Button

Eine kleine Jagd

Ein hübsches Dörfchen dieses Mathab. Vor allem die Häuser um die Bäume sehen interessant aus. Ob hier Elfen wohnen oder die Häuse von Elfischer Bauweise inspiriert wurden? Zumindest liegt das Dorf mitten im Wald. Das gefällt mir gut. Hier lässt es sich bestimmt wunderbar leben. Ich sehe schon, die anderen gehen ins Gasthaus; da werden sie in Sicherheit sein. Nun kann ich mich in Ruhe hier umsehen. Noch etwa drei Stunden bis es dunkel wird, also ausreichend Zeit, um eine kleine Pirsch zu wagen.

Azina pfeift einmal kräftig und signalisiert Adaque und Bakkus den Beginn der Jagd. Vorsichtig schleicht die junge Jägerin durch den Wald zu dessen Randgebiet und hält Ausschau nach kleiner Beute. Nachdem sie sich orientiert und mit der Umgebung vertraut gemacht hat, findet sie mit Leichtigkeit die hiesigen Wildwechsel und folgt ihnen zu einem Kaninchenbau. Sie schaut sich sorgfältig um und wirft Adaque kräftig in die Luft. Er kreist ein paar Mal lautlos über der offenen Feldfläche und stößt mit einem schrillen Schrei steil nach unten. Seine scharfen Krallen bohren sich in das ahnungslose Kaninchen und halten es fest. Aufgefordert von seiner Herrin rennt Bakkus zu der überwältigten Beute. Die Aranierin schaut dem kleinen Showkampf zwischen dem Blaufalken und dem schwarzen Nivesischen Steppenhund einen Augenblick zu. Ein verstohlenes Lächeln umspielt dabei ihre Lippen. Ein weiterer Pfiff ertönt und Adaque erhebt sich anmutig in die Luft. Sanft lässt er sich auf den ausgestreckten Arm der Tierbändigerin nieder und empfängt seine Belohnung, während Bakkus das Kaninchen zu ihr trägt. Stumm vollzieht sie den Jagdritus, Ehrt die Beute und dankt für das Opfer.

Vielen Dank, kleines Wesen. Möge deine Seele in Firuns Jagdgründe eingehen und dort Vollkommenheit vorfinden.

„Kommt meine Freunde, gehen wir zurück. Ein Festmahl erwartet uns.“

Vor dem kleinen knisternden Feuer am Rande des Dorfes hängt das Kaninchen an einem Stock. Sorgfältig wendet sie es bis Bakkus dem wunderbaren Duft kaum noch widerstehen kann. Das grob abgezogene Fell liegt unverarbeitet daneben auf dem Boden. Kritisch mustert Azina den Pelz.

Welch Schande es verkommen zu lassen. Das kann man doch bestimmt besser abziehen und nutzen. „Hier Kleiner, nimm die Vorderläufe.“ *ratsch* Delia hat vorhin etwas von einer Jägerin namens Fiona gesagt. *kau* Ich werde sie morgen in aller Früh aufsuchen und um Rat fragen. „Hier Adaque, du hast es dir verdient!“ Vielleicht zeigt sie mir ein paar Dinge in Sachen Beutenverarbeitung. Eine Einnahmequelle ist wichtig, um unser Überleben zu sichern.

Nun sollten wir versuchen ein wenig zu schlafen. Wer weiß, was morgen alles passiert. Welche Überraschung Delia und Isaria für uns bereithalten. „Komm her Bakkus, die Nächte sind kühl.“

Im Licht der Sterne sieht Azina, noch bevor ihr die Augen zufallen, wie die inzwischen allzu bekannte gestreifte Katze durch das ruhige Dorf zum Gasthaus schleicht und in einer Nische hineinschlüpft.

______________________________

Azinas Gedanken

Die Zweite Reise

Wir sind aufgebrochen. Eine neue Reise beginnt. Zwei Götterläufe nach meinem ersten Aufbruch aus Baburin. Diesmal jedoch ist alles anders. Dieses Mal gehe ich gestärkt. Dieses Mal gehe ich mit dem Segen der Zurückgebliebenen. Sei es meine Familie, die gut versorgt ist oder sei es die Rondrakirche, die von unserem Auftrag weiß und Sieghelm endlich das Schwert der Queste in einer beeindruckenden Zeremonie überreichte. Ja, sogar Ferujas Segen erhielt ich, als ich versprach, ihren Sohn – meinen künftigen Ehemann – Muhalla zu suchen. Ein guter Rat – danke Onkel Omar. Gern hätte ich dir meine Freunde vorgestellt, aber du musstest leider geschäftlich fort.

Ich werde meiner Familie Ehre bereiten. Meine alte Schande ist getilgt. Die Nachricht wird auch Fasar erreichen. Tante Tulmirya wird stolz sein.

