02. Praios 1026 nach Bosparans Fall
Wir saßen gerade in meinem Thronsaal und ich unterhielt mich mit Azina saba Belima, ich denke Ihr gefiel der Vorschlag meinerseits ihrem Onkel Omar al’Alam eine neue Anstellung zu ermöglichen. Zwischenzeitlich wurde der Nachtwind umdisponiert. Als Delia wieder zurückkehrte, offensichtlich war Sie tatsächlich im Harem gewesen, wie vereinbare ich das nur mit Travias Erwählung? Jedenfalls berichtete Sie das die Damen wohl begierig darauf wären sich vorzustellen, möglicherweise mit Travias Aspekt auf Traditionen (?), ja das könnte funktionieren, da ich mich in der Zwischenzeit schon auf den Thron gesetzt hatte und Delia offensichtlich auch teilhaben wollte an dieser äh Vorstellung setzte Sie sich auf eine der Kissen vor dem Thron, die anderen taten es Ihr gleich.
Die Damen wurden hereingeführt und eine Dame welche sich als Abrizah al-Azila vorstellte gesellte sich in meine nähe und stellte die anderen Damen vor, diese anderen Damen begannen sich akrobatisch zu verrenken, ich denke diese Körperfertigkeit wird Tanz genannt, bin mir da jedoch nicht vollkommen sicher, überschreitet es doch alles was ich in diesem Zusammenhang ersichtig wurde bei weitem, gut das letzte mal tanzte ich in Khunchom, ist also schon etwas her, wo war ich, achja die anderen Damen.
Die zweitälteste mit 25 Götterläufen und bewandert im erzählen von Geschichten, vermute ich jedenfalls, wobei die umschreibende Wortwahl etwas seltsam anmutete, hmm wahrscheinlich so ein mhanadischer Ausdruck denn ich weder in Khunchom noch in Punin gewahr wurde, hie0 Isha az-Zahra. Die drittälteste mit 19 Götterläufen, welche wohl in der Kunst der Massage bewandert sei, hieß Nedime ash-Shabra. Und die jüngste unter ihnen war die 16 Götterläufe alte Renahban saba-es-Sulef, jene wurde als Kind in den Harem aufgenommen und von den anderen Damen unterrichtet.
Aber viel fesselnder als die akrobatischen höchstleistungen, von denen ich teilweise gar nicht wusste das jene möglich wären, war die tatsache das zwei der Damen über Thaumatursome verfügten, in dem Besitz von Abrizah al-Azila befand sich ein Diadem welches verzaubert war, eine der anderen Damen trug einen Armreif welcher verzaubert war, beide werde ich mir in nächster Zeit genauer beschauen müssen. Bevor ich so eine wichtige Entscheidung wie die der Shanja treffen wollte, erschien es mir sinnvoll die Damen genauer kennenzulernen, dies teilte ich dann auch Abrizah al-Azila mit.
Später erfuhr ich noch das die Damen um ihren Schutz besorgt waren, was nun wirklich nicht angehen konnte, es wurde schnell eine geeignete Wache, eine Achmad’Sunni, verpflichtet den Harem zu bewachen.
Auch Assaf, der ehemalige Wesir der beiden Vorgänger gesellte sich bald zu uns, er stellte sich als nützlich heraus, ich könnte ihn vielleicht als Assistenten nutzen, der Posten des Wesirs ist ja schon vergeben. Ich fragte ihn dann auch ob sich noch andere Gefangene in dem Kerker befänden und er wusste tatsächlich von dreien, einem Schmied der seine minderwertigen Waren zu überteuerten Preisen veräußerte und zwei Bauern, der eine um die 20 Götterläufe und der andere um die 40 Götterläufe, welchen beiden vorgeworfen wurde die Versorgung der Residenz ihres Herrschers vernachlässigt zu haben. Ich befahl ersteinmal man möge ihnen die Ketten abnehmen, es dauerte zwar etwas bis dies getan wurde, aber es wurde getan. Anschließend ließ ich mir vortragen was genau vorgefallen sei, der Schmied berichtete mir seine Geschichte und ich kamm zu dem Entschluß das es nichts war, was eine Verurteilung zu Kerkerhaft begründen würde, er wurde demenstprechend von mir freigelassen, ferner bot ich ihm an, in meine Dienste zutreten, sollte ihm danach sein. Die beiden Bauern berichteten, genauer gesagt der jüngere der beiden, mir das ihnen das hölzerne Tragestück der Wassereimer zerbrach als Sie Wasser holten und dass Sie dadurch unpünktlich waren, da ich auch dies als unverschuldet ansah, beschloss ich auch jenen die Freiheit zu schenken. Allen vormaligen Gefangenen wurde es gestattet sich vorher zu kräftigen.
