{"id":9278,"date":"2026-02-04T19:15:38","date_gmt":"2026-02-04T18:15:38","guid":{"rendered":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=9278"},"modified":"2026-02-04T19:15:39","modified_gmt":"2026-02-04T18:15:39","slug":"vergangene-zeichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=9278","title":{"rendered":"vergangene Zeichen"},"content":{"rendered":"\n<p>In einem Teehaus<\/p>\n<p>Lyssia und Lechmin sitzen an einem Tisch und unterhalten sich \u00fcber etwas Tee und Geb\u00e4ck, w\u00e4hrend Rohaldor sich in der n\u00e4he herum schl\u00e4ngelt.<\/p>\n<p>Lyssia:&#8220;Bin ich froh, das ich dein <i>Gesicht<\/i> alsbald wiedersehen werde <sub>und mehr<\/sub> ich verstehe immer noch nicht, wozu diese ganze Charade notwendig war, aber du liebtest ja immer schon deine spielchen mein lieber, <sub><em>das ist auch so eine Sache, bei der ich mich freue, wenn das endlich vorbei ist<\/em>,<\/sub> wann sprichst du mit Ashtara, Sie braucht ihre Eltern, allen voran ihre Mutter?&#8220;<\/p>\n<p>Lechmin: &#8222;Ich kann dir nur beipflichten, nach all der Zeit, ist dies hier wirklich eine Qual, aber es ist eine Rolle die gespielt geh\u00f6rt, es war leider notwendig, wenn ich die Zeit habe, was absurd ist, ich wei\u00df, ich wei\u00df \u2013 aber es ist immer so viel los, tempus fugit, es frustriert mich selbst zutiefst, nat\u00fcrlich will ich f\u00fcr meine Tochter da sein, aber du wei\u00dft selbst, wie schwer dies teilweise ist mit unseren Verpflichtungen&#8220; spricht Lechmin, w\u00e4hrend eines gedankenverlorenen Blicks in die Teetasse, die tiefen alten grauen Augen, geistig in die ferne schauend, bedenken, was h\u00e4tte sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Lyssia streckt ihre Hand aus und ergreift Lechmins Hands, diese fest aber z\u00e4rtlich dr\u00fcckend:<\/p>\n<p>&#8222;<i>Meine Sternschnuppe<\/i>, ich bin mir bewusst, wie es an dir zehrt, aber das trifft auch auf deine Tochter zu, nach allem was passiert ist, verstehe ich zumindest warum, aber ihr beide m\u00fcsst euch wirklich aussprechen, ich wei\u00df wie sehr die Entt\u00e4uschung einer Mutter kr\u00e4nken kann, auch wenn Endora anders ist, ich kann Ashtara&#8217;s leiden nur zu gut nachvollziehen und ich wei\u00df auch, das du Sie nicht verlieren willst, also sei bitte so lieb und h\u00f6re auf deine Frau und nimm dir die Zeit.&#8220;<\/p>\n<p>Lechmins Augen benetzen sich mit tr\u00e4nen, wie Lyssia sehen kann, nachdem Lechmin den Blick anhob: &#8222;Es zerrei\u00dft mich innerlich, <sub><i>aber mir mangelte es an Weisheit und vermutlich tut es dies immer noch<\/i><\/sub><sub> meint Lechmin schmunzelnd<\/sub><sub><i> in meiner Jugend, die Arroganz der Jugend,<\/i><\/sub> das zu sehen tut weh, die Steine sind nun ausreichend platziert, Sie sollte sich bald ihrer selbst Bewusstsein und dann haben wir Zeit f\u00fcr anderes <i>meine Liebe<\/i>. Zeit f\u00fcr das was wichtig ist, unsere Familie.&#8220; endet Lechmin, sich die Tr\u00e4nen wegwischend.<\/p>\n<p>&#8222;Willst du \u00fcber diese Zeit der Torheit sprechen <i>mein Madaschein<\/i>, es scheint dich immer noch stark zu bedr\u00fccken, auch nach all dieser Zeit?&#8220; Erklang besorgt Lyssias Stimme, diese Phasen Lechmins waren seltener geworden, aber w\u00e4hrend Charaden wie diesen brachen sie \u00f6fter an die \u00d6berfl\u00e4che, beide hatten schon oft dar\u00fcber gesprochen, wie unbarmherzig der Fluss Satinavs sein k\u00f6nnte, wie oft es sich anf\u00fchlte egal an welchem Zeitpunkt, das es zu sp\u00e4t ist, wie die Verzweiflung gefangen, gebunden an ein Gef\u00e4\u00df, ein Gef\u00e4\u00df, welches sich dem eigenen Willen entzieht, tiefe Wurzeln schlagen und die Seele in ihrem griff halten kann, wie die Spuren der Vergangenheit die Gegenwart beeinflussen und die Zukunft pr\u00e4gen.