02.Praios 1026 n.B.F.
Endlich ist es soweit, dass sich nach Wasser verzehrende Land wird seinen Durst gestillt bekommen. Aber beginnen wir der Reihe nach, um meine Möglichkeiten zu erweitern zog ich es vor, erneut einen Teil meiner Vitalkraft in astrale Kraft umzuwandeln, dabei verkalkulierte ich mich wohl geringfügig, bezüglich der negativen Auswirkungen auf meine Konzentrationsfähigkeiten. Anschließend schloss ich noch letzte Vorbereitungen für den Beginn des Tages ab. Danach nutzte ich die Gelegenheit um die hiesige Küche näher kennenzulernen. Nach der Sättigung meines Corpus begab ich mich zur Karawanserei, Azina saba Belima harrte erneut wachend über ihren Speer aus. Im Inneren der Karawanserei fand ich Delia und Jane vor, wir berieten uns noch kurz. Anschließend näherte sich die Stunde des Rituals, die Gefolgsleute des Emirs begannen damit die Bewohner der Umgebung und die Gäste zu nötigen sich doch das Ritual, welches der „Ehrenwerte“ Emir durchführen würde um das Wasser wieder sprudeln zu lassen, anzusehen auf das Glanz und Glorie seiner Taten sich auch weiterhin mehrten, oder so ähnlich. Um meine Begleiter, vor allem die innig gesuchte Delia, nicht in Gefahr zu bringen beschloss ich mit einigem Abstand vorran zugehen. Der Aufstieg war wieder zehrend am Leibe, sollte unbedingt einen Aufzug installieren, ähnlich wie diese Konstruktionen in den Erhabenentürmen oder den sich selbstständig bewegenen Gegenständen in Punin, hätte ich nicht nach alternativen Möglichkeiten der Illumination der Umgebung gesucht, hätte ich mich damals wohl stärker mit der moventia beschäftigt. Wir erreichten also, gemäßigten, Schrittes den Staudamm, vor dem Ritualplatz war ein Pult, mit Stehfläche für den Emir errichtet, warum auch immer, ich konnte die Dorfbewohner, und ich stand unmittelbar neben dem Emir, nicht sehen, ich zweifelte doch stark daran, dass der Emir seine Bevölkerung durch diesen geringfügigen höhenunterschied bewundern, bzw. von diesen bewundert, werden könnte. Auf dem Pult wurde die Instruktionen für das Ritual ausgebreitet, die Siegel wurden bereitgehalten und das Ritual begann. Wie zu erwarten erschien tatsächlich ein, doch recht, beeindruckender Elementarer Meister des Erzes, welcher auch erst relativ gemächlich war, bis zu dem Punkt wo ihm einfiel, das er noch bezahlt werden müsse, war ja klar, alle 49 Götterläufe und kaum halten wir das Ritual ab, ist diese Frist vorbei, typisch, manchmal frage ich mich, ob wir nicht selbst einen gigantisch wuchernden karmatischen Kausalknoten um uns zu bilden beginnen, weiterhin verlangte er, natürlich, nach den Diamanten, welche der Emir zu seiner damaligen Freude so großzügig verprasste, was ja auch vorherzusehen war, ich fragte mich wirklich, wo dieser Herrscher war, als Hesinde und Nandus ihre Gaben verteilten. Von Zorn erfüllt über das nicht einhalten der Abmachung begann der Elementare Meister damit seinen Staudamm zu zerhauen, ich begann also mit meiner eigenen Darbietung, leider wurde auch ich nicht gesehen, was solls, ich forderte also, knapp, vom Wasser zu fließen. Der Emir erschien erbost, warum auch immer, er wollte das das Wasser fließt und das tat es, dafür dass er zu blöd war, einige wichtige Dinge zu bedenken kann ich ja wohl nichts. Und beschloss als nächstes zu verschwinden und rief also den Luftdschinn. Vorher musste ich jedoch feststellen, dass ein ausdörren der Vitalkraft in einer Bedrohungssituation mehrere problematische Nebenwirkungen aufweisen kann, in meinem falle war dies ein Scheitern eines Cantus welchen ich zur Verteidigung meinerseits webte. Und da der Emir nicht reden sondern nur seinem Stahl das Wort oder eher den Streich gestattete, wurde ich schwer an meinem rechten Arm verletzt, wie das schmerzte, ich musste durch den Schock bessinungslos geworden sein, wie unpässlich, aber praktischerweise begann sich die Luft vorher um mich zu erheben, so dass ich noch nicht, es wäre auch ein gigantischer Verlust für Dere gewesen, ein (sehr) frühzeitiges Ende fand. Ich kann einige hundert Schritt über dem Boden zu mir, der Arm schmerzte stark, bei so einem Hemmnis der Konzentration kann ich verstehen, warum der Aktionsradius mit einer entsprechenden Beschädigung des Corpus rapide eingeschränkt wird. Der Dschinn berichtete mir das es knapp unter 3500 Kakteen in der Umgebung gäbe, meine Konzentration schweifte erneut ab, schade, die genaue Zahl hätte mich interessiert. Ich wurde auf dem Dach des Emirspalastes abgesetzt, ohne das die Wachen mich bemerkten, da ich im Moment doch etwas stark eingeschränkt war, trug ich dem Dschinn auf die Shanja in Sicherheit, also zu Collegus Rafim Bey ibn Rizwan, zu bringen. Er begann auch sofort mit der Umsetzung desselben, ich konnte nur noch geschrei und gezeter das dadurch folgte wahrnehmen. Ich probierte meine Schmerzen zu