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El’Trutz-Naggilah, endlich Zivilisation

Endlich ein Lichtblick in diesem gewirr der letzten Ereignisse, ich hätte es nicht für möglich gehalten in dieser Einöde auf einen Collegus zu treffen. Doch wie zu erwarten war, bestätigt sich, mal wieder, eine tiefschürfende disputatio ist nur mit einem Collegus möglich, hach ein wahrer Balsam für die geschundene Seele eines Magus, ich hätte in der Academia Arcomagica verbleiben sollen. Wobei Balsam, mir gelang es vor kurzem einige schwere Verletzungen mittels ebenjenen Cantus, Balsam Salabunde, verheilen zu lassen, hmm ob wohl jemand die Grenzen jenes Cantus in diesem Gebiet ausgetestet hat? Ich sollte einige Studien diesbezüglich anstellen.Aber der Reihe nach, das könnte sonst bei späterer durchsicht der Notizen zu Verwirrungen führen, Chronologie…

Wir mussten die Nacht also vor El’Trutz verbringen, wasn für sich schon genommen einem Affront glich. Wie ich schon erwähnte, wurden wir in diesre Nacht angegriffen, wofür es keinen Grund gab. Nun aim Lichte des Tages ergab sich, das einige Verwandte eines der Narren die uns angriffen und verstarben. Sic! Was für ein Brauch soll das sein, Leben wird verschwendet, nur weil andere Wesen von den Göttern des Trigons verlassen wurden, beziehungsweise wahrscheinlich nie beseelt waren, nun wird uns vorgeworfen Leben genommen zu haben, heißt das wir hätten uns abschlachten lassen sollen. Diese Narretei würde einem zum Lachen anregen, wären die Erlebnisse nicht so erschütternd. Jedenfalls dieser Brauch der Blutrache, welchem hier grfrönt wurde, eine Unsinnigkeit die ich noch nie für sinnvoll erachtet habe, scheint von den Sippe der Razzanis als legitimes Mittel zur Bestrafung unserer Selbstvertedigung, pardon, Verfehlung zu dienen. Auf dem Basar von El’Trutz ging dieses Trauerspiel weiter, wann lernen sie es endlch sich nicht den Unmut von Personen zuzuziehen, welche um ein vielfaches Mächtiger sind. Nun wie dem auch sei, sollten wir noch ein paar Städte durchqueren, vermute ich haben wir uns schon einen Ruf erworben, welcher uns wahrscheinlich bis in die tiefsten Dünen der Khom verfolgen würde, obwohl, nein ich weiß nicht ob das eine gute Idee wäre. Die örtliche Kräuterfrau schien ihr Handwerk zu verstehen, nutzte sie sogar als Referenz einen Folianten der Kräuterkunde, auch wenn mir diese etwas mager aussah, nun an ihrem Thonnys und den anderen erworbenen Kräutern schien wohl nichts auszusetzten zu sein, zumindest das Thonnys entfaltete seine Wirkung wie ich alsbald festellen konnte. Durch diese und die voranggegangenen Ereignisse, konnte ich es nicht unterlassen einen Silentium Cantus zur profanen Nutzung zur Minimierung der Umgebungslautstärke auf dem Basar einzusetzen, stören mich dich einfach beim lesen, unverschämtheit.

Konnten die anderen Überreden Zimmer in der hieseigen Karawanserei zu beziehen, ruhte zur Sammlung meiner Kräfte bis kurz vor dem abend, jenes Tages. Konnte vor dieser unsinnigen Blutrache noch Rowin von seinem Leid erlösen, ging erstaunlich einfach, ich hatte mit größeren Komplikationen bei der Wundheilung gerechnet. Am Abend ergab ich eine, im Rückblick seltsam anmutende Begebenheit. Einer der Diener der Karawanserei hatte, unaufgeffordert, höchst seltsam für diesen Landstrich, einen Badezuber vorbereitet, da ich es auch für eine gute Idee hielt, den durch die Natur und anderen Umständen geschundenen Corpus zu reinigen, nutze ich die Gelegenheit, mittlerweile frage ich mich, ob einer meiner Gefährten dieses Bad bestellte, nur würde sich die frage stellen warum, wozu, wofür…, also abgesehen von dem offensichlichen, dem reinigen des Körpers meine ich. Ach nein, meine Gefährten können es nicht gewesen sein, die hätten sich bestimmt zu Wort gemeldet, ähnlich wie damals bei Collegus Malum.

Die Albernehit der Blutrache bekam ich dann nicht mehr mit, falls diese überhaupt stattfand, wie dem auch sei, da meine Begleiter noch leben, gehe ich davon aus, dass diese jene Widrigkeiten mit denen zu kämpfen waren überstanden wurden. Ich nutzte die ruhe um meine Notizen so gut wie möglich zu reproduzieren.

Am nächsten Tag begaben wir uns auf den Weg nach Naggilah, aufgrund seltsamer Erwähnungen, das der Bey Rafim ibn Rizwand von Naggilah ein “würziger” Herrscher sei, war ich schon gespannt auf diesen, er hätte auch einfach sagen können das es sich um einen Collegus handelt. Wir brachen also auf, das ging auch ersteinmal, relativ gut, nur das wir doch weitere Mengen des flüssigen Elementes mitnehmen sollten. Aber bekanntlich gibt es für solche Sachen immer eine Lösung, in diesem fall, eine Abart der Kakteen, eine Khomknolle, welche Wasser in ihrem Inneren speichert. Nur gegen das Problem des mangelnden Feuerholzes, konnte ich nicht helfen, obowlh theoretisch. Delia entschied sich das Problem anzugehen, wollte nur kurz Feuerholz holen, hmm hätte womöglich die Umgebung mittels Oculus Astralis Cantus untersuchen sollen. Ich wartete also einige Zeit, bemühte mich um das auffinden weiteren Feuerholzes, jedoch waren die Bedingungen so miserabel, das mir ein größerer Erfolg versagt blieb, zumindest erwies sich das Travia Amulett als praktikabler Ersatz, achja und Azina bediente sich an den Vorräten, habe ich mir sagen lassen. Am Tag danach war Delia wieder zurückgekehrt, anscheinend wurde das auch gefeiert, mhh warum ich davon nichts mitbekommen habe? Heute erreichten wir Naggilah, diese Ortschaft scheint einer Oase gleich im trügerischen Meer der zurückliegenden Tage, seit Punin die erste ernstzunehmende Stadt. Collegus Rafim Bey ibn Rizwan, nach eigenen Aussagen ein Absolvent des Konvents zur verfinsterten Sonnenscheibe und Sphärenkundlichen Institut zu Brabak, aus eben jener Akademie entstammte auch Collegus Caspar Melchior Eulertin, war bislang die einzige normale Person der ich begegnet bin, seit dem Verlassen von Punin. Wir verbrachten eine angenehme, leider zu kurze, Zeit mit der disputatio über einige kleinere Theorien. Mal sehen was die nächsten Tage offenbaren werden, den anderen gefällt es hier auch.

!!!Männer!!!

Endlich habe ich genug Zeit und etwas Ruhe um einen Eintrag in mein Tagebuch zu verfassen…

Delia geht im ihr zugewiesenen Gästezimmer auf und ab, wärend sie die Worte niederschreibt. Ab und an blickt sie sich nervös um. Sie fühlt sich hier nicht wohl, ganz und gar nicht.

Tag …. wie viel auch immer meiner Reise, die Vorräte gehen zur Neige

*seufz* Mutter sagt “Werde erwachsen Kind… Du bist eine rote Frau… wie willst Du jemals den Sprung schaffen…” *seufz* Ist ja schon gut. Wenn meine Frau Mutter nur das einzige Problem wäre das ich hätte, obwohl Mutter kein Problem ist… nun ja sie hat mich aus einem Ei geboren, ich bin die Tochter einer Anführerin eines Zirkels… aus all dem könnte man schon große Probleme machen. Jedoch ist es in Aranien nicht so schlimm wie ich immer dachte. Mittlerweile weiß ich warum Mutter und der Zirkel mich mit dieser Aufgabe betraut haben.

1. um dem Land zu helfen.

2. um mich weiter zu entwickeln

3. um zu begreifen, dass es zu Hause nicht so schlecht ist wie … HIER!

