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Brief nach Hause 21. Peraine 1027 n. BF

Ahlan aram,

Großes hat sich zugetragen. Vorweg möchte ich euch sagen, dass es meinen Gefährten und mir gut geht.

Ich warnte euch in meinem letzten Brief vor einer Gefahr aus Richtung Rahja. Die Schwarzen Lande entfesselten vor kurzem unvorstellbares Grauen. Sie boten massives Kriegsgerät, hartgesottene Söldner, wandelnde Leichen, Ghule, Untote Oger, blanke Skelette und noch vieles mehr auf, um das Mittelreich zu vernichten. Begleitet wurden sie von einer gigantischen schwarzen Wolke, um das unseelige Heer vor Praios‘ Blick zu verbergen. Wie ein langer dunkler Wurm wälzte sich das Heer zunächst geradewegs auf Wehrheim zu. Nichts hielt ihn auf. Gehöfte wurden überrannt und Boronsanger geplündert. Ja, geplündert. Die Frevler schändeten die Toden und ließen sie wieder auferstehen, um sie gegen uns ins Feld zu führen.

Wir befanden uns gerade nördlich jener Reichsstraße in der schwarzen Sichel, um die letzten Greifen zu retten. Eine Sphinx schickte uns durch den Limbus am Feind vorbei nach Wehrheim. Während der wahrhaft unbeschreiblichen Reise warf ich einen Blick aus dem Limbus heraus in das Innere der schwarzen Wolke. Ich weiß nicht wie genau, aber es scheint mir, als könne mein … unser Wille viel Bewegen. Aber was ich erblickte war grauenhaft. Und ER bemerkte meine Anwesenheit. Mir lief es kalt den Rücken herunter als er mir seinen Namen zuraunte. Er lautete … RAHASTES, der Plagende, der dem der Hunger folgt. In seiner Wolkenerscheinung verbarg er eine große Anzahl von Irrhalken, riesige Fledermäuse und den schwarzen Knochendrachen Razzazor mit seinem Drachengefolge. Mir schwanden beinahe die Sinne ob der Übermacht. Aber ich hielt dem Blick stand.

Als wir schließlich auftauchten fanden wir auf unserer Seite vor Wehrheim ein rasch ausgehobenes Heer des Mittelreiches aus mehrheitlich Fußtruppen und daher ohne Verteidigung gegen Angriffe aus der Luft, außer den Bogenschützen, zu denen ich mich gesellte. Zum Glück spielte unser Feind seinen übermächtigen Vorteil nicht aus, sodass wir dem Unheil standhalten konnten. Selbst der Knochendrache ließ sich dazu herab mitten unter uns zu landen, sodass wir ihn bekämpfen konnten. Dabei stellte ich fest, dass der Runenspeer Firuns dem dämonischen Feueratem des Razazor standzuhalten vermag. Es gelang seinen Atem abzulenken, als ich ihn in seinen Rachen warf. Leider ohne weiteren Erfolg. Statt uns traf der Strahl leider andere Teile der Armee. Bothors Begleiter Tsatan führte von uns unbemerkt letztlich ein mächtiges Artefakt, den Stab des Vergessens, mit sich und setzte ihn gegen Razazor ein. Daraufhin floh der schwarze Drache und ließ das Feindesheer zurück.

Am Ende schlugen wir am Boden tapfer das Heer des Feindes, während Nehazet Rahastes vor den verblüfften Blicken der Praiosdienerschar mal eben in seinen Umhang bannte. Als die Wolke schließlich dadurch verschwand, offenbarte sie eine schwarze fliegende Festung mit sieben Türmen. Sie glich einer unheilvollen Krone. Mit unserem Sieg auf dem Mythraelsfeld zwangen wir den Feind zu einer Reaktion. Er entfesselte seine wohl schrecklichste Kraft. Er verdarb die Elemente mit seinem Magnus Opus, wie Nehazet ihn nannte, ein gewaltiges Inferno, das unser restliches Heer fast vollständig vernichtete. Tosende Winde brachten die ersten als lebende Energiequelle in die Feste. So wohl auch die strahlende Rohaja, Königin des Mittelreiches, die seitdem verschollen ist. Mir half meine Eisrüstung als Gegenelement zur Luft, die ich mit meinem Willen über eine Gruppe Soldaten ausweiten konnte. Dem übrigen Übel konnte ich knapp ausweichen. Unsere übrigen Gefährten ließen sich von Gargoyle nach oben zur Festung tragen, um sie im Inneren zu bekämpfen. Doch ich widersetzte mich ihnen und erschlug gar einen von ihnen. Doch durch göttliche Fügung trug es sich, dasss der Greif und Herold des Mittelreiches Obaran sich bereit erklärte mich zur Festung zu tragen und Galotta gemeinsam zu bekämpfen.

So trug es sich zu, dass ich zum Erstaunen aller Anwesenden, einschließlich Feldmarschall Leomar vom Berg auf einen Greifen stieg. Gemeinsam flogen wir der Festung hinterher, die sich rasch Gareth näherte. Im Inneren der Festung kamen wir gerade noch rechtzeitig, um meinen tapferen Gefährten im Kampf gegen Galotta beizustehen. Schließlich gelang es Nehazet ihn mit einem Tee von Dexter zu vergiften, während wir seine schrecklichen Diener bekämpften. Mit seinem Tod stützte auch die Festung ab. Leider genau über der Stadt des Lichts. Während die anderen sich in einer Art Rettungskampsel in Sicherheit brachten, durfte ich noch einmal auf dem Greifen hinunter in die Stadt des Lichtes fliegen. Dort offenbarte sich uns das schreckliche Schicksal der Stadt Gareth: Ein dämonenverseuchtes Trümmerfeld.

Nun sind wir derweil dabei das unsägliche Leid der Menschen in Gareth zu lindern. Wir bergen und behandeln Verletzte und löschen dämonische Reste der zerstörten Feste aus, während wir für Dexter wichtige geheime Aufträge erfüllen.

Wir sind nun Ehrenbürger der Stadt Gareth. Ich sende euch den Bürgerbrief. Die Leute erkennen uns und unseren Orden. Janes Krankenstation hat vielen Menschen geholfen. Ich denke sie wird dauerhaft Bestand haben und ausgebaut werden. Die 200 Dukaten jeden Götterlauf habe ich ebenfalls zu euch senden lassen, wobei es möglich ist, dass die Geldvorräte Gareths sich zunächst erholen müssen. Den goldenen Orden von Kaiser-Rauls-Schwertern trage ich mit stolz.

Wir reisen nun nach Elenvina, um vor dem Reichskonkreß über die Schlacht vor Wehrheim auszusagen.

Magus Nehazet ist im Limbus verschwunden. Wir wissen noch nicht, wie wir ihn da herausholen sollen. Auch die gesamte Expertise der Stadt vermag dafür keine Lösung zu finden. Vielleicht schafft er auch das wieder allein und taucht dann irgendwo wieder auf. Ich gebe zu, ich mache mir nur wenig sorgen. Auch wenn ich mit meiner zweiten Sicht kurze Ausschnitte aus den parallelen Welten sehen konnte und sah, wie er an vielerlei Orten weilt. Bestimmt nutzt er seine Zeit gut. Ich habe gelernt, dass mein Wille vieles zu tun vermag. Wir müssen ihn stärken.

Das Land selbst ist im Aufruhr. Rohaja ist immernoch verschollen und Emer Ni beneien wurde von Razzazor entführt. Wir tun unser Bestes. Passt auf euch auf.

Dare azid

Eure reisende Azina

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