Das Blut schoss durch seine Adern, seine Hände umklammerten den Griff von „Custoris“ – seiner heiligen Klinge. Mit einem kräftigen Stoß trieb der Krieger die Spitze seines Schwerts in den felsigen Höhlenboden hinein, ging auf ein Knie und ging über in das Zwiegespräch mit seiner Göttin: „Herrin Rondra!“ stieß er voller Inbrunst aus. „Dein ist die Herrlichkeit des Kampfes, nach deinen Geboten überwand ich diesen Schwarzpelz, doch dir allein gebührt die Ehre des Sieges. Für Rondra!“ Und nur einen Lidschlag später, setzte er etwas ruhiger fort: „Ich rufe dich an Leomar der Löwengleiche – gib mir die Kraft nicht zu Verzagen und die Prüfungen zu bestehen die uns von der widernatürlichen Kreatur gestellt werden. Ich rufe dich an Hltûhar vom silbernen Speer, schenk mir deine Kraft durch die gegnerischen Reihen zu schreiten und dabei so unbesiegbar zu sein wie du es einst warst. Lasst mich nicht ohne euch wandern in diesem finsteren Tal, sendet mit Eure Kraft in euren und im Namen Rondras einen Donnerhall in dieses Tal zu bringen, auf das es daran erzittern möge. Für Rondra!“ Mit diesen Worten erhob sich Sieghelm wieder und ließ „Custoris“ schwungvoll in seiner Rückenscheide verschwinden.
Selten war Sieghelm so fokussiert wie heute, denn er wusste – nur der kleinste Fehler würde nicht nur seinen, sondern auch den Tod seiner Gefährten und der hilflosen Delia bedeuten. Er würde keinen Fehler machen, von jetzt bis zum Ende würde er funktionieren und ackern wie ein darpatischer Bulle. Die Götter stehen ihm und der Gruppe bei – er war sich sicher dass es keinen Zweifel daran gab hier zu bestehen. An die anderen Gewand sprach er mit pathetischer Stimme: „Ruht, meine Gefährten – morgen werden wir früh aufbrechen. Ich werde über euch wachen.“ Und mit diesen Worten, die keine widerrede duldeten, setzte er sich auf einen Stein sah den anderen dabei zu wie sie begann sich auf die Nachtruhe vorzubereiten.
Für Sieghelm war dies klar eine Queste der Götter. Delia war dabei nur ein Strohpuppe – ein Mittel zum Zweck. Dahinter stand etwas viel größeres. Mit Custoris in seinen Händen gepaart mit seinem eisernen Willen, würde er vor nichts verzagen. Das Schicksal hat auch Nehazet wieder dazu gebracht. „Die Amulettträger gehören zusammen.“ – hatte die Hexe gesagt, und damit hatte sie wohl recht. Zusammen waren wir stärker als einzeln. An Azinas Seite zu kämpfen fühlte sich Sieghelm nicht nur wohl, sondern auch sicher. Sicherer als bei jedem anderen waffenfähigen. Genauso wie sich Sieghelm sicherer fühlte wenn er Nehazet und Jane hinter sich wusste. Doch was war mit den anderen Amulettträgern? Was wohl aus Matral, dem Träger des Boronamuletts geworden ist? Oder aus Niccolo, dem Träger des Tsaamuletts? Und wo waren die anderen? Praios, Ingerimm, Peraine, Phex … ob sie wohl ebenfalls ein so Prüfungsvolles Leben führen mussten wie Sieghelm und seine Gefährten? Der Darpatische Krieger dachte über all dies nach während er zu dem Höhlenausgang blickte wo soeben eine Horde Orks durch das besiegen ihres Anführers in die Flucht geschlagen wurden. Sieghelm hatte es geschafft seinen eigenen Albtraum zu besiegen – was ihn umso mehr in seinem Glauben bestärkte dass nichts unmöglich war. Er würde noch einmal mit Jane sprechen müssen, sie hatte anscheinend den selben Traum wie er. Ob Bishdariel dafür Verantwortlich war? Oder vielleicht die Dämonin Liv? Sieghelm schätzte eher letzteres, denn es ist die Eigenart der Dämonen Angst und Zwietracht zu sähen. Geht ihr also nur in Ruhe schlafen, Liv wird euch in euren Träumen heimsuchen – doch dich Sieghelm wird sie nicht zu fassen bekommen.