Dieses Land und deren Männer machen mich krank! Ich bin täglich umgeben von trotteligen, hochnäsigen, minderbemittelten und spirituell unbegabeten Auswüchsen des männlichen Geschlechts. Große Mutter! Sollte dies, wie sie immer behaupten und sich gebaren, die beste und höchste Entwicklung des Mannes und der Kultur sein?… na dann gute Nacht! Die einzig guten und wahren Männer die es hier gibt sind Ferkinas, angeblich wilde und räuberische Barbaren, welche jedoch mehr Kultur und Benehmen haben als alle anderen “hohen Herren” zusammen. Ach ja die Ferkinas… zu den Jungs muss ich noch mal zurück. Ich sage nur “Schmucknarben” meine Lieben “Schmucknarben”! Ach und dieses herrliche Ritual zu Ehren der großen Mutter… großartig!

verträumt bleibt sie stehen und schaut in die Nacht hinaus, durch das offene Fenster weht der laue Abendwind und spielt mit ihrem flammenden Haar. Wie eine Liebkosung der Natur und ein Zeichen von “Ich lebe und habe nicht vergessen…”

Nichts ist vergessen nichts ist jemals vergessen.

Dann schüttelt sie sich und fährt mit ihren Einträgen fort.

Sie, also die gewöhnlichen “Männer” dieses Landes, haben Ihr Spiel schon soweit getrieben, dass ich einem Akademiemagier ansatzweise vertraue und die merkwürdige Reisebegleitung von Azina, Bakkus und Rovin genieße. … Ach so schlimm sind sie eigentlich nicht. Sie besitzten alle samt komische Riten, Gebräuche und Benehmen, jedoch sind sie im Grunde ihres Herzens ganz nette Wesen und ich reise gerne mit ihnen. Mit dieser Gruppe könnte es uns sogar gelingen den Geist des Staudamms sein Ritual zu geben und ihn dazu zu bewegen, dass er das Wasser wieder fließen lässt. Sofern wir, bzw. ich, den Emir des Landes noch absetzte und enthaupte. Dieser Kreatur ist es zu verdanken, dass das ganze Land Hunger leidet. Er hat sich unrechtmäßig an dem Land vergriffen und dieses rächt sich nun. Eigentlich sollte es ja die Aufgabe der Männer sein, einen unfähigen Herrscher abzusetzten und vom Land erwählte Personen an die Spitze zu setzten, aber jene “Herren” hier sind alle samt unfähig! Wenn die Männer dazu nicht in der Lage sind, dann müssen die Frauen ran. Ich werde dem Emir mit Freuden sein Herz aus der Brust reißen.
Beinahe hätte ich es schon geschafft, ich war so kurz davor… Na warte ich kriege Dich noch!

Delia vollführt einge Gesten mit der linken Hand, Symbole aus Glauben und Macht, um ihren Schwur zu erneuern und zu verstäreken. Jedoch ohne ihre Kraft fließen zu lassen oder die der großen Mutter zu rufen. Das wäre an so einem Ort nicht gut.

Oh ja ich bekomme Dich noch in meine Klauen.

Aus ihren Augen weicht der fröhlich, leidenschaftliche Glanz. Sturmgraue Perlen des Hasses befinden sich an den Stellen wo eben noch ihre Augen waren. Wenn sie könnten würden sie Blitz und Sturm speien. Nach ein paar Augenblicken beruhigt sie sich wieder. Die Stumwolken weichen dem Licht des Mondes und Delia´s Gesicht wirkt wie eh und je. Bis auf einen kleinen Schatten der Sorge.

Tja und nun sitzte ich hier… in einem Zimmer eines schwarz Magiers, welche seine Tiere nach Dämonenpaktierern benennt! Es blüht hier alles und duftet fein, Diener lesen einen die Wünsche von den Augen ab, ist es nicht schön? Ja es ist nicht schön! Man möchte brechen bei soviel Luxus! Es ist ein goldener Käfig, ein Schein der aufgebaut wurde um andere zu blenden. Aber nicht mit mir mein Herr. Den Magier hast Du wohl um den Finger gewickelt, aber nicht mich! Vertrauen will sich verdient werden und da reichen hohle magietheoretische Frasen nicht aus! Ich hoffe nur, dass wir hier alle heil an Körper und Geist wieder raus kommen.
Da wäre ich doch lieber bei der seltsamen Truppe aus “elfischen” Horaiser, Thorwaler und Zwerg geblieben. Zu den Herren hatte mich der Wind und das Schicksal getrieben… ja gut ich gebe es zu. Ich habe mich verflogen. Kann nach Jahrzenten aufdem gleichen Besen auch mal passieren… Wie dem auch sei. Die Herren waren schon lustig, obwohl ich nicht weis, was sie mit mir angestellt hätten wäre ich noch länger geblieben.

Eine neue Ära

Mit meiner neuen Dschadra scheint es irgendetwas auf sich zu haben. Plötzlich respektieren mich die Leute. Manche haben gar Angst vor mir zu haben. Delia konnte mir nur wage erklären, dass ich mit dieser Waffe in der Hand als Kriegerin gelte und eben als solche behandelt werde. Endlich, möchte man sagen. Schon oft stellte ich meine Fähigkeiten unter Beweis. Jedoch bestand stets die Möglichkeit, dass es sich dabei um Glückstreffer handelte. Denn unglückliche Situationen und Verhaltensweisen gab es viele. Selbst gegenüber meinen Kameraden galt ich lediglich als Waldkundige mit Tiererfahrung. Nun, ich bin gespannt, wie sich die Dinge künftig entwickeln.

Langsam fährt Azina mit der Hand über den Schaft ihrer Dschadra. Sie stutzt angesichts der bunten Bänder und erinnert sich daran, wie sie diese schöne Waffe schmutzigen Händen entriss. Ein Zwielicht in der Gasse. Weniger die Dunkelheit als die drohende Gefahr flackert in der Luft. Rowin zerschmettert unter lautem Getöse die Tür zum Unterschlupf und Lagerraum der Menschenhändler.

 
Quelle: Meister

Da stehen sie. Sechs bewaffnete Räuber spöttisch in der Mitte des Raumes. Der Anführer, hinter einer großen Kiste stehend gestikuliert seinen Leuten, uns zu überwältigen. Rowin springt wild entschlossen den nächsten Schurken an und verpasst dem Holzbalken hinter ihm einen wuchtigen Schlag, sodass er nahezu zerbirst. Grimmig entbrennt ein blutiger Kampf. Azina springt geschwind zu Rowins offener linker Seite und blockiert das Voranschreiten der Gegner. Delia, von selbstlosem aber leichtsinnigen Edelmut gepackt, begibt sich behände zwischen ihre beiden Kameraden und spricht abscheuliche Flüche in Richtung des Anführers aus. Er zuckt zwar kurz zusammen, ignoriert sie jedoch zunächst und überlässt es seinen Männern, die Frau mit dem hölzernen Kampfstab zu überwältigen. Er selbst wendet sich Rowin zu, nachdem dieser sich seiner Gegner entledigt hat und beginnt mit seiner Dschadra auf Rowin einzustecken. Geschickt umspielt er seine Deckung und trifft ihn an empfindlichen Stellen seiner Rüstung.

Währendessen gelingt es Azina ihre eigenen Angreifer zu überwinden und Delia zu Hilfe zu eilen, die in diesem Augenblick blutüberströmt zusammenbricht. Es folgt brutale Vergeltung. Gleich darauf ordnet Rowin einen Stellungswechsel an. Beide verbliebenen Kämpfer umringen den Anführer, der nun auch Azina mit seiner Stichwaffe schwer in den Unterleib trifft. Gemeinsam gelingt es ihnen den Oberschurken zu überwältigen. Siegreich reckt Azina die Dschadra in die Höhe. Eine Briese des Sieges streift die blau-roten Bänder der majestätischen Waffe.

Also ich weiß nicht. So recht mögen die Farben nicht zu meiner Kleidung passen. Ich sollte die Bänder austauschen. Vielleicht braun oder weiß. Oder eine interessante Mischung aus beidem.

Träumerisch wiegt sie ihre neue Waffe in der Hand. Einmal schon wurde sie erprobt. Wenngleich sie bei dem letzten Kampf gegen eine überwältigende Übermacht aus den Händen gerissen wurde. Nur das beherzte wie schnelle Eingreifen eines mysteriösen Reiters verhinderte den Tot der gesamten Gruppe. Rowin wurde schwer am Kopf verwundet und Nehazet verlor einen wertvollen Teil seiner Habe.

