ohrfeige, „Das ist wegen der rechten Hand„, und danach umarmte Sie sie, „Es ist gut dich wieder zu sehen Schwester„. Doch diese Umarmung weilte nicht lange, entfernte sich Endora doch schnell wieder, wies die gute Lailazah doch einen relativ starken Geruch auf, Sie roch penetrant nach Duftwässerchen.

Lailazah erwiderte die Begrüßung Endoras, verzichtete aber auf die Ohrfeige, „Es ist auch gut dich wiederzusehen Schwester, war es doch schon Jahrzehnte her, und dennoch kommt es mir vor als wäre es erst gestern gewesen.

Isaria nahm dies alles auf, in der Art und Weise einer Person, die sich verhielt als hätte Sie diese Szene schoneinmal gesehen, ehe auch Sie die neudazugekommene Hexe begrüßte, „Es ist wirklich zulange her, das wir miteinander gesprochen haben Lailazah, sei willkommen,“ um im Anschluß daran in einen dunkleren Ton zu verfallen, „aber warum bist du hier?

Lailazah wandte ihren Blick nun auch Isaria zu, „Es ist auch schön dich wiederzusehen Isaria, wie ich sehe führst du den Zirkel noch immer auf deine Weise„, das letzte klang ein Stück weit nach einem Vorwurf, aber ehe die Situation weiter eskalieren konnte begab sich Endora zwischen die beiden und drängte Sie, beinahe physich, in die Richtung des großen Kessels und versuchte die Gemüter mit einem einfachen Thema zu beruhigen, aber irgendwie war Tee das einzige was ihr einfiel, also redete Sie darüber, nachdem Motto alles ist besser als drei Jahrhundertealte Hexen die sich streiten…

Kaum das Sie bei dem Kessel waren eilte Sumudai auch davon, noch ehe Endora Sie herrisch wegscheuchen konnte.

Isaria, wer kommt noch?“ Fragte Endora, nach kurzer Überlegung ihre Nichte.

Doch ehe diese antworten konnte ertönte aus dem Hintergrund schon eine Stimme, „Unter anderem Ich.“

Fortsetzung folgt…

Spektakuläres Schauspiel, in Vorbereitung

Flavia hatte eigentlich vorgehabt sich mit ihrem Steckenpferd der Alchimie auseinanderzusetzen, doch es sollte an diesem Tage anders kommen, ach wie sehnte sie sich zurück zu den Tagen, als Sie sich den Turm noch mit Meisterin Mala Magica Mysteriosae teilte, obwohl Sie freilich zugab, das der Name, vor allem für einen selbstgewählten reichlich idiotisch war, waren diese Tage doch ihrem Studium weitaus förderlicher gewesen, als die letzten Tage.

Alles begann damit das die gute Meisterin, wegen eines Misverständnisses über irgendwelcher dunkler Praktiken dämonischer Ursprünge den Turm verlassen musste, sicher hatte Sie Dämonene gerufen, aber das war doch dennoch kein Grund. In Flavias Meinung, war das rufen zum Studium, wie es die gute Meisterin getan hatte, durchaus akzeptabel, zeigten doch die letzten Götterläufe, so hatte Sie zumindest aus älteren Ausgaben des Aventurischen BOten, welche Sie nach den Salamanderbeilagen durchwühlt hatte, entnommen das es vermehrt Fortschritt in der Invokation gab, was das Studium weiter notwendig machte um mit diesen Fortschritten mitziehen zu können, leider war das eine Meinung, welche nicht allzu gern gehört wurde, weswegen Flavia Sie auch nicht aussprach, aber dennoch Mala hatte Sie bei ihren eigenen Studien, im schlimmsten Fall, nicht gehindert und teilweise sogar unterstützt, gut Sie musste das ein oder andere Mal Kerzen ziehen und Kreide machen, aber das war okay, es war zwar kein Gift, aber dennoch überkamm Flavia dabei so ein wohliges kribbeln.

