{"id":916,"date":"2012-03-01T12:32:24","date_gmt":"2012-03-01T11:32:24","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=916"},"modified":"2012-03-01T12:32:34","modified_gmt":"2012-03-01T11:32:34","slug":"mein-ist-die-rache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=916","title":{"rendered":"Mein ist die Rache"},"content":{"rendered":"<p><em>Azina liegt auf ihrem provisorischen Lager im Zimmer des Sahib Selem auf einem bunt zusammen gew\u00fcrfelten Kissenarrangement und l\u00e4sst ihre Gedanken an den letzten Tag Revue passieren.<\/em><\/p>\n<p>Es am\u00fcsiert mich schon ein wenig, dass Jane mit der Karawanenf\u00fchrung Schwierigkeiten hat. Sie kennt den Weg nicht. Wei\u00df nicht um die Gefahren. Und traut sich nicht einmal mit einer Bande ger\u00fcsteter Strolche zu sprechen. Nein da schickt sie den \u00fcberforderten Handlanger ins Feld, der ebenso wenig von Diplomatie versteht, wie ein Eisgolem. Nun zugegeben, ich bin mir nicht sicher, ob ich selbst das alles gewusst und gekonnt h\u00e4tte. F\u00fcr Jane spricht auf jeden Fall, dass sie selbstlos ihr eigenes Pferd zur Verf\u00fcgung stellte, als das des T\u00f6pfers zusammenbrach. Und zumindest das Aushandeln der Preise kann sie eindeutig besser als ich.<\/p>\n<p><em>Sanft \u00fcbermannt der Schlaf die junge Falknerin. Als sie j\u00e4h durch Bakkus\u2019 Gebell aufschreckt. Rasch springt auf und greift nach ihrem Speer. Sie lauscht in die Nacht, bereit den zu erstechen, der sie alle bedroht.<\/em><\/p>\n<p><em>Nichts geschieht, kein Laut drang an ihre Ohren.<\/em><\/p>\n<p><em>Die anderen Frauen entdecken ein Seil vor dem Fenster und schauten wagemutig hinab und hinauf. Delia meint, dass dort jemand weggelaufen sei. Sie fliegt auf ihrem Stab einige Kreise \u00fcber der dunklen Karawanserei, kehrt jedoch ergebnislos zur\u00fcck.<\/em><\/p>\n<p>Nun gut, dann werde ich mal die Torwache alarmieren, damit sie die Wachen verst\u00e4rkt. Und die Seile entfernt. \u201eWartet hier, ich gehe die Wache alarmieren.\u201c<\/p>\n<p><em>Gesagt, getan. Sie r\u00fcstet sich rasch aus und schleicht durch die menschenleeren Flure.<\/em><\/p>\n<p>\u201eRuhig Bakkus, wir wollen doch niemanden aufwecken.\u201c Den Stress m\u00f6chte ich uns ersparen. Habe keine Lust endlose Diskussionen zu f\u00fchren. Die Wache soll hier mal diskret aufr\u00e4umen.<\/p>\n<p><em>Schnurstracks geht Azina auf das Tor zu. Pl\u00f6tzlich erhebt ich sich zwischen den Kisten der Karawanenwagen eine Gestalt und schlendert auf sie zu.<\/em><\/p>\n<p>\u201eHey da! Was wollt ihr zu n\u00e4chtlicher Stunde hier drau\u00dfen?\u201c<\/p>\n<p><em>W\u00fcst beschimpft der Fremde die Aranierin. Einen Feigling nennt er sie. Und fordert sie zum Kampf um die Ehre f\u00fcr seinen ermordeten Bruder.<\/em><\/p>\n<p>Oh man, nicht schon wieder einer aus dieser Familie. So langsam sollten sie es leid sein ihre S\u00f6hne zu opfern. Selbst wenn sie uns eines Tages erwischen, sind ihre Opfer doch in der Mehrzahl.<\/p>\n<p><em>Ungest\u00fcm greift der S\u00e4beltr\u00e4ger trotz vorgestrecktem Speer an. Gekonnt hielt Azina Ihre l\u00e4ngere Waffe dagegen und l\u00e4sst ihn voll in den Speer rennen. Ihr Sto\u00df war so heftig, dass er sich Fl\u00fcche speiend seine \u00fcble Wunde h\u00e4lt. V\u00f6llig au\u00dfer sich vor Zorn und Schmerz hebt er erneut den S\u00e4bel und versucht Azina direkt zu attackieren. Im Blutrausch gefangen, war es ihm nicht m\u00f6glich den zweiten m\u00e4chtigen Sto\u00df abzuwehren. Seine eigene Wucht treibt den Speer tief in seinen Bauch. Blut spritzt aus der klaffenden Wunde. St\u00f6hnend und fluchend geben die Knie des Mannes nach und lassen seinen Torso nach hinten kippen. Beh\u00e4nde t\u00e4nzelt Azina herum, um nicht mitgezogen zu werden. Der Speer steckt tief in seiner Brust. Mit einem Ruck befreit die Siegerin ihre besudelte Waffe und beginnt den Toten mit flinken Fingern zu durchsuchen.<\/em><\/p>\n<p><em>Der auftauchende Wachposten der Karawanserei zieht sich aus Angst vor Familienrache in seinen Turm zur\u00fcck. Mit vereinten Kr\u00e4ften hieven Delia und Azina die Leiche \u00fcber die Au\u00dfenmauer. Anschlie\u00dfend lassen sie sich von einem Jungen, der bei ihrem blutverschmierten Antlitz fast in Ohnmacht gefallen w\u00e4re, Wasser und T\u00fccher bringen, um sich das Blut von K\u00f6rper und Kleidung zu waschen. Anschlie\u00dfend zogen sie sich auf ihr Zimmer zur\u00fcck, nachdem sie dem Hausherren Bericht \u00fcber den Tumult erstatteten.<\/em><\/p>\n<p>H\u00f6rt das denn niemals auf? Wie viele Menschen m\u00fcssen noch wegen dieser Narretei sterben? Es ist doch sinnlos. Sie k\u00f6nnen uns nicht \u00fcberwinden!!!<\/p>\n<p><em>Zufrieden gleitet Azina in einen erholsamen Schlaf \u00fcber.<\/em><\/p>\n<p>______________________________<\/p>\n<div>\n<p>Gedanken der Azina<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Azina liegt auf ihrem provisorischen Lager im Zimmer des Sahib Selem auf einem bunt zusammen gew\u00fcrfelten Kissenarrangement und l\u00e4sst ihre Gedanken an den letzten Tag Revue passieren. Es am\u00fcsiert mich schon ein wenig, dass Jane mit der Karawanenf\u00fchrung Schwierigkeiten hat. Sie kennt den Weg nicht. Wei\u00df nicht um die Gefahren. 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