Das Feuer im Kamin brannte bereits, als Delia an jenem Abend in Kalkaribs Turm kam. Diesen Abend war sie später als sonst erschienen. Weshalb sich ihr Wüstensohn schon Sorgen um sie machte. Während Kalkarib sich im oberen Teil des Turmes zum Nachtgebet befand, saß Delia in dicken Decken gehüllt und mit einem Bettstein im gemeinsamen Bett.
Sie dachte über den morgigen Tag nach. Traviahold würde heiraten, soweit nicht einmal ungewöhnlich für einen Geweihten der Travia. Zusätzlich sollte er noch seine zweite Weihe empfangen. Angesichts seiner Leistungen und Erfahrungen der letzten Wochen auch verständliche. Um einen gewissen Einfluss auf die Hochzeit und die künftige Braut zu bekommen, bot sich Delia als Brautjungfer an. Am heutigen Abend backte sie mit Jane noch eine Art Notfallhochzeitstorte (darin enthalten zwei antike Münzen) und organisierte einen Baumstamm, welchen das Brautpaar dann zersägen sollten. Dieser merkwürdig rusikale Brauch schien jedoch zu Hochstieg zu passen.
Morgen früh würde sie mit samt Schimke, Körperölen und weiteren Dingen in das Zelt der Braut einfallen und sie in einen ansehnlichen Zustand versetzten. Vielleicht sogar mit einem kleinen Schuss Magie, Satuarias Herrlichkeit bot sich nahezu an. Leider war die Braut etwas zimperlich mit Magie. Was Delia als äußerst schade empfand, denn sie war der Meinung, dass Levthans Feuer die Hochzeitsnacht erheblich bereichert hätte. Vor allem da das Brautpaar noch jungfräulich zu sein schien. Die Hexe dachte bei sich, wie sowas nur passieren konnte. Beide waren seit mehreren Jahren schon erwachsen und hatten immer noch nicht die körperlichen Freuden erfahren? Nun ja, da beide auf Hilfsmittel verzichten wollten bot sie Beratung an. Obwohl sie sich schon vorstellen konnte wie beide bei den kleinsten Andeutungen vor Scham erröten würden.
Ihre Gedanken wurden jäh unterbrochen, als Kalkarib die Treppen und zu Ihr ins Bett kam. Er fühlte sich kalt an und so beschloss Delia ihm etwas einzuheitzen. Wofür betete er denn ständig, wenn nicht um die Vergebung der Sünden und hierfür wollte sie ihm als gute Ehefrau behilflich sein.