An: Professor Davidio Berlinghân, Zwölfgöttliche und Kaiserlich-Bosparanische Hohe Schule der Wissenschaften und Lehren der zwölfgöttlichen Lande, Nandus-Schule, Fakultät der Sprachwissenschaft, Institut der Geschichtswissenschaften, Abteilung der Nördlichen Landen, Methumis

Sehr geehrter Herr Professor Berlinghân,
im Jahre 1025 BF schrieb ich bei ihnen einmal eine Commentatio über sagenhafte Orte in den Regionen Andergast’s und Nostria’s. Die zahlreichen Disputationes mit ihnen und Seiner Hochwürden Alexandrian Bergamotte über die Possibilitas einer Lokalisierung des Perlmutt-Tempels im Thuransee sind mir noch in allerbester Memoratio.
Nun ergab sich vor wenigen Tagen eine andere gar famose Superoccupara. Tief in den Wäldern Nostrias stieß ich auf die Reliqiae der Stadt Thunata. Sie können sich vorstellen, welche Agitatio mich ergriff. Beiligend zu diesem Scriptium, in dem ich ihnen einen Consummatio über meine Agnitiones gebe, liegt eine von mir angefertigte Pictura, die ihnen einen schnellen Überblick verschaffen soll. Ich kann mir vorstellen, dass sie meine Versiones schwer glaubhaft empfinden werden, doch habe ich Apodixis und Testis. Doch nun zu meinen Agnities:
Die Legenden über Thunata mögen erst mit ihrem Untergang um 850 BF beginnen, doch der Grund beginnt schon gegen 623 BF. Zu dieser Zeit hat ein Elfen-Vampier den Posten des Hohepriesters der Göttin Travia an sich gerissen. Wie meine Funde zeigen auf geheime Weise und nicht öffentlich. Ein verwirrender Gedanke, dass niemand in der Stadt in den folgenden 200 Götterläufen etwas davon mitbekommen haben soll. Zu irgendeinem Zeitpunkt in diese Spanne – ich vermute jedoch erst ab ungefähr 830 BF – begann man unter dem Tempel der Großen Mutter, wo sich ein geheimes Höhlensystem befindet, entführte Elfen zu opfern, vermutlich als Nahrungsquelle des Vampiers. Zu diesem Zeitpunkt muss schon die uns bekannte Magierin Regina sich in Thunata niedergelassen haben. Die oben erwähnte Pictura ist von ihrem Turm aus angefertigt worden, daher ist dieser nicht auf der Skizze verzeichnet. In den Jahren um 850 BF muss der Herrin Travia das dämonische Handeln in ihrem Haus zu viel geworden sein.
Die folgenden Ereignisse sind mir leider nur unzulänglich bekannt und sind nur rekonstruiert.
Die Große Mutter scheint ein Raum-Portal geöffnet zu haben, eventuell sogar ein Zeit-Portal. Aus diesem, im Travia-Tempel befindlich, strömten ihr ergebene Krieger, eines mir unbekannten Volkes. Der ganze Stamm scheint den Kriegern gefolgt zu sein. Diese töteten die gesamte Bevölkerung, mit Ausnahme der unschuldigen Regina, die Forschungen über den Stamm anstellte. Im Folgenden möchte ich, der Magierin folgend, diesen als “Neanderthaler” bezeichnen. Die Neanderthaler scheinen eine Kreuzung aus humanoiden Wesen – Menschen gar – und Affen zu sein. Seltsamer Weise sprechen sie eine Abart des Orkischen, ohne physonomisch mit diesen sich zu ähneln. Es ist an dieser Stelle dringend zu erwähnen, dass die Neanderthaler kulturschaffend sind! Die Magierin meint in ihnen eine Art “Vormensch” zu sehen, eine Hypothese, die ich nicht so unterstützen möchte, da sie der Götterlehre widerspricht. Trotzdem verdient es dieses Volk näher untersucht zu werden. In den etwa 180 Götterläufen seit ihrem Erscheinen scheinen sich die Neanderthaler nicht wirklich weiterentwickelt zu haben. Sie besitzen jedoch eine große Gottesfürchtigkeit – sie kennen alle 12 Götter – vor allem der Großen Mutter gegenüber. Sie sind ein grundsätzlich friedliches Volk, das in einer matrilinearen Hierachie zu leben scheint.
Sollten sie und ihre Abteilung an einer Näheren Erforschung interessiert sein, so bitte ich sie mir eine Antwort zukommen zu lassen. Da ich mich weiterhin in den andergast-nostrischen Wäldern aufhalte sollten sie diese Antwort an Admiral Rateral XIII Sanin zu Havena zukommen lassen, er kennt am ehestens meine Aufenthaltsorte.
Ich verbleibe mit ergebenen Grüßen
Ihr Bermhoin Guileagh Rwadh Ui Niamad, Absolvent der Tsa-Schule zur Universität zu Methumis, Edler des Albernischen Königshofes