[Der Artikel ist als Spoiler für das kommende Abenteuer von mir anzusehen, es wird – entgegen meiner ersten Aussage – nicht in Hammerschlag, sondern auf dem Junkerngut Hochstieg stattfinden, das Abenteuer ist bereits fast komplett geplant und ich bin schon sehr gespannt darauf mit euch zu spielen, da ich vor habe für jeden Charakter (Azina, Nehazet, Jane und Delia) etwas einzubauen was zu ihm passt – und gleichzeitig dabei meinen eigenen Charakter mehr tiefe geben.]
Hechelnd eilt er über die schmale Straße, sein treuer Hund ihm auf Schritt und Tritt folgend. In seinen dreckigen Händen hält er einen kleinen Beutel, sein Griff ist fest und die Haltung so als wäre ihm der Inhalt sehr wichtig. Einige der Dorfbewohner schauen ihm fragend hinterher als er an ihren vorbeischnellt. So kannten sie ihn gar nicht. Was war bloß in ihn gefahren – dachten sie sich, und blickten ihm noch bis zur Zugbrücke hinterher.
Schnaufend und mit erschöpfter Stimme, bringt der junge Mann mit dem Beutel in der Hand hervor: „Lasst mich ein! … Ich muss … mit dem Vogt … sprechen … dringend!“ Seine rufe werden von einer jungen Korporal die im Wehrturm Dienst hat erhört. Mit müden Augen schaut sie aus dem schmalen Schießscharte und sieht hinter dem kleinen Burggraben eben jeden jungen Mann stehen, den sie als Jäger des Dorfes in Erinnerung hatte. „Was willst du, Junge?“ ruft sie mit gelangweilter Stimme heraus, ihre Stimme hallt dabei in den Schluchten der Gebirgszüge die das Dorf umgeben mehrmals wider. „Ich muss ihm … das hier … zeigen!“ ächzt der junge Jäger und hält den dreckigen kleinen Beutel in die Höhe als würde dieser alles erklären. Die Korporal stutzt, von ihrer Position aus kann sie nur ein kleines braunes Beutelchen erkennen. Sie macht Anstalten etwas näher hinzusehen, doch bevor sie dazu kommt setzte der junge Mann erklärend fort: „Goldmünzen! Alte … Goldmünzen!“ Da nach dieser zwar verlockenden, aber immer noch sehr rätselhaften Antwort nicht viel mehr erklärt wurde, beschließt die Korporal die Zugbrücke herunter zu lassen. Was konnte er schon wollen? Er ist nur ein Niemand und ganz bestimmt nicht gefährlich – Dachte sie sich und schleppt sich langsam zur Brückenmechanik
Der Jäger kann es kaum abwarten, noch bevor die hölzerne Zugbrücke auf dem Ufer absetzt, springt er mit einem kecken hopser hinauf und eilt auf ihr entlang zum Gittertor, wo der Leutnant des Burgfrieds bereit mit fragender Miene steht. „Herr Leutnant! Lasst mich bitte ein, ich … „ blubbert es aus dem Jäger heraus, der bemüht ist das freudige Kleffen seines Hundes zu übertönen. „Ganz ruhig, Bursche – was ist los?“ brummt der Leutnant durch seinen dichtenen Bart und unterbricht damit den Redeschwall des Jägers. „Ich habe im Gebirge alte Goldmünzen gefunden, Herr Leutnant.“ „Und du möchtest sie jetzt dem Vogt schenken?“ entgegnete der Leutnant in seiner im Dorf bekannt ruhigen und skeptischen Art. Der Jäger konstatiert: „Ähm, Nein … ich meine … doch. Der Vogt muss sie einfach sehen!“ erklärte er weiter, während er seinen Hund beruhigt. Inzwischen stößt die Koporal aus dem Wehrturm hinzu. „Korporal.“ brummte der Offizier. „Ja Leutnant Kohlhütten?“ „Bringt den Burschen zum Vogt … soll er ihm seine Münzen ruhig zeigen.“ „Jawohl, Herr Leutnant.“ Sichtlich erleichtert wartet der Jäger darauf, dass das Gittertor geöffnet wird. Er wirft dem Leutnant noch ein Danke zu und läßt sich dann von der Frau Korporal in den Burgfried bringen. Die ganze Zeit stammelt er immer wieder irgendwelche Dinge, die die Frau Korporal gänzlich überhört, da diese den Burschen für einen abergläubischen jungen Jäger hält der dümmer ist als Selemer Sauerbrot.