Quelle: Meister

Es begann mit merkwürdigen Schatten und tapsenden Bewegungen  im rauschenden Hirsefeld. Sie entpuppten sich schließlich als harmlose Vogelscheuche und streunender Kojote. Geisterhafte Wesen suchten sie zusätzlich heim. Aufgewühlt erschnupperte Bakkus etwas Unwirkliches und begann sich vom Lager zu entfernen. Rowin hörte nur ein Aufjaulen und einen dumpfen Schlag. Geschwind eilte Azina zu seiner Hilfe und sah, jenes was sie hier draußen in der Einöde fürchteten: eine überwältigende Anzahl von Banditen. Rowin und Azina alarmierten das Lager und bereiteten sich auf den Kampf vor. Nach heftigen bluten Scharmützel fiel Rowin von einem Kriegsflegel am Helm getroffen zu ebener Erde. Azina büßte nahezu zeitgleich zwar ihre Dschadra ein, konnte jedoch nach geschickten Stellungsspiel ihre Linkhand und ihren praios-geweihten Khumchomer ziehen. Wild um sich schlagend erwartete sie ihr elendes Ende in dem Wissen, dass, wenn sie fällt, ihre Kameraden den nächsten Sonnenaufgang nicht mehr erleben werden.

Plötzlich erschlug ein fremder Reiter mit einem blitzenden Doppelkhumchomer die vier verbliebenen Feinde mühelos mit je einem Streich. Aber noch bevor Delia ihn weiter über sein Begehr befragen konnte, entschwand er in der schwärze der Nacht. Unverhofft, wie ungesehen.

Armer Rowin. Nun spricht er im Wahn vor Schmerzen. Ich hoffe er wird wieder ganz der Alte. Schade wäre es um ihn, würde er dies Abenteuer nicht heil überstehen. Delia ist bei ihm. Solang werden Bakkus und ich hier die Stellung halten.

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Gedanken der Azina

Die weiteren Erlebnisse in Khorrestan

Kurze Zeit nachdem sich der besagte, von mir, ermutigte Gardist, davon machte um seinen Vorgesetzen zu holen, bin gespannt wie lange das dauert. Zwischen diesem Tumult gelang es uns dann auch noch Rowin wieder zufinden, oder er uns wiederzufinden, oder, wie auch immer, seine Informationsweitergabe mit Peribert schien auf Unverständnis bei deren Familie gestoßen zu sein. Gesellte sich doch nach geringer Zeit ein Bruder Periberts dazu, welcher Rowin zu einem Kampf herausforderte, irgendetwas von Rache und Familienehre, das dieser dabei nicht bedacht hatte, dass Rowin deutlich stärker gerüstet und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch besser ausgebildet sei, war mir gänzlich unverständlich. Wie dem auch sei, der Kampf brachte mich auf die Idee, dem Agha Kurum al’Rakshaz einen Kampf zu seinen Ehren anzupreisen, geführt von diesen zwei ehrenhaften, tollkühnen und so weiter und so fort Kämpfern, von Spichbrecher hätte vermutlich treffendere Worte gefunden. Nur darauf das auch Wetten abgeschlossen werden könnten, daran dachte ich erst als ich umstehende Personen auf die Kontrahenten wetten hörte, nach kurzen Überlegen entschied ich ebenfalls zu wetten, aufgrund der Ausrüstung und Ausbildung entschied ich für Rowin zu wetten, was sich auch auszahlte. Nachdem Rowin seinen Kontrahenten besiegte, was recht schnell vonstatten ging, würde ich sagen. Wollten sich die anderem dem Melonenproblem annehmen, ich entschied mich sie zu begleiten, was sich im Nachhinein als mehr als fragwürdige Entscheidung herausstellte, aber geschen ist nun mal geschehen, wobei theoretisch…

Wir begaben uns über den Basar, zu der Gasse in der Azina und Delia ihre unfreundliche Begegnung erlitten hatten, die Verursacher ebenselbiger, wollten uns nicht öffnen, selbst auf freundliches Nachfragen und vorstellen unsererseits nicht. Die Tür wurde von einem meiner Begleiter geöffnet, mit dem Prozedere hatte ich mich nicht beschäftigt, ich besah mir die Umgebung, war nicht weiter von interesse. Meine Begleiter überwältigten die Überzahl in dem Geschäft recht schnell, nur nicht schnell genug, wie mir die Klinge an meiner Kehle bedeutete, nun zumindest weiß ich woran ich als nächstes arbeiten werde. Ein Blumentopf welcher Sumus Griff folgte und von einem beherzten Wesen von einer erhöhten Stelle geworfen wurde, stellte sich als echter Feqzen Streich heraus, rettete dieser mir doch, höchst, wahrscheinlich mein Leben. Rückblickend betrachtet hätte ich meinen Begleitern möglicherweise von der Umwandlung eines Teiles meiner vis vita in vis arcana berichten sollen, wie dem auch sei, das in Ohnmacht fallen, stellte sich zwar als problematisch und nervend, aber auch als interessant heraus, auf das gepfeife hätte ich jedoch verzichten können. Die erbeuteten Melonen halfen zumindest an das restliche Stück des Tuches zu gelangen, weiterhin erhielte ich noch eine Alchemistisch verwertbare Menge an Trollrotz, sowie eines meiner vertauschten Gewänder, Delia erhielt noch ein Tuch mit Ur-Tulamidischen Schriftzeichen, werde ich mir bei nächster Zeit genauer besehen. Nach all diesem erlebten wurden wir noch von einigen Ferkina dazu angehalten, eingeladen, ihren äh Stammplatz zu besuchen um ihren Schamanen aufzusuchen. An diese Zusammenkunft erinnere ich mich mit gemischten Gefühlen, beispielsweise verfüge ich nun über das zweifelhafte Wissen, zu wissen wie rohes Herz schmeckt, widerlich, weiterhin konnte ich einem interessanten Ritual beiwohnen, welches sich widerholte und widerholte und keine Wirkung zeigte. Die anderen schienen ganz gefesselt von dieser Vorstellung und Delia schien es sichtlich zu gefallen, scheint eine zweifelhafte Eigenschaft einer Hexe zu sein, möglicherweise, ich würde ja eher eine Disputatio mit einem Collega vorziehen. Ich begab mich am späten Abend zurück ins Dorf, vorher hatte ich noch einige ungemütliche Erlebnisse, ein paar Kinder und ihrer Streiche, sowie das Vieh der Ferkina. Delia berichtete später noch das die Ferkina ihr wohl bei ihrer Rache helfen würden.

Nachdem das erledigt war begaben wir uns auf dem Weg nach El’Trutz, um Informationen über den letzten der Gegenstände einzuholen, wir erreichten die Stadt allerdings erst im dunkel der Nacht, weder der Karawanserei Wächter noch die Stadtwache wollte uns hineinlassen, sic, das führte dazu, dass wir unsere Zeit draußen im freien fristen mussten, was sich in mehrerer Hinsicht als fragwürdig und problematisch herausstellte. Wurden wir doch des nächtens von einer Meute, vermutlich, Bauern angegriffen, dabei zeigte sich, das es noch gewisse Koordinationsschwierigkeiten zwischen Delia und mir bezüglich effektiver abgesprochenen magischen Wirken gibt. Weiterhin hat es doch tatsächlich einer der Angreifer gewagt meine Forschungen zu sabotieren, was für eine Frechheit, selbst mein Aufsatz über die Ferkina fiel diesem Banausen und seinen Flammen zum Opfer. Rowin wurde recht schwer verletzt, ich brach aus Entkräftung wieder zusammen, langsam wird das uninteressant. Zumindest scheint der gesuchte Gegenstand nicht in El’Trutz zu sein, also weiter, wenn uns nicht die Verletzungen und Entkräftungen verlangsamen würde.

Ist kompetentes Personal wirklich so schwer zu finden?

Die letzten Tage waren fordernder und auszehrender als ich erwartet hätte. Ich musste auf die Technik zur Umwandlung der vis vita in die vis arcana zurückgreifen, unter Magiern als Astrale Meditation bekannt. In Zusammenhang mit dem sanguinen Opfer für den satuarischen Spiegel, neige ich mich nun dem Ende meiner Kräfte, ich benötige Ruhe, wann erreichen wir endlich Khunchom?

