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Auf Pilgerreise

Mit einem sollst du Recht behalten alter Mann.

Schwer stapft sie in ihren neuen Stiefeln den schneebedeckten Hang hinauf. Der Pfad der Ifirn ist kaum zu erkennen.

Die Sorgen und Nöte der Menschen, drücken gar sorgenschwer auf das Gemüt. Sowohl auf ihr eigenes, als auch auf das ihrer Reisegefährten. Die Stimmung meiner Kameraden kann ich nur als jammernd empfinden. Zeigen sie tatsächlich Schwäche? Freveln sie so meinem Gott? Oft reiste ich mit ihnen durch die Städte, oft besuchte ich Bibliotheken, Akademien, Märkte, Garnisonen und nächtigte in Gasthäusern. Ich bereiste fast ausschließlich WEGE!! Zu FUß, während sie ritten.

Kopfschüttelnd betrachtet sie die träumerisch verschneiten Berge der Efferdseite der Trollzacken. Oben angekommen fällt ihr Blick auf den Schnee zu ihren Füßen am Rande des Steilhangs. Langsam geht sie in die Knie. Sie zieht ihre Handschuhe aus und lässt sie achtlos fallen. Ehrfürchtig gleitet sie mit ihren nackten Fingern durch Firuns Element. Tief atmet sie ein. Ihre Kameraden sehen sich nach ihr um, wie sie so dasitzt, ein weißes buschiges Fell über den Rücken geworfen, kniend im reinen Schnee und voll Wonne, der Erde des Wintergottes nah.

Und kaum geht es ein einziges Mal auf einem PILGERPFAD halbwegs durch die Wildnis, quengeln sie alle, wie kleine Kinder. Einzig Sieghelm und die beiden alten Herren sind Musterbeispiele an Enthusiasmus. Und Rondrian. Aber der ist eh stets auf seines Herren Seite. Alle anderen haben keinen Sinn für die Schönheit der Natur! Deren atemberaubendes Antlitz zu betrachten und zu zeichnen reicht nicht aus Jane. Man muss sie erleben, spüren! So, wie ich es gerade andächtig tue. Hm, Schnee. So kalt und so schön. Nur dann ist man der Natur nahe. Aber was nützt es, wenn sie nicht einmal erkennen, worin der Sinn ihres Seins besteht. Im Einklang zu leben. Im Einklang zur Natur, im Einklang zu sich selbst und natürlich im Einklang mit seinen Göttern.

Sie richtet sich auf und sieht, wie ihre Kameraden im Schnee spielen. Und wendet sich grummelnd ab.

Der Sturz des alten Ardo reißt sie aus ihren Gedanken. Rasch eilt sie herbei, um gemeinsam mit Kalkarib Sieghelm zu helfen, Jane und Traviahold hochzuhieven. Ardo und Traviahold verlieren den Halt zueinander und der alte Mann fällt gen Tal. Nur ein elementarer Diener der Luft Nehazets verhindert seinen Aufschlag. Als der tapfere Rondrian an einem Seil hinabgelassen wird, steht die Tierbändigerin einige Schritt abseits auf einen Felsvorsprung und beobachtet mit erhabener Miene die Szenerie.

Schon besser Leute.

Am Abend gelangen sie in die Dorfruine Kohlenhüttens an einer Weggabelung am Ende des Ifirnpfades. Sieghelm versprach am Vortag eine “traviagefällige Heimstadt“, welche nun aus einem mit Brennholz bestücktem Lagerplatz samt offen Kamin bestand.

Ich weiß nicht, worüber sich die anderen aufregen. Es ist eine angemessene Heimstadt. Leider verdirbt Nehazet das firunsche Erlebnis durch eine sehr traviagefällige Geste. Sein erbetenes Dach verleiht der der Heimstadt tatsächlich ein wenig Glanz der Heiligen Mutter. Aber so richtig stolz und zufrieden scheint er nicht zu sein. Es düngt mir, er hadert außerordentlich stark mit seinem Schicksal. Was mag ihm zugestoßen sein, als ich in Aranien war? Er beschwerte sich ja schon immer, dass er durch die Wildnis müsste, aber so mürrisch und übellaunig kenne ich ihn gar nicht. Kann es sein, dass ihm die verwehrte Hochzeit doch sehr nahe geht? Doch was kümmert es mich? Im Zweifel wird Travia höchstpersönlich dafür Sorge tragen, dass ihr Auserwählter angemessen ist.

Eine schöne Nacht hier draußen. Ob diese Vettel Kohlenhütten tatsächlich existiert?

Noch einmal atmet sie die frische Bergluft, vermischt mit einer Note Eintopf, ehe sie sich auf ihren Umhang bettet und für eine weitere Nacht in Borons Domäne tritt.

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Azinas Gedanken

Schnee und Eis / Feuer und Glut

Noch lange lag Delia in dieser Nacht wach. Zu erst dieser Traum von Kriegen in finsteren Rüstungen, ihr Amulett war immer noch ganz warm davon. Denn im Traum glühte es fast. Nach diesem Alptraum dann die Gestalt der alten Schwester, die durch die Ruinen schlich. Jene gute Schwester die Rache nahm an den Bannstrahlern, die sie verbrannten. All das Bot Delia genug Stoff zum nachdenken.

