Ein hübsches Dörfchen dieses Mathab. Vor allem die Häuser um die Bäume sehen interessant aus. Ob hier Elfen wohnen oder die Häuse von Elfischer Bauweise inspiriert wurden? Zumindest liegt das Dorf mitten im Wald. Das gefällt mir gut. Hier lässt es sich bestimmt wunderbar leben. Ich sehe schon, die anderen gehen ins Gasthaus; da werden sie in Sicherheit sein. Nun kann ich mich in Ruhe hier umsehen. Noch etwa drei Stunden bis es dunkel wird, also ausreichend Zeit, um eine kleine Pirsch zu wagen.
Azina pfeift einmal kräftig und signalisiert Adaque und Bakkus den Beginn der Jagd. Vorsichtig schleicht die junge Jägerin durch den Wald zu dessen Randgebiet und hält Ausschau nach kleiner Beute. Nachdem sie sich orientiert und mit der Umgebung vertraut gemacht hat, findet sie mit Leichtigkeit die hiesigen Wildwechsel und folgt ihnen zu einem Kaninchenbau. Sie schaut sich sorgfältig um und wirft Adaque kräftig in die Luft. Er kreist ein paar Mal lautlos über der offenen Feldfläche und stößt mit einem schrillen Schrei steil nach unten. Seine scharfen Krallen bohren sich in das ahnungslose Kaninchen und halten es fest. Aufgefordert von seiner Herrin rennt Bakkus zu der überwältigten Beute. Die Aranierin schaut dem kleinen Showkampf zwischen dem Blaufalken und dem schwarzen Nivesischen Steppenhund einen Augenblick zu. Ein verstohlenes Lächeln umspielt dabei ihre Lippen. Ein weiterer Pfiff ertönt und Adaque erhebt sich anmutig in die Luft. Sanft lässt er sich auf den ausgestreckten Arm der Tierbändigerin nieder und empfängt seine Belohnung, während Bakkus das Kaninchen zu ihr trägt. Stumm vollzieht sie den Jagdritus, Ehrt die Beute und dankt für das Opfer.
Vielen Dank, kleines Wesen. Möge deine Seele in Firuns Jagdgründe eingehen und dort Vollkommenheit vorfinden.
„Kommt meine Freunde, gehen wir zurück. Ein Festmahl erwartet uns.“
Vor dem kleinen knisternden Feuer am Rande des Dorfes hängt das Kaninchen an einem Stock. Sorgfältig wendet sie es bis Bakkus dem wunderbaren Duft kaum noch widerstehen kann. Das grob abgezogene Fell liegt unverarbeitet daneben auf dem Boden. Kritisch mustert Azina den Pelz.
Welch Schande es verkommen zu lassen. Das kann man doch bestimmt besser abziehen und nutzen. „Hier Kleiner, nimm die Vorderläufe.“ *ratsch* Delia hat vorhin etwas von einer Jägerin namens Fiona gesagt. *kau* Ich werde sie morgen in aller Früh aufsuchen und um Rat fragen. „Hier Adaque, du hast es dir verdient!“ Vielleicht zeigt sie mir ein paar Dinge in Sachen Beutenverarbeitung. Eine Einnahmequelle ist wichtig, um unser Überleben zu sichern.
…
Nun sollten wir versuchen ein wenig zu schlafen. Wer weiß, was morgen alles passiert. Welche Überraschung Delia und Isaria für uns bereithalten. „Komm her Bakkus, die Nächte sind kühl.“
Im Licht der Sterne sieht Azina, noch bevor ihr die Augen zufallen, wie die inzwischen allzu bekannte gestreifte Katze durch das ruhige Dorf zum Gasthaus schleicht und in einer Nische hineinschlüpft.
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Azinas Gedanken