Mama, Papa. Grämt euch nicht. Ich weiß, ihr schafft es, unser Haus erneut zum Wohlstand zu führen. Die Vorarbeit ist getan, die Herde wächst. Mezzek wird euch helfen, auch Alhina und Rafid sind noch bei euch. Erzieht mir Arima zu einer starken selbstbewussten Frau. Der Hexenzirkel wird über euch wachen. Versorgt ihre Abgesandten gut und ihr seid vor politischen und geschäftlichen Machenschaften sicher geschützt. Und solltet ihr je meine Hilfe brauchen, wisst ihr, wie ihr mich benachrichtigen könnt. Es schmerzt mich, euch erneut zurück lassen zu müssen, aber euer Leben ist nicht das meinige. Werdet froh und glücklich.

Wer weiß, wann ich das nächste Mal nach Aranien kommen werde. Zunächst begleite ich Delia zu ihrer Mutter und anschließend Sieghelm in seine Heimat Darpatien. Danach versuche ich gen Firun in die Rote Sichel zu gelangen. Ich habe von Fahrenden Händlern Gerüchte gehört, dass dort Hippogriffe zu finden seien. Sollte es mir gelingen, eines der Eier zu finden, könnte ich es möglicherweise ausbrüten und aufziehen. Vielleicht gelingt es mir sogar zu fliegen. Die Feinde der Welt werden nirgends vor uns sicher sein! Wir werden sie bis ans Ende der Welt jagen und zur Strecke bringen!

Wie sagte die Meisterin der Senne? „Viel wird von uns verlangt.“ Setzen die Götter unser Leben ein, um Aventurien zu retten? Sind wir ein Spielball der Alveraner?

ICH BIN BEREIT!!

______________________________

Azinas Gedanken

Baburin rückt näher

Azina steht, in einfacher Arbeitskleidung auf dem Feld und hält gegen die aufgehende Sonne blinzelnd inne, um Mezzek dabei zu beobachten, wie er das Vieh auf die Weide treibt. Mit einem Stock bewaffnet ruft er den Tieren zu, wohin sie sollen. Bakkus springt ihm hilfreich zur Seite und kläfft verspielt die Rinder an.

Was sollten wir nur ohne dich machen. Gut machst du deine Arbeit. Wenig Lohn forderst du dafür. Es ist erst ein paar Tage her, seid du auf unserer Schwelle standst und Arbeit erbatest. Meinen Ruhm hast du gepriesen. Meinem Großmut gehuldigt. Drei Tage habe ich dich auf unserer Türschwelle warten lassen. Drei Tage bei Wind und Wetter. Unerbittlich harrest du aus. Das hat mich imponiert. So habe ich dich willkommen geheißen und dich aufgenommen; mit der Bedingung, hart zu arbeiten. Du lernst schnell und bist fleißig. Dir steht eine gute Zukunft bevor.

Wo nur Muhalla bleibt? Es ist gut, dass er noch nicht eingetroffen ist. Viel ist noch zu erledigen. Auch kann es heißen, dass er sich bereits auf einem Abenteuer befindet und lernt was Freiheit ist. Die Hochzeit wurde bereits verschoben, bis er eintrifft und einige Formalitäten erledigt sind. Wie er wohl sein mag?

Still widmet sich die Firunsgläubige wieder der Feldarbeit.

——-

„Huch!!!“ Keuchend erwacht sie aus ihrem Traum, nein ihrer Vision. Suchend schaut sie sich um. Die sonst eher flüchtigen Gedanken Traumbilder haben sich in ihr Gedächtnis eingebrannt. Traumwandlerisch steht sie auf und schaut entsetzt in den verzierten Spiegel. Ihre Augen sind blutunterlaufen. Sie zuckt vor Schreck zusammen. Erst jetzt bemerkt sie den gewaltigen Sturm der draußen tobt. Es donnert und kracht ohrenbetäubend. Ihr Trommelfell droht auf einmal zu zerbersten. Es scheint, als statte die Donnernde höchst persönlich Aranien – nein IHR – einen Besuch ab.

Erinnere dich!

„Was?“ Suchend schaut sie sich um.

Erinnere dich!

„… ja, ich, ich erinnere mich! Ein Gefäß und eine Blume in der Hand des Überbringers. Rondra, was möchtest du mir sagen?“

Es donnert. Ein Blitz schlägt direkt vor ihrem Fenster ein.

Würdig!

„Ich verstehe! Ja, ich werde es tun!“ schreit sie gegen den Sturm an.

Wieder donnert es gewaltig, bevor der Sturm langsam verebbt und in strömenden Regen übergeht.

