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In Daunen gebettet

Nur in seiner Unterkleidung stand Traviahold im Gänsestall der Taverne. Er blickte auf die schlafenden Gänse um sich und ein Lächeln breitete sich in seinem Gesicht aus. In seinem Korb sah er Travian liegen. Er nahm ihn vorsichtig heraus, setzte sich im Schneidersitz in die Mitte des Stalls und legte Travian in seinen Schoß. Er schloss die Augen und richtete seine Gedanken auf seine Große Mutter aus, während er sachte seine Gans streichelte. Um die Gotteskinder nicht zu wecken sprach er heute nur in Gedanken zu Travia:

 

Mutter! Oh du Große Gänsin! Deine Weisheit, deine Güte, deine Macht, die du sie in den letzten Tagen gezeigt hast, ich fürchtete zu bersten, so gefüllt war ich von Demut vor dir und deiner göttlichen Familie. Die Zeichen, die ihr gesandt habt, die Wunder, die ihr habt geschehen lassen, sie überstiegen alles, was die Welt je zu sehen und zu hören vermocht hatte. Alle Menschen um mich herum knieten nieder vor Erstaunen ob eurer unendlichen Güte. Und ich kann kaum mehr klar denken ob der unendlichen Ehre, die mir zu Teil wurde, von dir Mutter auserwählt worden zu sein, als das Sprachrohr eurer Macht. Der Gedanke zurück, wie du und deine Familie meine Worte erhört habt, lässt mich mehr erschaudern vor Ehrfurcht, als der Anblick des Dämons mich erschaudern ließ vor Angst. Die Menschen und auch ich können kaum ermessen, welch Dank euch Göttern von uns erbracht werden kann. Ein Tempel für dich ehrwürdige Mutter hier an der Stelle, an der ich sitze, ein Tempel für die gesamte göttliche Familie auf dem Gipfel des Berges und die Wiedererweckung des Tempels der göttlichen Schwester Hesinde in den Hallen der Angroschim, dazu ein Schrein für die zweite göttliche Schwester Tsa, beleuchtet von ihrem Regenbogen unter dem Berge – all dies sind die Menschen gewillt euch zu stiften. Doch wird das eurem Wirken kaum gerecht. Vor allem dein großes Wirken, oh göttliche Mutter, kann kaum einer wahrlich schätzen, kennt doch fast niemand deine wahrgewordene Prophezeiung. Alles traf ein, wie dein göttlicher Plan es voraussah. So groß habt ihr gewirkt, dass selbst die Sklaven der Jenseitigen sich vor eurer Macht und Güte beugen und den Glauben an euch zurückgewinnen. Doch noch ist der Kampf nicht vorbei. Mein geliebter Bruder ist noch nicht zurück im Schoße seiner Familie und Freunde. Und die Anker schweben noch in Gefahr. Und so bitte ich dich, oh hochheilige göttliche Mutter, habe du und deine wundervolle göttliche Familie weiterhin ein Auge auf die Gemeinschaft der Gänsefeder und ein Ohr für meine Bitten.

 

Mit den letzten Worten sank sein Kopf auf seine Brust und gebettet in ein Meer aus Daunen fiel Traviahold in einen tiefen Schlaf.

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