Als sie sich gerade mit den angenehmen Erinnerungen an die Schneeballschlacht und den herrlichen Ausblicke ablenken wollte, da zog etwas anderes ihre Aufmerksamkeit auf sich. Etwas kleines, kaum spürbares, im Werden begriffenes. Ein Keimling des Lebens. Isaria prophezeite ihr dies. Sie würde ein Kind von Kalkarib empfangen. Ob es jene feurige Nacht zur Sonnenwende war, die Hochzeitsnacht oder die erste Nacht im Aram, sie wusste es nicht. Doch es war da. Er war da. Er sollte ein Junge werden, sofern er geboren worden war. Kalkarib wusste noch nichts davon. Delia wartete noch auf den richtigen Moment ihm und ihren Freunden alles zu erzählen.

Delia strich sich über ihren noch flachen Bauch und wie zur Antwort zog sich etwas in Ihr zusammen. Sie keuchte aufgrund des plötzlichen, krampfartigen Schmerzes und zuckte leicht. Kalkarib holte tief Luft und brummte missgestimmt. Während er sie enger an sich zog und in seinen starken Armen hielt. Sogar im Traum beschützte er sie. Sie legte dem schlafenden Wüstensohn ihre Hand auf die Brust und sog seinen herb männlichen Duft in sich auf. Die Krämpfe ließen nach. Auch wenn ihre Freunde sie nicht verstehen konnten. Sie liebte diesen sturen, dickköpfigen, hitzigen, aufbrausenden… einfach wundervollen Mann. Ihren Mann.

Sie blickte über sich in die Sterne. Liegend in mitten von Schnee und Eis. Doch in ihrem weichen Schlafsack war es wie an einem warmen Feuer. So sah sie die Sterne über sich treiben im Meer der Unendlichkeit. Es war das Gefühl als hätten Raum und Zeit keine Bedeutung mehr, als würden sie beide in den Sternen treiben und zwischen ihnen entstand ein kleiner weiterer Stern… Ihr erstgeborener Sohn…

Andere Länder, andere Definitionen

Die anderen sind vor einigen Wochen mehrheitlich beritten aufgebrochen, in das ferne, vom Junker von Spichbrecher hochgeschätze Darpatien, welches wohl der kulturelle Hochpunkt des Mittelreiches sein soll, wie das möglich ist, wenn bedacht wird das in Punin nicht nur die wichtigste Magierakademie und zwei der bedeutendsten Tempel des Zwölfgötterkultes stehen, ist mir nicht wirklich bekannt. Gut in Rommylis steht auch eine Magierakademie, aber die einzig ernstzunehmende relevante wissenschaftliche Neuerung war die Entdeckung der arkanen Signaturen, eigentlich eigenartig, müsste mal in der Bibliothek nachsehen, wahrscheinlich findet sich irgendwo noch ein inbeachtetes Manuskript aus dem das auch abgeleitet hätte werden können, naja wir wollen ihnen mal nicht das einzige Brotkrummen ihrer arkanen Forschung wegnehmen, ansonsten hätte die Akademie ja überhaupt keine Bedeutung, gut selber schuld, gehört ja dem Bund des weißen Pentagrammes an, wo war ich, achja und dann wäre da höchstens noch der Haupttempel der Travia, doch ob das ein Zeichen von Zivilisation ist, da bin ich noch unschlüssig.

Ich habe in der Zwischenzeit mit Collega saba Nassir weitere Tränke zubereitet und die erste Lieferung ist auch schon fertig, Mezzek macht auch gute Fortschritte in seiner Ausbildung, ich denke bald sollte er soweit sein, das er sich auch mal an dem ein oder anderen Trank versuchen kann. Besagte erste Lieferung ist auch insoweit schon bereit, das ich schon Schritte unternommen habe, deren Transport zu sichern, ein Dschinn der Luft, welchen ich gebunden habe, wird am Ende des Tsamondes die Kiste mit den 30 Elixieren nach Khunchom tragen, zusammen mit entsprechenden Botschaften die weitere Anweisungen bezüglich dessen was mit dem Gold geschehen soll enthalten, sowie einigen neuen Ideen und weiterer Korrespondenz mit Rashim und Zuhal. Auch an Collegus Manzanares in Punin habe ich geschrieben, ich habe ihn darüber in kenntnis gesetzt das Anfang Phex eine Kiste von mir aus Khunchom eintreffen wird, weiterhin bat ich ihn darum je eine der gedruckten Neuauflagen der Magie des Stabes und der Geheimnisse des Lebens beizulegen, die entsprechenden Kosten solle er doch bitte aus besagter Kiste entnehmen, die Kiste mit ihrem restlichen Inhalt, die beiden Bücher und etwas Alraunenpulver solle er mir danach doch bitte, mittels des an einen entsprechenden Gegenstand gebundenen Dschinnes der Luft nach Khorestan schicken. In besagter Nachricht hatte ich auch noch Beschreibung und wahren Namen des Dämons, welchen wir in Mahtab begegneten beigelegt, mit Bitte um Verifizierung ob es sich dabei um eine bislang unbekannte heptasphairische Entität handle, da ich dann den Anspruch auf gildenmagische Erstentdeckung erheben könnte, ähnlich wie bei den beiden heptasphairischen Entitäten in Hammerschlag.

