Dank der Limbustunnel, welche einige bedeutende Akademien mit einander, selbst, über große Distanzen verbanden erreichten wir die Academia Arcomagica Scholaque Arcania Puniniensis rasch. Eben waren wir noch in den tiefen Gewölben des Dracheneis zu Yash-Hualay und schritten dort durch eines dieser arkanen Meisterwerke, so passierten wir im nächsten Moment das Gegenstück auf der anderen Seite, hach hätte ich nur die Zeit für eine ausfürhliche arkane Visitation, naja ich muss nur Geduld bewahren, es wird sich schon die notwendige Zeit finden, irgendwann.
Da Kalman und ich nicht das erste mal hier waren, fiel es uns leicht uns in diesen Hallen zu orientieren, wir suchten das Gemach von Magister Biscarat Manzanares auf, in der Hoffnung das jener erstens noch in der Akademie sei und nicht auf seinem Landsitz außerhalb Punins und zweitens noch wach sei. Dabei begegeneten wir einigen anderen Magistern und Gästen der Akademie, welche sich unter anderem im Park der Akademie ihren disputationen zu später Stunde hingaben, in das richtige Licht wurden diese Gespräche dank diverser Apparaturen und magischer Konstruktionen, sowie Tinkturen getaucht, welche angenehmes Leuchten verbreitete. Über alledem ragte der Elfenbeinturm der Akademie auf, dessen Spitze wie jede Nacht von Farmerlors Feuer umragt wurde. Wie viel ich hier doch hätte erreichen können, oft kehren meine Gedanken an diese Stätte zurück. Im Garten trafen wir auch auf Donatus C. Contador, einen weiteren Collegus, welcher aus dem gleichen Jahrgang wie Kalman stammt, wie redeten kurz miteinander, allzu viel Zeit konnte er nicht erübrigen, er war in seinen Gedanken schon bei seinem Experiment, er wollte ein paar Elementarwesen katalogisieren, und zwar interessierte ihn schon seit längerem wie ein Mischwesen aus Elementen durch die gängigen Formeln, ungezielt, gezielt herbeigerufen wird, also wie viel Energie Notwendig ist und welche Umgebungsbedingungen herrschen müssen, gerne hätte ich mich länger mit ihm unterhalten, wir verblieben dabei, das ich ihm meine bisherigen Erkenntnisse zukommen lassen werde. Ulfried von Rotwasser hätte ich ebenfalls gerne besucht, um zu erfahren wie es ihm in den letzten Monden gelang sich hier einzuleben, aber da die Nachtruhe für seinen Jahrgang schon vor einigen Stunden begann, ließ ich dies doch eher sein, zumindest wird er in den nächsten Tagen wohl das erste Kapitel von die Theorie der Wahrnehmung und Beobachtung, samt einiger Ergänzungen und das ein oder andere Schriftstück von mir vorfinden.
Wir fanden Magister Manzanares in seinen Räumlichkeiten in der Akademie vor, er war über einigen Schriftstücke gebeugt und in der Literatur eines alten Aureliani Textes vertieft, leider gelang es mir nicht, aus dieser Distanz, heraus zu lesen um welches Schriftstück es sich handelte. Biscarat war knapp 50 Götterläufe alt, absolvierte sein Studium an der Academia Arcomagica mit passabler Bewertung und reiste die nächsten Götterläufe durch Aventurien, getrieben von der Idee einer Satinavschen Prädestination, welche er bislang nicht belegen und auch nicht widerlegen konnte, getrieben wurde er dazu, vermutlich, durch seine Gabe der Prophezeiung, meines Wissens gelang es ihm bislang noch nicht das Problem der Prophezeiungen am 50. Tor, welcher sich auch Niobara von Anchopal beugen musste, zu lösen. In der Zwischenzeit hatte er seine Studien ausgeweitet und versuchte es durch weitere Hilfsmittel genauere und weitere Blicke in den Strom der Zeit zu werfen. Somit war zu vermuten das der Text, welcher vor ihm auf seinem Arbeitstisch lag, ebenfalls wieder mit diesem Thema zutun hatte. Nachdem wir einige Momente warten mussten, offensichtlich handelte es sich um einen höchst interessanten Text, blickte er zu uns auf.