Die Tür zu ihrem Gemach wird aufgestoßen. „Herrin – verzeiht – ihr habt gebrüllt.“

„Es geht mir gut. Bitte geh wieder zu Bett. Morgen wird ein anstrengender Tag.“

„Jawohl, Herrin.

——–

Endlich sind wir vereint Liebster. Bitte lass mich bei dir bleiben?“ Mit freucht schimmernden Augen schaut Radajana zu ihrem Muhalla auf. In ihrem Blick immer noch das hoffnungsvolle Flehen.

Ach Rada. Was machen wir denn nur? … Bis Baburin sind ja noch ein paar Tage, vielleicht fällt uns noch etwas ein. Oder vielleicht haben diese Glücksritter eine Idee, was man machen könnte. Offensichtlich wollen auch sie nicht, dass diese Hochzeit stattfindet. Wenn meine Mutter nur nicht so stur wäre, dann könnte ich sie vielleicht überzeugen.“ Fest schließt er die Arme um seine Scharlatanin.

——–

Ich frage mich noch immer, warum ihr das getan habt?“ schimpft Sefira. Sie läuft vor Feruja mit fuchtelnden Armen auf und ab. „Ihr wisst genau, was sie mir einst angetan hat!“ „Und was sie mir in Fasar abverlangt hat“ denkt sie im Stillen noch hinzu.

Mäßigt euch!“ wirft Feruja ihrer Adoptivtochter entgegen. „Es ist eine Schande wie ihr euch aufführt! Wie ich die Familie führe, ist meine Sache! Vergesst nicht, wem ihr alles zu verdanken habt. Setzt euch und trinkt euren Tee!

Mühsam beherrscht setzt sich die aufgebrachte Sefira auf einen weichen Schemel und nippt an ihrem Tee.

Wie kann sie es wagen? Wie kann sie nur? Was hat sie vor?

Wissend lächelt die ehrwürdige Frau in sich hinein.

Die letzte Reise

Sehnsüchtig schaut Muhalla ibn Hamar in die Ferne. Am Bug der Reling gelehnt blickt er gen Praios. Seine Gedanken gleiten fort von diesem Ort. Mit einer Hand hält der Edle geistesabwesend seinen Turban fest. Der Wind zerrt an ihm, so wie er an seiner Seele zerrt. Zerrissen ist sein Herz. Schmerz steht in seinem Gesicht geschrieben. Gut, dass es niemand bemerkt. In der anderen Hand presst der den Brief seiner Mutter fest zusammen.

„Eine firungefällige Tulamidin? Was hat sich Mutter dabei nur gedacht? Ist sie denn von Sinnen, die alte Närrin. Was soll ich mit dieser Frau nur anfangen? Sie wird mit mir nicht glücklich sein. Zu Hause einsperren muss ich sie, wo sie doch frei sein möchte. … Nun, mir geht es ähnlich. Ich hoffe, die Maske der Arroganz verbirgt meine Gedanken an sie … ach Rada …

*seufzend schüttelt Muhalla den Kopf*

Interessant diese Geschichten des von Rotwassers. Das Buch habe ich bereits ausgelesen. Die Schreibe mag besser möglich sein, aber die Abenteuer sind dafür umso erzählungsreicher. Gern schlösse ich mich ihm an, um die Welt zu entdecken. So viel gibt es noch zusehen, so viele Handel sind noch zu schließen. Ist mein Geschick darin nicht besser als das Vermögen meiner Familie vor Ort zu verwalten? Soll das doch mein Bruder mit seiner Frau machen. Obwohl. Wenn ich den Ausführungen der Sahiba Delia Glauben schenken darf, sind die Praktiken Sefiras zu überprüfen.

… später …

„Dieser Wichtigtuer! Was fällt ihm eigentlich ein?“

Wütend stiefelt Muhalla in seinem Zimmer im Gasthaus zum grünen Spiegelkapfen in der befestigten Hafenstadt Mendlicum auf und ab.

„Er ist hier fremd. Und ich erlaubte ihm, mich zu begleiten. Nichts weiß er von meinen Fähigkeiten. Nichts! Plump waren seine Versuche mich dazu zu überreden, doch eher auf Abenteuer zu gehen als Azina zu ehelichen. Durch ihn gewarnt sehe ich nun auch die Bemühungen der Sahiba Delia mit anderen Augen. Nun liegt mir der Zweck ihrer Anwesendheit offen. Ablenken sollen sie mich. Steckt gar Azina selbst dahinter? Warum sollte sie dies wollen? Erst eine Hochzeit mit mir arrangieren und dann so etwas. Ich werde sie vor meinem Urteil selbst befragen.“

„Beremosch!“

„Ja, Herr?“

„Lasst die Diener kommen, wir ziehen für diese Nacht in ein anderes Gasthaus. Morgen werden wir beratschlagen, was wir für eine solche Abenteuerreise alles benötigen. Ihr habt doch sicherlich schon einiges an Erfahrung auf diesem Gebiet.“