Weiterhin habe ich endlich meine Kiste verzaubert, das war ziemlich unwürdig die mit mir herumtragen zu müssen, das Repertoire an Heiltränken für die Reise wurde aufgefüllt, die Thaumatursome wurden wieder aufgeladen, ich habe eine Glyphe der elementaren Attraktion des Feuers in meinen Mantel gestickt, wer hätte gedacht das ich mal irgendwann, tatsächlich etwas nutzen könnte, was ich in einem Traviatempel aufgeschnappt habe. Die Reisekasse wurde aufgefüllt, dem Schmied in Khorestan habe ich die Spezifikationen bezüglich der von mir gewünschten Schale der Alchimie gegeben, sobald die notwendigen Materialien eingetroffen sind, weiterhin habe ich persönliche Messer für mich, Collega saba Nassir und auch Mezzek von selbigem Schmied angefordert, mein Messer und die Schale werden also wahrscheinlich, entweder auf mich warten, wenn ich wieder nach Khorestan zurückkehre oder sie werden mir nachgeschickt, mal sehen.

Das Lagerhaus Tulachims, welches ich im Gegenzug für einen Teil der Schulden habe errichten lassen, ist vollendet, bezüglich weiterer Lagerhäuser stehen demnächst noch Selicum und Punin an, wenn ich das nächste mal in Punin bin, muss ich mich mal bezüglich einer geeigneten Adresse informieren, da ich als Absolvent der Academia Arcomagica Scholaque Arcania Puniniensis ja auch ein Bürger Punins bin, steht es mir frei dort Land zu erwerben, aber das ist jetzt ersteinmal, noch, nicht so wichtig.

20.Tsa 1026 nBF, Reise zum Höhepunkt der Mittelreischichen Zivilisation (nach von Spichbrecher)

Habe mich heute aufgeschwungen die Reise nach Darpatien hinter mich zu bringen, hätte ich gewusst was mich erwartet, wäre ich nicht losgeflogen, Zivilisation ist für mich doch etwas anderes und von einem Pilgerpfad in der tiefsten Provinz ins Gebirge in einer kalten Jahreszeit, mit Schnee und Eis, unter Begleitung eines Traviageweihten und zwei Singender älterer Herren, nein, mit Zivilisation hat das nichts zu tun, hier gibt es noch nicht einmal ordentliche Tulamidische Badehäuser oder richtigen tulamidischen Tee, von dem Essen ganz zu schweigen und bislang habe ich, weder, einen, ordentlichen, noch überhaupt einen Teppich gesehen, wahrscheinlich ist es hier zu kalt um ordentliche Teppiche zu knüpfen, es ist auch zu bezweifeln das es unterwegs etwas spannendes, die akademische Neugier weckendes in diesem Land geben kann. Aber der Reihe nach, ich brach also mittels einiger gebundener Luftdschinne auf, der Mantel mit der Glyphe der elementaren Attraktion Feuer hat bislang schon gute Dienste geleistet, für alle Fälle habe ich vier neue Elixiere mitgebracht, ob die anderen noch die Elixiere von unserer letzten Reise dabei haben, weiß ich nicht. Das Gasthaus vor dem ich von Spichbrecher traf, ich entschied mich dezent im Hintergrund zu bleiben und ersteinmal zuzuhören, wobei im nachhinein betrachtet, wirklich viel gebracht hat das auch nicht, hörte ich zumindest nichts interessantes. Von Spichbrecher geleitete mich in das Gasthaus, mit dem einfallsreichen Namen zum Lederstiefel, am Türschild hing ein selbiger, das Gasthaus war ein typisches Erzeugnis der hohen Zivilisation des Raulschen Reiches, weitere Worte zur Umschreibung dessen, könnten dies nur schmälern. Collega Peddersen, saba Belima, Delia, Kalkarib und Rondrian saßen schon an einem Tisch, wir begaben uns zu diesen. Von Spichbrecher eröffnete uns, das wir eine Pilgerreise unternähmen würden, wie gut das er das geplant hat und uns damit überraschte, denn ich denke die einzige die ohne diese Überraschung ihn begleitet hätte wäre die werte und leicht unterkühlte saba Belima gewesen, da fällt mir ein, sollte Collega Peddersen mal darauf ansprechen das wir saba Belima Fähigkeiten im Bereich der Logik und ratio testen sollten, sind diese doch dem Eis zugeordnet und Firun ist ebenfalls dem Eise zugewandt. Ein Bruder von Spichbrecher setzte sich auch noch zu uns, bei diesem handelte es sich ausgerechnet noch um einen Diener Travias, welcher uns auch noch begleiten wird, das kann ja was werden, was ist den jemals gutes aus zusammentreffen mit diesen Dienern Travias geworden. Es gesellten sich noch zwei ältere Herren zu uns, wohl zwei alte Handwerksmeister, die uns begleiten wollten und auch sogleich ein altes Lied, vom Klang her wahrscheinlich Zwergisch, was mich daran erinnert das ich mein Rogolan etwas verbessern sollte, wenn ich so darüber nachdenke könnte auch mein Isdiria besser klingen, mit dem Zhayad bin ich ja auch etwas unzufrieden, ganz zu schweigen davon das ich weder zum Studium des Rssahh noch des Zelemjas in Khunchom gekommen bin, es war einfach zu viel los, muss unbedingt dran denken, wenn ich wieder in gefilden bin, welche ich als zivilisiert betrachten kann. Weiterhin erfuhren wir noch, das einige Leute verschwanden, auf selbiges wies auch ein Aushang hin, später am Abend untersuchte ich den Aushang und eine thorwalsche Silbermünze noch nach vitaler Residualstrahlung, um die Signatur der betreffenden Person im Zweifelsfall zu finden, im schlimmsten fall habe ich zumindest weitere Daten für meine Forschungen bezüglich der vitalen Signaturen erlangt. Der Tee war von eher mäßiger Qualität, aber er weckte zumindest Erinnerungen an ein besseres Land. Die Untersuchungen zogen sich tief in die Nacht hinein und es war schon spät als ich mich zur Ruhe begab.

