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Theorie und Praxis

Natürlich war die Gesandschaft der Rondrakirche schon in Hochstieg als wir in diese beschauliche Hochburg   mittelreichisch geprägter Zivilisation wieder zurückgekehrt waren, wenn das so weiter geht, werden die Zwerge vermutlich vorgestern erscheinen und der hiesige Baron wird übermorgen kommen oder so, ich meine bislang gab es mehr Abweichungen bei den Reisezeiten, wobei das natürlich auch bedeutet das alles schneller vorüber ist und ich mich wieder normalen Dingen, wie den restlichen unmöglichen Problemen widmen kann…

Sieghelm bat mich, nachdem der Vogt kurz in seinem Burghof mit ihm gesprochen hatte, die anderen zu ihm zuschicken, er wirkte dabei besorgt, vielleicht hatte dies etwas mit den Vorkommnissen der letzten Tage/Wochen zutun, aber aufgrund der Rondrianischen Neuankömmlinge, war die Besorgnis wohl eher auf diese zurück zuführen, ob wir ihm etwas Sorge nehmen würden, wenn wir den Rondrianern von seinen Heldentaten, wie den Kampf gegen Ashlakants Spinnen oder dergleichen berichten würden? Jedenfalls ging er kurz auf die angemessene Etikette für diese Situation ein, bemängelte den Reinlichkeitsgrad von Azinas Kleidung, was ich zum Anlass nahm diese einer arkanen Reinigung zu unterziehen, und „führte“ unsere farbenprächtige Gruppe zum Lager seiner Glaubensbrüder. Wir kammen auch ohne große Schwierigkeiten zum hohen Herold, welcher überraschend erträglich war, leider war seine Bildung vorwiegend in für mich nur sehr entfernt peripheren Interessensbereichen angesiedelt, aber immerhin stellte sich heraus das wohl auch zwei Gildenmagier, im weitesten gefassten Sinne dieses illustren Sammelbegriffes, im Lager vertreten waren, wobei ich mich von eventuellen Vorurteilen gegenüber meiner Andergaster Collegaea, wie sie bestimmt sagen würden, nicht abhalten sollte wenigstens einen Disput mit ihnen zu beginnen, möglicherweise überraschen Sie mich ja noch positiv. Aber zurück zu dem Gespräch mit seiner Heroldigkeit, er teilte uns mit das der Orden die Unterstützung von zwei Sennen der Rondrakirche hätte, die anderen müssten noch überredet werden, eine Aufgabe mit der bestimmt der gute Bruder betraut wird, wirde zu seinem Glück passen, ich habe ihm angeboten zur Überzeugung der verbliebenen Sennen meine Berichte, von gesammelten Erkenntnissen kann ich kaum schreiben, wenn alles relevante und interessante hinausgenommen wird, weil das notwendige Fundament zum Verständnis nicht einmal ansatzweise vorhanden ist, früher hätte ich alle Daten einfach in so einen Bericht gelassen, aber nachdem ich mehrmal schon erleben konnte, das magietheoretische Details, und das ganze fällt wohl unter „magietheoretisches Detail“, sich, unverständlicherweise, eingeschränkter Beliebtheit erfreuen, erspare ich mir dies, zumal eine gute Chance besteht, das nur weil ich ein Adeptus Minor bin, mein Bericht nicht als Gewichtig genug betrachtet wird…

Kurz nach einer Erwähnung von Bewegungen in Schwarztobrien habe ich mich dann auch aus dem Zelt des Herolds zurückgezogen, das Bild von Azzeroth werde ich wohl später noch fertigstellen, zumindest die Umrisse sehen schon akzeptabel aus, für den Anfang einer schnellen Skizze, wobei diese Art der ästethischen Zeichnerei eher etwas für Jane ist.

