Wir erreichten also Hochstieg, recht eindrucksvoll für ein Dorf, doch wir begaben uns zielgerichtet zu der Wasserburg von Spichbrechers, von Spichbrechers Bediensteter kündigte ihn desöfteren an, machte ihm sichtlich freude, wahrscheinlich kann er es sich sonst nicht leisten sich so aufzuführen. Die Burg selbst ist auch solide, uns wurden Gästegemächer im Burgfried zugewiesen, ich weiß nicht was die anderen machten, gut ganz korrekt ist dies nicht, Collega Peddersen arbeitete an einer Brücke und wie ich Delia kenne, wird sie sich wohl mit Kalkarib vergnügt haben, ich selbst widmete mich den ersten Vorbereitungen des, eventuell notwendigen Rituals, bat den Traviageweihten von Spichbrecher sich um ein paar der Ingredenzien bei dem hiesigen Tempel zu bemühen, auch die Magd die an die Tür meines Gemaches klopfte wies ich an, sich nach einigen der Ingredenzien zu erkundigen, wie ich später erfuhr waren jene aber nicht vorrätig, was mich nicht wirklich überraschte, ich arbeitete in der Zwischenzeit weiter, anscheinend könnte es wirklich notwendig sein das Ritual im Zweifelsfall, sehr stark abzuwandeln, nun ich werde es wohl extrapolieren müssen, von den alten Daten.
Rondrian wurde beigesetzt.
Bei einem Bad in den hiesigen sich bietenden Möglichkeiten, bemerkte ich Wucherungen, wie ich ihnen auch bei Delia ansichtig wurde, erste Untersuchungen ergaben eine noch nicht allzu feste Form, die auf Ausübung von Druck durch Bewegungen im Gewebe reagierte, der Fremdkörper wurde von mir vermessen, sobald wie möglich werde ich mit der arkanen Visitation des Fremdkörpers beginnen, da die Vermutung naheliegt, es würde sich tatsächlich um eine Protosphäre handeln, sehe ich ersteinmal von der Umwandlung meiner vis vita in die vis arcana ab, für den Fall, das sich meine Vermutung über den Zweck der Sphären, falls es sich tatsächlich um so eine handeln sollte, bestätigen sollte, halte ich eine Umwandlung der in frage kommenden durch die Sphäre übermittelnden Kräfte für ungünstig, im schlimmsten fall könnten diese Prozesse zu einer Aktivierung der Sphäre führen. Da ich nun eh warten muss bis sich meine Kräfte weit genug erholt haben um eine Untersuchung vornehmen zu können, wenn ich bedenke das die Untersuchung schon hätte durchführen können, wenn ich nicht immer wieder auf der Reise meine arkanen Fähigkeiten hätte nutzen müssen.
Ich wandelte durch den Burgfried, bis ich die Bibliothek fand, sie war im Keller, und dann auch noch nicht einmal richtig gesichert, man konnte einfach reinlaufen, die viel näher liegende, weil gut gesicherte Tür gegenüber führte wohl zu einer Schatzkammer, was haben die Leute nur immer mit Gold, das Metall ist doch nun wirklich nichts besonderes, aber Bücher enthalten das Wissen der Äonen, gut bei einigen der Werke derer ich ansichtig wurde, zweifle ich daran, unter anderen war da eine Trilogie die sich wohl mit sagenumwobener Fauna beschäftigte, irgendetwas mit Bissig und verschiedenen Tieren halt, im Bereich der sich mit dem arkanen beschäftigte entlieh ich ein paar Werke, darunter einen Octavo aus der Feder einer Puniner Collega von Alina Septadora von Punin, nettes Einführungswerk, aber darüber hinaus enthält es kaum nutzbares, die Hinweise auf die Nutzung der Kristallkugel sind zwar, bedingt, brauchbar, helfen mir im Moment aber nicht weiter. Ich greife schon wieder vorraus. Wie war es nocheinmal, achja die Magd berichtete mir das es später wohl ein Festessen geben sollte, ich sagte zuzukommen, wenn ich daran erinnert werden würde, im weitesten Sinne. Anschließend suchte ich die