21.Tsa 1026 nBF

Wir waren bei einem gewissen Meister Zertel, ein Händler von Lederwaren und anderem, nun das Viertel roch einer der wichtigsten Ingredenzien für Phosphorus. Wenigstens konnte ich das Problem des doch etwas ungeeigneten Reisegewandes, bezogen auf dieses Klima hier, durch eine entsprechende Duldung und Umdefinition, bezogen auf mich, bezogen auf einzelne Kleidungsstücke lösen, durch die tatsache der persönlichen Bekanntschaft mit der hiesigen Obrigkeit rasant lösen, ein entsprechendes Schriftstück sollte ich aus Gründen der beiderseitigen Absicherung noch entwerfen, eventuell Collega Peddersen noch drüber blicken lassen und dieses dann von von Spichbrecher unterzeichnen lassen. Es erscheint mir wirklich unmenschlich mit wie vielen Schichten Kleidung die Menschen hier im Tsamond herum laufen. Anschließend gab es noch Proviant von dem Wirt, der wohl ein guter Bekannter von von Spichbrecher war, wie ich gestern noch erfuhr, wobei ich mir immer noch unsicher bin, ob es nun ein ab- oder aufstieg ist wenn man drei Schilder als Ausgangspunkt nimmt um danach bei einem Lederstiefel zu landen, ich halte es ja für eine abstieg, nun gut es gibt wichtigeres womit ich mich befassen kann, beispielsweise der Kopie der Karte, welche der Wirt mir gezeigt hatte, dabei stellte sich auch heraus das Collega Peddersen sich nicht im Bereich der Kartographie auskennt, gut ich bin auch nur marginal bewandert in diesem Topos, doch erschien es mir in der academia eine sinnvolle Verwendung meiner Zeit, lernten wir doch auch über die Kraftlinien und eine Karte der aktuellen Kraftlinienverläufe, vor allem weil durch die Taten des Bethaniers, selbige partiell ihre Bahnen verändert hatten, schien sinnvoll. Danach suchten wir einen Schrein von drei Gottheiten auf, Firun, Ifirn und Aves war der Schrein zugedacht, die Opfergaben könnten in folgenderweise kategorisiert werden, Firun wurden Tierreste geopfert, für Ifirn wurden Pflanzen gepflückt und Aves bekamm Tand. Bei dem Avesschrein musste ich an das Amulett von Zafir Manzanares denken, welches er mir nach meinem Abschluss geschenkt hatte, ich frage mich wer von uns beiden wohl mehr reist, ich oder er?

Wir begaben uns danach auf die Reise, aufgrund meines Mantels und der Kleidung war ich recht gut gegen die Kälte gewappnet, trotzdem hieß das nicht das ich der Natur viel abgewinnen konnte. In der ferne waren die Trollzacken zu erblicken, toll noch ein Gebirge, auch nur eine Akkumulation von Erz, wenn man drüber nachdenkt, aus der ferne konnten wir eine verfallene Brücke erkennen, dabei handelte es sich um eine Brücke die wohl von Spichbrechers Großvater einem Torion dem gütigen errichtet wurde, die Brücke war infolge mangelnder Wartung nicht mehr nutzbar. Später kamm es zu einem Unglück auf der Reise einer unserer älteren Begleiter, hmm wenn ich so drüber nachdenke dürfte ich auf eine längere Lebenserfahrung zurückblicken als einer der beiden Handwerksmeister, manchmal frage ich mich ob die Idee sich der Erinnerungen Delias zu bedienen wirklich eine meiner besseren Ideen war, nun gut ich habe viel über satuarischen Brauchtum und das Leben einer Hexe erfahren, ganz zu schweigen von vielen Erfahrungen und Erlebnissen die wohl eher wenige vor mir machten, andererseits hätte ich das wissen auf einen anderen Weg erhalten, hätte sich das wohl negativ auf meine Verfassung auswirken können. Ach wo war ich, ja der Unfall ein leichter Windstoß führte zu einer Unsicherheit des Schrittes bei einem der älteren Herren, ich denke es war Ardo Gerdenwald, ob er wohl mit Leta Gerdenwald aus Hammerschlag verwandt ist? Diese Unsicherheit führte dazu das Herr Gerdenwald, davon ausgehend das er es war, sich den Abhang hinunter bewegte, Collega Peddersen und der Traviadiener versuchten ihm zu helfen, der Traviani wurde mitgerissen, Collega Peddersen konnte wenigstens noch mit ihrer Zweililie soetwas wie eine provisorische Befestigung konstruieren die weiteres abrutschen erschwerte. Während von Spichbrecher, saba Belima und al’Hashinnah sich profaner Lösungsversuche bedienten, nutze ich mein Thaumatursom zur Convokatio eines Elementaren Dieners der Luft und trug diesem auf, das er entweder den Sturz abfedern/verhindern solle oder das der die Personen aus ihrer prekären Situation befreien solle, was er auch tat. Während also die anderen dabei waren die, mittlerweile gesicherten Personen wieder auf dem Weg zu holen, Collega Peddersen war in der Zwischenzeit wieder von von Spichbrecher hinaufgezogen wurden und ich war am überlegen ob wir nicht einen Tee für alle aufsetzen sollten, da der Kessel wohl zu tief vergraben war, wurde daraus nichts, nun gut es hielt mich zumindest nicht davon ab, etwas Schnee in meinen Becher zu tun und diesen mittels meiner ewigen Flamme soweit zu erwärmen das ich einen vernünftigen Tulamidischen Tee, Ongalo Hochland, auf das traditionelle süßen, zumindest in den maßen wie es in meiner Heimat, liegt die nun eigentlich in Khunchom, im Yalaiad, in Punin oder in Khorestan (?), üblich war/ist verzichtete ich, selbigen Tee bot ich dem unglücklichen älteren Handwerksmeister an, ich wurde auch von ihm gefragt ob ich über den Wind geböte, worauf ich erwähnte das ich lediglich den ein oder anderen dienstbaren Luftgeist kennen würde.