<\/p>\n<p>&#8222;Du kennst einige meiner Verwandten und Vorfahren meine Schlange&#8220; lacht Lechmin, &#8222;der Schmerz der entsteht, wenn man nicht, sich selbst sein darf, als Spielball h\u00f6herer Kr\u00e4fte und anderer Intrigen, die Entwurzelung, welche einen wegrei\u00dft und der Familie beraubt und dann diese f\u00fcr andere sein soll, es versucht und daran verbittert, neidisch schaut, wie andere Ihr Leben leben k\u00f6nnen, w\u00e4hrend dem eigenen dahinvegetieren und wie das dazuf\u00fchren kann, sich zu verstecken und um keinen Schmerz zu sp\u00fcren, nach au\u00dfen geschlagen wird&#8220; Lechmin sch\u00fcttelt seine Kopf &#8222;eine wahre Torheit, wie schon erw\u00e4hnt, umso mehr noch, wenn einem noch nicht einmal bewusst ist warum, unterbewusst die Einsamkeit, das fehlende Gef\u00fchl von Gemeinschaft, das Gef\u00fchl das irgendetwas falsch ist, aber das es nicht einordbar ist, Flucht kann die Folge sein, war die Folge f\u00fcr mich, was zu einem Schild vor meinen Gef\u00fchlen wurde, nicht das diese nicht immer mal wieder durchbrachen, aber das muss ich einer Tochter Satus nun wirklich nicht erz\u00e4hlen&#8220;<\/p>\n<p>Lechmin r\u00fchrte Gedankenversunken den L\u00f6ffel in der Teetasse, &#8222;wie das zu Neid f\u00fchren kann und Gemeinschaften daran zerbrechen k\u00f6nnen, diesen Schmerz h\u00e4tte ich mir gerne erspart, ich kann es aber nicht, somit bleibt mir nur zu versuchen es anderen zu ersparen, mit deutlich gemischten Erfolgen, wie zu berichten ist.<\/p>\n<p>Wie die eigenen Gedanken gerechtfertigt und die zugrundeliegenden Gef\u00fchle kaschiert, versiegelt und vergraben werden, nur um sich nicht mit diesen auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p>Und w\u00e4hrend all dem, das Gef\u00fchl es ist zu sp\u00e4t, umso mehr noch, nachdem es einem auff\u00e4llt, aber das ganze ist m\u00fc\u00dfig, du kennst die Geschichte<\/p>\n<p>Lyssia denkt kurz nach, Rohaldor ist in der Zwischenzeit zu ihr geschl\u00e4ngelt und beobachtet das ganze weiter, &#8222;Nur das es da einen wichtigen, entscheidenden Punkt gibt <i>mein theorem<\/i>, korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber die Gemeinschaft an die du denkst ist nicht zerbrochen, oder?&#8220;<\/p>\n<p>Lechmin, f\u00e4hrt mit der Hand durch den langen grauen bart, nachdenklich blickend, &#8222;Sie war oft nahe daran, in den Gebieten der Angroshim, in der ersten Stadt, im Land der Stiere, aber du hast nat\u00fcrlich recht <i>meine Bl\u00fcte Sumus<\/i>&#8222;, Lechmin fast schon irritiert scheint jetzt erst den Automatismus des durch den Bart ziehens zu merken, &#8222;ich dachte, ich h\u00e4tte dies nach all den G\u00f6tterl\u00e4ufen unter Kontrolle, apropro all die G\u00f6tterl\u00e4ufe, ich war am \u00fcberlegen, wir m\u00fcssten nun gen\u00fcgend Spitznamen f\u00fcr eine eigene linguistische iteration haben, das k\u00f6nnte ein kurzweiliges am\u00fcsantes Projekt f\u00fcr uns sein, Erbin der Alten&#8220; schmunzelt, nein grinst Lechmin unter dem Bart.<\/p>\n<p>&#8222;Alte Gewohnheiten, ich pflichte dir bei <i>Nachtschatten<\/i>, es wird gut, wenn du den wieder verlierst \u2013 dann kannst du dich, nicht wie vor all diesen G\u00f6tterl\u00e4ufen die ganze Zeit hinter deinem follikel vorhang verstecken&#8220; erwidert Lyssia gespielt genervt.<\/p>\n<p>&#8222;Follikel vorhang, der ist neu&#8220; kichert Lechmin, &#8222;ja es ist so leicht, sich hinter diesem zu verstecken, werde ich froh sein, wenn dies nicht mehr notwendig sein wird.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Gut zu wissen, das ich dich nach all dieser Zeit noch \u00fcberraschen kann, um deine Frage zu beantworten, ich stimme zu, es k\u00f6nnte ein kurzweilig erheiterndes Nebenprojekt sein, nachdem du dich mit Ashtara ausgesprochen hast, ich kann es nicht ausstehen euch beide so zu sehen&#8220;, wie um Lyssia beizupflichten richtet sich Rohaldor auf und zischelt in Lechmins Richtung.<\/p>\n<p>Lechmin gespielt betroffen, hebt beschwichtigend die Arme, &#8222;Wie k\u00f6nnte ich <i>meinen beiden Lieblingssquamata<\/i> das verweigern&#8220;.<\/p>\n<p>Kurz innehaltend und, vermutlich, nachdenkend &#8222;Sie m\u00fcssten bald wieder zusammen sein, das sollte einiges erleichtern, sicher da ist noch die Sache mit der vierten, aber abseits davon, insofern Sie sich nicht gerade mit anderen dingen verzetteln, was ja nicht un\u00fcblich ist f\u00fcr diese Truppe, der temporale fluss hier ist etwas diffizil einzusch\u00e4tzen, mit den Auswirkungen der diversen Ebenen, insbesondere derer, welche keine ist&#8220;.<\/p>\n<p>&#8222;So ein St\u00fcck weit, kann ich erahnen, warum andere manchmal Schwierigkeiten haben uns zu verstehen, <i>mein sternchen<\/i>&#8222;, musste nun Lyssia kichern, &#8222;die richtigen Worte sind nicht immer leicht, aber zumindest bist du besser darin geworden in der gleichen Sprache zu bleiben&#8220; schmunzelte Sie in ihre Teetasse hinein.