15. Travia 1026 BF
Sieghelm hiefte sich etwas schwerfällig auf den alten klapprigen Gaul herauf, sein Bein schmerzte, trotz der professionellen Behandlung von Fräulein Pedderson, immernoch etwas. Er warf einen Blick in die Runde, offenbar waren alle bereit aufzubrechen und so blies Sieghelm zum Aufbruch. Nach wenigen Schritten kam Sieghelm Delias Satz in Erinnerung: „Der Hund sollte bei der Wüstenhitze mit seinen kurzen Beinen nicht so lange strecken laufen.“ Der Junker murrte kurz und ließ sich von einem der Dörfler dann den kleinen Pagol hoch aufs Pferd heben. Der Dackel hechelte stark, sein Fell war sandig und seine Pfötchen waren leicht gereizt.
„Dies ist wahrlich kein guter Ort für einen Dackel und einen Darpaten, nicht wahr, Pagol?“ raunte der Junker etwas lauter als gewollt und sah sich, kaum das letzte Wort ausgesprochen, auch schon etwas erschreckt um da ihm in Erinnerung kam dass die anderen ja bemerken könnten dass er mit seinem Hund redet. Sieghelm gab Rohal einen kleinen Klaps um sich so von der Gruppe ein wenig abzusetzen.
„Sei froh dass du draußen geblieben bist – auch wenn du aufhören solltest dich im Sand so viel herumzutollen, das ist nicht gut für dein Fell.“ sprach er und zupfte dem Hund ein paar Sandkörner aus dem Fell. Pagol ließ es mit einer nüchtenen Gelassenheit über sich ergehen. „Mich dolcht, dass diese Angelegenheit größere Ausmaße annehmen wird als anfangs angenommen. Der Adeptus hatte anscheinend tatsächlich einen guten Grund mich hierher zu … bestellen.“ Pagol jaulte aufgrund der etwas unsanften Fellpflege kurz auf. „Ja Pagol – wie dich – lässt es mich auch jetzt noch bis ins Mark erschaudern an den Gedanken an diese Reise.“ Sieghelm schüttelte sich unwillkürlich kurz und setzte dann seinen Gedanken fort: „Dieser Magier hatte ein Zepter – eines was wohl stärker ist als er selbst – und es wurde entwendet, es gilt jetzt also dieses zu finden. Doch wo sollen wir in diesem gottverlassenen Land bloß anfangen? Es könnte überall sein … hinter dieser Düne dort …“ Sieghelm machte ein kurzes Nicken in die Richtung des Sandhügels auf der rechten Seite. „… in den tiefen der nächsten Krypta, in irgendeiner Kiste tief vergraben – oder vielleicht sogar hoch oben auf einem Magierturm. Wer weiß das schon.“ Der Hund in seinem Schoß machte vorsichtig die Augen zu und legte sein Köpfchen auf den Unterarm seines Herrn. Sieghelm blickte zu seinem Hund herab – ein lächeln flog über sein Gesicht und sogar ein zufriedener Seufzer überkam seine Lippen. „Ja du hast recht, Pagol – jetzt ist erstmal Zeit für eine Rast. Rondra wird uns morgen dorthin leiten wo das Zepter sich befindet, denn dort wo der Kampf ist, wird auch das Zepter sein.“
Und so ritt seine Wohlgeboren von Spichbrecher mit seinem Hund im Arm weiter den Sonnenuntergang entgegen.