„Ich habe euch erwartet,“ war seine Begrüßung, über die Götterläufe habe ich mir abgewöhnt, mich zu fragen ob das für ihn nur eine antrainierte Routine war, oder ob er tatsächlich etwas gesehen hat,“ es freut mich euch beide mal wieder zusehen, Collegus Kalman wie gehen eure Studien in Khunchom vorran?“ Kalman antwortete ihm,“ Collegus Manzanares, sie verlaufen mit Zufriedenheit, wobei es mich doch mit Wehmut erfüllte, zusehen das die Bibliothek der Akademie des Dracheneis vor einiger Zeit in starker Mitleidenschaft gezogen wurde, und insofern eher wenige Informationen zu meinem favorisierten Themengebiet dort zu finden sind. Collegus Nehazet hier hat euch einige wichtige und interessante Dinge zu erzählen,“ dabei verwies er auf mich,“ ich werde in kürze in den Traviabund eintreten, und es wäre mir eine freude euch bei dieser Feierlichkeit als Gast der Familie begrüßen zu können.“Bevor ich weiteres sagen konnte, wurde ich von Magister Manazanares unterbrochen,“ ein Traviabund, das kommt überraschend, ich werde mitfreuden der Zeremonie beiwohnen, wann habt ihr den vor diesen Bund zu knüpfen?“ „Ihr kennt Tulachim, er hielt es für eine gute Idee, die Feierlichkeiten so schnell wie möglich zu absolvieren, je nach Stand der Sterne,“ dabei blickte ich aus seinem Fenster auf den Sternenhimmel,“ würde ich sagen heute.“ „Heute, was hat sich Tulachim nur dabei gedacht, obwohl ich eine gewisse Idee habe was dahinter steckt, nun ich hatte sowieso vor demnächst wieder Khunchom aufzusuchen und dort ein paar Dinge zu erledigen, insofern freut es mich euch zu begleiten.“
Nachdem wir uns noch eine Weile über dieses Thema unterhielten, kammen wir wieder auf andere interessante Begebenheiten zusprechen,“ und wie gesagt, es scheint sich um eine Streckung der t-Varianz zu handeln, ganz deutlich eine Anomalie, über den Faktor 14400, leider gelang es uns nicht, eine entsprechende Anomalie nachzuweisen, aber wenn diese in der Reise auftrat, dann könnte, jene im prinzip überall sein, der Limbus hat immerhin eine nicht zu unterschätzende Ausdehnung.“ „Ihr habt recht das ist fasznierend, so ein Phänomen gehört auch untersucht, ich werde mit euch später noch einen Blick darauf werfen, wobei ich mir keine allzu großen Hoffnungen mache etwas zu finden. Interessanter finde ich, dass euch damit nun 14 Tage und 12 Stunden fehlen, wenn ich nicht ganz irre?“ Kalman blickte verwirrt zwischen uns her,“ 14 Tage? die 12 Stunden kann ich nachvollziehen, aber die 14 Tage?“ Ich setzte zu einer Erklärung an,“ vor einiger Zeit suchte ich eine Bibliothek im Limbus auf,“ das schien seine verwirrtheit nicht gerade abzubauen,“ und bei dem Versuch jene zu verlassen, wobei wir nicht den gleichen Weg nehmen konnten, da jener durch einen Golem versperrt wurde, begaben wir uns durch eine Feenwelt wieder nach Dere, offensichtlich verloren wir dabei ein paar Tage.“ „Nehazet,“ dabei schüttelte er seinen Kopf,“ Nehazet was macht ihr nur immerwieder.“
Wir unterhielten uns noch über einige andere Dinge, es war eine angenehme Runde, dazwischen setze ich einen Brief an Convocata Prima und Spectabilitas Pryschia von Garlischgrötz auf, indem ich Sie bat für mich ein gutes Wort in Bezug auf mein Szepter bei den Dienern Hesindes in Khunchom einzulegen, Magister Manzanares wollte sich gleich nach seiner Rückkehr, darum und um die Schriftstücke für Ulfried von Rotwasser kümmern, wie sich dieser eingelebt hatte, konnte er mir jedoch nicht sagen, da er bislang noch keinen Kontakt zu diesen gehabt hatte.
Da die Nacht noch jung war, beschlossen wir in der Bibliothek eine kleine Recherche bezüglich dokumentierter Limbusanomalien durchzuführen. Wir fanden zwar einiges, leider nichts, was mit meinem fall vergleichbar wäre, es gab Leute die es schafften ihre Kleidung anstelle von sich zu teleportieren, es gab Personen die im Limbus festsaßen, es gab sogar sporadische Berichte von einem transfer von limbischen Äther beim Austritt, aber nichts was für eine so massive Streckung des t-faktors sprach. Im Laufe der Gespräche mit Magister Manzanares erfuhr ich das weder Hesinja K. Notjes, noch sein Sohn Zafir Manzanares in der Akademie verweilten, beide brachen wohl in Richtung der Halle des Quecksilbers zu Festum auf. Auch mein alter Rivale, Praiowin von Drakkenberg, verweilte nicht mehr hier, es hatte ihn in irgendeine hinterwäldlerische Ortschaft getrieben, irgendetwas mit einem Werkzeug, sagte Magister Manzanares noch, aber er hatte es sich nicht gemerkt.
Lange bevor die ersten Strahlen der Praiosscheibe ihren Weg ins Pentagrammaton fanden, brachen wir unsere Studien ab und begaben uns per Dunkler Pforte zurück nach Khunchom. In den nächsten Wochen werde ich wohl das ein oder andere Mal einen Abstecher nach Punin unternehmen, schon alleine wegen dem Schreiben um das ich Convocata Prima und Spectabilitas Pryschia von Garlischgrötz bat, werde ich die Academia Arcomagica wohl erneut aufsuchen. Bei der Gelegenheit werde ich wohl auf ein paar meiner Gegenstände wieder an mich nehmen, mit Khorestan habe ich ja nun einen Ort wo ich diese sicher verwahren kann. Noch im Dunkeln suchten wir erneut nach Spuren der Anomalie, am Dracheinplatz, doch wir fanden nichts, von dort aus begaben wir uns zurück zum Anwesen von Tulachim. Wo wir noch eifrig weiterdisputierten.