Nach einer letzten gemeinsamen Nacht im Warnturm wurden die letzten Habseligkeiten wurden gepackt und verschnürt. Delia und Kalkarib betraten ein letztes Mal Hochstieg, um sich von Sieghelm und ihren Freunden zu verabschieden.
Es wurde Zeit in die Heimat zurückzukehren. Die Wege ins Tal entglitten dem eisigen Griff des Winters und wurden wieder passierbar. In Kohlhütten legten Sie eine kleine Rast ein. Delia stahl sich von der Seite ihres Mannes, mit der Ausrede sich erleichtern zu müssen. In Wahrheit schlich sie sich zu der Stelle, an welcher sie das erste Mal die alte Vettel Kohlhüten sah. Dort legte sie ein kleines Geschenk nieder und wünschte der Vettel alles Gute. So setzten sie ihre Reise fort. Mit jedem Höhenmeter abwärts schien es wärmer zu werden, ganz zur Freude von Kalkarib. Ab und an blickte Delia ein wenig wehmütig zurück. Ihr gefiel Hochstieg und sie hatte sich fast schon etwas heimisch dort gefühlt. Auch würde sie ihre Freunde nun eine ganze Weile nicht wiedersehen können. Bis auf Nehazet und Jane, welche nicht weit entfernt von El´Trutz wohnten. Doch Azina, Sieghelm und Traviahold würde sie schon sehr vermissen. Sie würde sie jedoch wiedersehen, soviel war sicher. Das Schicksal verband die Freunde miteinander und so war es nur eine Frage der Zeit und davon hatte die Hexe eine ganze Menge. Vielleicht würde sie eines fernen Tages auch nach Hochstieg ziehen. Spätestens wenn Kalkarib starb oder ihre Alterslosigkeit zu sehr auffiel.
Ab Dettenhofen wurde ihre Reise deutlich einfacher. Die Straßen waren ausgebaut und breit genug für eine angenehme Reise. Kurz vor der Grenze zu den Tulamidenlanden tauschten sie ihre mittelländische Währung in ihre heimische Währung um. Delia bemerkte, dass Kalkarib mit jeder Meile näher an El´Trutz freudiger wurde. Er freute sich sehr auf das Wiedersehen mit seiner Familie. Obwohl ihm sein „Geschenk“, welches als Waffe in ihm ruhte, viel Unbehagen bereitete. Kurz war er verleitet mit seiner jungen Familie ein einsames Dasein fern ab von allem zu führen. Doch wie sollte er das seiner Familie erklären? Delia nutzte die lange Reise, um ihn mit ihrer geschickten Zunge gut zu zureden. Letztlich gelang es ihr, ihn zu überzeugen, dass es für sie und das ungeborene Kind bessere wäre innerhalb von El´Trutz zu wohnen und somit auch den Schutz seiner Sippe genießen zu können. Delia brachte Kalkarib Meditationen bei, mit denen er sich beruhigen und zentrieren konnte. Auch war sie sich bewusst, dass sie selbst der Auslöser für die Waffe war, so wurde es ihr gesagt.
Die Ankunft in El´Trutz wurde gebührend gefeiert. Erst recht, als Kalkarib der Sippe verkündete, dass Delia ein Kind von ihm empfangen würde. Für Delia war es nicht leicht sich in die Sippe zu integrieren. Zwar waren alle sehr freundlich und nahmen sie gerne auf, doch aufgrund ihrer Schwangerschaft durfte sie sich nicht so in die Sippe einbringen, wie sie es sich wünschte. Kalkaribs Eltern waren sehr stolz auf ihren Sohn und auf darauf, dass Delia ihm ein Kind schenken würde.
Nun von einem Kind wussten sie, doch von dem befleckten Kind erzählte Delia nichts. Nur Ihrer Mutter Isaria teilte sie diesen Umstand mit. Sicherlich würde sich auch hierfür eine Lösung finden lassen. Die Geburt und die Feierlichkeiten hierzu ließen jedoch Spannendes erwarten.
Für Delia stellte sich mit jedem Tag aufs neue heraus, dass es die richtige Entscheidung war Kalkarib zu heiraten und mit ihm eine Familie zu gründen. Obwohl sie schon ihre alte Lebensweise misste, doch das wurde von der Liebe der Sippe und von ihrem Ehemann, der sie auf Händen trug, wieder wett gemacht.
Die Monde zogen ins Land und ihr Bauch wurde immer runder. Dann war es an der Zeit ihre Freunde zu, Fest der Geburt einzuladen. Hierfür hatte sie sich etwas besonderes ausgedacht.