Nach der erforderlichen und verdienten Nachtruhe fühlte ich mich doch wieder erheblich besser, auch wenn mein Defizit noch nicht ausgeglichen ist, für solch eine Situation muss es doch auch eine Lösung geben. Der Tag begann recht interessant, zuert wurden wir beim Frühstück gestört, wir bedeutet in diesem fall, ich und Azina, eine rothaarige Person würde gesucht werden, wir wurden gefragt ob wir eine gesehen hätten. Ich erwiderte das wir eine rothaarige Person gesehen hätten, in Ferdok, Azina korrigierte mich in sofern das wir auch am Staudamm einer rothaarigen Person begegnet seien. Wobei Lotte meiner Meinung nach interessanter war.

Der nächste Zwischenfall ereignete sich auf dem Karawansereiplatz, nachdem uns Delia als, äh als was eigentlich, als Blumenaufdrängerin Pflanzen verkaufen wollte. Auf dem Weg zu einem ruhigeren Platz hörte ich zwei Händler darüber reden das sie wohl weitere Söldner anwerben müssten um sich vor Ferkina Überfällen zu schützen, pah wer benötigt schon Söldner um sich vor Ferkinas zu schützen, dachte ich mir (und sprach es wohl auch laut genug aus). Die Händler drehten sich um und sprachen mich an, nach einem kleinen geplänkel in Garethi und Tulamidya, bei dem sich herausstellte das der Händler nur recht bruchstückhaft Garethi sprach und die Kusliker Zeichen nicht lesen konnte. Bat er mich ihn ein schreiben vorzulesen, nun gut einen Brief vorzulesen gehört zwar eher in die Rubrik dessen was Schreiber tun, aber da es nicht lange dauern sollte und ich auch erfahren würde was in dem Brief steht, warum nicht. Ich lass den Brief also ersteinmal still durch, anschließend lass ich dem Händler den Brief vor. Der Inhalt war recht fragwürdig, wurde der der diesen Brief erhielt doch dazu aufgefordert den Überbringer zu eliminieren und sich der Waren zu bemächtigen. Der Händler war darüber recht, äh erbost, verständlich würde ich sagen. Irgendwie kammen wir zu der Idee die ein oder andere Passage dem Brief hinzuzufügen. Also führte uns der Händler, ein gewisser Achman al Rashid. wieder zurück in die Karawanserei. Azina und Delia verblieben unten und konnten einen köstlichen Tee genießen, zumindest konnte ich meine Tasse zurückgeben. Auf Achman al Rashids Zimmer überlegten wir, welche Passagen denn hinzuzufügen seien um den Inhalt zu vermindern. Auch bat mich Achman al Rashid eine besondere Passage, bezüglich des auszahlens von 25 Marawedi, hinzuzufügen. Nach einem kurzen philosophischen Gespräch über Feqz stimmte ich zu, List gegen List sozusagen. Den Brief umzuschreiben, fiel leichter als gedacht. Die Handschrift ließ sich auch leicht imitieren. Noch etwas das Sieghelm nicht zu erfahren benötigt. Achman al Rashid war sehr zufrieden, als Entlohnung übergab er mir einen Waqqif, da mein Dolch in der “Bibliothek” des Emirs gelitten hatte war das sehr praktisch für mich, außerdem wies er Arkanium Einlagen auf, sobald ich Zeit habe, werde ich diesen einer arkanen Visitation unterziehen. Außerdem erhielt ich noch einen Marawedi.

Auf dem Weg nach draußen wirkte ich noch einen simplen Cantus der Phantasmagorica, um von uns und vorallem Delia abzulenken, einen Favilludo. Wie erwartet funktionierte das auch sehr gut. Ich berichtete Delia knapp von dem Troll und dem Schrein in dessen nähe ein Wollnashorn weidete. Zu dem Schrein konnte Delia uns auch führen. Messer- und Flüstergras, in großer Anzahl, ich frage mich ob es sich dabei um eine hinterlassenschaft eines Kophtanim handele.

Nach einer Zeit gelangten wir in die Nähe des Schreins, und natürlich mussten auch heute dort wieder Wollnashörner grasen, zumindest stellte sich heraus das das erworbene Wollnashorn Vertreibungsmittel wirkte. Es stellte sich nur heraus, das ein junges Wollnashorn, irgendwie hinter uns erschien, das ältere Wollnashorn wollte wohl zu seinem jungen, meine Gedanken rasten aber es gelang mir nicht meine Gedanken zu ordnen und beispielsweise eine simple Illusion zu Wirken. Ich sah dem Wollnashorn direkt in die Augen, ziemlich große Augen, als es dann begann auf uns zuzustürmen, entschied ich mich für das Messergras, es war zwar eine schmerzhafte Entscheidung, jedoch wie ich mir dachte und was sich auch bestätigte, als ich Azina und Delia sah, die weitaus weniger Schmerzhafte Entscheidung. Nachdem ich Azina geholfen hatte aus dem Messergras heruaszukommen, und sie sich um Delias Verletzungen kümmerte. Entschied ich mich den Schrein zu suchen und die Kiste mit den Siegeln zu finden, umso schneller das erledigt ist umso geringer ist die Begenung mit einem weiteren Wollnashorn. Ich fand die Kiste auch relativ schnell. Als ich zu den anderen zurückkehrte, sah ich gerade noch wie Azina Delias Bein einrenkte.

Nachdem wir etwas weiter gegangen waren, konnte ich mich etwas genauer mit der Kiste und den enthaltenen Siegeln beschäftigen. Es handelte sich um eine Schatulle aus Zedernholz mit Perlmutt und weiteren Intarsien verzieht. Die Rollsiegel waren enthalten, niedergeschrieben auf Ur-Tulamidya waren die Bezeichnung der verschiedenen Felder, sie bestanden aus Elfenbein.

Azina sprach an ob ich nicht Delias gebrochenes Bein mittels Magie verheilen könnte. Theoretisch schon, erwiederte ich, aber ich hätte noch nie einen gebrochenen Knochen mittels Magica Curativa behandelt. Delia lehnte, unverständlicherweise, ab. Dies in Zusammenhang mit einigen anderen Geschehnissen, befremdete mich doch sehr. Ich wandte den Cantus, welcher als Blick aufs Wesen bekannt ist, um mehr über ihr äh Wesen zu erfahren, schlägt doch niemand ohne Grund die Hilfe eines Magiers der renommiertesten Akademie Aventuriens aus. Ich erfuhr einiges, unter anderem auch das Delia über Zauberkraft verfügte, doch durch Azinas eingreifen, wurde ich darin gehindert ihr Wesenskonstrukt vollständig zu entschlüsseln, ein anderes Mal…

Wir begaben uns zur Karawanserei zurück. Von dort aus begaben wir uns nach Qatanar, dem Nachbardorf, in welchem sich auch der gesuchte Troll aufhalten sollte. Wir schlossen uns einer Karawane an, am Abend erreichten wir Qatanar. Wir bezogen Zimmer in der hiesigen Karawanserei, stillten unseren Hunger und begaben uns auf die Suche nach dem Troll. Zwei Wachen des Emirs ließen uns wissen, das der Troll schlafen würde und nicht gestört werden wolle. Etwas enttäuscht begaben wir uns zurück, würden wir dem Troll also am nächsten Tag erneut einen Besuch abstatten müssen.