Danach begaben wir uns weiter bis wir später in einer Dorfruine ankammen, diente wohl früher mal, unter Torion dem Gütigen, wieder dieser Torion, hat den kein anderer Spichbrecher hier etwas wichtiges gemacht(?) als Köhlerdorf. Auch eine Hexe soll hier wohl mal lebhaft gewesen sein, das resultierte in entsprechenden Ammenmärchen (warum eigentlich Ammenmärchen, sicherlich wurden die nicht nur von Ammen erzählt, sollte Collega Peddersen mal darauf ansprechen, wir reden ja auch nicht von Haimamudimsagen im Land der ersten Sonne), diese wurde dann auch verbrannt und später wurden einige Bannstrahler, drei um genau zu sein, unter Führung eines gewissen von Sonnenfeld, wahrscheinlich in Spanferkel verwandelt und verspeist, was wirklich beachtenswert wäre, immerhin hätte ein Ableben (welches wahrscheinlich notwendig war für die Zubereitung und spätestens beim verspeisen der Ferkel) zu einer Mutanda in den Corpus origine geführt, ich hätte besagte Schweine gerne gesehen um den darauf wirkenden Cantus (falls ein solcher darauf wirkte) zu studieren, das wäre bestimmt fasznierend gewesen. Wobei vielleicht erst erwähnt werden sollte, das unsere Raststätte aus einem Verlassenen, verkommenen, und verfallenen Gebäude bestand, dessen Dach fehlte und dessen Wände offen waren. Während die anderen damit beschäftigt waren in kleinen Bahnen jeder für sich ein Lager zu errichten, dachte ich größe, und rief einen Geist des Humus, der das Haus wieder wohnhaft oder zumindest schützend vor dem Wetter einfluss machen sollte, am besten noch mit Betten, der Geist kamm dem auch nach, nur die Wände verschloss er leider nicht, aber es gab ja genügend Zeltplanen so das auch dies schließlich kein Problem war. Natürlich führte auch dies wieder zu Unmut, mir vollkommen unvertändlich. Traviahold Badilak von Spichbrecher, so der Name von von Spichbrechers Bruder, bereitete ein Mahl zu, nun gut es war davon auszugehen das er wohl irgendwann mal etwas kochen gelernt haben mag, als er zum Diener der Göttin fürs Herdfeuer ausgebildet wurde. Das einzig interessante, und das hatte mich wirklich überrascht, aufgrund der Geschichten von der Hexe unterzog ich die Umgebung einer arkanen Visitation und fand schließlich einen Locus Astralis, dieser stellte sich als Tür mitsamt Türrahmen heraus, bei genauerer Examinatio mittels des Cantus Analys Arcanstructur erkannte ich die Matrices von arkanem wirken, welche der Limbologica zuzuordnen war, die Strukturen wiesen auf Satuarischen und Druidischen Aufbau hin, nur urtümlicher und, dass war ebenfalls höchst bemerkenswert, weitaus geordneter als dies der Normalfall für beide Repräsentationen wäre. Ich war gerade dabei das Geheimnis zu entschlüsseln als ich von einer Sicherung aus meiner Konzentration gerissen wurde, ein lauter Donnerknall und ein Schmerz der einer Ohrfeige nicht unähnlich war, durchzogen mich, nun zumindest der Schmerz, ich fand mich danach im Schnee wieder, Collega Peddersen kamm angerannt und fragte mich ob es mir gut gehen würde, ich bejahte dies und bat darum das Delia doch bitte herkommen möge, meine astralen Kräfte waren doch etwas aufgezehrt und dieses Mysterium war es wert erkundet zu werden, wer weiß es hätte uns eventuell diese unsägliche Pilgerreise erspart, aber Delia erschien nicht. Immer noch gefesselt und, auch etwas genervt das sich mir die Entschlüsselung der Wirkmatrizen entzogen hatte, entschied ich eine Meditation durchzuführen um meine Kräfte zu erneuen und eine erneute Examinatio durchzuführen. Während der Meditation wurde ich einige Male von anderen gestört, von Spichbrecher lief immer wieder vorbei und fragte, bzw. erzählte Kleinigkeiten, anscheinend hatte Delia schlecht geschlafen, gut das würde ich in der Umgebung wahrscheinlich auch, außerdem war da noch eine andere Person die leise durch den Schnee stapfte und kicherte, als ich nach getaner Meditation meine Augen öffnete lag die Tür aus ihren Angeln gelöst auf dem Boden, die Tür angeln waren durch natürlichen Verfall kaputt, ich probierte die Tür einzuhängen, was mir aufgrund der profanen Natur, gekoppelt mit der Temperatur nicht so ganz gelang, von Spichbrecher gelang selbige Aufgabe allerdings sehr wohl. Nur die arkanen Wirkmatrizen waren verschwunden, es war nicht so das es eine Residualstrahlung der entfalteten Wirkung gab, nein es war als hätten diese nie existiert, resultat davon war das ich unter Wirkung eines Oculus Astralis durch die Ruine des Dorfes lief, auf der Suche nach Spuren von arkanem wirken dieser Hexe, ich war den Umständen entsprechend gelaunt.

