Endlich habe ich genug Zeit und etwas Ruhe um einen Eintrag in mein Tagebuch zu verfassen…
Delia geht im ihr zugewiesenen Gästezimmer auf und ab, wärend sie die Worte niederschreibt. Ab und an blickt sie sich nervös um. Sie fühlt sich hier nicht wohl, ganz und gar nicht.
Tag …. wie viel auch immer meiner Reise, die Vorräte gehen zur Neige
*seufz* Mutter sagt “Werde erwachsen Kind… Du bist eine rote Frau… wie willst Du jemals den Sprung schaffen…” *seufz* Ist ja schon gut. Wenn meine Frau Mutter nur das einzige Problem wäre das ich hätte, obwohl Mutter kein Problem ist… nun ja sie hat mich aus einem Ei geboren, ich bin die Tochter einer Anführerin eines Zirkels… aus all dem könnte man schon große Probleme machen. Jedoch ist es in Aranien nicht so schlimm wie ich immer dachte. Mittlerweile weiß ich warum Mutter und der Zirkel mich mit dieser Aufgabe betraut haben.
1. um dem Land zu helfen.
2. um mich weiter zu entwickeln
3. um zu begreifen, dass es zu Hause nicht so schlecht ist wie … HIER!
Dieses Land und deren Männer machen mich krank! Ich bin täglich umgeben von trotteligen, hochnäsigen, minderbemittelten und spirituell unbegabeten Auswüchsen des männlichen Geschlechts. Große Mutter! Sollte dies, wie sie immer behaupten und sich gebaren, die beste und höchste Entwicklung des Mannes und der Kultur sein?… na dann gute Nacht! Die einzig guten und wahren Männer die es hier gibt sind Ferkinas, angeblich wilde und räuberische Barbaren, welche jedoch mehr Kultur und Benehmen haben als alle anderen “hohen Herren” zusammen. Ach ja die Ferkinas… zu den Jungs muss ich noch mal zurück. Ich sage nur “Schmucknarben” meine Lieben “Schmucknarben”! Ach und dieses herrliche Ritual zu Ehren der großen Mutter… großartig!
verträumt bleibt sie stehen und schaut in die Nacht hinaus, durch das offene Fenster weht der laue Abendwind und spielt mit ihrem flammenden Haar. Wie eine Liebkosung der Natur und ein Zeichen von “Ich lebe und habe nicht vergessen…”
Nichts ist vergessen nichts ist jemals vergessen.
Dann schüttelt sie sich und fährt mit ihren Einträgen fort.
Sie, also die gewöhnlichen “Männer” dieses Landes, haben Ihr Spiel schon soweit getrieben, dass ich einem Akademiemagier ansatzweise vertraue und die merkwürdige Reisebegleitung von Azina, Bakkus und Rovin genieße. … Ach so schlimm sind sie eigentlich nicht. Sie besitzten alle samt komische Riten, Gebräuche und Benehmen, jedoch sind sie im Grunde ihres Herzens ganz nette Wesen und ich reise gerne mit ihnen. Mit dieser Gruppe könnte es uns sogar gelingen den Geist des Staudamms sein Ritual zu geben und ihn dazu zu bewegen, dass er das Wasser wieder fließen lässt. Sofern wir, bzw. ich, den Emir des Landes noch absetzte und enthaupte. Dieser Kreatur ist es zu verdanken, dass das ganze Land Hunger leidet. Er hat sich unrechtmäßig an dem Land vergriffen und dieses rächt sich nun. Eigentlich sollte es ja die Aufgabe der Männer sein, einen unfähigen Herrscher abzusetzten und vom Land erwählte Personen an die Spitze zu setzten, aber jene “Herren” hier sind alle samt unfähig! Wenn die Männer dazu nicht in der Lage sind, dann müssen die Frauen ran. Ich werde dem Emir mit Freuden sein Herz aus der Brust reißen.
Beinahe hätte ich es schon geschafft, ich war so kurz davor… Na warte ich kriege Dich noch!
