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Worte gerichtet an meine Göttin (von Traviahold)

Auf dem Rückweg vom Perainetempel zur Burg spürte Traviahold einen starken Drang. Den Drang vor den nächsten unausweichlichen Schritten einige Worte loszuwerden. Nicht an jemanden in seiner unmittelbaren Nähe, sondern an seine Göttin. Also entschuldigte er sich vor der Zugbrücke bei der Frau Delia und ging weiter zur Taverne „Schlegel und Eisen“. Dort angekommen richtete er seine ersten Worte an die Wirtin: „Travia mit euch Jadwina. Wenn ihr keine Einwände habt würde ich gern einige Zeit ungestört im Gänsestall verbringen.“ Ohne eine Antwort abzuwarten ging er wieder hinaus auf den Hinterhof und begab sich in den Gänsestall. Freudig wurde er von seinem treuen Ganter Travian begrüßt. Er setzte sich im Schneidersitz in Mitten der großen Schar älterer und junger Gänslein und nahm Travian auf seinen Schoß. Wärend er mit der einen Hand den Ganter streichelte und der anderen Brotkrumen in die Gänseschar warf begann er zu beten:

Travia, meine Herrin, gütige Mutter,

Bewahrerin des Herdfeuers, Beschützerin der Familie, Erste Gans,

auf Schritt und Tritt wahre ich deine Tugenden und Ideale,

alles, was dir wichtig ist, ist auch mir wichtig.

Mein Glaube an dich ist meine Heimat,

meine Familie und Freunde sind meine Liebe und Kraft.

Nie hab ich an dir gezweifelt, auch in den letzten Tagen nicht,

wenn sie auch meine Anschauung von der Welt änderten

und ich nicht mehr wusste, ob ich weiß.

Doch ich danke dir Herrin für deine Fürsorge und deine Gaben,

für deine Zeichen und Wege, denn sie zeigten mir, dass ich bin.

Dass ich der und das bin, was ich schon immer war

und das ich mehr sein werde, als ich noch bin.

Dank dir Herrin fühle ich mich stark genug im Glauben,

um die Aufgaben, die du mir auferlegt hast zu bewältigen.

Ich werde ich für dich streiten, mit Herz, Verstand und auch Arm.

Mögest du weiterhin deinen Segen und deine schützende Hand über mich,

meine Familie und meine Gefährten halten.

Travia ich danke dir!

Er blieb noch etwas sitzen und sammelte einzelne Federn der Gänse auf, um seinen Vorrat wieder aufzufüllen. Danach ging er langsam und ich Gedanken versunken zurück zur Burg. Dort wieß er den ersten Knecht, der ihm begegnete an, sich darum zu kümmern, dass für die Nacht ihm ein Quartier zugewiesen wird, da er diesmal in der Burg zu nächtigen gedachte.

Was zum Namenlosen…

(Als TRAVIAHOLD)

 

Ein Blitz, ein Knall, Rauch und dann Nichts. Nichts an der Stelle, an der eben noch mein großer Bruder stand. Nur Rauch und die Reste seiner Kleidung. Schwärze macht sich vor den Augen breit, ein Tunnel durch den ich blicke ohne etwas zu sehen. Ich höre mich nicht schluchzen, ich spüre nicht, wie ich aus der Höhle gezerrt werde. Langsam fang ich wieder an meine Umgebung wahrzunehmen. Jemand redet auf mich ein. Ich höre Worte wie „Ist nicht tot“ oder die Frage nach Tee. Jeweils nicke ich und halte zügig einen Krug dampfenden Tee in der Hand. Er wirkt Wunder und ich erhole mich rasch vom Schock, auch weil ich nun zugänglich für Argumente bin. Sieghelm lebt noch, soviel steht fest. Die Höhle wird erforscht, Indizien gesammelt. Und im Handumdrehen folgt der nächste Schock. Ein paar Skelette im Boden. Übliche Vorbereitungen und dann in Anwesenheit des Fräuleins ein Grabsegen, wie so oft. Doch noch nie brannten die Federn, noch nie lief einer der Verstorbenen als Geist an mir vorbei. Was geht hier vor? An was für einen Ort sind wir gelangt? Eine rege Diskussion entbrennt, doch von Verschonung kann nicht die Rede sein. Kaum entschließen wir uns zum Aufbruch wird der Ungläubige vermisst. Spurlos verschwunden ist er stellt sich heraus. Seine…Frau…trauert ehrlich. Scheint wirklich Liebe zu sein. Aber wie kann jemand wenige Schritt einer nicht grad inkompetenten Gruppe verschwinden, ohne das etwas bemerkt wird? Drei Rätsel die den Verstand sprengen an einem Tag. Zu viel.