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Bogen und Knochen

Während Karan seine Nachtwache hielt verzierte er, wie die letzten Nächte auch, seinen Bogen. Mittlerweile waren kleine Gravuren zu erkennen sie reichten von kleinen Mustern bis hin zu verschnörkelten Darstellungen. Mitsicherheit nicht so kunstfertig wie es ein vollblütiger Elf getan hätte, dennoch war Karan mit seiner Arbeit zufrieden. Eine der Darstellungen auf der Innenseite des Bogens zeigte einen großen Thorwahler und einen kleinen Elfen, Ragnar und Karan. Nun ja sie sollte Ragnar und Karan abbilden, doch dafür reichte seine Kunstfertigkeit bei Weitem nicht aus. Mit gutem Willen und wenn man es wusste konnte man die beiden Gestallten zuordnen.

So schnitzte, gravierte und polierte Karan weiter und dachte über die letzten Tage nach. Mussten sie schon wieder unfrieden stiften? Hätte es nicht gereicht die Hexe einfach zu befreien und zu fliehen? Mittlerweile kamen sogar dem weltfremden Halbfinelfen Zweifel an den Reaktionen seiner Mitreisenden. Das Verhalten der Menschen bei Hofe verwirrte ihn und er versuchte nicht einmal es zu verstehen. Erst wurde er gefragt, ob er was trinken wolle und dann wurde ihm der Mund verboten. Merkwürdig. Besonders traviagefällig ist das nicht. Nun ja, das was das niederbrennen einer Taverne auch nicht. Karan war nur froh, dass Rondrigo, Ragnar und er die Hexe retten konnten und lebend Artingen verlassen konnten. Was war nur mit Aimos. Karan, dem Aimos ansonsten immer Feigheit unterstellte, verschte ihn zu retten. Trotz Kampf und mehrfacher Rufe und Versuche gelang es ihm nicht und er musste fliehen. Bei sich betete Karan zu Firun und Ifirn, um eine Möglichkeit Aimos zu befreien.

Die Nacht verstrich und bald war es an der Zeit Ragnar zu wecken. Karan überlegte, ob er noch mit Ragnar wachbleiben sollte oder vielleicht für alle etwas zum Frühstück jagen sollte. Die Wurzeln, Würmer und Rinden waren wohl nicht so nach dem Geschmack seiner Freunde. Das konnte er nun wirklich nicht verstehen, gerade die Würmer waren doch sehr lecker. Abegesehen von dem was sie aßen wunderte sich Karan mehr denn je über das Verhalten von Aimos und Rondrigo. Sie wollten anscheinden nicht, dass Ragnar und Karan in einem Zimmer schliefen, doch er war entschlossen auch einmal seinen Willen durchzusetzten und darauf zu bestehen bei seinem Freund zu schlafen oder sich des Nachts zu ihm zu schleichen. Karan dachte noch an die raue Umarmung in die ihn Ragnar zog, als sie sich im Wald trafen und an Björns Verhalten. Dabei musste er lächeln. Björn kaute derweil noch an seinem Knochen, glücklich ihn in der Nähe seines Mauls zu haben. Karan tätschelte seinen Hund und wusste, Björn war der einzige Mitreisende der Karan wirklich verstand.

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