Eine andere Geschichte – Teil II

Maednir„Was treibt zwei Nordmänner an, das Fürstentum Darpatien zu bereisen?“ die belanglose Frage des Wirts war weniger aus echtem Interesse heraus, als vielmehr von dem Bedürfnis ein freundlicher – und vor allem traviagefälliger – Gastgeber zu sein gestellt worden. Zwei Thorwaler, gehüllt in zahlreichen, sich überlappenden Schichten aus dicken Wollstoffen, wolligen verfilzten Tierfellen und wehrhaften – rau bearbeiteten – Plattenteilen saßen sich an einem langen Holztisch gegenüber, an dessen Stirnende ein rundbäuchiger Wirt stand. Dem Wirt viel es schwer zu erkennen wo die lange Behaarung der zwei Männer endete, und wo die Bekleidung begann, beinahe hätte er die Stadtwache gerufen, als diese zwei – ganz nach Banditengesindel aussehenden – stämmigen Männer seine Wirtschaft betreten hatten. Ihre, ihrem Aussehen trotzendem, ruhige und gelassene Art – veranlasste ihn jedoch dazu sie als gut zahlende Kunden einzuschätzen. Der Unterschied zwischen marodierenden Räubern und gut zahlenden Gästen ist hin- und wieder kaum erkennbar. „Wiä sönd äuf de‘ Weg zu äna Pilgaräise, Herr Wirt.“ antwortete Árngrimr, der Huscarl des älteren in seinem besten Garethi. Der Besitzer des Gasthofes musste sich ein schmunzeln verkneifen, als er die lustig klingende Mundart des breitschultrigen Mannes vernahm. „Pilgerreise, ja? Na möge Aves euch begleiten, meine Herren – und Willkommen im stolzen Darpatien, dem arbeitsamen Bullen des Mittelreichs, falls euch noch niemand willkommen geheißen hat. was darf es denn sein?“ Ein verging ein Moment, die zwei Thorwaler sahen sich lediglich gegenseitig an als ob sie in der lage waren mittels Kraft Ihrer Gedanken miteinander zu kommunizieren. „Zwä Vollbiä.“ war dann die bloße Antwort des Huscarls. „Kommt sofort.“ und mit diesen Worten verschwand der Wirt.

Es verstrich wieder etwas Zeit, Mӕdnir Hasgarsson fingerte Gedankenversunken an einem etwas mehr als Dukatengroßen, permuttfarbenen Amulett herum, welches er in seinen Händen offen hin und her gleiten ließ. Seine rauen Finger strichen dabei immer wieder über das eingravierte Symbol, welches darauf zu sehen war. Árngrimr sah seinem Thanen dabei zu, schon seit mehreren Nächten spielt sein Herr mit diesem Ding herum, er hatte jedoch noch nicht die richtigen Worte gefunden ihn danach zu fragen. Im Thorwalschen Pantheon, war das Symbol, welches auf diesem Amulett zu sehen war, eine wesenlose elementare Gottheit des Meeres und Teil der Schöpfungslehre. Für Árngimrs war es also weder etwas unbekanntes, noch etwas frevelhaftes es bei sich zu tragen. Mӕdnir war, so wie Árngimr ein erfahrener Seemann, wieso sollte er also nicht das Symbol des Meeresgottes bei sich tragen? Dennoch – irgendwas war an diesem Ding, was Árngimr nicht gefiel. Er hatte dieses Amulett bis vor wenigen Sonnenaufgängen noch nie bei seinem Herrn gesehen – und er hätte sich mit Sicherheit daran erinnert wenn er es auch irgendeinem Markt oder bei einem Kiepenkerl erworben hätte. Immerhin war er Mӕdnirs erster Thinskari, und wich somit nie von dessen Seite – es sei denn er wollte es so. Árngimr dachte über eine Verbindung nach, die dieses Amulett eventuell mit den immer weniger werdenden Gebeten zu Swafnir haben könnte.

