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Abseits von Phexens Wegen?

Tagebucheintrag zum 20. Tsa. 1012

Ein altes Svelttaler Sprichwort besagt: Weht ein Wind über Wasser, so bilden sich Wellen. Ich war es in meinem Leben bisher gewohnt Wellen zu schlagen, doch war das Terrain ein anderes. Zinsverhandlungen, Warenwertschätzungen und Preisprüfungen waren meine Schlachtfelder auf denen ich sicher und routiniert wanderte. Doch nun ist das Feld ein anderes, ich habe den warmen, pelzbesetzen Kaufmannsmantel gegen einen kalten und einfachen Wappenrock getauscht. Ich bin Fähnrich des. 4. Haufens, des 3. Banners des II. Freiwilligenregiments seiner Königlichen Hoheit Brin von Gareth. Herr Phex, ist das der Weg den du für mich vorgesehen hast? Willst du mich prüfen, mich versuchen – oder gar neue Gelegenheiten aufzeigen? Ich zweifle nicht an dir und nehme es als Aufgabe an, doch bleibe ich dir treu.

Tintenfass und Gänsekiel gegen Schwert und Wappenrock zu tauschen war einfach, und es ist Teil meines Bühnenspiels, wie es wohl einst am Garether Fuchsbau aufgeführt werden wird. Das Kettenhemd ist kalt – es drückt, zwickt und lastet schwer auf meinen Schultern – doch darf ich mir nichts anmerken lassen. Ich bin jetzt Offizier des Militärs, und es ist meine Aufgabe nicht nur Vorbild für den Haufen, sondern auch ein leuchtender Anführer zu sein – und das, bei Rondra, werde ich sein, so wahr mir die Herrin Leuin beisteht, ich werde auch dich nicht enttäuschen, göttliche Schwester. Wenn es irgendwann so weit ist, dass du mich prüfen wirst, dann wirst du sehen, dass auch in mir noch ein Feuer brennt das heiß genug ist um den einen oder anderen Schwarzpelz zu versengen. Allerdings gerade du wirst verstehen, wie wichtig es ist Treu zu sein, weshalb ich den Werte deines Bruders weiterhin hoch halten werde.

Die erste Gelegenheit bot sich mir, als ich mich ins Zelt des Regimentführers vorargumentierte. Graf von Brück ist ein erfahrener Krieger und Mann der schon viele Sommer gesehen hat, er wird von mir eine angemessene Zuwendung bekommen – ich habe über die Götterläufe gelernt wie man die unterschiedlichsten alten Männer gütig stimmt, bei Satinavs Ketten, dabei bin ich selber fast einer! Die Bücher des Regiments zu führen, wird mich vielleicht in die Position spülen, einst die Truppen in die Richtung lenken zu können, die zur Rettung meiner drei Frauen notwendig sind: Nach Greifenfurt.

Die nächsten Tage steht die Ausbildung an. Korporal Zoltan scheint mir ein fähiger Kämpfer zu sein, er wird sich zusammen mit den zwei Angroschos schon um die Ausbildung kümmern, ein wahrlich kunterbunter Haufen, Tsa würde ihre Freude an ihm haben. Mein Fokus liegt auf der Elfe Sartassa, Mitglied der KGIA. Sie scheint auch ein gewisses Interesse an mir zu haben, hüllt ihre Motive jedoch in den Nebel der Ungewissheit. Warum wohl hat sie mir diese Vision zukommen lassen? Meine Fragen beantwortete sie mit kryptischen und nebulösen Worten – Elfengeschwätz oder geheimdienstlerischer Umgangston? Ich werde dran bleiben, denn steter Tropfen höhlt den Stein. Morgen geht es weiter, ich werde mich früh ins Lager legen, denn ich werde viel Puste brauchen um im Kettenhemd Wellen schlagen zu können.

Doch meine Gedanken sind bei euch – Gylvana, Yolande und Mutter, mögen die Götter euch behüten und die Widrigkeiten die euch widerfahren würden, auf mich übertragen

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