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An der Seite des Nordmanns

Nur wenige Geräusche waren in der Stille der Nacht zu hören: Das Scharben von Aimos, welcher an dem gewonnen Fingerknochen schnitzte, das Knacken des Feuers und Ragnars Schnarchen. Karan lag eng an ihn geschmiegt, die nackte Haut des Nordmanns wurde nur von einer Decke von der weißen Haut des Halbfirnelfen getrennt. Jener lag hell wach dort und lauschte auf den Herzschlag seines Freundes. Die kräftige Hand Ragnars lag immer noch auf Karans Unterarm. Seit dem der Magier ihn dort beruhigend getätschelt hatte und eingeschlafen war, lag diese dort. Karan hatte nicht gewagt sich zu rühren, um die Berührung nicht zu unterbrechen und damit Ragnar nicht auf wachte. So würde er wohl bis zum Morgen liegen bleiben. Am liebsten würde er sogar bis in alle Ewigkeit so liegen bleiben. Nur die Decken störten ein wenig. Zum Einen reduzierten sie den Hautkontakt und zum Anderen konnte er so nicht die Hautbilder bestaunen. Doch so lange er neben Ragnar lieben konnte war ihm alles Recht.

Heute hätte er seinen guten Freund und Weggefährten fast verloren. Bei dem Gedanken daran floss eine Träne seine Wange hinab und wurde von der Decke aufgesogen. Ragnar durfte einfach nicht sterben! Seit dem heutigen Tag war sich der Halbfirnelf bewusst, dass er nicht ohne den Nordmann leben wollte. Dessen beinahe Tod ihm diese Erkenntnis aus den Tiefen seines Geistes hatte aufsteigen lassen. War das diese Liebe von der die Menschen immer redeten? Plötzlich sah Karan Bilder vor sich. Ragnar der ihn fest an seine nackte Brust drückte. Er fühlte sich so wohl… und dann ganz langsam… Karan zwang seine Gedanken wieder in die Wirklichkeit. Er musste wach bleiben und über Ragnar wachen! Doch sein Körper zeigte ihm deutlich, dass ihm diese Bilder gefielen.

Was wohl passieren würde wenn Ragnar am Morgen erwachte und beide die Umarmung verlassen mussten?

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