„Stellt eure Frage, Huscarl.“ brummte es aus Mӕdnirs Bart plötzlich heraus. Árngimr zögerte. Seine Ausbildung und sein Trygdar-Eider hinderten ihn daran seinem Thanen gegenüber neugierig zu sein. „Verzeiht, mein Thane – ich spüre wie mir Frenjara’s eisiger Atem bis ins Mark bläst wenn ich euch mit eurem Amulett herumspielen sehe.“ Unter dem Bart des älteren Thorwalers hätte man ein kurzen lächeln sehen können, wenn der Bart nicht so Dicht gewesen wäre. „Ihr erwähnt den eiskalten Wind der Weisheit, der von den Nivesenlanden her kommt und frostig über das Meer der sieben Winde weht.“ antwortet Mӕdnir mit bedeutungsschwangerer Stimme. „Ich beneide euch, Árngimr – ich wünschte auch ich könnte ihn spüren. Denn trüge Frenjara die Weisheit mit sich nach der ich suche, dann wäre ich bereits am Ziel meiner Reise.“ Die kryptische Antwort seines Herrn verwirrte den Huscarl, nur leicht ließ er den Kopf senken – kaum sichtbar – doch Mӕdnir wußte die sparsame Gestik seines ergebenen und langjährigen Waffenbruders inzwischen gut zu deuten. „Ich weiß dass es unnötig ist es zu erwähnen, denn ihr seid nicht nur mein Huscarl, sondern auch mein erster Thinskari – und mein Freund.“ Und mit diesen Worten blickte Mӕdnir Árngrimr direkt in die Augen „Du mußt mir vertrauen, Árngimr! Efferd hat zu mir gesprochen – zuerst dachte ich es wäre der Wächter über Land und Meer, unser Herr über Leben und Tod , der Herr Firun der zu mir sprach – doch es war Efferd, und er war mehr als nur eine wesenlose Gottheit, Árngrimr – ich weiß das mag nach Hranngar’schem Gerede klingen in deinen Ohren, doch ich sage dir – so leibhaftig wie Swafnir in uns allen ist und wir ihn bei jeder Welle die gegen den Rumpf unserer Otta schlägt spüren, so leibhaftig hab ich Efferd gespürt, er ist hier … hier bei mir. Und er wacht über mich.“ Mit diesen Worten krachten zwei überschäumende Bierhumpen auf den Tisch zwischen die beiden Männer. „Zwei Vollbier, wohl bekomms‘!“ tönt der Wirt und lässt die zwei auch schon wieder alleine, ohne zu wissen dass er eben in ein eine Offenbarung hineingeplatzt war. „Ah, endlich!“ platzt es auch Mӕdnir heraus, der sein Ansprache im Angesicht des Biers vergessen zu haben scheint und es sofort zu seiner trockenen Kehle führt. Árngrimr hingegen war fassungslos. Er musste sich dazu zwingen ebenfalls zu dem Bierhumpen zu greifen. Er traute seinen Ohren kaum, ich hatte mit vielem gerechnet, doch nicht damit. Andere wären jetzt vor Fassungslosigkeit von der Bank gefallen oder hätten sich in einer Glaubensdiskussion ergossen, doch nicht Árngrimr – der treue Huscarl Mӕdnir Hasgarssons. Er würde nicht seinen Eid brechen, selbst wenn er seinem Herrn dafür auf den Grund des Meeres folgen musste.

Was die beiden Thorwaler nicht mitbekommen hatten, war ein weiterer Mann – ein Mittelländer, der zwei Tische weiter saß. Er hatte langes, zu einem Topf gebundenes braunes Haar, einen gepflegten Oberlippenbart und ein wehrhafte und blankpolierte leichte Plattenrüstung schützte seinen agilen Körper. Nur zufällig hatte er das Gespräch der beiden Thorwaler mitbekommen. Er konnte Thorwalsch, und da keine anderen Gäste anwesend waren, vernahm er das Gespräch der beiden Ausländer recht klar. Zuerst interessierte ihm das Gefasel der beiden nicht, doch irgendwann wurde er hellhörig. Spätestens beim Anblick des permuttfarbenen Amuletts gingen die Finger des jungen Schwertgesellen zu seinem Hals, an dessen Stelle einst etwas ähnliches baumelte. Ein Amulett aus Eisen, welches dort nun schon seit längerem fehlte. „Darf es für euch noch etwas sein, Herr Bodiak?“ wollte der Wirt wissen. „Für mich noch ein Bier, bitte – Herr Wirt – und noch zwei weitere für diese beiden Herren dort drüben, ich bin in Stimmung zwei geschätzte Freunde des Waffenganges auf ein Bier einzuladen.“ antworte der Schwertgeselle mit lächelnd freundlicher Miene.

(Anm.d.Autors: Ich habe den Vornamen von „Áarngrimr“ in „Árngrimr“ geändert, es ist noch die selbe Person, nur diesmal ist die Schreibweise korrekter.)