Bibliothek auf in der ich auf einen älteren Herren, einen gewissen Gasparyn traf, er ist wohl der hiesige Bibliothekar, jener war auch so freundlich mich durch den Raum der Bibliothek zu führen. Ich begann etwas zu stöbern und wählte ein paar Werke aus, die ich für, relativ, interessant hielt, einmal das Werk von Collega Alina Septadora von Punin, dann ein Werk über die Sphärologie, zwei Werke über die zwergische Feinschmiedekunst, ein paar Werke über darpatische Flora und Fauna, Pläne des Burgfriedes, weitere Pläne von einem ehemaligen Bediensteten des Kaiserhauses, Werke über verschiedene Sagen und Legenden Darpatiens, ein Buch der Konstrukteure, ein Werk über den Brückenbau, ein Werk über das Interregnum in den Kaiserlosen Zeiten, ja ich denke das dürfte in etwa alles gewesen sein. Zu meinem Unmut bewegten sich die Werke nicht von alleine und dadurch dauerte es etwas länger als ich eigentlich gedacht hätte, ich musste mehrmals die Treppen bemühen um schließlich alle Werke nach oben zu schaffen. Während dieser Tätigkeit traf ich auch wieder auf die Magd, welche mich an das Festessen erinnern sollte, jenes hatte schon angefangen, sie berichtete mir auch, das sie mich schon seit längerer Zeit suchte, als ich ihr entgegnete das ich in der Bibliothek war, schien sie ebenfalls gleich darauf zu kommen, das dies ein durchaus sinniger Ort, für meinen Aufenthalt war, an dem sie nicht nachgesehen hatte, ich beschloss das Festessen nicht mehr aufzusuchen, immerhin hatte es schon begonnen und ich war gerade dabei die Bücher zu transportieren, danach erschien es mir nur logisch, mit der durchsicht der einzelnen Werke anzufangen, ich meine das Festessen diente ja sowieso der Feier, von Spichbrechers Rückkehr, eine Tatsache die mir ja schon bewusst war, also machte ein Fehlen meinerseits ja nichts. Auf dem Zimmer begann ich mit der durchsicht, respektive der Lektüre der verschiedenen Werke, aus den arkanen Werken konnte ich nichts lernen, was mich wirklich beeidruckt hatte, es war mehr ein durchblättern und überfliegen, die Anmerkungen zu der Nutzung der Kristallkugel habe ich genauer gelesen, aber auch das brachte mir in diesem Moment eher wenig. Die Werke über die Sagen und Legenden habe ich nach Erwähnung von, aus meiner Perspektive relevanten Individuen durchgesehen. Die Werke über Flora und Fauna habe ich ersteinmal beiseite gelegt, einige der technischen Skizzen und Pläne sah ich mir genauer an. Irgendwann besuchte mich auch noch Collega Peddersen, ich zeigte ihr die verschiedenen Bücher aus der Bibliothek, von denen ich ausging das sie eventuell von interesse für sie sein könnten, also das Buch über den Brückenbau und das Buch der Konstrukteure, sowie noch einige der Baupläne aus einem der anderen Werke, weiterhin überprüfte ich ihre Zahlen für die Konstruktion der Brücke, jene stimmten, wie zu erwarten war. Schließlich erzählte ich ihr noch von der Wucherung an meiner Schulter und zeigte ihr diese auch. Irgendwann in der Zwischenzeit brachte die Magd noch etwas zu Essen auf das Zimmer, dem werde ich mich wohl später zuwenden. Nachdem Collega Pedderssen sich verabschiedet hatte, begann ich mit dem Studium eines der Werke über die zwergische Feinschmiedekunst, das hat wohl die ganze Nacht in Anspruch genommen, den während ich noch mit dem Werk beschäftigt war, wollte die Magd Frühstück, oder so ähnlich, hereinbringen, ich hatte zwar bemerkt das ich ein leichtes Hungergefühl hatte, aber mich darauf konzentriert ersteinmal mit dem Buch fertig zu werden, wie schnell die Zeit doch vergehen kann.