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Herz

Er lief über eine geschlossene, weiße Schneedecke. Die Beute war ganz nah. Er konnte ihre Spur deutlich erkennen. Tage lang war er ihr gefolgt und heute war es endlich soweit. Das Ziel, die Beute auf die er sein Leben lang gewartet hatte. Die Jagd würde bald zu Ende sein. Leicht trugen ihn seine Schritte tiefer in den verschneiten Wald. Federnd und elegant wich er kleinen Ästen und Wurzeln aus. Vor ihm öffnete sich der Wald zu einer kleinen Lichtung. Dort stand es, das Ziel! Reglos und still, als würde es denken in Sicherheit zu sein. Er legte einen Pfeil auf die Sehne und zielte. Der Jäger atmete tief ein, lies sich Zeit dieser Schuss durfte nicht fehlen. Er lies den Pfeil los und erlegte die Beute. Er trat näher an das zarte Geschöpf heran. Es lag so unschuldig dort, so friedlich als würde es schlafen. Nur ein paar kleine Blutstropfen lagen neben der Beute im Schnee. Der Jäger drehte den toten Leib, um besser das Herz erreichen zu können. Sein Messer blitzte auf. Einmal… Zweimal… Dreimal… Dann hatte zog er das kleine, warme Herz aus dem Körper. Karan strich dem Jungen das braune Haar aus dem Gesicht und schloss die gleichfalls braunen Augen. Firls Herz erkaltete in Karans Hand als er die Lichtung verließ…

Die Welt drehte sich und verschwand. Karan fand sich nackt in weiche, weiße Federn liegend wieder. Eine zarte Frauenstimme sprach in seinem Geiste. Sie kündete vom Ende des Winters. Die Jagd hatte Karan perfektioniert, die Wildnis war sein zu Hause. Doch was ist die Welt ohne Gefühl? Was die Welt ohne die leichte Wärme des Frühlings? Ifirn öffnete ihr Federkleid und ließ den Halbfirnelfen frei.

Dann erwachte er aus tiefem Traum….

Firl, der kleine Mann aus Thurana hatte die Gruppe verlasen. Er war das Herz und das Gewissen gewesen. Mit seinem Fortgang sollte auch jenes gehen. Doch wo Hoffnung ist, da ist auch ein Herz und Hoffnung… Hoffnung hatte Karan immer…

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