„Ein wenig. Ich sollte schon dafür sorgen können, dass wir nicht verhungern und verdursten. Seid ihr sicher, dass ihr dies tun wollt?“

„Ja, Beremosch, ich bin mir sicher. Die Werte Azina wird sich noch ein wenig gedulden müssen. Schwer wird es ihr sicher nicht fallen.“

„Wie ihr wünscht, Herr.“

 

—–

Einige Stunden zuvor nahe Baburin:

„Was soll das heißen, ihr könnt nicht? Natürlich könnt ihr. Ich bürge dafür. Verkauft mir das Vieh. Ihr werdet es nicht bereuen. Unsere neue kleine Herde benötigt noch Zuwachs für die Zucht. Das vierte Kälbchen des nächsten Jahres soll euch gehören. Zusätzlich zur Bezahlung des Bullen.“

„Ich weiß nicht recht …“

„Nun, ihr habt doch sicherlich von meiner anstehenden Hochzeit mit Muhalla ibn Hammar as Sarjabaran gehört? Oder von dem toten Dämonenschwein? Ihr möchtet mich doch nicht verärgern, indem ihr mir das Vieh vorenthaltet?“

*bedrohlich blitzen ihre Augen so eisblau wie der Speer in ihren Händen als sie grimmig die Mine anspannt*

„Nein Herrin ..“

„Nun, dann sind wir uns ja einig.“ Lächelnd zieht sie den Bullen aus dem Gatter. „Ich danke euch. Firun stehe euch bei, so wie ich es tue.“

Das Abenteuer beginnt

Gemächlich ließen die Helden Khunchom hinter sich zurück. Tulachim winkte ihnen zum Abschied. Sie ritten nach Aranien, um eine weitere Hochzeit zu verhindern. Während Adeptus Nehazet in Khunchom verblieb und den eigenen gescheiterten Traviabund mit Zafia zu überwinden. Denn ausgerechnet das Symboltier seiner Herrin, die Gans, verhinderte den mächtigen Segen der Mutter Oberen. Trost suchte der angeschlagene Magier nun in seinen Studien. Werden die Ereignisse in Barburin ähnlich verlaufen? Wo Azina selbst sie bat, ihre eigene Hochzeit zu verhindern, damit sie weiter auf Firuns eisigen Pfaden schreiten kann. Ist es Schicksal, dass ihr eigener Weg nun gen Firun weist?

Sie folgten der Straße nach Chalukand und von dort direkt nach Zorgan, wo sie den künftigen Gatten ihrer Kameraden treffen sollten. Sie kamen nur langsam voran, denn Alhina bestand darauf, die Strecke nicht im Galopp zu bestreiten, da sich dies für Damen nicht zieme. Für den aufmerksamen Beobachter war hingegen deutlich erkennbar, wie sehr die Reise die ältere Dame beanspruchte und wie selten sie bisher lange Strecken zu Pferde zurückgelegt hatte. „Eine Kutsche! Eine wahrlich vortreffliche Idee wäre dies gewesen“, dachte sie sich, als sie an den Vorschlag von Herrn Spichbrecher vom Anfang ihrer Reise dachte. Trotz aller Strapazen genoss sie die den Duft der fremden Ländereien. Waren es nun die trockenen Winde von der gorischen Hochebene, die sanft zu ihnen herüberwehten. Oder war es der köstliche Geruch reifer Feldfrüchte als sie die Grenzen Araniens passierten. Auch die beschaulichen Wälder des Djerim Yaleth auf der Elburischen Halbinsel fanden großen Anklang bei der Stadtfrau. Der Lärm Khunchoms geriet schon bald in nebelige Vergessenheit. Die Nächte, zum ersten Mal ruhig und friedlich, wurden nur unterbrochen von den natürlichen Geräuschen der fremden Lebewesen und dem Rauschen des Windes in den Baumkronen.

Zorgan, die Hauptstadt Araniens an der Mündung des Barun-Ulah am Golf von Perricum, war eine schöne Stadt. Typische tulamidische Bauweise vermischt mit einer Dosierung mittelländischen Stils preist mit ihrer Schönheit der Göttin Peraine mit aller Macht. Viele kunstvolle Brunnen verzieren die Plätze dieser prachtvollen Metropole. Einfaches Bauernvolk, das seine Wagen mit Getreide und anderen Feldfrüchten zum Basar fährt, mischt sich mit den farbenfrohen Absolventen der Schule des sehenden Scheins, die ihre Künste prachtvoll offenbaren. Am Rande der breiten Straßen stehen die geschäftig miteinander schwatzenden Händler dieser großartigen Stadt im Herzen Araniens. Allein der blühende rahjagefällige Rosengarten lädt zum Träumen ein und lässt die Menschen von einer besseren Welt sinnieren.