Eine andere Geschichte

Arngrim„Wie nennt man diesen Ort?“ erkundigte sich eine tiefe und raue Stimme. „Die Bauern sagen, man nennt ihn Hartsteen, mein Thane.“ antwortete der andere, etwas jüngere der Beiden. „Hartsteen.“ hauchte der erste, und blickte dabei von dem schaukelnden Wagen hinaus in die Weite des Landes wo am Horizont die rot geziegelten Dächer einer mittelländischen Stadt zu sehen waren. „Dann ist es nicht mehr weit, mein Freund.“ der jüngere schwieg. Das Ziel ihrer Reise war bald erreicht. Die zwei großgewachsenen Männer hatten eine weite Reise hinter sich. Vor einigen Monden waren sie aus dem Jarltum Premjastad aufgebrochen, beginnend im Golf von Prem, über die nostrische Küste bis hinunter in das Mündungsdelta des großen Flusses sind die beiden Männer mit ihrer Otta gefahren. Dort angekommen heuerten sie auf einer Flusskogge an um den Großen Fluss bis nach hinauf nach Ferdok zu fahren, von wo aus sie denn den Avesweg nahmen. Über die Reichstraße 6 erreichten sie Gareth, die Metropole des Mittelreichs. Doch sie verweilten nur kurz in der Reichsstadt, ihr Weg führte sie weiter gen Rahja – oder nach Wesda, wie die Thorwaler zu sagen pflegen.

„Wir werden im Gaimond das Ziel unserer Reise erreichen, ganz wie wir es geplant hatten.“ sprach Mӕdnir, der ältere der beiden. „Ich verstehe noch immer nicht, wieso ihr ausgerechnet diesen Pilgerpfad beschreiten wollt, mein Thane.“ In der Stimme des jüngeren lag Besorgnis um seinen Herrn. Sie hatten eine weite Reise hinter sich gebracht, nur um einen Pilgerpfad zu beschreiten von dessen Existenz sein Herr bis kurz vor der Abreise noch nichts einmal etwas wusste. „Áarngrimr, ihr seid mein Huscarl, und nicht mein Eheweib – ihr müsst meine Entscheidungen nicht verstehen, sondern sie – und genau das habt ihr bisher mit großer Sorgfalt getan – respektieren und umsetzen.“ In Mӕdnirs Stimme lag kein Zorn, dennoch war sie mit harter Tonlage geführt, doch für Áarngimr war dies nichts neues. Áarngrimr Brydason war schon viele Jahre im Dienste Mӕdnirs. Er war ein ausgebildeter Kämpfer und erfahrener Seefahrer. Seine Streitaxt zierten bereits viele Kerben, geschlagen in zahlreichen Schlachten, sowohl auf See als auch an Land. Auch sein großes rundes Schild war gezeichnet von den vielen Hieben, Stichen und eingeschlagenen Pfeilspitzen die es einst abgewehrt hat.

Wieder vergingen mehrere dutzend Schritte, die sich der Karren auf dem die beiden Nordmänner saßen, der Stadt Hartsteen näherte. Ein frischer Wind kam auf und wehte durch das lange Haar der beiden bärtigen Männer. Ihre Gesichter blieben versteinert, denn sie trotzten bereits wesentlich stärkeren Winden. In ihren Augen lag zugleich die tiefe Entschlossenheit und der unerschöpfliche Mut eines Thorwalers. Mӕdnir blickte wieder in die Ferne, während sein tapferer und treuer Huscarl ein wachsames Auge auf die zwei Mittelländer hatte die den Karren lenkten. Nur gelegentlich erlaubte sich der Kämpfer seinen Blick woanders hin schweifen zu lassen. Immer wieder fiel sein Blick dabei auf seinen Herrn, der die letzten Monde sich zu verändern schien. Schon lange hatte er kein Gebet mehr an Swafnir gerichtet, sein Gemüt wurde mit jedem Sonnenuntergang immer launiger und unberechenbarer. Es war nicht an Áarngrimr den Weg seines Thanen zu hinterfragen, trotzdem machte er sich Sorgen um ihn, denn schon viele Winter lang war er nicht nur sein Herr, sondern auch sein treuer Hirdman. „Erleuchtung, Huscarl.“ raunte Mӕdnir plötzlich, ohne das sich die Blicke der beiden trafen. Áarngrimr wusste zuerst nicht wovon sein Gegenüber da sprach, entschied sich dann jedoch nachzufragen. „Wovon sprecht ihr, mein Thane?“ „Ihr wolltet wissen warum ich den Pilgerpfad in Dettenhofen begehen möchte. Der Mann der mir davon erzählte, hatte ihn einst selbst beschritten und er erzählte mir, dass es eine einzigartige Erfahrung gewesen sei – und er aller Widrigkeiten zum Trotz – ihm Erleuchtung gebracht hatte. Es war diese innere Zufriedenheit und Selbstsicherheit in seinen Augen die mich Erschauern ließ. Selbst wenn ich gewollt hätte, ich hätte meine Axt nicht gegen ihn erheben können – so sehr hatte mich sein Blick erstarren lassen. Als hätte ich Hranngar persönlich ins Angesicht geblickt.“ Mӕdnir machte eine Pause, der Wagen knarzte unter der Last der beiden Männer.  „Darum will ich diese Pilgerreise machen, Áarngrimr. Ich habe das Gefühl, dass mich mein Schicksal dort erwartet.“ Mit diesen Worten sah Mӕdnir wieder Gedankenversunken in die Ferne, während er seine rauen Finger über ein Perlmuttfarbenem Amulett gleiten ließ das unter seine dichten Bart versteckt war.