„Toll, noch ein Problem„, seufzte Nehazet gedanklich, „aber eigentlich war es ja zu erwarten, werde mich wohl etwas tiefer mit den Bereichen der Invocatio und der Heptasphairischer Entitäten auseinandersetzen, wieso läuft es nur immer darauf hinaus das ich an sämtlichen Feldern der Magie arbeite, selbst an denen die gar nicht in dem System liegen? Gut Ganz so schlimm ist Kalkaribs Situation auch nicht, klingt nach einer Untertreibung, wenn seine Situation bedacht wird, aber der Reihe nach…“
Es begann, nicht wirklich, aber irgendwo muss wohl der Anfang stattfinden, beim morgendlichen Mahl, es wurde beredet was zu tun sei. Die Beisetzung Gasparyns von Varnyths war ebenfalls für diesen Tag angedacht und trotz dessen, das eine Person zu Grabe getragen wurde, sollte an diesem Tage auch eine Seele aus den Niederhöllen gezerrt werden. Natürlich nach dem Boronsdienst.
Von den Vorbereitungen der anderen nahm Nehazet nicht viel war, war er doch damit beschäftigt sich auf die Invocation vorzubereiten, er hatte schon früh, genauestens, beschrieben wie ein entsprechendes Gewand zur Invocation, gemäß dem Codex Albyricus, auszusehen hätte und dies konnte auch bereitgestellt werden, wie das hatte er nicht gefragt und war ihm mittlerweile auch ziemlich egal…
Er sichtete seine Vorräte an Zauberkreide und Beschwörungskerzen, beides im örtlichen Perainetempel hergestellt, war erstaunlicherweise nicht das seltsamste Gespräch der letzten Tage war, gleiches galt für den Ingerimmtempel.
Ja, auch den Ingerimmtempel suchte Nehazet zu geeigneter Stunde noch auf, da Kalkarib in der Domäne Widharcals gefangen war, welcher gemeinhin als antidodecarischer Antagonist Ingerimms angesehen wurde, erschien es Nehazet als weise (oder zumindest vernünftig) einige Paraphernalia im Ingerimmtepel zu erwerben…
Und schließlich, nach dem Boronsdienst für Gasparyn war es soweit und Nehazet konnte sich, in Begleitung von Azina und Maednir auf den Weg zum roten Riesen machen, Delia flog nach.
Gemessen an den letzten Tagen war die Reise ereignislos.
Aber der Anblick der sich bot war, nunja das Wort bezaubernd würde einen in den Sinn kommen, traf es jedoch nicht wirklich, vielleicht wunderbar? Aus dem Wasser mit dem Maednir sich und anderen Sklaven einen Weg durch das Gestein des Berges geschaffen hatte, waren beeindruckender eisige Konstruktionen entstanden, einziger Nachteil dabei war, das besagte Eiskonstruktionen es schwerer machten den Berg zu betreten, aber immerhin war es möglich.
Im inneren des Bergs selbst, begab sich die Gruppe zuerst zu der alten Stube von Magister Steinfest, dies erfolgte aus mehreren Gründen, einerseits hoffte Nehazet in der Stube des Elementaristen, welcher über Jahrzehnte in einem dämonisch okkupierten Berg lebte etwas nutzbringendes für die Invokation zu finden, was er nicht tat und andererseits war er neugierig, wie gut die Stube die, partielle, Flutung des Berges überstanden hatte (konnte man doch niewissen, inwiefern eine Kammer, in einem hochmagischen Berg, nichtmal praktisch sein könnte, wobei er vielleicht vorher die Ziffernfolge an der Zwei-Dschinnenbrücke ändern sollte…). Danach begab sich die Gruppe zur Invokationskammer der Angroshim, wobei sich schon vorher ein Geist (wie sich später herausstellte, von einem Angroshim) als störend herausstellte. So trieb er doch sein Schabernack bei der Öffnung der Kammer von Collegus Steinfest, doch viel schlimmer wurde es jedoch nicht.
Doch um die, unwahrscheinliche, Möglichkeit von Komplikationen bei der Invokation durch die Anwesenheit sehr spirituell reger Entitäten zu minimieren, sah es Nehazet als notwendig an, kurz vor der Invokationskammer loszusprinten und an den Zugängen zu der Kammer Bannpulver zu verteilen, ein Plan der durchaus funktionierte, nur das der Geist ihm gefolgt war, letzlich führte dies, vorrübergehend, nur zum einschließen des Geistes in der Beschwörungskammer. Delia konnte schließlich auf ihre, sehr bedenkliche, Art und Weise kontakt zu dem Geist aufnehmen und Grombasch um dessen Geist es sich handelte, quasi, zur Mithilfe überreden (Bedeutend, er würde sich nicht einmischen, wenn die Lebenden gefälligst so schnell wie möglich die Zwergischen Hallen wieder verlassen würden und auch keinen Zwergischen Schnaps trinken würden)…
Während Delia und Maednir mit Grombasch die entsprechenden Verhandlungen führten, wahrscheinlihc in der nähe von besagtem zwergischen Schnaps, bereitete Nehazet schon die Invokationskammer auf die Invokation vor, Azina und Elfenbein blieben in der Kammer.
Also wurde der Raum ersteinmal rituell gereinigt, die Sigillen und anderen Symboliken wurden angebracht, die Kerzen wurden aufgestellt, die Paraphernalia bereitgelegt und die Feuerschale neu bestückt. Nachdem der Raum entsprechend vorbereitet war, begab kleidete sich Nehazet dem Anlass entsprechend in das schwarze Dämonenbeschwörungsgewand (nicht in der Beschwörungskammer).
Als die anderen wieder zurückkammen konnte Nehazet auch endlich mit der Invocatio anfangen, er entzündete die Kerzen und begann um die Feuerschale zu wandeln, den Cantus der Invocation, dem Anlass entsprechend auf Zhayad zu intonieren und nach und nach die Paraphernalia dem Feuer der Schale in der Mitte zu übergeben. Heptasphairische Sekundäreffekte ergaben sich alsbald, welche sich in erhöhter Temperatur und typischer aromatischer Änderungen der Umgebung ergaben. Bis schließlich ein Spalt sich zu öffnen begann, welcher durch Nehazets kundiges handeln, weiter geöffnet wurde um schließlich Kalkarib wieder in diese Sphäre zu holen.
Die Invokation war geglückt, wie zu erwarten war, und Kalkarib war wieder da. Theoretisch ein Anlass zur Freude, bis auf den kleinen (aber wichtigen) Punkt, dass Azzaroth sein Thaumatursom und seine Heptasphairische Pforte in Kalkaribs Körper eingepflanzt hatte, und diese über seinen porfanen Leib hinaus mit ihm verbunden war.
Was schließlich Kalkaribs aktuelles Problem war…
Aber Nehazet hatte schon ein paar ideen, wie dieses Problem, welches Kalkarib doch sehr unter die Haut ging, zu lösen sei.
Nur auf die Frage wie es in den Niederhöllen war, konnte er noch keine abschließende Antwort erhalten.