Hier nun verweilen die Helden und warten auf die Abreise.

Währenddessen steht auf der anderen Seite des Barun-Ulah eine junge Falknerin auf einem Hügel ihres Landes und lässt sich den Wind durch das lange schwarze Haar wehen. Als es sich so vor ihren Augen auf und ab bewegt, fällt ihr einmal mehr auf, wie es sich verändert hat. Es beginnt an einigen Stellen weiß zu werden. Stumm betrachtet sie es nachdenklich. Dann nimmt sie eine Strähne in die Hand und zerreibt sie zwischen ihren Fingern. Adaque fasst dies als Einladung auf sich auf ihren Arm niederzulassen. Gnädig lächelnd lässt sie ihn gewähren. Ihr Blick schweift erneut in Ferne und sucht, was noch nicht zu sehen sein kann.

______________________________

Des Schicksals Fügung

Kampf der Freiheit – Kapitel IV– Lohn und Schicksal

Auf dem Weg zurück zum Zirkel begleiten sie Jubelschreie und Dankeswünsche. Jedermann weiß nun, dass Azina es war, die das Unmögliche vollbrachte. Auf die Frage, wie sie das geschafft habe, antwortet sie stets: „Firun stand mir bei.“

„Nun. Ich sehe ihr habt den Dämon erschlagen. Ich bin beeindruckt, aber nicht überrascht. Wir sind bereit deiner Mutter zu helfen. Erwarte uns in ein paar Tagen bei deinem Haus.“, sagt Isaria zur erschöpften Azina.

Als sie zurück zu ihrem Haus kommt sind die Hexen bereits eingetroffen und diskutieren mit Alev, dass er sie doch einlassen möge. Als die Situation aufgeklärt ist, fangen umgehend mit der Behandlung an. Die nächsten Tage verbringt Azina damit die Hexen zu unterstützen, indem sie Wasser, saubere Tücher und diverse andere Utensilien herbei schafft. Am Ende gelingt das Unmögliche und Belima ist auf dem Weg der Besserung. Noch ein paar Wochen und sie sei wieder auf den Beinen, sagen die Hexen und verabschieden sich zu später Stunde. Voller Dankbarkeit schaut Azina ihnen nach, wie sie am Horizont verschwinden.

Am nächsten Morgen trifft sie sich erneut mit Omar al alam. Er berichtet ihr von der immer noch nicht getilgten Schande durch Azinas Verhalten vor nun mehr als zwei Götterläufen. Die Achtung unter den anderen Adelshäusern sei noch immer sehr gering. Zwar beschwichtigen des Bey’s Brief und des Keilers Tod die Gemüter ein wenig. Und die Tatsache, dass Sefira ihr Versprechen einlöste und Azinas Eltern ihr Gut zurückgab, sorgte immerhin dafür, dass man ihnen überhaupt wieder Aufmerksamkeit schenkt. Jedoch kann Belima in diesem Zustand zunächst unmöglich arbeiten. Und Alev schafft es nicht allein das Land zu bestellen. Arbeitskräfte können sie sich noch nicht leisten. Und eine Leihgabe oder einen Vorschuss möchte ihnen niemand gewähren. Die einzige Chance wieder wesentlich an Ansehen zu gewinnen besteht darin das alte Versprechen gemäß den Traditionen ihres Volkes einzuhalten und einen Mann zu ehelichen. Schicksalsergeben stimmt Azina dem Vorschlag zu. Die anschließenden Verhandlungen und Besuche bei festlichen Anlässen sind eine Tortur für die freiheitsliebende Tierbändigerin. Still und stillvoll lässt sie alles über sich ergehen. Einzig ihr Amulett und ihren Speer nimmt sie überall hin mit. Die kritischen Blicke ignoriert sie zusehends erbittert.

Und tatsächlich findet sich schließlich eine Familie, die sie bei sich aufzunehmen und im Hause wirtschaften lassen möchte. Es handelt sich um den vierten Sohn Muhalla ibn Hamar der angesehenen Familie as‘Sarjabaran der die erstgeborene Azina ehelichen soll. Er hält sich derzeit in Zorgan auf und wird in naher Zukunft nach Barburin reisen, um die Ehe zu einzugehen.

Später, nachdem die Bedingungen der Hochzeit geklärt sind, stiefelt Azina im Kreise ihrer Familie auf und ab. Die Hände wütend zu Fäusten geballt, sodass die Knöchel weiß hervortreten.

Argh, Tante Tulmirya und Onkel Omar haben Recht. Erneut Fortzulaufen ist nicht der richtige Weg. Solch Schwäche wird Firun nicht verzeihen. Nur wie kann ich diese elende Hochzeit verhindern ohne mein Gesicht zu verlieren? Wie kann ich sie davon überzeugen, mich gehen zu lassen?

