{"id":8653,"date":"2020-07-20T19:07:06","date_gmt":"2020-07-20T17:07:06","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8653"},"modified":"2020-07-20T19:07:08","modified_gmt":"2020-07-20T17:07:08","slug":"teil-iii-hasardeure-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8653","title":{"rendered":"Teil III &#8211; Hasardeure (1)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/florian-de-gesincourt-degesart-ui-vue0360-003-p-final-140916-select-07-1024x512.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8654\" width=\"586\" height=\"293\" srcset=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/florian-de-gesincourt-degesart-ui-vue0360-003-p-final-140916-select-07-1024x512.jpg 1024w, https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/florian-de-gesincourt-degesart-ui-vue0360-003-p-final-140916-select-07-300x150.jpg 300w, https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/florian-de-gesincourt-degesart-ui-vue0360-003-p-final-140916-select-07-768x384.jpg 768w, https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/florian-de-gesincourt-degesart-ui-vue0360-003-p-final-140916-select-07.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 586px) 100vw, 586px\" \/><figcaption> <strong>In einem W\u00e4ldchen nahe Perz &#8211; 16. Peraine, 34 nach Hal \u2013 In der Nacht<\/strong> <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Sieghelm-Klein.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8322\" width=\"171\" height=\"203\" srcset=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Sieghelm-Klein.png 605w, https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Sieghelm-Klein-253x300.png 253w\" sizes=\"auto, (max-width: 171px) 100vw, 171px\" \/><figcaption>Ordensmeister<br \/><strong>Sieghelm Gilborn<\/strong><br \/>von Spichbrecher<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Kalkarib-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8598\" width=\"145\" height=\"204\" srcset=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Kalkarib-1.png 683w, https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Kalkarib-1-213x300.png 213w\" sizes=\"auto, (max-width: 145px) 100vw, 145px\" \/><figcaption>W\u00fcstensohn<br \/><strong>Kalkarib <\/strong><br \/>al&#8217;Hashinnah<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Adellinde-Portrait-1-811x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8617\" width=\"162\" height=\"204\" srcset=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Adellinde-Portrait-1-811x1024.png 811w, https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Adellinde-Portrait-1-238x300.png 238w, https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Adellinde-Portrait-1-768x969.png 768w, https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Adellinde-Portrait-1.png 1030w\" sizes=\"auto, (max-width: 162px) 100vw, 162px\" \/><figcaption>H\u00fcterin der Saat<br \/><strong>Adellinde<\/strong><br \/>Peraine-Geweihte<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die \u00dcberzahl der S\u00f6ldner und die schlechten Sichtverh\u00e4ltnisse\nlie\u00dfen die Situation f\u00fcr Albrax, die Zwerge und Kalkarib zwar nicht aussichtslos,\naber als schwere H\u00fcrde erscheinen. \u00dcberraschenderweise gingen die S\u00f6ldner\nkoordiniert vor, was die Lage zus\u00e4tzlich erschwerte. Die Zwergengruppe hatte\nihre Formation ge\u00e4ndert, inzwischen standen sie in einer Reihe Seite an Seite\nund boten somit eine geeinte Linie gegen die \u00dcberzahl an Gegnern, an dessen einen\nEnde sich Kalkarib eingereiht hatte. Beide Seiten tauschten ein paar pr\u00fcfende,\naber nicht allzu ernst gemeinte Stiche und Hiebe aus, es waren die klassischen\nersten Versuche auszuloten, wie f\u00e4hig die andere Seite war und wo ihre\nSchwachstellen lagen. Kalkaribs besorgter Blick ging dabei immer wieder durch\ndie Reihen zu Sieghelm und dem schwarzen Ritter, die sich noch immer abwartend\nin sicherer Entfernung gegen\u00fcberstanden und anscheinend miteinander sprachen. <\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eSo sieht\nman sich wieder\u201c,<\/em> sprach der fremde Ritter in geschw\u00e4rzten\nPlattenteilen. Seine Stimme war kehlig und rau, wie von jemanden, der k\u00fcrzlich eine\nschwere Atemwegsentz\u00fcndung durchgemacht hatte. Seine Worte machten Sieghelm\nneugierig und er beschloss sich standesgem\u00e4\u00df vorzustellen, damit sein Gegen\u00fcber\nwusste, wer ihn zu Boron schicken w\u00fcrde. <em>\u201eIch\nbin Reichsritter und Ordensmeister Sieghelm Gilborn von Spichbrecher, ich streite\nim Namen Rondras f\u00fcr K\u00f6nigin und Kaiserreich \u2013 und mit wem habe ich die Ehre\ndie Waffen zu kreuzen?