Die Gesandschaft des Dorfes, bestehend aus dem Dorfältesten und einem Anverwandten von ihm, sowie der Tochter des Karawansereibesitzers wurde als nächstes vorgelassen. Der Dorfälteste erhielt zuerst das Wort, wir unterhielten uns über einige Dinge, uner anderem war er froh das ein weiser Herrscher nun das Land regieren würde, sei aber etwas verwundert, mit welchem Anspruch ich das Land beherrschen würde, da die Shanja doch vom Winde verweht wäre (gut das waren nicht exakt seine Worte). Ich erzählte ihm von Collegus Rafim Bey ibn Rizwan, welcher nun auch der Emir dieses Landes sei, und das jener mich zum Bey über dieses Land gemacht habe. Dann berichtete er noch wie erleichtert die Bewohner des Dorfes seien, dass das Wasser nun wieder fließe, das aus diesem Grund der heutige Tag ein Feiertag sein solle und jener meinen Namen tragen werde. Als nächstes sprach dann die Tochter des Karawansereibesitzers, Sie wollte versichert sein, dass die karawanserei unabhängig sei, dass es ihnen wieder gestattet sei eigene Wachen anzuwerben und das Sie die alten Abgaben (des vorherigen Emirs, also vor dem letzten Emir) nur zu leisten hätten, ich sah ersteinmal nichts was dagegenspräche, bat mir jedoch aus entsprechende Informationen durchsehen zu wollen um eine gerechte Entscheidung zu treffen. Sie verließ anschließend den Thronsaal. Ich wurde noch herzlich auf das Dorffest eingeladen und sagte auch zu jenes aufzusuchen, wies noch daraufhin, dass die Gefangenen der vormaligen Potentaten frei seien und bat ihn diese doch mit ins Dorf zu geleiten, bzw. umgekehrt.
Anschließend ließ ich nocheinmal nach Assaf schicken, ihm trug ich auf eine Inventurliste von Tulufs (ehemaligen) Karren zuerstellen, dann folgte noch ein geplänkel mit zwei Bey Barschas, welche beide zum Agha befördert werden wollten, ich teilte ihnen mit, dass ich mich alsbald darum kümmern würde, Sie sich jedoch noch zu gedulden hätten.
Nun erst sollten wir die Muße finden, uns umzukleiden, Delia zog sich dafür zurück, da ich wusste, dass ich mich nicht unangemessen entblößen würde entschied ich mich für eine schnellere Variante, ich wechselte von dem Festgewand in das Große Gewand, ersteres war ja etwas beschädigt, dabei bemerkte Collega Peddersen meinen Arm und besah sich auch prompt jenen, offenbar war der Verband nicht nach ihrem Geschmack, sie legte also einen neuen, morgen (oder übermorgen) sollte ich genügend Kräfte gesammelt haben um das eigenständig curieren zu können. Wie es Sitte war legte ich mir anschließend einen Turban an, was auch einige Zeit dauerte, da ich schon länger keinen Turban mehr trug und es beinahe genauso lang her ist das ich sah wie er gewickelt wurde, aber natürlich gelang es mir einen imposanten Turban zu aufzutürmen, ich entscheid mich noch jenen mit einer Saphirbrosche zu verzieren. Auf dem Hof wurde mir dann noch eine Eskorte zur Seite gestellt, der alte Emir musste wirklich ziemlich verhasst sein, Azina saba Belima und ich samt Eskorte begaben uns zum Fest. Assaf erhielt vorher noch frei, dass heißt, wenn er mit seiner aktuellen Aufgabe fertig sei. Collega Peddersen und Delia waren schon vorgeeilt. Unten begneten wir dann erneut Kalkarib dem Sohn des Karawansereibesitzers von El’Trutz, jener wollte wohl sowohl Delia ehelichen als auch Gespräche über Handelsbeziehungen führen, ich vertröstete ihn auf den nächsten Morgen, wollte ich das Dorf doch nicht beschämen und Ihr Fest durch schnöde Verhandlungen beleidigen. Delia sollte ihm das Land zeigen, so er das wünschte, ferner erhielt er ein Quartier in meiner Burg (zu einem Palast sollten noch einige Umbauten stattfinden).
Danach wollte die Dorbevölkerung eine Rede von mir hören, ich versuchte mein bestes, um zu verdeutlichen das ich es als notwendig ansah, dass alle hart arbeiten werden müssen um das Land wieder in ein Kleinod unter den Tulamidischen Staaten zu verwandeln, das es uns aber möglich sein wird, dies gleichsam wie eine Oase, die sich in der Khom erhebt, das Land wieder in einen fruchtbaren Garten zu wandeln, welcher uns Reichtum und Wohlstand brächte und das diesem Ort großes bevorstünde. Natürlich war es ein voller Erfolg. Diese Rede hielt ich noch einige male, mir fiel auf, dass die Damen, welche mir Tee und andere Erfrischungen reichten, ziemlich freizügig für so eine ländliche Region waren, meine arkane Visitation musste ich aufgrund meiner schon stark beanspruchten Kräfte abbrechen, nunja in den nächsten Tagen werde ich wohl genügend Zeit haben um entsprechendes durchzuführen.
Der Abend neigte sich dann auch rasch dem Ende zu, und ich schlief mit Gedanken und Plänen über das kommende ein.