<\/p>\n<p>&#8222;Ich belasse es dabei, ich kenne mich mittlerweile gut genug \u2013 wir k\u00f6nnten ohne Schwierigkeiten G\u00f6tterl\u00e4ufe lang weiter disputieren und wie schon erw\u00e4hnt tempus fugit meine liebste, ich nehme an du besuchst Endora in k\u00fcrze wieder?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Es ist wieder einmal so weit, wenn ich das nicht mache, wer wei\u00df was Sie aus Langeweile ansonsten so anstellt, du wei\u00dft wie unstet Sie ist, zumal solange Sie den Kelch noch hat und was ist mir, gedenkst du wieder im Grauen zu verschwinden?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Nein, dieses mal nicht, ich sp\u00fcre die Auswirkungen der letzen Zeit immer noch in meinen Knochen, selbst wenn es so lange her war, temporale sympathetik, vielleicht? Ich denke, ich werde mich stattdessen kurz mit einem alten Freund in seinem Turm treffen und danach suche ich Ashtara auf, auch wenn es nicht leicht wird und uns beiden schmerzen wird, du hast nat\u00fcrlich recht <i>meine geliebte naja naja,<\/i> wir sind uns zu \u00e4hnlich ist die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr uns denke ich, etwas mehr abwechslung bei Tsa ja na, das h\u00e4tte uns vermutlich gut getan.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Oh bevor sich unsere Wege f\u00fcr den Tag trennen <i>madaschein<\/i>, sicher Satinavsstrukturen sind gerade schwammiger, als sonst, aber das trifft doch bestimmt nicht auf alles zu?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;<i>Meine weise naja<\/i>, es ist, wie du vermutet hast, einiges ist leichter zu sehen, einige unserer Freunde schlagen sich gerade mit der Vergangenheit herum, da es an frieden in den dortigen steinernen gefilden zu vermissen l\u00e4sst, apropro vermissen, ich vermisse dich schon bei dem Gedanken allein von dir getrennt zu sein <i>meine geliebte<\/i>&#8222;, spricht Lechmin, w\u00e4hrend des zugehens auf Lyssia und k\u00fcsst Sie kurz, bevor dem pl\u00f6tzlichen verschwinden.<\/p>\n<p>Seufz, &#8222;das war wirklich nicht fair von dir, <i>meine Sternschnuppe<\/i>, daf\u00fcr werde ich mich noch revanchieren, nicht wahr Rohaldor&#8220;, zustimmend zischt die gro\u00dfe Schlange Rohaldor, w\u00e4hrend Sie sich liebkosend um Lyssia wickelt, wie als w\u00fcrde Sie, sie tr\u00f6sten wollen, &#8222;vor allem wegen dem Bart&#8220;.<\/p>\n<p>Anderswo oder so:<\/p>\n<p>&#8222;Ich muss etwas anderes finden um mich zu besch\u00e4ftigen, meine Gedanken fangen schon wieder an mich zu alten Themen zu dr\u00e4ngen, mit denen ich mich nun wirklich nicht auseinandersetzen will, weder ist die Zeit daf\u00fcr da, noch ist es erfreulich, wie immer es gibt so viel zu tun, viel wichtigeres als sich um die Meinungen anderer, bez\u00fcglich Roben zu st\u00f6ren.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem Teehaus Lyssia und Lechmin sitzen an einem Tisch und unterhalten sich \u00fcber etwas Tee und Geb\u00e4ck, w\u00e4hrend Rohaldor sich in der n\u00e4he herum schl\u00e4ngelt. Lyssia:&#8220;Bin ich froh, das ich dein Gesicht alsbald wiedersehen werde und mehr ich verstehe immer noch nicht, wozu diese ganze Charade notwendig war, aber du liebtest ja immer schon &hellip; <a href=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=9278\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201evergangene Zeichen\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4,5],"tags":[113,101,89],"class_list":["post-9278","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gruppe-teehaus","category-nehazet","tag-abseits-des-geschehens","tag-aus-der-asche","tag-jahr-des-feuers"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9278","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9278"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9278\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9279,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9278\/revisions\/9279"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9278"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9278"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9278"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}