Nach einem akzeptablen Frühstück, begaben wir uns zum Platze des Trolles. Vorher suchten wir noch den Basar auf, aus unerfindlichen Gründen erworb ich einen purpurnen Umhang, gut ganz so unerfindlich waren diese nicht, wurde ich doch mittels magica controllaria dazu gebracht dem Händler zu vertrauen, dumm nur das ich über Mittel und Wege verfüge, mir sein Gesicht jeder Zeit wieder in mein Gedächtnis zu rufen, warte nur bis ich dich finde…

Die folgende Unterhandlung gestaltete sich schwieriger als ich erwartet hatte. Der Troll verhielt sich wie ein Kleinkind. Eine simple Illumination der Umgebung fesselte seinen Geist länger als ich es bei so einem Wesen erwartet hätte, doch sein Verständnis, was er da vor sich hatte, war noch geringer als von Spichbrechers Wissens über die frühen Tulamiden unter Rashtul al’Sheik. Ich bot ihm diverse Geschenke und Tauschobjekte an, den purpurnen Umhang (kommt nach Travia nun etwa der ohne Namen?), den bunten Stoff aus dem Emirs Palast, mein zerschlissenes erstes Gewand (ich sollte in der nächsten größeren Stadt einige Ersatzgewänder in Auftrag geben) und meinen bestickten Seidenumhang mit dem Symbol der großen grauen Gilde des Geistes. Doch all dies half nicht ihn dazu zubewegen, das er mir seinen Ritualgegenstand übergab, nein er riss ein Stück von diesem ab, und übergab mir einen kleinen fetzen. Mir schwant übles, ich werde mir für das Ritual sicherheitsmaßnahmen persönlicher Art überlegen müssen. Ich versuchte ihn von der Dringlichkeit und Notwendigkeit unseres Auftrages zu überzeugen, doch er wollte nur etwas süßes, ich täuschte den Geschmack einer Melone mittels des Auris Nasus Oculus Cantus, doch er wollte mehr, Azina und Delia erklärten sich damit einverstanden weitere Melonen zu erwerben.

Ich wartete solange auf dem Platz des Trolles. Nach einiger Zeit kammen Azina und Delia zurück, jedoch ohne Melonen, sie wurden wohl Opfer eines Überfalles oder so. Kurz nachdem sich Delia, wegen ihres Beines, zum ausruhen hinsetzte kamm eine Wache des Emirs zu uns gelaufen und wollte uns Wegelagerei vorwerfen. Damit endete meine Geduld, wir werden um Hilfe ersucht, für ein von ihnen selbst verursachtes Problem, und erhalten keinerlei Unterstütztung von ihnen, nein uns werden weiter Steine in den Weg gelegt. Fast so als wollten sie das Problem gar nicht gelöst haben, erst die Vernichtung der Bibliothek, dann diese Witzfiguren von Kämpfern, diese Narren von Informationsgebern und nun diese Idiotie in Form weiterer Wachen. Es war an der Zeit sie an ihren Platz zu verweisen, so behandelt niemand den besten Absolventen der Academia Arcomagica Scholaque Arcania Punniensensis, den Überlebenden zahlloser Questen und Hüter unzähligen Wissens, mich Nehazet ay Yash-Hualay von Punin Rohaldor alam el Ketab ibn Tulachim. Den Cantus zur Illumination den ich schon vorher am gleichen Tage nutzte, war als Machtdemonstration genau richtig. Ich wirkte ihn, standardmäßig in voller Stärke, vor seinem Gesicht. Die Reaktion war mehr als zufrieden stellend. Die Wache sprang, bzw. taumelte geblendet zurück und kippte anschließend komplett um. Danach schritt ich zu ihm und zog ihn an seinem Wams in eine aufrechte Haltung. Anschließend legte ich meine Meinung nocheinmal dar. Plötzlich war er viel zuvorkommender und auch minimal hilfreicher als zuvor. Bot er uns doch an seinen Vorgesetzten zu holen.

Welch Überraschung

Wer hätte DAS gedacht? Delia ist eine Hexe!

Ungeachtet dieser Tatsache scheint sie mit mir darüber einzustimmen, dass manche Männer bestraft gehören. Das macht sie auf jeden Fall sympathisch. Ja, ich glaube das wird noch richtig lustig mit ihr. Ich bin gespannt, was sie noch alles kann. Eine Illusion aus bluttriefenden Ranken ist schon einmal ein interessanter Ansatz. Auch heilende Spucke und ein von allein zuschlagender Stab sind sehr nützlich.

In der letzten Zeit häufen sich die plötzlichen unerwarteten Ereignisse. Erst werden wir von einem Wollnashorn niedergetrampelt. Furchtbar peinlich – und vor allem unvorhersehbar – ist dabei die Tatsache, dass Nehazet, der Gelehrte und Bücherwurm, mehr Schneid bewies, indem er sich freiwillig in das Messergras warf, als Delia und ich, die sich vom Nashorn zertrampeln und in das messerscharfe Dickicht stoßen ließen. Immerhin gehe ich aus diesem Vorfall lehrreich hervor: das nächste Mal, stelle ich mich mit gezücktem Speer dem Nashorn gegenüber! Er wird sich wünschen, sich nicht mit uns angelegt zu haben! Ich zeige ihm, wer die Beute ist!

Auf dem Rückweg wurde ich schmerzhaft daran erinnert, dass man sich in der weiten Steppe des Südens zur Mittagszeit doch besser nicht ohne Kopfbedeckung aufhält. Die Fata Morgana am Horizont lehrte mich dieses Besseren. Überraschung, die Sonne brennt! Ach nee.

Ein Bazar, ein Ort der Ruhe? Noch nie gewesen, aber so heftig erlebte ich es noch nie. Nur eine einzige verschrumpelte Händlerin konnte mir ein Kopftuch zu einem unerhörten Preis verkaufen. Überall war es laut und stank. Die Menschen fassten mich an, bedrängten mich, etwas zu kaufen, wollten mich verkaufen ohne mich zu kaufen. In dem Nachbardorf wurden Delia und ich sogleich von einer Bande Strolche in eine offensichtliche Falle gelockt, als wir für einen hungrigen Troll Melonen kaufen wollten, damit er das Spruchtuch herausrückt. Ein Seitenblick zu Delia verriet, dass sie das gleiche dachte. Aber wir spielten mit. Vielleicht gab es ja doch Melonen in einem Gebäude in der hinteren Gasse zu verkaufen. Tatsächlich lagen dort eine Menge Melonen wohl geschattet in Kisten herum. Wir führten sogar ein Verkaufsgespräch mit Ihnen, nur schienen die „Händler“ es nicht mit uns zu führen. Dank Delias blutiger Rankenhecke konnten wir entkommen. Obgleich ich zu gern den ein oder andren Streich geführt hätte. Wir flüchteten also zurück zu Nehazet und warteten auf weitere Anweisungen der erhabenen Männerschaft.

Meine Barschaft neigt sich dem Ende, nicht mehr lang und ich habe nichts, was sich schützen ließe. Mein Speer ist zerbrochen, das Ersatzgewand verliehen, das Verbandsmaterial verbraucht und meine Nerven am Ende. Nie dachte ich, dass mir das Leben hier so schwer fallen würde. Ich möchte nur noch weg aus den hiesigen Gefilden. In Aranien, ja sogar im Mittelreich, fiel mir das Leben nicht so schwer. Diese Aufgabe beenden wir – beendet Nehazet – noch. Dann verschonen wir dieses Land mit unserer Anwesenheit.

Aber was könnte ich nur tun, um Geld zu verdienen? Kamele ausführen und dressieren? Kräuter sammeln? Jagen? Ja, jagen könnte ich, wenn ich mich denn auf die Riten der Jagt zurück besinne. Aber dafür bleibt zu wenig Zeit, ständig drängt Nehazet uns weiter zur nächsten Stätte. Aber vielleicht ist das gut so, umso schneller sind wir hier fertig, wie er zu sagen pflegt … der Mann.

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Gedanken der Azina

Probleme in Khorrestan

Es war im Rahja, wir befanden uns gerade auf den Weg in das innere der Tulamidenlande, Azina und ich waren in einer weiteren Partie rote und weiße Kamele vertieft. Als die Karawane mit der wir reisten angehalten wurde, ich muss mir wirklich eine effektivere Art des reisens einfallen lassen, ich denke ich sollte den Transversalis Cantus eingehender studieren, es muss doch möglich sein ihn Reichweiteneffezient zu modifizieren. Es stellte sich heraus das der lokale Potentat nach einem fähigen arkanbegabten suchte um ein Problem zu lösen, da ich sowohl fähig als auch arkanbegabt bin, entschloss ich mich, mich von den Dienern des Potentaten zu ihm geleiten zu lassen, auf das er mir seine diffizile Angelenheit vortragen könne. Azina schien das auch zu interessieren, sie stieß später zu uns.

