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Satinavs Wille – Und die Zeit spielt doch eine Rolle

So ein Idiot!! Würdevoll und erhaben stampft die junge Firunsgläubige durch den Schnee zum Hexenportal. Der Weg ist weit und führt an Hochstieg vorbei. Er ist verletzt und trägt kaum Kleidung. Wenn ich ihn für einen Schwächling gehalten hätte, hätte ich ihm meinen Umhang gegeben oder ihn mit durch das Portal näher zu seinen Leuten geschickt. Eine Frechheit, mein minimalistisches Geschenk so rüde abzulehnen. Ich habe ihn doch nicht gebeten mit mir in den heißen Quellen zu baden! Ach, so ein Idiot!!

Beim Portal angekommen wartet sie darauf, dass Delia es öffnet. Shakriin Boran ist bereits verschwunden, nachdem sie ihm wütend das stumpfe Ende ihres Speeres kräftig vor die Brust stieß und mit einer theatralischen Geste, die etwas mit wehenden Haaren zu tun hatte, davon rauschte. In Gedanken versunken betrachtet sie nun ihre Begleiter, die sich ihr erleichtert nähern. Von Azinas aufwühlenden Gedanken und Gefühlen, ist in ihrer grimmigen Miene nichts zu lesen.

Sie sind tatsächlich ahnungslos! Was für ein Wahnsinn! Unfassbar, was da gerade geschehen ist! Ich kann es noch immer kaum glauben … Traf ich die richtige Wahl? Wäre es anders nicht besser gewesen? … Nein! Das Wissen darf nicht verloren gehen. Ich bin es den anderen schuldig, meinen Beitrag zur Mission zu leisten.

Bleibt die Frage, was ich ihnen sagen darf. Wer entscheidet, wer vor Ifirns Träne gelassen wird und wer nicht? Ist nicht die Göttin selbst dafür verantwortlich, wem sie was preisgibt? Bin ich zur Verschwiegenheit verpflichtet? Ja. Irgendwie habe ich Gefühl, dass ich dieses Heiligtum schützen muss, dass es nicht gut wäre, es der Welt zu offenbaren. Weder der Kristall noch das Paradies dahinter dürfen gefährdet werden. Denn diese schier unerschöpfliche Energiequelle würde allerlei Gezücht anlocken und Hochstieg wäre wahrscheinlich dem Untergang geweiht. Die Schwarzen Lande sind so nah.

Aber wir brauchen diese Magie, um gegen den Feind bestehen zu können. Ich darf ihnen diese Kraft nicht vorenthalten. Was, wenn wir scheitern, weil ich meinen Freunden zu wenig Vertrauen entgegenbrachte. Das könnte sich als fatal herausstellen und ich mir niemals verzeihen. Das heißt, ich selbst muss wachsam sein und gut darauf achtgeben, so wie die Zeit mir dies ermöglicht.

Ich hoffe, ich tue das Richtige, Herrin. Wir werden unser Bestes zum Wohle Deres geben!

Ein Plan manifestiert sich in der Erwählten Firuns.

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Azinas Gedanken

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