Kaum als der junge Jäger in Begleitung der Korporal die Stube des Vogtes erreicht hat, platzt es wieder aus ihm heraus. „Herr Vogt! Ich habe etwas das ihr sehen müßt!“ Der Vogt, ein etwas beleibter Mann mitte dreizig Götterläufe mit einem spitzen Kinnbart und feiner Kleidung, sitzt hinter seinem breitem Eichentisch und hält gerade einen Federkiel in der Hand. Er sieht durch seinen Monokel hindurch zur Tür und läßt dann ein absichtlich lautes Räuspern vernehmen, und zwar in einer Art und Weise, das man wußte, das man gerade einen Fehler begangen hatte zu dem man nun eine zweite Chance bekam ihn zu korrigieren. Der Jäger ordnet kurz seine Kleidung und tritt an den Schreibtisch des Vogtes heran um neu anzusetzen: „Ehrenwerter Vogt, darf ich euch um einige Momente Euer kostbaren Zeit, bitten?“ Der Vogt lächelt kurz, legt mit einer langsamen Bewegung den Federkiel zu Seite, verschränkte die Hände, läßt seinen Monokel in seiner Brusttasche verschwinden und schaut dann zu dem Jäger auf. „Du darfst – was ist dein Anliegen – Junge?“
„Ich habe im Gebirge, diese Münzen hier gefunden.“ beginnt der Jäger wieder, doch diesmal öffnet er den Beutel den er bei sich trägt, greift hinein und lässt in seinen Händen drei angelaufene und verbogene Goldmünzen erscheinen. „Gib sie mir, Junge.“ Der Vogt steckt sich wieder seinen Monokel ins Auge und besieht sich darunter gewissenhaft die drei Münzen. „Wo hast du sie gefunden?“ fragt er beiläufig, während er die Münzen in seinen Fingern hin und her dreht und sie sich näher ansieht. „Zwei Tagesreisen von hier im Gebirge, vor einer Höhle. Ich habe nur einen kurzen Blick hineingewagt da es dort sehr nach Troll roch … ich konnte jedoch eine Art Tür sehen, und in dieser Tür war ein Wappen zu sehen.“ Der Vogt legt, nachdem er sie identifiziert hat, die Münzen vorsichtig auf den Tisch, lässt den Monokel wieder in der Brusttasche verschwinden und atmet einmal tief durch. „Was für ein Wappen?“ „Es sah aus, wie das von dem Herrn Junker, ich konnte es jedoch nicht ganz erkennen.“ antwortet der Jäger ehrlich und leicht verlegen da er nicht mehr zu berichten weiß da er zu Feige war sich tiefer in die Höhle zu wagen. „Diese Münzen die du da gefunden hast, mein Junge.“ beginnt der Vogt schulmeisterlich zu berichten, wobei sein Gesicht beginnt fahl und seine Stimme schwach zu werden. „Sind geprägt vom Reichserzmarschall Graf Tedesco von Perricum im Jahre 910 nach Bosparand Fall – der heute als Verräter des Landes gilt.“
– So geschehen in Dorf Hochstieg, auf dem Junkerngut von Sieghelm G. von Spichbrecher
Ui. Da bin ich aber gespannt. Etwas mehr Einsicht in die Seele des Herrn von Spichbrecher kommt auf jeden Fall gut.
Tatsächliche Aventurische Geschichte trifft auf zu Teil ausgedachte Geschichte. Ich möchte nicht zu viel Verraten, außer das die Helden die Möglichkeit haben mehr über die Vergangenheit der „von Spichbrechers“ herauszufinden – und es in den Händen der Helden liegt wie sie damit umgehen werden.
Das habe ich mir fast schon gedacht. Man wird, denke ich, viel über Sieghelm (und seine Familie) erfahren und lernen ihn zu verstehen – ingame wie outgame. Und dann noch die Wahl ihn zu unterstützen oder fallen zu lassen? Herrlich!
„MUHAHAHA“ würde Delia wohl sagen. 😉 nicht; dass sie evtl. Details über Sieghelm ausnutzen würde. Nun ja… also… nach derzeitigen Stand würde sie das tatsächlich nicht!
Wie ich Dir gestern schon schrieb, freue ich mich sehr auf Deine neue Geschichte und auch darauf mehr über unseren Sieghelm zu erfahren.