Plötzlich erhellt ein Funken Hoffnung ihre Züge. Rasch setzt sie einen Brief an ihre Gefährten auf, schnappt sich ihre Bürste und sucht nach einem Haar von Delia …

to be continued in game

______________________________

Gedanken der Azina

Kampf der Freiheit – Kapitel III – die Aufgabe

„Bisher kam noch niemand lebend von dieser Jagt zurück“ Die Worte der alten Hexe hallen in ihren Ohren wider als sie die Wälder durchforstet. Den Blick stetig auf die Umgebung und den Boden gleichermaßen gerichtet. Bakkus trottet ein wenig voraus und verschwindet hier und da in den Büschen.

Was für ein Biest soll das denn sein? Was für ein Wildschwein tut so etwas? Das kann kein normales Tier sein. Es muss irgendwie pervertiert oder ähnlich beeinflusst sein. Ich sollte mich hüten.

Nach endlosen Tagen vergeblicher Spurensuche findet sie es doch tatsächlich auf einer Lichtung stehend. Geradezu als ob es auf sie gewartet hätte. Es schüttelt wild den haarigen Kopf und stößt ein markerschütterndes Brüllen aus, als es direkt in ihre Richtung schaut. Ein eiskalter Schauer kriecht ihre Arme und ihren Rücken hinauf. Bakkus zieht sich winselnd ein paar Schritte zurück. Unvermittelt stürmt die Bestie auf die junge Aranierin zu. Die Hauer kampferprobt erhoben, bereit sie in ihr zartes Fleisch zu versenken. Azina schlottert und ist versucht zu fliehen, doch ihre Knie geben nach. In diesem Augenblick der Schwäche gibt sie sich einen Ruck und stellt sich todesmutig und mit grimmiger Miene dem näher kommenden Ungeheuer entgegen. Eine weiße Aura der Entschlossenheit strahlt von jeder Faser ihres Körpers aus. Sie hält den leuchtenden Speer stoßbereit mit festem Griff umklammert und erwartet mit ausladender Geste den tödlichen Zusammenprall … doch … plötzlich reißt der riesige Keiler erschrocken die Augen auf. Vor Angst laut quiekend bremst er abrupt ab. Dabei wird das Erdreich so heftig aufgewühlt, dass die Jägerin mit Dreck beworfen wird. Dennoch gelingt es ihr reflexartig nach der linken Flanke ihres Gegners zu stoßen. Blut fließt an der Spitze der Reliquie entlang, als das Wildschwein sich losreißt und davon läuft.

Firun steh mir bei, was war das denn? Fürchtet sich der Frevel vor Gottgesandten? Dies ist meine Chance. Hinterher! Ich danke dir, Herr.

Die Hatz beginnt.

Es fällt Azina nicht schwer, der Spuren zu folgen. Deutlich ist die Bresche, die der Keiler bei seiner Flucht ins Gehölz schlägt. Viel schwerer ist es, das vorgelegte Tempo halten. Aber auch Bakkus ist nicht mehr von seiner Beute abzubringen. Bis zum Rande der Erschöpfung verfolgen sie die Bestie tagelang durch die dunklen Wälder. Dann endlich – an einem steilen Hang stellen sie ihren Gegner. Angst schwelt in seinen roten Augen. Er zittert am ganzen Leib und versucht noch weiter zurück zu weichen. Azina murmelt ein kurzes Gebet und rammt der Bestie mit aller Kraft den Speer genau zwischen die Augen. Geradezu ungehindert gleitet die Spitze der Waffe in den Schädel des Untiers. Es zischt und schwarzer Rauch steigt aus der Wunde empor. Das vermeintliche Schwein quiekt noch einmal grässlich verzerrt und sackt dann in sich zusammen.

„Möge deine alte Seele Frieden finden.“

Erst als sie ihren Ritus beendet hat, schaut sich Azina um. Sie hat in ihrer Konzentration nicht bemerkt, dass sie sich knapp außerhalb des Waldes befindet. Eine kleine Menschenmenge beobachtet sie ehrfürchtig. Ein Raunen geht durch die Menge. Vorsichtig tritt ein alter Mann zu ihr heran und sagt: „Wir sind euch zu großem Dank verpflichtet, Sahiba. Ihr habt uns von dem Dämon befreit, der uns schon seit langem peinigt. Sagt, wie können wir euch danken?“

„Dankt nicht mir, dankt Firun. Verbreitet die Kunde, dass Azina saba Belima, der Bote Firuns, das Untier erschlug … und leiht mir bitte einen Karren samt Esel.“

______________________________

Gedanken der Azina

Kampf der Freiheit – Kapitel II – Krankeit und Hilfe

Nach langen Wochen des Weges erreicht Azina saba Belima schließlich ihr Elternhaus nahe Barburin. Sogleich stürmt sie in das Innere des alten Anwesens und begibt sich an das Bett ihrer kranken Mutter Belima saba Carima. Azinas Vater, Alev ibn Eslam, ist bei ihr und hält mit verheulten Augen ihre Hand.