Der Potentat selbst war eher uninteressant, anders als sein Problem und eines seiner Tiere, hält er doch tatsächlich einen Nachtwind. Wie es aussieht gab es seit einem plötzlichen Machtwechsel vor zwei Götterläufen ein kleines Problem. Die Bediensteten des jetzigen Potentaten waren nicht imstande (und er auch nicht) eine gewisse Anzahl an Gegenständen zu sichern, welche für ein lokal abzuhaltendes Ritual vonnöten wären. Diese Gegenstände sollten es erlauben mit einem Wesen in Verbindung zu treten, welches den hiesigen Staudamm und damit den Wasserfluss kontrolliert. Da dies in den letzten zwei Götterläufen nicht geschah, leidet die Umgebung unter einem entsprechenden defizit an Wasser. Meine Aufgabe sei es nun diese Gegenstände aufzufinden. Gesucht waren das “Herrschaftliche Rollsiegel”, ich vermute als Zeichen der Legitimation um mit dem Wesen in Kontakt zu treten, ein “orangenes Tuch mit arkanen Symbolen”, wahrscheinlich den Ablauf des Rituals umschreibend und mit wichtigen Informationen versehen und eine gewisse Anzahl an “Rollsiegeln” um die Wasserverteilung zu organisieren.

Der Wesir des Emir führte uns zu besagtem Staudamm, ich wollte dort einige Sachen überprüfen. Die Wasserknappheit führte zu einer deutlichen Anreicherung der Schwefelkonzentration, was aktuell nicht weiter von Belang ist. Der Staudamm war recht groß, 15 Schritt hoch und 3 Meilen breit, aus massivem Gestein. Ich suchte den Ritualplatz auf, ließ sich auch recht einfach ausfindig machen.

Anschließend begann ich mit der arkanen Visitation der Umgebung, zuerst eine Bestimmung der Intensität der astralquanten dichte mittels des Cantus Odem Arcanum, jener gelang, wie üblich, ich erkannte eine hohe Intensität an astraler Energie. Anschließend führte ich die Visitation mittels des Cantus Analys Arcanstructur fort, nun betrachtete ich die Struktur der vorliegenden Astralen Verflechtungen die die arkanen Matrizen bildeten. Dabei stellte ich fest, ad primo die vermittels magica clarobservantia betrachtete Magie entstammt dem Felde der magica invocatio/convocatio elementharii, und dient der Bindung einer mächtigen Creatorum Archoelementarum, welche potenter ist als ein “gewöhnlicher” Dschinn es je währe, ad secundo (und auch viel interessanter) die Strukturen der betrachteten Magie wiesen, aufgrund ihrer Schlichtheit und fehlenden Finesse (beinahe schon Grobheit), fort von der Gildenmagischen Repräsentation, es erschien urtümlicher, ähnlich der (schon beobachteten) druidischen (oder geodischen) Repräsentation.

Als ich meine Untersuchung beendete waren wir plötzlich in Begleitung, weiterer äh Begleiter. Einer Kräuterfrau, welche sich mit dem Namen Delia vorstellte und einem Schwertgesellen, welcher sich mit dem Namen Robin (oder Rowin) vorstellte, letzterer entstammte wohl dem fernen Bornland, dennoch kannte er Collega Hesinja nicht (wäre ja auch zu schön gewesen auf jemanden zu treffen, der mir etwas neues von einer Studienkollegin hätte berichten können). Ich teilte meine Erkenntnisse den anwesenden Personen mit. Anschließend begaben wir uns in das Dorf zurück. Ich stellte erste Berechnungen für ein Thaumatursom an, welches einen Alternativplan zur Wasserversorgung ermöglichen sollte. Auf dem Weg in das Dorf kammen wir an zwei Schreinen vorbei, der erste war ein Schrein für den Geist des Dammes, unverständlicherweise wurdem dem Geist Gaben des Humus als Geschenk dargebracht, für ein Wesen des Erzes…, der zweite Schrein war ein, dem lokalen Glauben angepasster, Radscha (Usch’Tamar?) Schrein. Es war schon dunkel als wir im Dorf wieder ankammen, Azina und ich erlebten noch eine Prozession und ein Ritual am Feqzschrein mit, die ewige Flamme erwies mir hier doppelte dienste. Das abgehaltene Ritual schien zur Zufriedenheit der Dorfbewohner zu ende gegangen zu sein. Ich beschloss den Schrein im Lichte eines neuen Tages einger genaueren Examination zu unterziehen. Wir verbrachten die Nacht in der örtlichen Karawanserei, eigentlich wollte ich nur einen Ring aus Mondsilber, mit einem dem Wasser affinen Stein erwerben und weitere Informationen über das Ritual erhalten, doch Kost und Logis hätten uns eigentlich vom Emir zugestanden werden sollen, schließlich beheben WIR SEIN Problem. Nun das Essen (und vor allem der Tee) waren mehr als akzeptabel, das Zimmer musste ich jedoch mit Azina teilen, welche sich sofort ins Bett begab. Ich studierte noch einige Aufzeichnungen und arbeitete an einigen Manuskripten. Anschließend legte ich mich ebenfalls schlafen.

Am nächsten Tag erfuhren wir weitere Einzelheiten zum verbleib der gesuchten Gegenstände, die Tochter des Wirtes, eine gewisse Peribert, erzählte uns das das “Herrschaftliche Rollsiegel” von einer der Frauen des vormaligen Emir nach El’Trutz entwendet wurde. Zu den anderen Gegenständen wusste sie jedoch nichts sachdienliches zu berichten.

Anschließend besah ich mir den Feqzschrein, da Feqz als Urtulamidischer Gott der Magie verehrt wird, hielt ich es für nicht allzu abwegig nach Residualstrahlung an diesem Ort zu suchen. Ich vernahm eine deutliche Residualstrahlung, welche darauf hinwies, dass unter dem Schrein ein Thaumatursom verborgen sei. Bevor ich weitere Schritte planen konnte, wurden wir von einem älteren Tulamiden, welcher sich als Dorfältester vorstellte, unterbrochen, er empfand es allen Anschein nach als Suspekt, das wir im Lichte des Tages den Schrein besuchten. Er ließ sich jedoch recht schnell besänftigen (das Wort erschein tmir unangebracht, war er doch nicht wütend, zumindest sofern ich das mitbekamm) und entschwand dann auch in bälde wieder. Während die anderen noch am überlegen waren, wie das gesichtete Thaumatursom in der kommenden Nacht extrahiert werden könnte, schritt ich mittels meiner Kenntnisse der Magica Transformatorica und Aqua Elementherii zu tate, ich wirkte einen Hartes schmelze und weichte einfach den Boden auf und ergriff das Thaumatursom, dabei erschreckte ich wohl ein unterirdisch lebendes Tier. Die mir verbliebende Zeit nutze ich umden Schrein um einige Feqzgefällige Sprüche in verschiedenen Sprachen zu erweitern.

Anschließend besuchten wir nocheinmal den Staudamm, während meine Begleiter mit anderen DIngen beschäftigt waren, unterzog ich den geborgenen Spiegel, besagtes Thaumatursom, einer eingehenden arkanen Visitation. Mein erster Eindruck mittels Odem Arcanum war ein gleißendes Blenden, interessant, über diesen sogenannten “Teclador Effekt” habe ich einiges gehört, ich selbst wurde seiner bislang jedoch nicht angesichtig. Zumindest ließ es auf eine erstaunliche hohe Impensation an arkaner Macht schließen. Anschließend folgte die Strukturanalyse mittels Analys Arcanstructur. Dabei stellte ich fest das es sich um ein Thaumatursom satuarischen Ursprunges handelte, in welchem zwei Canti der Clarobservantia gebunden waren, der zweite Cantus wies auch Spuren der Communicatia auf. Von meinen Beobachtungen ausgehend, gehe ich von 3-5 Ladungen aus. Eine Inschrift auf der Rückseite des Spiegels deutet daraufhin, das es zum Auffinden verlorener Wesen oder Objekte gedacht sei, also ähnlich eines Schwarzen Auges. Ich probierte den schriftlich niedergelegten Abraxas aus und suchte mittels des Thaumatursoms nach dem “Herrschaftlichen Rollsiegel”, auf der Oberfläche des Spiegels verschwand mein Antlitz und wurde ausgetauscht gegen eine Flussszenerie, an dem Ufer des Flusses stand ein Knabe, um die sechs Götterläufe alt, um seinen hals trug er das gesuchte Rollsiegel, gewandet war er in blauen Tuchen, ähnlich der Frau dem er ein Trinkgefäß reichte (möglicherweise seine Mutter, dementsprechend könnte es sich um die Frau des vormaligen Potentaten handeln), ich wurde einem Religiösen Ritual ansichtig. Da das Thaumatursom zu funktionieren schien, nutze ich es noch zweimal um die anderen Gegenstände zu lokalisieren. Das Tuch mit den Instruktionen diente einem Troll als Gürtel, da jener Troll recht farbenprächtig war, dachte ich mir, dass wir möglicherweise das Tuch gegen entsprechend farbige Stoffe eintauschen können. Die Kiste mit den Rollsiegeln befindet sich in der nähe eines Schreins an dem ein Wollnashorn graste, und zwar unter den Wurzeln einer abgestorbenen Akazie.

