Zweifelsfrei sind die Wege der Götter stets unergründlich. So Sieghelm hat das treffend ausgedrückt. Das war kurz nach dem Kampf mit den Orks in den Wäldern rum um Burg Siegstein, wo Walter Schmied schwer verwundet wurde und wir nur dank der göttlichen Vision von Nehazet und Sieghelm siegreich aus der Schlacht gingen. Sie verlieh ihnen neben den mystischen Amuletten, Kraft und Genesung.
Ich erinnere mich noch genau an den Tag, an dem mich die meinige Vision traf. Der einzige Unterschied war, dass wir damals an einem anderen Ort in der realen Welt wieder erschienen, während Sieghelm und Nehazet – den Göttern sei dank! – an gleicher Stelle zurückkehrten.
Wie schon gesagt, die Wege der Götter sind unergründlich.
Was vermag das alles zu bedeuten? Was haben die Götter mit uns Sterblichen vor? Welcher Sache sollen wir dienen? Ich weiß es nicht. Firun, bitte gebt mir einen Hinweis.
…
Seit ich dein Bergkristall-Amulett um meinen Hals trage, sind mir schon einige auserwählte Menschen begegnet. Das Rondraamulett sah ich inzwischen sogar bei drei verschiedenen Personen. Woran mag es liegen? Sind die Lehren Rondras so schwer zu befolgen? Auch Sieghelm ist auf dem besten Weg das Amulett zu verlieren. Kämpferehre gut und schön. Aber gehört nicht Respekt vor Gegnern UND Kameraden dazu? Achte dein Gegenüber und er wird dich achten.
Warum Nehazet ausgerechnet das Amulett der Travia trägt ist mir ein Rätsel. Aber vielleicht erhielt auch er aus aufgrund einer Vorhersehung. In seinem Herzen ist dieser Magier ein Familienmensch. … äh ja. Bitte verzeiht meine dummen Zweifel.
Nicolo hingegen versucht seiner runenbeschriebenen Kerze die Geheimnisse zu entlocken. Er ist der einzige der ein göttliches Artefakt sein eigen nennt. Wer weiß, wozu es noch gut sein wird? Aber ich bin sicher, zu gegebener Zeit wird Tsa es ihm offenbaren.
Hach, hätte ich in den Höhen des Rashtulswalls doch nicht den heiligen Speer verloren. Eine unsägliche Harpyie krallte sich am Rande des Abgrunds in meine Schultern, sodass keine Macht der Welt verhindern konnte, dass der weiße Speer in den Tiefen verschwand. Es tut mir so unendlich leid!
Aber ich fühle, ja ich fühle in meinem Inneren, dass er den Weg zu mir zurück finden wird. Auf Burg Siegstein erhielt ich ihn einst. Und hier her wird er zurückkehren! Ich werde warten.
Ich schwöre Firun, das ich mich als würdig erweisen werde und diesen Speer wie einen dritten Arm, einen Arm der Götter, führen werde.
Kälte und Tod all deinen Feinden.
Standhaftigkeit und Stärke all deinen Verehrern.
Ja, das schwöre ich!
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Gedanken der Azina