Button

Um die Karawanserei

14. Travia 1026 BF

Die Praiosscheibe steht hoch am Horizont. Sieghelm ging mit seinem treuem Dackel Pagol eine kleine Runde spazieren, sein Weg führte ihn um die Mauer der Karawanserei herum. Die Luft war für den wesentlich gemäßigtere Temperaturen gewohnten Krieger viel zu trocken und zu heiß. Immer wieder musste er sich den Schweiß von der Stirn wischen, selbst Pagol schien diese Temperatur nicht zu mögen.

„Ja, es ist viel zu heiß hier – und die Landschaft ist ebenfalls alles andere als ein schöner Anblick. Es sieht so aus, als hätte die gebende Göttin dieses Land verlassen … ein wahrlich Gottloses Land.“ Ächzte Sieghelm und sah dann wieder zu seinem Dackel, der ihm seinerseits immer wieder mal eines angestrengten Blickes würdigte. Der Junker dachte über die Ereignisse der letzten Tage nach: Mittels eines Winddschinns ließ Adeptus Nehazet ihn mehrere hundert Meilen durch das Land transportieren. Irgendeinen wichtigen Grund musste das ganze ja haben, ansonsten hätte Nehazet ihn nicht holen lassen – und schon gar nicht auf diese perfide Art und Weise. Was jedoch viel schockierender ist, ist die Tatsache dass Nehazet nun der Schlafkrankheit anheim gefallen ist – und die einzige Verbindung die Sieghelm hier hatte waren zwei ihm unbekannte Frauen die sich als „Gefährten“ des Adepten bezeichneten.

„Was hältst du denn von denen, mh? Die eine scheint mir eine achtbare Dame zu sein, Fräulein Pedderson – wahrlich sowohl von Hesindes als auch von Rahjas gaben gesegnet. Ja zugegeben … ich war ein wenig Forsch zu ihr, aber wer kann es mir schon verdenken, ich wurde soeben mehere Hundert Meilen durch das Land geflogen und meiner neuen Heimat entrissen … und noch dazu in dieses Trostlose von den Göttern verlassene Land.“ Währenddessen verrichtet Pagol an der Karawansereimauer sein Geschäft, was Sieghelm dazu veranlasst stehen zu bleiben und nachdenklich zu schnaufen.„Ich kann verstehen dass jemand wie der Adeptus sich mit ihr umgeben hat, wahrscheinlich haben sie über allerhand Philosophie, die hohe Rechenkunst und derlei Schöngeisterei gesprochen … aber was ist mit diese Feldschererin? Wie passt sie in das Bild …“ Der Junker blickt in die weite Ebene hinaus, als ob dort in der Ferne die Antworten auf seine formulierte Frage lag. „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass sich Nehazet je für eine Frau interessiert hat … also … im Sinne einer Frau als solches, du verstehst mich doch – oder?“ Pagol sah sein Herrchen verständnislos an, während er gemütlich neben ihn her trottete. „Ich möchte wahrlich nichts schlechtes über ihn sagen, mein Vierbeiniger Freund, aber der Adeptus ist nicht gerade der Typ Mann dem man zutraut im Sinne der berauschten Göttin mit einer Frau das Zimmer zu teilen.“ Sieghelm räusperte sich verlegen und sah kurz verlegen zu Pagol herab. „Wie dem auch sei – zurück zu dem wo der Ochs das Wasser lässt – diese Gegend hier ist nicht nur trostlos, sondern auch noch höchst unzivilisiert. Der Wirt … also dieser schmierige Besitzer dieser, wie nennen sie es? Karawanserei? Also dieser Schenke … die noch nichteinmal einen einzigen Stuhl besitzt … die Götter stehen mir bei und mögen mir Geduld geben … also, wo war ich? Achja … dieser Wirt ist der vertretende Vogt des hiesigen Beyrouns? Was sind denn das für Verhältnisse? Ich kann wahrlich verstehen wieso das Mittelreich dieses Land hier aufgegeben hat …“

Der Hauptmann der Infantrie schlenderte mit seinem Dackel um die letzte Ecke der Karawanserei. Eine kleine Böhe trug eine Prärieknäuel heran, welches der Junker angewidert ansah um dann anschließend einen kleinen Bogen darum zu schlagen. „Wichtig ist nur das Adeptus Nehazet wieder gesund wird, und das dieses Dorf hier von dieser Gefahr bewahr wird … so Gottlos die hier auch alle mir erscheinen mögen, so ist es doch im Sinne der Leuin wenn ich dieses sich selbst überlassene Dorf und dessen bewohner Beschütze, der hiesige Beyroun wird es mir mit sicherheit Danken das ich ihm sein Land, seine Untertanen seine Häuser und somit auch sein Einkommen gesichert habe. Der kampf gegen diese riesige Arachnoide Gestalt war wahrlich ein guter Kampf – bleibt abzuwarten was und noch erwartet … ja vielleicht sogar dieser Aslaban selbst … komm Pagol, lass uns rein gehen und einen Brief an den Bey aufsetzen.“

(Sendschreiben)

 

Schreibe einen Kommentar