Kaum hatte ich diese Inforamtionen erlangt, da kamm en auch schon Robin und Azina von ihrer Beschäftigung zurück. Nachdem ich mich noch provisorisch von meinem Blut befreite und den Spiegel verstaute, berichtete ich von meinen neuen Erkenntnissen. Anschließend begaben wir uns wieder in das Dorf. Robin und Azina wollten eine neue Lederrüstung für Azina erwerben, ich erworb hingegen ein Mittel zur Abschreckung von Wollnashörnern, zwei Beutel aromatischer Duftstoffe aber leider keinen Ring.

Anschließend beuschten wir den Wohnsitz des hiesigen Potentaten, ich hielt es für eine sinnvolle Idee die Bibliothek des Emir zu untersuchen. Doch dort wurde uns mittgeteilt, das die Bibliothek des Emir, dessen Feiern zum Opfe fiel. (Ich musste mich beherrschen, was mir auch relativ gut gelang, um nicht unangemessen über dieses Verhalten hinaus die Person, einen gewissen Chadim, zu rügen über diese idiotische Idee)

Wir untersuchten dennoch die Bibliothek (oder das was davon übrig war), ich sammelte die Pergamentreste ein die ic finden konnte, einige Besitzurkunden konnte ich, zumindest partiell wieder zusammen kratzen, ähnliches galt für weiteres profanes und unwichtiges, nur bezüglich wichtiger Dinge war die Extermination so gelungen das es mir nicht möglich war weiteres herauszufinden.

Azina spürte eine Leiche auf, vermutlich ein Praioti.

Da die Bibliothekstür verschlossen war, öffnete Robin eine andere Tür, nach einigem Suchen fanden wir auch etwas was uns noch hilfreich sein könnte, einen Ballen bunten Tuches, ich schnitt ein möglichst großes Stück ab um es dem Troll als Tauschmöglichkeit anzubieten. Mit einigen Eisenstangen kehrten wir zu der verschlossenen Tür zurück, gerade als Robin sie halb geöffnet hatte, wurde diese von außen durch einen Diener des Emir geöffnet.

Die Sonne brennt

Die Sonne brennt glühend heiß auf uns hernieder. Vor allem Rowin macht sie stark zu schaffen. Aber auch ich bin diese Hitze nicht mehr gewöhnt, zu lang verweilte ich außerhalb dieser Gestaden. Mehr noch als zwei Götterläufe, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt. Was meine Familie dazu sagen wird? Ich hoffe, es ist allen wohl ergangen. Und Falkie … was ist mit ihm passiert?

Kaum in den tulamischen Landen angekommen bedarf ein Emir sogleich unserer Kraft und unseres Verstandes. Ein Staudamm verschont ungewollt das Land mit Wasser. Die Acker liegen brach. Das letzte Vieh liegt keuchend am Boden. Kein schöner Anblick.

Es ist nun an Nehazet, das Problem zu lösen. Natürlich helfe ich ihm dabei. Vor allem wenn ein paar Dukaten als Belohnung ausgesetzt sind. Oder vielmehr Maravidi, wie die hiesige Währung genannt wird.

Nehazets rituelles Gebaren blieb nur wenige Zeit ohne Aufmerksamkeit. Delia und Rowin scheinen ein reges Interesse an der Lösung des Problems zu haben, obwohl beide nicht aus dieser Gegend stammen. Bei Delia bin ich mir aber nicht so sicher. Ich werde sie im Auge behalten.

Bei unserer Suche nach Informationen aus alten Schriften stießen wir in den verlassenen Resten der Bibliothek unter der Palastfestung auf einen eingemauerten Praioti. Nur noch sein halb zerfallenes Sonnenamulett konnte geborgen werden. Ich werde es in den nächsten Praiostempel bringen, auf dass seine Seele Frieden endlich fände. Stark brennt nun die zweite Sonne in meiner Tasche. Ich werde mich eilen dem Glücklosen Frieden zu schenken. Doch zuvor jedoch wartet ein ganzes Volk auf unsere Hilfe. Der Staudamm muss sich öffnen. Erste Erfolge hat Nehazet bereits erzielt. Er hat unter dem Phex-Tempel – hier wird der Gott Feqz genannt – einen mysteriösen Spiegel gefunden, der ihm die Aufenthaltsorte der drei Ritualgegenstände verriet. Unter anderem scheint sich einer am Gürtel eines Trolls zu befinden. Leider ist mein alter Trollstein mehrere Tagesmärsche entfernt. Sollte er noch dort liegen, wo ich ihn vor über einem Götterlauf am Fuße des Raschtulswalls zurückließ, werde ich ihn eines Tages erneut aufnehmen.

Während eines kleinen Übungskampfes mit Rowin, bei welchem ich ihn mit Glück entwaffnen konnte, erkannte ich, dass sich mir in Gestalt von Rowin die Gelegenheit bietet meine Kampfkunst zu verbessern. Er scheint sehr fähig und bewandert zu sein. Und dabei nicht so arrogant wie Sieghelm. Ja, so sieht ein geeigneter Lehrer aus. Und mit Frauen umgehen kann er auch! Hach ja… nur seine Avancen mit Delia brennen mir unschöne Gedanken in meinen Verstand.

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Gedanken der Azina

Reise nach Hammerschlag, Untersuchung von Richter Rahjaweiden

28. Ingerimm.1025 n.B.F.

Nachdem ich den Limbus wieder in der Wildnis verließ, war ich allein. Hätte ich ausreichende Kraftreserven, so würde ich mich mittels eines Dschinns der Lüfte nach Hammerschlag tragen lassen, doch so eie große Menge an Energie konnte ich nicht mehr aufbringen. Zumindest wusste ich wo ich war und konnte dank der Karte den richtigen Weg finden. Als dunkler wurde nutzte ich mein erworbenes Wissen in diversen feldern um mich auf die Nacht vorzubereiten, ein convocierter Diener des Humus war dabei recht hilfreich, das hätte sich alles vermeiden lassen. Nächtens erhielt ich Besuch von einer größeren Anzahl an Wölfen und einer Person in godener Rüstung, welche sogleich ihre Kraft beweisen musste indem sie einen Baum fällte, mit einem Hieb, hätte ich auch gekonnt, ich verstehe diese Faszination für diese metallstücke nicht.

29. Ingerimm.1025n.B.F.

Heute fand ich eines unserer Pferde, gut das heißt mein Vorsprung erhöht sich und vor allem ich komme schneller aus diesem Stück Natur. Leider lief das Pferd vor mir weg, warum auch immer. Nagut es gab ja noch diese Beeren, dachte ich zumindest, aber nein irgendjemand musste dort eine Falle aufbauen, welche mich auch prompt dem Griffe Sumus Entriss. Nach einiger Zeit des herumhängens kam ein Zwerg des Wege äh Waldes daher und befreite mich aus meiner prekären Lage. Der Zwerg Xytarax genannt, erscheint mir ein Unikum, zumindest gemessen an meinen bisherigen Erfahrungen mit Zwergen zu sein, abgesehen von Xenos vielleicht. Er war ausgesprochen hilfsbereit und redegewandt. Er half mir an das Pferd zu gelangen und begleitete mich auf meinem Weg. Aber das er seine Zeit damit verbrachte Fallen von Wilderen einzusammeln, hmm naja wahrscheinlich hat er einfach viel Zeit, ich meine so ein Zwerg wird alt, vielleicht ist das seine Vorstellung von Freizeit? Interessant sind auch seine Kontakte, er kennt sowohl Saria als auch einen hier ansaässigen Hexenzirkel und darüber hinaus ist er ein weiterer Feind Malums, toll noch einer, dabei begnete mir erst gestern dieser Baumspalter in goldener Rüstung, noch nicht einmal vorgestellt hat er sich. Die Nacht verlief ruhig, das Feuer sorgte, zusammen mit den Decken für ausreichend Wärme.