Zelt 41 war nach einiger Zeit auch zu finden, die beiden Andergaster Magier, waren gerade in einem Kartenspiel verwickelt, zuerst hatte ich noch die leichte Hoffnung das es wenigstens etwas intelektuell anregendes wie Inrah wäre, aber nein sie nutzen nur einen Teil der dafür notwendigen Karten und spielten etwas Namens Boltan. Besagte beide Magier waren die Adepten Depold Roskop und Marik Karden und es ist mir unbegreiflich wie diese beiden je zu Gildenmagiern wurden. Aber ich greife vorweg. Depold Roskop war von den beiden der drahtigere und besser durchtrainiertere, der Unterschied zu mir war deutlich, aber ich nehme an einen Vorteil musste die Ertüchtigung in Andergast ja haben, und das dieser sich in Richtung des physischen verlagert, war nicht überraschend, er trug eine Augenklappe, das ersichtliche Auge war blau und er hatte kurzgeschnittenes braunes Haar und trug einen Almadanischen Schnauzer. Der andere hieß Marik Karden, er war etwas kleiner als Adeptus Roskop, etwas beleibter, hatte kurze rote Haare und braune Augen. Ich hatte schnell den Eindruck das Adeptus Roskop dem Alkohol angetan war und Adeptus Karden mit Vorliebe spielte.  Beide waren Sie in leichte Rüstungen, welche auch immer, gewandet und kaum mehr als Gildenmagier zu erkennen, nun gut sich pragmatisch zu kleiden, dagegen ist durchaus nichts einzuwenden, aber dies ging dann doch ein Stück zu weit, ihre Stäbe lagen im Zelt herum, von Büchern und Schriftrollen, oder Federn und Tinte, konnte ich keine Spuren entdecken, aber gut, auch das ließe sich erklären, in ihrer Zeit abseits ihres Dienstes für den Müßigang mit ihrem Spiel, nehme ich an.

Zu diesem luden Sie mich auch ein, aber für dererlei frivolitäten war an diesem Moment, natürlich, keine Zeit. Die nachfolgende Kommunikation war deutlich anstrengender als ich vermutet hätte, zumal sich herausstellte, das Sie neben Garethi, mit zwei Stark Andergastischen Dialekten, nur Bosparano, auf einem grauenhaften Niveau, beherrschten, zumindest von den Sprachen die mir bekannt waren. Mühsam konnten wir uns verständigen und kammen langsam ins Gespräch. Ich denke über die Zeit gelang es uns, etwas sich an die unterschiedlichen Dialekte zu gewöhnen. Doch dies führte nicht zu einem Ende der Enttäuschungen, wie sich herausstellte war ihr Verständnis von Magietheorie sehr eingeschränkt, um es freundlich zu formulieren, und sie ließen sich auch nicht für die Feinheiten der Analyse arkaner Matrizen begeistern, nein ihr Lieblingsthema schien eher in die Richtung der gezielten Entzündung von Zielen, möglichst solche die mit Nostria zutun hatten, auf jedwede praktische Art und Weise, zu gehen. Auf ihre überspitz formulierte Frage, wozu Theorie gut sein sollte, da langes Bücherstudium doch noch niejemandem geholfen hätte. Kamm eine Erwiderung meinerseits, das ich dies gänzlich anders sehe und es ein leichtes wäre, jedwede Anwendung von Magie in ihrer Effizienz zu steigern, das ich mich dabei auf theoretische und relative Rahmen bezog, erwähnte ich nicht.

Roskop in seinem angeheiterten Zustand, etwas was nicht gerade der Kommunikation förderlich war, äußerte sein Unglauben an dieser Aussage und Karden legte mir nahe meine Behauptung zu beweisen, da ich zu diesem Zeitpunkt doch etwas, nennen wir es ungehalten, war, ging ich schließlich darauf ein und verabredete mich zum späten Nachmittag des folgenden Tages vor den Toren der Stadt um meine Behauptung an einem ihnen nahegelegen Thema unter Beweis zu stellen.

Ich verließ auch promt das Lager und begab mich auf die Burg um mit den notwendigen Berechnungen anzufangen, wobei ich nicht viel zu berechnen hatte, hatte ich die Grundlegenden Berechnungen doch schon vor Monaten durchgeführt, die Zahlen mussten dem neuen Szenario etwas angepasst werden, aber das war keine große Herausforderung, ein paar Behälter, etwas Holz und genügend Lampenöl musste zusammengetragen werden, aber auch das war keine großartige Herausforderung, anschließend holte ich noch ein 30 Schritt langes Seil und ich begann damit einige Gefäße mit Öl zu befüllen und zu versiegeln und diese anschließend mit dem Custodosigil Cantus zu verzaubern. Nachdem ich meine Kräfte mittels einer Meditation wieder etwas erholt hatte legte ich mich schlafen.

