Teil VIII – Interludium (2)

Vidkun „Ich erachte die Quelle als unzuverlässig“, raunte Vidkun, während er in stolzer Haltung seine dünnen Arme in die Hüften stemmte. Er war an die zwanzig Götterläufe jung, trug einen Wappenrock in den Farben seiner Herrin, einen dunkelblauen Gambeson und einfache Lederteile zum Schutz gegen einfache Hieb- und Stichwaffen. Seine dünnen blonden Haare fielen ihm …

Teil VIII – Interludium (1)

Brangane Es war an einem schönen Feuertag im Peraine, als die Bewohner vom Eilingshof das ruhige Donnern von zahlreichen herantrabenden Pferdehufen vernahmen. Zwei Lanzen Berittener, in den Dörflern unbekannten Farben, näherten sich. Auf dem trockenen Karrenweg lösten sich von den zahlreichen Hufen der Pferde große Staubwolken, die über die frisch gewachsenen Hirsefelder wehten. Auf dem …

Teil VII – Märtyrer (3)

Auf den Wällen – Brangane Mit flinken Füßen eilte die Kriegerin die steinernen Stufen des Wehrturms hinab. Von oben, durch die Dachluke, tönten noch kurz Schmerzens- und Hilfeschreie, doch die Ritterin eilte unbeirrt weiter.  Sie erreicht eine Zwischenebene, welche als Aufenthaltsstube genutzt wurde. Ein paar Regale, Kisten, Kleidertruhen und Schlafstätten standen hier geordnet auf der …

Teil VII – Märtyrer (2)

Im Innern Sir Gneisor besah sich den Körper des jungen Studiosus genau. Sein Erscheinungsbild hatte sich drastisch verändert. Seine rosafarbene Haut, die ihn stets jugendlich hat wirken lassen, war einem blassen Teint gewichen, der von dunklen Adern durchzogen war, welche sich sowohl in den Unterarmen als auch am Hals vom Rest der Haut absetzten, wie …

Teil VII – Märtyrer (1)

Auf den Wällen – Gustav Der Kampflärm, die verzweifelten Schreie und das aus einer anderen Welt stammende Gekrächze der Jenseitigen war weniger geworden. Aus irgendeinem Grund, den Gustav nicht verstand, rückten keine Wesen mehr heran. Er und seine verbliebenen, überall auf der Festung verstreuten, Männer und Frauen hatten nur noch mit wenigen Gegner zu tun. …

Teil VI – Blut und Tot (3)

Bibliothek Jedes Mal, wenn Halrik eine Seite des Folianten umblätterte, hoffte er, dass es ihm nicht erneut schmerzte. Die Seiten flogen so schnell, dass er ab und an das schreckliche Geräusch vernahm, welches jeder, der Bücher liebte, bis ins Mark erschüttern ließ. Durch unachtsames oder zu zügiges Umblättern entstand immer wieder das reißende Geräusch. Doch …

Teil VI – Blut und Tot (2)

Im Innern Scheppernd schlug die Klinge des Anderthalbhänders auf die Panzerplatte der Abscheulichkeit ein. Ser Gneisor hatte eigentlich versucht den schon lädierten Schädel zu treffen, doch der Kreatur gelang es die Schulter rechtzeitig hoch zu ziehen und als Block zu benutzen.  „Zurück!“, bellte Gneisor, der Ingmar davon abhalten wollte, den geplanten Zangenangriff auszuführen. Die beiden …

Teil VI – Blut und Tot (1)

Auf den Wällen – Gustav Gustav zog mit Wucht sein Schwert aus der Abscheulichkeit heraus. Es schabte dabei zwischen den chitinartigen Panzern entlang und machte ein Geräusch, als wenn man mit einem Wetzstein über die Klinge fahren würde. Von der Schwertspitze tropfte eine schwarze und zähe Flüssigkeit, während sich der ehemalige Heermeister nach dem nächsten …

Teil V – Sturm

Auf den Wällen Der unsichtbare Wall hatte keine große Ausdehnung, man stieß schon nach etwa einhundert Schritten hinter den Außenmauern gegen sie. Überall dort, wo die Späher den Rand ausgemacht hatten, nahm das Unheil ihren Lauf. Die Besatzung der Festung Friedstein musste mitansehen, wie sich am Ereignishorizont der Kuppel schmale Risse in der Erde bildeten, …

Teil IV – Momentum

Die Praiosscheibe hing weit hinter den Wolkenfetzen und ließ diese so rot aufglühen, dass man den Eindruck bekam, dass der Himmel bluten würde. Überall auf den Zinnen der Festungsmauern hatten die Bogenschützen und frisch ausgebildeten Infanteristen ihren Platz gefunden. Gustav schritt die Reihen der jungen und alten Soldaten und Rekruten ab. Er spürte, dass viele …