Es gibt doch nichts schöneres am Morgen, als aufzuwachen, weil die Magd versucht sich aus dem Zimmer zu schleichen. Ich fürchte hier wir mein Glück mit den Damen ersteinmal enden, werde ich mich doch ab heute voll und ganz auf meinen Auftrag konzentrieren müssen. Nach einem zünftigen und langen Frühstück betrete ich am Vormittag Gareth. Eine wahrlich große und beeindruckende Stadt. Aber viel zu voll für meinen Geschmack und sie stinkt bestialisch! Alle Leute verhalten sich der komisch, der Fluch des Krieges scheint auf ihnen zu liegen.
Nach einigen Irrungen und Wirrungen durch die Stadt hat mich mein Herr endlich mein Ziel erreichen lassen. Die herrschaftliche Wassermühle! Den Ort aus meinen Träumen wiederzusehen überwältigte mich. Während meines Stoßgebetes beäugten mich die Leute komisch. Haben sie noch nie jemanden beten sehen? Eine komische Stadt. Noran von Insur erwartete mich schon. Der Bewahrer von Wind und Wogen wusste, warum ich komme. Da wusste er mehr als ich, denn warum sollte ich meine Brüder warnen, wenn sie schon gewarnt waren? Nun gut, ich möchte mich nicht anmaßen zu versuchen meinen Herrn zu verstehen. Seine Hochwürden führte mich hinter den Altar in eine Grotte. Dort befand sich ein Brunnen voll von warmen Wasser – wahrlich gesegnet. Er hieß mich an hier zu meditieren. Dafür setzte ich mich in den Brunnen und sogleich wurde mir schwarz vor Augen. Ich fand mich in einem Meer aus Blut wieder, den Geschmack von Eisen auf meiner Zunge. Als ich so schwamm bildete sich am Horizont die Silhouette einer Stadt, über ihr schwebend der Praiosdiener Scran. Während ich sinnierte, warum ich Greifenfurt sehe, erfasste mich eine mächtige Welle meines Herrn und mitsamt dem Blut wurde ich in ein Hippodrom gespült, ein Gebäude dem ich zuvor schon hier in Gareth ansichtig wurde. Und so öffnete ich meine Augen, dankte meinem Herrn für diese klaren Worte, verließ den Tempel und steuerte direkt auf das Hippodrom zu.
Dort ignorierte ich die Schlangen der einfachen Menschen, die auch in das Hippodrom wollen. Ich platziere mich in einer Schlange an erster Stelle und während mein Hintermann noch überlegt, ob er sich beschweren soll oder nicht, sehe ich mich mit dem inkompetentesten Schreiber auf Dere konfrontiert. Warum ich geboren wurde? Ich glaube meine Antwort verstörte ihn, es war aber auch nicht die überlegteste. Auch über die anderen Fragen regte ich mich schrecklich auf und konnte meinen Zorn kaum zügeln. Nichtmal Matoi [Soldat] soll ich mich nennen, sondern Rekrut! Wenn meine Familie das hören würde! Da erniedrige ich mich schon als Geweihter in die Armee einzutreten und dann soll ich ein kleiner Wurm sein!? Ich war so erzürnt, dass ich den Worten des Schreibers nicht mehr lauschte und nicht genau wusste, wo ich hin sollte.
Nach kurzem Suchen habe ich das Lager des IV. Haufens des III. Banners des II. Regiments gefunden. Ein wahrer Haufen! Ein Haufen Nichtsnutze! Frauen! Kinder! Wie soll damit ein Orkensturm aufgehalten werden? Ich bat meinen Herrn um Erbarmen und seinen Segen. Was sendete er uns? Zwei Angroschim! Seine Launenhaftigkeit in unermässlich! Sollen zwei Zwerge ein Segen sein?
Aber ich habe die Dame Sylvia falsch eingeschätzt. Sie ist herrlich impulsiv und von Rahja wahrlich gesegnet. Ich werde ein Auge auf sie haben. Abends nach dem Essen machten wir noch einen bezaubernden Spaziergang. Sie hat mir deutlich gemacht, dass mit ein bisschen Anstrengung mehr daraus wird.
Das Lager hat sogar eine Taverne. Es ist zwar nur ein größeres Zelt, aber es gibt kostenlos Wein. Das muss man mal dem Militär lassen. Eine Taverne ist nur so gut wie ihr Wirt, und der ist sehr gut! Er ließ mir Wein zukommen, obwohl er es noch nicht gedurft hätte. Dafür habe ich ihm abends die Taverne gesegnet. Naja, zumindest glauben es alle. Er hat uns dafür ein Tisch reserviert.
Ich finde dieses militärische Gehabe unerträglich. Rondra muss furchtbar langweilig sein. Was mein Herr an ihr gefunden haben mag, als er sie schwängerte? Ich wollte erst mit dem Säbel üben, doch ab morgen trainiere ich weiter meine Fähigkeiten mit dem Speer. Mal sehen wie das noch alles wird.