30. Ingerimm. 1025n.B.F.

Xytarax war verschwunden als ich erwachte, aber neben dem Pferd das ich gestern fand war auch meines angebunden, somit hatte ich zumindest ein funktionsfähiges Pferd, meine vormaligen Reisebegleiter haben mich noch nicht eingeholt, also konnte ich meinen Vorsprung wohl halten. Ich wartete eine Weile auf Xytarax, machte mich aber letzlich ohne ihn auf den weiteren Weg, da er immer noch nicht wieder zurückgekommen war.

1.Rahja.1025n.B.F.

Erreichte Hammerschlag, als erster, interessant dabei hatte ich nur zwei Meilen vorsprung, und das bei meinen Wildniskenntnissen. Begab mich sofort zum Vogt und musste natürlich warten, wie so oft. Als ich dabei war meinen Bericht vorzutragen stießen Azina saba Belima und Sieghelm Gilborn von Spichbrecher zu unserer trauten Runde. Und bezichtigten mich erneut der Beherrschung, und einiger weiterer Verstöße oder Verbrechen, sic. Und um mich auf eine eventuelle, natürlich nicht vorliegende, Beherrschung zu überprüfen wurde Collega Fuxfell herangezogen, was kommt als nächstes, eine Travia Geweihte als Einbrecherin? Nunja, die anderen wurden, auf mein anregen, auch untersucht, leider ohne Befund. Um die leidige Angelegenheit mit den Karten kümmerte ich mich mittels Convokation eines Dieners des Humus, Zerstörung wichtiger Beweise, pah Humbug. Nachdem ich erfuhr das von Spichbrecher Xytarax einsperren ließ, wege Wilderei, wie begrenzt kann ein Mensch eigentlich sein, ich bin schon gespannt was mir als nächstes vorgeworfen wird. Ich besprach mich mit Xytarax, die Hexen wollen nichts mit von SPichbrecher zutun haben, kann ich nachvollziehen, wenn er soweiter macht, vergrault er noch alle potentiellen Verbündeten gegen Collegus Malum, auf mein bitten hin, versicherte mir Xytarax das er einen erneuten Kontaktversuch unternehmen würde. Desabends erhielt ich besuch, zuerst von Azina saba Belima, welche sich wiederholt über mein verhalten der letzten Tage beschwerte, was habe ich den falsch gemacht? Und kurze Zeit darauf, nachdem sie aus dem Haus gestürmt war, von dem hiesigen Richter, von Spichbrecher und erneut von Azina saba Belima. Plötzlich wurde meine Expertise in arkanen Belangen also wieder geschätzt, gut das sorgte wenigstens wieder für eine gewise Befriedung der Verhältnisse. Die Residualstrahlung, welche ich bei der arkanen Visitation erblickte ließ auf zwei wirkende Canti schließen, einerseits ein Cantus zur Verhehlung der gewirkten Magie und andererseits ein weiterer, mir nicht bekannter Cantus, welcher aus den Bereichen der Controllaria und der Domäne Amazeroths, letzterer Cantus war definitiv für den Verlust der Erinnerung des Richters verantwortlich. Die Verzauberung aufzuheben dürfte eine Weile dauern, sollte aber interessant werden. Das die Verhehlung zu durchbrechen war, lässt auch darauf schließen das der andere Cantus aufzuheben sein müsste, ich benötige nur mehr Zeit. Bei dem anschließenden Gespräch mit Azina saba Belima und von Spichbrecher erkannte ich das Hjaldar magisch begabt ist, wieso ist mir das nur vorher entgangen, nun wiedem auch sei nachdem ich sicher wahr das wir nicht beobachtet wurden, enthüllte ich meine Absichten und worüber Collegus Malum und ich sprachen.

Welch eine Farce!

Oh Mann!!

Welch eine Farce. Da sieht man zwei Sturköpfe gegen mentale Wände rennen, vermittelt, verhandelt, liebäugelt und tut alles, damit es zu einer Einigung kommt, um dann sehenden Auges den Sieg jedes Einen über den jeweils Anderen als Zeuge mitzuerleben, ohne dass man letztendlich selbst etwas dazu beigetragen hat; beitragen hätte können, denn sie hören ja nicht auf mich! Am liebst hätte ich die beiden auf der Stelle mit den Köpfen zusammengeschlagen. Aber nein, bleibst du mal ruhig, dachte ich mir. Ein fauler Kompromiss ist besser als gar keiner. Sie scheinen mit sich zufrieden und glauben den anderen überlistet … Obwohl, wenn ich es mir recht überlege, unterschätze ich vielleicht Ihr Verständnis für diese Situation. Ein Blitzen in Ihren Augen könnte ihrem Gegenüber verraten haben, was sie tatsächlich denken. Und dennoch spielen sie das Spiel zum Wohle aller mit. Haben sie sich nur zum Schein zum Schein vertragen? Was für ein Spiel wird hier gespielt? Ich dreh noch durch! Was war das? Dummheit? Sturheit? Arroganz? Überlegenheit? Vor allem, war es eine Frechheit! Mir gegenüber! Das wird ein Nachspiel haben. Und Gilbert knöpfe ich mir auch noch vor. Die Schnürsenkel und die Fesseln wird er noch büßen!

Wie dem auch sei, wir sind alle aufeinander angewiesen. Diese schweren intriganten Zeiten zu überstehen, erfordert unseren Zusammenhalt. Als Alternative steht nur noch die Flucht aus der Baronie Hammerschlag zur Verfügung. Nur ist dies unserer Erwählung und Abstammung nicht würdig!

Jetzt heißt es Verbündete um uns scharen, um Magus Malum in die Knie zu zwingen. Die Elfe, dessen Haar wir im Auftrag Malums herbeischaffen sollen, könnte uns helfen, ihr Volk auf unsere Seite zu ziehen. Und es wird wichtig, den Hexenring der hiesigen Wälder, Tamara, Saria und den Druiden zu kontaktieren. Den offiziellen Ämtern dieser Baronie ist leider nicht mehr zu trauen, da sie von Malum beherrscht scheinen. Auch bei Sieghelm selbst besteht die Gefahr der Kontrollübernahme. Auch ihm wurde Haar als Fokus entnommen. Und er ist der einzige der derzeit die Anzeige gegen den Magus aufrechterhält. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch er der magischen Beherrschung unterliegt.

Dazu ist interessant zu wissen, ob die göttlichen Amulette uns vor feindlicher Magie zu schützen vermögen. Ich hoffe es. Aber um sicher zu gehen, werde ich mit Romo und Gilbert besprechen, was zu tun ist, sollte sich Sieghelm anders als üblich verhalten. Ich werde ihn im Auge behalten und jede Veränderung festzustellen wissen. Wir sollten Sieghelm auch keine Wache mehr übernehmen lassen. Zu groß ist die Gefahr, der nächtlichen Meuchelung.

Merkwürdig mutet mir auch dieser Zwerg an. Er sitzt derzeit im Gefängnis von Hammerschlag, scheut aber weder Strick noch Eisen. Spaziert frei umher, um zur rechten Zeit wieder in Haft zu sitzen. So erzählfreudig er ist, gibt er sich stets so unnahbar. Was steckt hinter diesem harmlosen Antlitz eines reisenden Fallensammlers. Ist seine Aussage, dass sich Magus Malum vor ihm verstecke, genau so wahr, wie Blitz und Donner über dem Turm einer Illusion gleichkommen? Zum Feinde möchte ich den mutmaßlichen mit Tieren sprechenden Geoden nicht haben. Er scheint eher amüsiert über unser Vorgehen, als dass er sich ernsthaft Gedanken, um seine Zukunft macht. Ich bat Nehazet, ihn sich einmal genauer anzusehen. Vielleicht kann er etwas herausfinden. Sein getöteter mutmaßlicher Bruder scheint im Rat gesessen zu haben, der Malum dereinst verbannt. Xenos von den Flammen… wir sollten mehr über ihn in Erfahrung bringen.

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Gedanken der Azina