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Wartezeit

Gemütlich sitzt Azina in ihrem schäumenden Badewasser. Spielerisch pustet sie ein wenig von dem Schaum von ihren ausgebreiteten Handflächen.

„Ich frage mich, wie lange ich hier noch verweilen muss. Mich dürstet es durch die Lande zu ziehen. Dämonen wollen gejagt werden. Vortexdiener gehören vernichtet. Und Menschen sollten für unsere – und für ihre – Sache eingebunden werden. Doch ich liege hier gemütlich im Wasser und lasse meine Füße mit Seife umspülen. Ist das nicht lächerlich Elfenbein?“

Sie schaut zu dem weißen Wolf hinüber. Er hat es sich vor der Tür bequem gemacht und schaut gelangweilt drein. Das Leben auf der Burg ist nichts für ihn. Frei muss er sein. Herumtollen auf Wiesen und zwischen den Bäumen. Es ist zwar ganz amüsant, dass sich die Leute immerzu vor ihm erschrecken. Aber das ist nur ein kleiner Trost in der steinigen Ödnis hier.

„Ja, ich weiß, dir geht es ebenso! Nun guck mich nicht so vorwurfsvoll an! Noch können wir nicht weg. Nicht solange die Gefahr eines Krieges besteht. Die Diplomaten im Thronsaal müssen erst die Weichen für unsere Basis stellen. Für die Ordensburg der SOS. Des Schutzordens der Schöpfung. Das war bisher das Beste was ich gehört habe. Natürlich kam es von Nehazet. Und es umgeht auch alle lästigen diplomatischen Windungen und Fallstricke von denen die anderen gesprochen haben. Das klingt ja auch alles durchaus sinnvoll. Ach, wenn nur nicht immer so viel Gewese darum gemacht würde, wer wem wann was wie sagt. Die Menschen sind sehr kleinlich und eitel. Das nervt total. Ich weiß schon, warum ich das alles hinter mich gelassen habe. Weißt du, Elfenbein, ich war früher genauso. Ich wurde dazu erzogen so zu handeln und mich einzufügen. Aber ein einziger kleiner Fehler … na gut, es war ein sehr großer Fehler … und schon ist man gesellschaftlich am Ende. Heute ist mir das gleich. Sollen sie Leute von mir denken, was sie wollen. Ist mir egal. Ich schulde nur einem Rechenschaft. Und das ist der Alte vom Berg höchstpersönlich.“

„Wenn das hier ausgestanden ist und hoffentlich kein Krieg über das beschauliche Hochstieg hereinbricht, werden wir zurück zu Garnan gehen. Das habe ich versprochen. Auch muss ich noch viel lernen und trainieren. Ich bin zu schwach. Zu schwach um nützlich zu sein.“

„Und wenn Garnan uns entlässt, werden wir Aventurien bereisen und von allem üblen Einfluss befreien, der uns begegnet! Ja, das machen wir.“

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Azinas Gedanken

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