Delia vollführt einge Gesten mit der linken Hand, Symbole aus Glauben und Macht, um ihren Schwur zu erneuern und zu verstäreken. Jedoch ohne ihre Kraft fließen zu lassen oder die der großen Mutter zu rufen. Das wäre an so einem Ort nicht gut.
Oh ja ich bekomme Dich noch in meine Klauen.
Aus ihren Augen weicht der fröhlich, leidenschaftliche Glanz. Sturmgraue Perlen des Hasses befinden sich an den Stellen wo eben noch ihre Augen waren. Wenn sie könnten würden sie Blitz und Sturm speien. Nach ein paar Augenblicken beruhigt sie sich wieder. Die Stumwolken weichen dem Licht des Mondes und Delia´s Gesicht wirkt wie eh und je. Bis auf einen kleinen Schatten der Sorge.
Tja und nun sitzte ich hier… in einem Zimmer eines schwarz Magiers, welche seine Tiere nach Dämonenpaktierern benennt! Es blüht hier alles und duftet fein, Diener lesen einen die Wünsche von den Augen ab, ist es nicht schön? Ja es ist nicht schön! Man möchte brechen bei soviel Luxus! Es ist ein goldener Käfig, ein Schein der aufgebaut wurde um andere zu blenden. Aber nicht mit mir mein Herr. Den Magier hast Du wohl um den Finger gewickelt, aber nicht mich! Vertrauen will sich verdient werden und da reichen hohle magietheoretische Frasen nicht aus! Ich hoffe nur, dass wir hier alle heil an Körper und Geist wieder raus kommen.
Da wäre ich doch lieber bei der seltsamen Truppe aus “elfischen” Horaiser, Thorwaler und Zwerg geblieben. Zu den Herren hatte mich der Wind und das Schicksal getrieben… ja gut ich gebe es zu. Ich habe mich verflogen. Kann nach Jahrzenten aufdem gleichen Besen auch mal passieren… Wie dem auch sei. Die Herren waren schon lustig, obwohl ich nicht weis, was sie mit mir angestellt hätten wäre ich noch länger geblieben.
Es ergab sich ein Gespräch zwischen Delia und Nehazet:
Nehazet ibn Tulachim
3. August 2011 at 20:14 · antworten
Über Zivilisation lässt sich, vortrefflich, streiten, beispielsweise bei euren, achso liebgewonnenen Ferkinas. Aber zumindest bezüglich der Landbevölkerung und ihrem Verhalten stimme ich euch zu, weiterhin stimme ich euch zu, dass es seltsam ist, das der Emri es bislang zwei Götterläufe/Jahre auf seinem Thron überlebt hat.
Die Tiere wurden nicht, zumindest nicht alle, nach Dämonenpaktierern benannt. Ich gebe zu das Gaius Cordovan Eslam Galotta, mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Dämonenpaktierer ist, aber da möchte ich anmerken, dass er ein Mitglied des Bundes des Weißen Pentagrammes war. Kaspar, benannt nach Kaspar Malzenio Eulertin, einem Collegus aus der selben Akademie wie unser Gastgeber. Adaki müsste ich erst nachschlagen.
Und sind nicht zwei der Heptarchen dämonenpaktierende Hexen?
Außerdem erscheint es mir seltsam, benutzen eure Schwestern nicht auch die Dämonologie?
Achja, ich wurde um keinen Finger gewickelt, es ist nur erfrischend eine gelehrsamen disput mit einem Collegus führen zu können.
Delia
7. August 2011 at 21:07 · antworten
Eure Worte in der Mutter Ohr.
Erschütternd guter Nehazet wir sind, wenigstens zum Teil, einer Meinung. Nehmt Euch einfach etwas Zeit die Kultur der Ferkinas, die Rituale und Bräuche zu verstehen, dann werdet Ihr sehen, dass sie nicht so barbarisch sind wie Ihr meint.