Doch das war nun vorbei, der neue Magus des Turmes, ein, wie Flavia fand, eitler Geck mit dem Namen Zafir Rafik Manzanares, war nun anwesend. Seine Magie war vor allem Licht und Rauch, ganz nett, wenn man Kinder beeinflussen wollte, wie Mala mal gesagt hatte, aber doch nichts, was darüber hinaus nutzbringend war, es war halt nicht substantiel…

Gut eines musste Flavia ihm zugutehalten, er war nett, konnte sich seinen Nimbus des mysteriösen, zwar ein deutlich anderer als Malas, während ihrer eher dunkel war, war seiner Grau, aufrechterhalten und schien es tatsächlich zu schaffen oder zumindest darauf auszulegen sich mit dem nahen Weiler Weidenau gutzustellen, er schien sogar gerne dorthin zu gehen und seine Zeit in dem Gasthaus zu verbringen, was vielleicht ganz gut war.

Und etwas über Alchimie wusste er auch, dank einiger alter Freunde, wie er mal gesagt hatte, es sah also so aus als könnte sich Flavia doch noch mit ihm arrangieren, doch dann begann er seine große Leidenschaft der Spektakel und Schauspiele zu planen, was sofort ein ungutes Gefühl in Flavias Magengegend erzeugte.

Jenes bestätigte sich dann auch, als der Magus war tief in seiner Vorbereitung verstrickt, er wie beiläufig Flavia über ihre Rollen in den Schauspielen informierte, schlimmer noch, es würden noch andere Mitspielen, wenn es nach ihm ging, Sie müsste sich also auch mit anderen arrangieren.

Dem entsprechend schlecht war Flavias Stimmung, vor allem als Sie dann auch noch erfuhr was Sie aufführen sollten, ein uraltes Stück namens Nabahat und Schalima, eine tragische LIebesgeschichte, ziwschen zwei jungen Menschen, welche vor Jahrtausenden oder so, wegen ihrer Liebe in ihren Untergang gestürzt waren, als würde das irgendjemand interessieren, ein Stück über Paramanthus auf der anderen Seite, das wäre interessant…

Und wenn es nach dem Magus ginge, würde Sie wohl die treue Schalima spielen, urghs.

Zumindest konnte Sie seine Retorte etwas stören mit der Frage ob er schon in dem Gasthaus nachgefragt hatte ob er jenes überhaupt nutzen dürfte als Bühne, hatte er doch entsprechende Gedanken während eines Gespräches, als es um Schalimas Charakter und Motivation ging, in einem Nebensatz fallen gelassen.

Schnell war er aufgesprungen und wahrscheinlich zum Gasthaus gerannt, während die allein gelassene Flavia die Möglichkeit nutzte um etwas durch das Stück zu blättern, dachte Sie sich doch, wenn ich schon mitspielen muss, sollte ich vielleicht auch wissen, wie katastrophal es wird.

Doch es gab einen Lichtblick für Sie, in dieser dunklen Angelegenheit, zum Schutze ihres geliebten Nabahates rührte Schalima in der vorletzten Szene ein Gift an, gut laut den beschriebenen Symptomen war es nicht wirklich ein Gift, es wurde zwar als solches bezeichnet aber es hatte mehr von einem simplen aber dennoch starken Schlafmittel. Sie verrollte dabei die Augen, wieder mal typisch die schmalzige Gefühlsduddelei wird auf Seiten über Seiten ausgebreitet, aber das interessante wird falsch zusammengestellt auf eine Seite verbannt. Ich meine wer schreibt bitte so etwas wie, „Oh deine Schönheit gleicht dem höchsten Schatz am Firmament, rund wie Madas Mal, dem prachtvollsten Stern in Phexens Kammer, ist deine Anmut Schalima vollendet, deine Augen sind tief und dunkel wie die schützende Nacht, welche unsere Vorfahren von den Echsen bewahrte…“ und so weiter. Mit einem Mal breitete sich ein Grinsen auf ihrem Gesicht aus, was wäre wohl, wenn ich es etwas umschreiben würde?

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