Tolle Wacht…
Hat Sieghelm Matral eingentlich jemals getroffen, ich weiß das Nehazet nur einmal auf Matral traf und das war auf dem Weg nach Hammerschlag, wo er auch Tsukasa das erste Mal traf, Matral nannte sich damals Tramal?
Eventuell sollte er schreiben, dass auch er einschläft, um uns in unseren Träumen zu beschützen^^. Aber wer schützt uns vor den weltlichen Gefahren bzw. den traumweltlichen Gefahren – Moment?
Aber ein schöner Kommentar. Die Gruppe wächst zusammen.
kA, wer damals bei Matral dabei war. Aber Azina kennt ihn auf jeden Fall. Sie hat ihn sogar mal für 10 Dukaten beauftragt und zuvor irgendwie einen Auftrag für ihn erledigt.
Schön geschrieben Jörn! Sieghelm hat schon etwas den Hang zum Heroischen.
Freut mich, dass durch diese extrem Situationen die Helden näher zusammenwachsen und auch einander besser und inniger verstehen lernen. Ich bin gespannt wie Ihr die anderen Prüfungen meistert. Ich hoffe Ihr werdet viel Spaß haben.
Und ich bin gespannt was Kalkarib nun denkt. Während die Helden unterwegs sind.
Naja viel Zeit zum denken wird er wohl nicht haben…
Aber stimmt schon das Sieghelm von den Charakteren, wohl derjenige ist der am ehesten zum heroischen tendiert.
Ich bin ja neben den Prüfungen noch gespannt um was es sich bei der Welt wirklich handelt (übrigens stellt sich mir ganz pragmatisch die Frage, wie soll ich das auf der Standortkarte verzeichnen?), eine Globule irgendwo im Limbus, ein Traum von Isaria (oder Delia), eine Trugwelt oder etwas ganz anderes?
Vielen lieben Dank, wenn ich wieder Zuhause bin werde ich eventuell noch einen Beitrag für Kalkarib schreiben. Mal sehen. Die Tatsache das er quasi nur eine Sekunde Zeit hat schreckt mich jedoch stark ab
Sieghelm kennt Matral maximal von Erzählungen, sowas zähle ich zu den Dingen die sich die Chars auf Reisen gegenseitig erzahlen.
Du könntest auch weiter ausholen und zuerst beschreiben wie es Kalkarib in der Karawanserei ergangen ist, was er fühlte und dachte als die Gestalt aus dem sandenen Zelt trat und dann natürlich noch den Schock als er Isaria gegenüberstand und danach was er von der Gruppe hält die seine geliebte Shanja retten soll oder inwiefern die Erkenntnis das seine kleine Scharte eine Hexe ist seine Liebe zu ihr beeinflusst.
Gut Erzählungen sind natürlich eine Möglichkeit, ich habe ihn ja nur in dem einen Abenteuer kennengelernt und da ist er ja auch noch unter einem anderen Namen gereist.
Nun ja, also „eine Sekunde“ kann ganz schön lang sein und ist auch nicht wirklich so eng zu nehmen. Wird schon knapp ne Minute oder mehr sein, die vergeht. Isaria hat halt etwas andere Vorstellungen von Zeit.
Außerdem kann diese Echtzeitsekunde für Kalkarib auch mehr erscheinen. Je nachdem, wie sehr er in die Angelegenheit insolviert ist und sich konzentrieren muss die Seele festzuhalten. Dabei könnte auch er in eine Art Schlaf/Starre/Koma/Konzentration/etc. fallen, die ihm wie eine lange Zeit vorkommen können.