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Offiziere auf See

Der Junker stemmte seine Arme auf die Reling der Zedrakke, welche den klangvollen Namen Al’Azila trägt. Er ließ seinen Blick über die weitere See streifen wo in der Ferne die Praiosscheibe begann aufzugehen. Einer der Matrosen erzählte ihm, dass man diesen Teil von Efferds Wogen das „Perlenmeer“ nennt. Sieghelm vergewisserte sich, dasskein anderer um ihn herum war bevor er wieder dazu ansetzte mit seinem kleinen aber treuen Weggefährten zu sprechen:

„Das muss wohl deine erste Reise auf hoher See sein, Pagol.“ Der Junker sag zu seinem Dackel herab, der sich neben ihm an sein Bein kauerte. Sie waren bereits seit zwei Tagen unterwegs, und noch immer schien sich der Hund nicht an den wackelnden Untergrund gewöhnt zu haben. „Mir liegt es auch nicht, als Darpate bevorzuge ich einen festen Stand, und den kann man hier wahrlich nicht bekommen.“ Pagol jaulte wieder leise und sah an seinem Herrchen herauf, Sieghelm entgegnete mit einem wissendem Nicken.

Zehn Momente später, kam es zu einem weiteren Dialog zwischen den beiden, doch diesmal waren die Ereignisse im Balash am Ongalo das Thema: „Kannst du dich noch an den Kampf erinnern den ich mit diesem Wilden ausfechten musste? Wie haben die anderensie doch gleich genannt … achja … Ferkinas. Der Krieger den ich in einem ehrvollem und rondragefälligen Zweikampf besiegt habe, war nicht älter als dreizig Götterläufe, und er galt als Veteran. Soweit ich das verstanden hatte, wollten die anderen Wilden das er stirbt, und zwar in einem Kampf damit er einen ehrvollen Tod bekommt anstatt an der Last des Alters zu sterben.“ Sieghelm machte eine Pause und sah wieder angestrengt in die Ferne des Ozeans. „Es kommt, die Leuein möge mir verzeihen, unserem Glauben sehr nahe, findest du nicht?“ Pagol machte keine Regung und gab auch keinen Ton von sich. Sieghelm besah sich seinen treuen Weggefährten kurz an als würde er auf eine Reaktion warten um dann wieder auf die See zu schauen und dabei nachdenklich auf der Unterlippe zu kauen, welche durch die salzige Seeluft spröde geworden war. „Ein ehrvollen Tod in einem ehrvollem Zweikampf – ich sollte mal Fräulein Pedderson fragen ob diese Wilden vielleicht sogar eine Abwandlung von Rondra anbeten, oder ob es einfach nur Zufall ist.“ Sieghelm seufzte kurz.

„Wo wir schon bei dem Fräulein sind, was hältst du von ihr, Pagol? Sie scheint mir eine recht vertrauenswürdige und zuverlässige Dame zu sein die weiß was sie will. Wir haben – auch wenn man es auf den ersten Blick nicht vermuten mag – viele Gemeinsamkeiten, und damit meine ich nicht nur unsere gemeinsame mittelländische Herkunft die uns immer wieder mal über die Sitten und Gebräuche dieses Landes schmunzeln lassen.“ Sieghelm drehte sich von den Reling weg und kniete sich nun zu Pagol herunter um ihm sein kleines Köpfchen anzuheben um somit seine Aufmerksamkeit zu bekommen. „Wir sind beide Zielstrebig, wir wollen beide diejenigen die sich nicht selbst helfen können unterstützen, wir sind beide studierte Mittelländer, wenn auch verschiedener Zweige.“ Pagol kniff die Augen zusammen und jaulte kurz mit zusammengebissenen Zähnen. Sieghelm ließ sein Köpfchen wieder los, so dass er sich wieder zusammenrollen konnte. „Und außerdem sind wir beide Diener der Götter – sie dient der Wissenden, ich der Streitenden. Ich denke, dass sie auf weiteren Reisen nützlich sein kann, zumal sie sich auch noch gut mit Adeptus Nehazet versteht, ihre Fachgebiete scheinen sich gut zu ergänzen – und wir beide wissen, dass Männer und Frauen wie der Herr Adeptus und das Fräulein Männer wie uns brauchen, um sie vor den Gefahren dieser Welt zu beschützen.“ Sieghelm stand wieder auf um erneut auf die See blicken zu können, die Praiosscheibe war inzwischen fast komplett aufgegangen. „Ich werde Sie einladen mich in Hammerschlag besuchen zu kommen wenn alldies hier vorbei ist, ich bin mir sicher, dass ihre Fähigkeiten noch von Nutzen sein werden.“

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