Punin zu finden war nicht sonderlich schwer, auch wenn ich es für sinnvoll hielt einen gewissen Umweg zu fliegen, direkt über den Raschtulswall erschien mir doch, aufgrund der ganzen Ferkina, Trolle, Drachen, mindestens einem Riesen, Greifen und anderen potentiellen ungemütlichen Begegnungen, die sich theoretisch, ergeben könnten, nicht gerade für weise.
Ich entschied mehr oder minder der Karawanenroute über Alam el Terekh zu folgen.
Am späten Nachmittag landete ich im Pentagrammaton, wo ich alsbald von Collegus Manzanares zu Spectabilas (und Convocata Prima) Prishya Garlischgrötz von Grangor geführt wurde, wie sich herausstellte, wegen ter Winkels Brief.
Ich konnte nicht sagen ob sie erfreut war mich zu sehen, oder nicht.
Nachdem eine, beinahe schon ungemütlich lange Zeit Stille herrschte, informierte sie mich darüber das ter Winkels Brief eingetroffen sei und das es durchaus Stimmen in der Akademie gab, welche der vorzeitigen Erhebung zum Magus nicht entgegen stünden, andere Stimmen waren natürlich, was diesen potentiellen Bruch mit magischer Tradition betraf, demgegenüber ablehnend eingestellt.
Da die Entscheidung, als Spektabilität letzlich ihr oblag, hatte sie sich in den letzten Tagen mit dem Mephalsrat beraten.
Wie zu erwarten war, sprach sich Magister Magnus Sirdon Kosmaar dagegen aus, aufgrund besagter Traditionen. Letzlich teilte Sie aber, ter Winkels Einschätzung, nicht nur wegen dem Inhalt des Briefes sondern auch, wegen den bisherigen Leistungen auf arkanem Gebiet, zu welchen gehörten: das auffinden zweier untergegangener Akademien, das auffinden eines der Legendären Gefäße Rohals und das Bergen eines alten Szepters der Kopthanim, um einige der wichtigeren zu nennen.
Sie konnte aber nicht, leichtherzig den Titel eines Magus der Academia Arcomagica Scholaque Arcania Puniniensis aussprechen, selbst für den Absolventen mit Rohalsmal nicht. Die Frist von zwölf Götterläufen war, ihrer Meinung, nicht so wichtig, aber auf die Demonstration des tiefergehenden Verständnisses der gelehrten Canti konnte ihrer Ansicht nach nicht verzichtet werden.
Dementsprechend wurde für den Morgigen Tag, dem 2. Ingerimm die kleine Astralemanation angesetzt.
Als Vorbereitung für den heutigen Abend wurde mir aufgetragen einen ausreichend modifizierten Applicatus vorzubereiten, so dass dieser am morgigen Tag an anderer Stelle Verwendung finden könnte, der Cantus, welcher Appliziert werden sollte, war ein Reichweitenmodifizierter Unitatio, welcher einen variablen Strom der vis arcana zulassen würde.
Danach wurde ich auf eines der Gästezimmer gebracht in dem ich bis zum morgigen Tag meine Zeit in stiller Einkehr verbringen sollte.
02. Ingerimm
Die Prüfungen begannen erst um die Praiosstunde herum, ich wurde in die Gewölbe des Pentagrammatons geführt, mit verbundenen Augen und ich bin mir sicher, das ein oder andere Mal, unnötig herumgedreht, vermutlich um meine Orientierung zu verlieren (welche eh noch nie sonderlich ausgeprägt war).
Anschließend wurde mir die Augenbinde abgenommen und mir wurde aufgetragen, mittels eines Oculus Astralis der Signatur meines Applicatus zu dem designierten Bereich, der wo besagter Applicatus auf seine Verwendung warten würde, zu folgen.
Ich sprach den Oculus Astralis und folgte der Spur meiner eigenen arkanen Signatur, bedacht darauf, dem Applicatus und nicht meinen eigenen Schritten zu folgen, aus dem Keller führte mein Weg immer weiter in die Höhe, alsbald wurde mir bewusst, das es den Elfenbeinturm der Magie hinauf ginge.
Schließlich fand ich auch, wo ich vermutet hatte, meinen Applicatus, dieser war vor einem Thaumatursom abgelegt.
Hier wurde mir nun der nächste Teil der Prüfung erläutert, ich sollte das Thaumatursom mittels des Analys Canuts analysieren und anschließend die Artefaktmatrix per Destructibo Cantus auflösen, zur Kompensation des Verlustes der bisherigen Astralkraft, sollte der Unitatio des Applicatus dienen, mit anderen Worten, wenn der Applicatus oder der Unitatio nicht zufriedenstellend gelungen waren, war ich beschränkt auf meine eigenen Kraftreserven.
In einem Schritt Abstand zu mir nahm Collegus Manzanares Platz und begann den Unitatio Cantus zu wirken, während ich den Applicatus auslöste, das Band, welches uns erlaubte unsere Kraft auszutauschen, baute sich, wie zu erwarten war, zwischen uns auf. Collegus Manzanares testete die Variabilität des Kraftflusses aus indem er einen Flim Flam in orangener Farbe herbeizauberte, anschließend übergab er mir wieder die Kontrolle des Kraftflusses und ich begann den Analys Cantus zu wirken, die Informationen aus der Strukturanalyse aus dem Oculus, wären in einer anderen Situation zwar nicht zufriedenstellen gewesen, aus meinem Perspektive, waren aber mehr als Ausreichend, in diesem Fall.
Ich konnte mich also ganz auf die Analyse des arkanen Geflechtes des Thaumatursomes vor meinen Augen widmen.
Nachdem die Artefaktmatrix ausgiebig untersucht war, begann ich mich in den Destructibo Cantus einzustimmen und die Erkenntnisse aus dem Analys zu nutzen um potentielle Schwachpunkte in der Matrix zu finden, in denen die Stränge angreifbarer waren, was mir schließlich auch gelang.
Der letzte Schritt dieser Demonstratio war das erstellen eines temporären Thaumatursoms in dem ein Cantus mittels Reversalis in seiner Wirkungsweise modifiziert war.
Aufgrund dessen, das meine Prüfung in den Kellern der Akademie seinen Anfang nahm, entschied ich mich für einen reverlisierten Psychostabilis Cantus, als wirkenden Spruch für das temporäre Thaumatursom.
Wie auch bei den anderen Canti zuvor, stellte auch dies keine sonderlich große Herausforderung für mich da, wobei selbst ich, leicht, überrascht war, wie erfolgreich mir der Reversalis Cantus gelang.
Damit beendete ich die Demonstratio, zur Zufriedenheit von Spectabilas Garlischgrötz.
Doch ehe ich mich dem traditionell letzten Teil der Prüfung widmen konnte, erhielt ich Nachricht aus Khunchom, bezüglich der Klostereinweihung, der Dschinn hatte wohl seinen Weg zu Isaria gefunden und Sie hatte die Nachricht weitergeleitet.
Ich musste mich, zu meinem Leidwesen, verabschieden, wusste ich doch nicht wie lange ich genau bräuchte für den Flug und wo ich auf die Prozession treffen würde. Spectabilas Garlischgrötz, schien gar nicht erfreut darüber, hielt mich aber auch nicht auf.
Collegus Manzanares begleitete mich zum Park der Akademie und ich verabschiedete mich flugs und lenkte Hawanur gen Rommylis, nun blieb nur noch zu hoffen das ich nicht die Orientierung verlor, aber Rommylis sollte einfach zu finden sein, müsste ich doch nur den Reichsstraßen folgen…