ignorieren und mittels der Wirkung eines Balsam Salabunde Cantus meine Wunde zu versorgen, aber die durch die geringe Vitalkraft geschwächte Konzentration versagte mir erneut ihre Dienstbarkeit, mein Cantus versagte, erneut. Mir blieb also wenig übrig als abzuwarten, erst jetzt fiel mir auf das mein Stab nicht bei mir war, ich muss ihm am Staudamm zurückgelassen haben, vermutlich als ich durch den Schlag des Emirs bessinungslos umstürzte. Ich beschloss mich auszuruhen, sofern das möglich war. Nach einiger Zeit bemerkte ich, dass sich jemand dem Dach näherte, ich krammte meine Bürste hervor und nutze die letzte Anwendung um meine Kleidung zu reinigen, ein Gefolgsmann des, inzwischen vermutlich verstorbenen, Emirs gefolgt von zwei weiteren Söldnern trat auf mich zu, fragend ob ich Nehazet ibn Tualchim sei, was ich bejahte. Er begleitete mich nach unten, wobei seine Leute angewiesen wurden mir stützend zu helfen, ich konnte bemerken dass der Wachhabende Offizier in Selbstgesprächen verwickelt war, ohne es genauer zu überprüfen, aber ich vermutete dahinter das Werk von Collegus ibn Rizwan, genauer einen Diener Lolgramoths, Yel’Arizell gehießen, den Säer der Zwietracht. Spontan wurde dann doch beschlossen mich zuersteinmal nach unten in den Hof zu bringen. Dort dauerte es auch nicht lange, bis die Truppen Gäste bemerkten, auf die Frage, was nun zu tun sei, rief ich zurück das die Tore geöffnet werden sollten, es handle sich um Verbündete, der Beeinflusste stimmte zu. Nach einigen weiteren Momenten wurden die Tore tatsächlich geöffnet. Einige berittene Dienstleute des Beys von Naggilah ritten in den Hof hinein, kurz danach gesellte sich auch Collegus ibn Rizwan dazu. Von jenem wurde ich auch sofort als Bey von Khorrestan tituliert, es freue ihn mich wiederzusehen, seine Frau sei wohlbehalten angekommen und soweiter und sofort. Die verbliebenen Leute des ehemaligen Emirs, wurden vor die einfache Wahl gestellt, mir ihre Treue zu schwören oder, im besten Falle, sofort zu verschwinden. Sie entschieden sich für den Treueschwur. Danach verabschiedete sich Collegus ibn Rizwan, der Wesir, welchen er stellen würde, söllte in kürze ankommen. Ich verlangte als nächstes nach einen Stock, um mich zu stützen, danach wies ich meine Leute an, einige Personen, namentlich Azina saba Belima, Delia und Jane Peddersen, zu mir zu bringen, sollten Sie vor dem Palast erscheinen, anschließend wurde meine Wunde versorgt. Nachder Wundversorgung hatte ich auch das „Vergnügen“ mich mit Tuluf, den Verkäufer von Tand und überdies Bruder des verstorbenen und ungeeigneten Potentaten, zu befassen, jener forderte sein Recht ein, was genau worin bestand? Ach ja er wollte Emir an stelle des Emirs werden, er eiferte sich vieler Dinge, irgendwann war es mir einfach zu viel, ich hatte schließlich wichtigeres zu tun, ich stellte ihm einige wenige Bedingungen, Hesinde verzeih, aber du und Nandus ihr habt anscheinend der ganzen Familie eure Gaben verwehrt, oder? Das er erstens Azina saba Belima ihren Speer zurückgeben solle und, naja der Rest war eigentlich relativ egal, da er die Situation immer noch nicht erfasste, begann ich mich an seinen Söldner zu wenden, jener entschied sich für die weise Wahl sich mir anzuschließen und schlug Tuluf ersteinmal, prophylaktisch, ins Gesicht, danach ließ ich ihn in eine Kerkerzelle nach Wahl des abführenden Söldners führen. Weiterhin wies ich meine Leute an, doch den Wagen von Tuluf ibn Harun sicherzustellen, in diesem Moment tauchten Azina saba Belima, Delia und Jane Peddersen auf. Delias Reaktion war nach vorne zu stürmen, was wohl als Angriff gedeutet wurde, Feqz sei dank konnte schlimmeres vermieden werden, lediglich auf den gebührenden Abstand bestand mein Söldner. Wir begaben uns in das Palast innere um zu reden. Nach einiger Zeit erschien auch ein Söldner mit dem von mir beschriebenen Speer, er war viel schwerer als er aussah, lag vermutlich nur an meinem verletzten Arm, jenen übergab ich an Azina, welche, ungewohnterweise, begann mich zu umarmen, ich schlug ihr vor, weiterhin ihren Onkel Omar al’Alam zu fragen ob er nicht in meine Dienste als Wesir treten wölle, Delia und Jane sagten noch etwas bezüglich des Harems und einer Frau für mich und machten sich auf den Weg, vermutlich, in selbigen. Zum Ausklang des Tages, hielt ich es noch für sinnvoll den Dorfältesten davon unterrichten zu lassen, dass ein fähiger, weiser, gelehrter, machen wir es kurz das ein neuer Herrscher an der Macht sei, nämlich ich selbst.
PS: dein Stab fand unerwartet wieder zu dir:)
Ja du hast ja recht, aber da ich alles in einem Anlauf geschrieben hatte, sind mir wohl ein paar Dinge entfallen…
Ansosnten hätte ich wahrscheinlich noch die Beschädigung des Fußbodens durch Azinas Speer notiert.
Weiterhin, ich habe mittlerweile den Brief an Omar fertig gestellt.