„Kind! Du bist da, endlich bist du da. Ein Glück, dass es dir gut geht!“ Belima streckt die Hände nach ihrer Tochter aus.

„Schhhht. Ruhig. Sag, was fehlt dir Mutter?“ Sorgsam tupft Azina mit einem feuchten Lappen ihrer Mutter Stirn. Ihr Vater schaut die beiden ergriffen an und schließt dann ohnmächtig die Augen. Er schwankt leicht und muss sich setzen, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. So groß ist die Erleichterung, dass seine älteste Tochter wohlbehalten daheim ist. Die einjährige Arima schläft unterdessen friedlich im Nebenraum.

„Ich … ich weiß es nicht.“

Oh Nein, was hat sie nur? Die Symptome sagen mir nichts. Ich selbst kann ihr nicht helfen. Jane könnte es vielleicht, aber ehe sie hier ist, könnte es zu spät sein. Ich brauche sofort einen Heilkundigen. Nur wie soll ich ihn bezahlen?

Ich könnte … ja, das ist es. Ich werde Palmeya aufsuchen!

„Warte, wo willst du hin?“ fragte Alev als Azina unvermittelt aufspringt und zur Tür hechtet. „Ich werde Hilfe holen!“

Geschwind macht sich Azina auf dem Weg zur Residenz von Palmeya, eben jener edlen Dame, der sie einst über den Rashtulswall half. Jenem Schicksalshaften Ort, wo sie einst den Speer verlor. Nun ist der Tag der Vergeltung gekommen. Trotz der langen Zeit erinnert sich Palmeya an Azina und versprich ihr Unterstützung. Mit einer kleinen Delegation im Schlepptau erreicht die junge Falknerin abermals das Gut ihrer Eltern.

Die Heilkundigen untersuchen Belima gründlich. Jedoch müssen sie Azina davon unterrichten, dass sie nichts tun können. Sie hätten zwar eine Ahnung worum es sich handeln könne, aber ihnen seien die Einzelheiten unbekannt und so auch die Mittel zur Heilung. Eine Frau aus der Gruppe bleibt ein wenig hinter Ihren Kollegen zurück, die sich bereits wieder auf den Rückweg machen und flüstert der verstörten Frau zu: „Es gibt noch Hoffnung! Der Hexenzirkel der Linken Hand wüsste vielleicht einen Rat. Aber nehmt euch in Acht!“

Der Hexenzirkel der Linken Hand … könnte Delia  mit ihm bekannt sein? Ich werde es versuchen!

Nach einigen Recherchen findet sie dank Omar einen Hinweis, wo sich der Zirkel aufhalten könnte. Bei dieser Gelegenheit übergibt Azina ihm den Brief von Bey Nehazet ibn Tulachim und verspricht, sich zu melden sobald sie wieder da ist, um wichtige familiäre Angelegenheiten zu besprechen. Eilig packt sie sich ein paar Sachen ein und macht sich auf dem Weg. Als sie schließlich sie den Zirkel findet, wird sie zunächst nicht zu Isaria vorgelassen. Die Hexen wollen sie bereits wieder wegschicken, da nennt die Falknerin den Namen Delias‘ und verspricht wertvolle Kunde von ihr. Erst dann wird sie vorsichtig vorgelassen.

Nachdem Azina den Hexen alles über Delias Tun berichtet hat, erklärt sie ihnen ihr dringendes Anliegen. Die darauf folgende Stille ist ohrenbetäubend. Isarias Blick schweift erst über den blauen Speer, dann über das funkelnde Amulett und bleibt schließlich in den Augen der Firungläubigen hängen. … ohne den Blick abzuwenden, nickt sie bedächtig und erklärt mit fester Stimme: „Wir sind bereit dieser Belima zu helfen, wenn … ja, wenn es dir gelingt, was uns versagt blieb. In den Wäldern gen Effert lebt eine mächtige Wildsau. Sie verwüstet den Wald und die umliegenden Dörfer und schlachtet die hilflosen Menschen gnadenlos ab. Alle Versuche der Bestie Herr zu werden scheiterten jämmerlich. Töte das Untier und wir werden dir helfen.“

______________________________

Gedanken der Azina

Ausklang eines Abenteuers

Charackter: Malzan Daske aka Goswin Torwin

Nun, wollen wir es direkt zum Abschluss bringen und das Zepter sicher verwahren. Ich mache schließlich keine halben Sachen. Da bringe ich das Gespräch mal in diese Richtung. Die anderen schwafeln nur irgendwelches unnützes Zeug.