Vielleicht habe ich den Herren Magus auch falsch eingschätzt, das mag sein. Bis jedoch ein Beweis gefunden wurde, dass er nicht so ist wie ich denke, werde ich vorsichtig sein. Im Moment habe ich ein Gefühl als stimme etwas nicht.
Das zwei der Heptarchen Hexen sind, sagt nichts über meine Brüder und Schwestern aus. Nur weil zwei Personen aus der Art geschlagen sind, müssen die anderen auch so sein.
Meine Schwstern nutzten keine Dämonologie. Was genau meint Ihr mit dieser Anschuldigung?
Wenn Ihr die Anrufung des Herren Levthans meint… jener ist kein Dämon. Er ist der männliche Aspekt des Landes / des Lebens, so wie Satuaria der weibliche ist.
Nehazet ibn Tulachim
8. August 2011 at 08:43 · antworten
Äh, welche Mutter, Sumu, Satuaria, eure, meine, Travia oder eine andere?
Hmm, womöglich, sollte ich ein klärendes Gespräch mit Azad suchen? Zumal es vom Ethnologischen, Archäologischen und Anthropologischen Standpunkt durchaus interessant sein könnte, sich eingehender mit diesem Volk zu beschaffen, zumal die Bân Malya gerade dabei zu sein scheinen, einen Schritt in Richtung Zivilisation zu betreiben.
Gegen vorsicht ist auch nichts einzuwenden, mir ging es nur um eine eventuelle Vorverurteilung. Und Gefühle sind auch nicht alles.
Schön, Gegenthese, das zwei Heptarchen ehemalige Gildenmagier sind, sagt nichts über die Gildenmagier aus, handelt es sich dabei doch nur um zwei, im Gegensatz zu den Tausenden anderen, und den Abertausenden davor. Mir ging es dabei auch nicht um den Aspekt, inwiefern eine Personengruppe, durch prägende Negativbeispiele aus ihrer “Zunft” das Bild, welches andere von ihnen haben werden, zeichnen. Sondern mir ging es eher darum, dass es auch in eurer Tradition dämonenpaktierer und wahrscheinlich auch ein Aquivalent zu den Dämonologen geben wird.
Aber ihr spricht nur für euren äh “Circel?”, habe ich recht?
Nun, es mag sein, dass in eurem Circel keine Perso sich der dämonologie bedient, aber wie sieht es mit den anderen Circeln Aventuriens aus? Außerdem kann ich nicht verstehen, was an dämonologie so schlimm sein sollte, solange es als verantwortungsvolles Forschungsgebiet betrieben wird, ergeben sich keine Probleme. Leider ergab es sich, dass immer wieder Wesen auf die Idee kammen, die chaotische Struktur der siebten Sphäre und ihrer Bewohner zum persönlichen Machtgewinn zu nutzen, möglicherweise sogar zu missbrauchen. Nach dieser Prämisse, müsste auch die Herbeirufung von Elementaren, oder allgemeiner, lieber gleich der komplette Elementarismus, verboten werden. Was ist mit der Controllaria, gälte dort nicht ähnliches, jedes Gebiet der Magie lässt sich missbrauchen. Aber deswegen darf das Studium dieser Gebiete nicht untersagt werden, für jedes der genannten und jedes nicht genannte Gebiet lassen sich auch Argumente finden, warum sie genutzt werden und damit auch warum diese erforscht werden sollte. Außerdem habe ich euch nicht beschuldigt, ich meine nur, mich daran erinnert zu haben, dass es relativ viele Berichte zu diesem Thema gab, wogegen mir ein Bericht zum Thema elementare Convocation unter Töchtern Satuarias fremd wäre. Und auf Basis dieses Wissens, fragte ich euch ob die Dämonologie nicht auch in eurer Tradition der Magie verankert ist?
Nein Levthan meinte ich nicht, ich dachte eher an Widharcal, Tijakool, Iribaar, Calynaar und andere. Aber berichtet doch mehr von diesem Levthan, meine Quellenlage ist recht marginal, zu diesem Wesen.