Früh am nächsten Morgen brach ich auf um die Stadt zu verlassen und weitere Vorbereitungen zu treffen. An einer Stelle, welche mir ausreichend außerhalb gelegen erschien und wo sich die Gefahren für eine arkan induzierte Katastrophe vernachlässigbar waren, begann ich ein paar Pfosten aufzustellen, ein paar Leute, ich denke diese waren zu einem guten Teil aus dem roten Riesen befreit wurden, halfen mir beim aufstellen und vorbereiten des Platzes, nachdem dies zu meiner Zufriedenheit erledigt war, verzauberte ich zwei Pfosten, den ersten 7,5 Schritt vom Zentrum des gewählten Zieles entfernt, den zweiten 10 Schritt vom Zentrum, in gleicher Richtung, so dass der Abstand zwischen beiden also bei 2,5 Schritt lag. Ich wies deutlich daraufhin das diese Pfosten nicht berührt, verrückt oder beschädigt werden sollten. Andere Pfosten zum Tragen der Custodosigil Gefäße wurden auch noch aufgestellt, zwei vor dem ersten verzauberten Pfosten, eines zwischen den beiden und ein weiteres hinter dem letzten Pfosten. Die Gefäße selbst stellte ich noch nicht auf, waren diese doch zu leicht entzündlich. Ich dankte meinen eifrigen Helfern und einige blieben auch dort um zu verhindern das irgendjemand etwas dummes mit den vorbereiteten Material anstellte, anschließend begab ich mich zurück in die Burg um ein leichtes Frühstück einzunehmen, etwas zu meditieren und noch einige Dinge aus dem Perainetempel zu holen, ich dachte mir, wenn ich schon eine Demonstration ausrichte, kann ich auch ein bisschen Arbeit in diese stecken, mischte ein paar einfache profane Alchimika zusammen um den Flammen unterschiedliche Farben zugeben.

Am späten Nachmittag kehrte ich, begleitet von den beiden Andergaster Magiern zurück zu dem vorbereiteten Bereich. Unter ihren Augen vollführte ich letzte Vorbereitungen, stellte die Custodosigil Gefäße auf, tränkte mit alten Kleidungsstücken gestopfte Säcke, welche über die verzauberten Pfosten gestülpt waren mit Öl und den Vorbereiteten Färbemitteln, stellte noch etwas Öl in Gefäßen zwischen die Pfosten auf.

Und begab mich zu den Adepten Roskop und Karden, beide zauberten jeweils einen Ignisphaero, der eine wurde in ein vorbereitetes Gebiet gelenkt in dem sich keine meiner getroffenen Maßnahmen befand, mit dem erwarteten Ergebnis, von einem Radius von in etwa 6 Schritt, der andere war effizienter und weitaus farbenfroher zu betrachten, zumindest im Sinne der ausgedehnten Entfernung aufgrundlage der Kalkulationen und der Verwendung verschiedener anderer Canti und weiterer Ressorourcen zum Erhalt des sich ausbreitenden Feuers. Mit Genugtuung konnte ich feststellen das die Adepten Roskop und Karden ihre Lektion erteilt bekommen hatten, oder so dachte ich, aber kaum das Sie sich von ihrer kurzen Überraschung erholt hatten, begannen Sie schon laut darüber zu fantasieren, wie dies im Feldeinsatz gegen die Nostrianer, sie benutzten anderen Begriffe, für die Angehörigen dieser Kultur, einzusetzen wäre, ich konnte darüber nur ungläubig meinen Kopf schütteln, das es tatsächlich Leute gibt die so eine, potentiell, schreckliche Waffe gegen andere Leute einsetzen würden, in meiner Demonstration ging es lediglich um die Umsetzbarkeit eines theoretischen Konstruktes zur Maximierung der Feuerverteilung, ich erwähne den beiden gegenüber besser nicht, das ich andere destruktivere, bislang rein theoretische Konstrukte, durchaus in meinem Repertoire habe.

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