Hm, es scheint als sei dieser Adeptus ganz versessen darauf, das Zepter zu erhalten. Nun ich kenne seine Gesinnung nicht, aber er scheint nett zu sein, wenngleich etwas entrückt. Soll er das Ding meinetwegen bekommen. Das Gold in der Truhe interessiert mich viel mehr. Unglücklicher weise, musste ich dem Geist versprechen nichts mehr davon zu nehmen. Aber wenn ich das richtig verstanden habe, findet der Geist seine Ruhe, wenn das Zepter übergeben wurde. Das heißt, er kann mich nicht mehr maßregeln. Phex steh mir bei, es winkt Gold! Nun muss ich nur noch den Junker loswerden.

Ein funkelnder Diamand. Jaa. Herrlich. Mein ist er! Den werde ich als Glücksbringer behalten, wer weiß, wozu er noch gut sein wird.

Verphext! Da spottet der Wirt doch tatsächlich über mich! Ha, wenn der wüsste, dass ich das Gold mit Absicht nicht gestohlen habe, damit er mich unterschätzt! Haha. Heute Nacht wird abgerechnet, denn Morgen geht es nach Khunchum. Zwar ist dies nicht mein erklärtes Ziel, aber es scheint mir eine gute Alternative zu sein. Die große Metropole am östlichen Meer bietet garantiert vielfältige Möglichkeiten für jemanden wie mich.

__________________

Malzans Gedanken

 

Präsentiert: die Wahrheit

Charackter: Malzan Daske aka Goswin Torwin

So lange Wege. So viele Tunnel. Und nirgends ist etwas Wertvolles zu finden. Ah, die Truhe dort, sieht vielversprechend aus. Das Zepter sieht gut aus. Hey, jetzt nimmt mir Delia das auch noch weg und verschwindet damit. Frechheit. Nichts wie hinterher. Aber es scheint, also sollte ich es lieber  doch nicht in die Hand nehmen, sonst werde ich auch davon besessen. Dieses Mal, nur dieses eine Mal, werde ich einen Schatz zurück bringen und ihn in der Truhe einschließen. Das Teufelszeug gehört verbannt. Wenn ich es recht überlege, hätten wir das Ding gar nicht erst aufsuchen sollen.

Endlich geht es zurück in die Ruine. Das ist DIE Gelegenheit noch etwas von dem Schatz zu holen.

Igitt! Die Mumie erhebt sich. Rasch müssen wir das Vieh umhauen und es von dem Zepter trennen. Gar nicht so einfach. Ist ziemlich robust so eine Mumienhand … AH, DIESE MACHT!! ICH WERDE … argh! Sieghelm hat mich rüde weggestoßen. Ein Glück. Ich hab es noch nicht einmal berührt und war schon von seinem Geist erfüllt.

Allmächtiger! Ein Geist! Und Jane spricht mit ihm in einer mir unbekannten Sprache. Es sind alle abgelenkt. Ich werde mir das Gold holen! Und dieses Mal werde ich es behalten! Das Dorf hat genug bekommen, der Rest gebührt mir.

Hm, jetzt bin ich gezwungen das Gold doch noch zu verteilen. Nun gut, es gibt andere Möglichkeiten.

Endlich, der Ausbruch war nötig. Länger lasse ich mir nicht von Sieghelm auf der Nase herumtanzen! Es reicht! Soll er sich doch einen anderen Mundschenk suchen, ist mir doch egal. Mein Ruf meine Ehre. Pah! Phex weiß meine Dienste zu schätzen. Das ist das Wichtigste.

Delia ist eine Hexe! Wer hätte das gedacht. Ich sollte mich vorsehen und mir ihren Zorn nicht auf mich ziehen. Das könnte unangenehm werden. Fräulein Peddersen streitet noch ab eine Sirene oder Fee zu sein. Was für Enthüllungen kommen nun noch?

Ei, jetzt hätte ich es fast getan. Fast hätte ich ihnen meinen richtigen Namen verraten. Gut, dass uns die Spinne von der Kräuterfrau unterbrach, wer weiß, was ich in dem Anflug von Wahrheit noch so alles erzählt hätte. Nun bin ich wieder der Mundschenk. Aber nur so lange bis die hiesigen Angelegenheiten erledigt sind. Soll doch der Adeptus das Zepter nehmen, ist mir gleich und dann reise ich weiter, hier ist nichts mehr zu holen. Leider wird mich der Geist daran hindern noch weiteres Gold zu stehlen. Nun gut, es gibt noch mehr Gelegenheiten. So wahr Phex mit mir ist.

__________________

Malzans Gedanken