\u201c<\/em> Sieghelms H\u00f6flichkeit war keineswegs ernst gemeint,\ngeh\u00f6rte aber zum normalen Adeligensprech. Der \u00e4ltere Ritter, dessen Gesicht von\neiner Kettenhaube eingerahmt wurde, hatte ein eingefallenes Gesicht und tiefe\nFalten um seine braunen Augen. <em>\u201eIch bin\nMarkwart von Graufenck, Baron von Eslamsbr\u00fcck. Ich war in der Schlacht auf dem\nMythraelsfeld und habe gesehen, wie ihr den erhobenen Amagomer den Blutigen in\nden Staub getreten habt. Meine Gl\u00fcckw\u00fcnsche, ich konnte ihn eh nicht\nausstehen.\u201c <\/em>Sieghelm dachte nach, seine Kenntnisse \u00fcber die besetzten\nGebiete waren begrenzt. Da fiel es ihm wieder ein. <em>\u201eEslamsbr\u00fcck, das liegt in der Grafschaft Tobimora\u201c,<\/em> stellte er\nfest. <em>\u201eWir nennen es jetzt Taubrimora.\nDoch genug geplaudert, lasst uns zur Sache kommen\u201c, <\/em>schloss&nbsp; Markwart von Graufenck und nahm wieder eine\nKampfhaltung ein. <em>\u201eSehr gerne, euer\nHochwohlgeboren\u201c, <\/em>best\u00e4tigte Sieghelm, ging ebenfalls ein eine Kampfhaltung\n\u00fcber und richtete die letzten Worte vor dem Zweikampf an Rondra, in dem er\netwas nach oben schaute:<em> \u201eDieser Kampf\nist mein Gebet an dich, Herrin.\u201c <\/em>Der Warunker Hammer des Ritters und\nCustoris begegneten sich klirrend in der Luft. Mit jedem Schwung seiner Waffe\nert\u00f6nte ein den Kampfplatz \u00fcberschallender Donner. Da Sieghelms aktuelle R\u00fcstung\ndem des vollplattierten Ritters unterlegen war, musste Sieghelm nicht nur\nvorsichtig sein, er musste auch versuchen seine Schl\u00e4ge gezielt zu setzen, da\ner sonst nur Plattenteile einbeulte. Sieghelm wusste, ein Warunker Hammer,\ndessen andere Seite mit einer scharfen Axtklinge versehen war, konnte mit\ngen\u00fcgend Schwung verheerenden Schaden anrichten, die Langwaffe war beliebt bei\nS\u00f6ldnern, da man mit ihr sowohl gegen Plattentr\u00e4ger, als auch leichte R\u00fcstungen\ngut gewappnet war. Der stachelige Hammerkopf eignete sich gut, um Plattenteile\njeder Art zu knacken, w\u00e4hrend das lange Axtblatt gen\u00fcgte, um gegen weiche Ziele\nvorzugehen. Sieghelm trug aktuell nur Kettenteile, weshalb beide Seiten der Waffe\nf\u00fcr ihn gerade gef\u00e4hrlich waren. Zu guter Letzt hatte der Hammer am Ende einen\nt\u00f6dlichen, zehn doppelfinger langen Eisendorn, wenn auch selten eingesetzt,\nkonnte ein ge\u00fcbter K\u00e4mpfer diesen \u00fcberraschend zum Einsatz bringen und damit\nseinen Gegner aufspie\u00dfen. <\/p>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcckhaltend, da die eigene Sicherheit gerade im Vordergrund\nstand, beschr\u00e4nkte sich Sieghelm zuerst darauf zu verteidigen, um taxieren zu\nk\u00f6nnen, wie gut sein Gegen\u00fcber mit der Waffe umzugehen wusste. Den ersten paar\nSchw\u00fcngen des Barons wich Sieghelm aus. Mit jedem Hieb legte sein Gegner mehr\nKraft hinein, was Sieghelm fortw\u00e4hrend dazu zwang Paraden setzen zu m\u00fcssen. Dem\nReichsritter war klar, dass sein Gegner genau wusste, was er vor hatte. Er\nw\u00fcrde also versuchen seine wahren F\u00e4higkeiten zu verbergen und sie erst zeigen,\nwenn er sich in einer Vorteilhaften Position sah. Sieghelm musste Baron\nMarkwart also eine \u00fcberzeugende Schwachstelle anbieten, die ihm dazu verlocken\nw\u00fcrde, gekonnter zuschlagen zu wollen, damit Sieghelm wiederrum diese exponierte\nHaltung auszunutzen vermochte. <\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend sich der Reichsritter und der Baron von Taubrimora\neinen taxierenden Schlagabtausch leisteten, war der Kampf, der in unmittelbarer\nN\u00e4he unterhalb der kleinen Anh\u00f6he stattfand, weniger taktisch. <em>\u201eF\u00fcr jeden Zwei\u201c<\/em>, hatte der Hochk\u00f6nig\nder Zwerge mit vor Selbstsicherheit geschwellter Brust gesagt. Zuerst war sich\nKalkarib nicht sicher, ob der Zwerg witzelte oder ob er es ernst meinte, denn\ner hatte bisher wenig Erfahrung im Umgang mit den Angroschim. Die mit rauem Kampfgebr\u00fcll\nuntermalten Axthiebe der Zwergengruppe lie\u00dfen den W\u00fcstensohn jedoch vermuten,\ndass der Hochk\u00f6nig seine Aussage tats\u00e4chlich ernst meinte. Sofort beschloss\nauch Kalkarib zum Angriff \u00fcberzugehen, zum einen wollte er sich vor Sieghelm\nund den Zwergen keine Bl\u00f6\u00dfe geben, und zum anderen war die \u00fcbersch\u00e4umende\nSelbstsicherheit des Hochk\u00f6nigs inspirierend f\u00fcr ihn. Kalkarib musste es mit\nzwei Gegnern gleichzeitig aufnehmen. Einer von Ihnen trug einen Streitkolben\nund ein kleines Rundschild, auf dem die Z\u00e4hne eines Wolfs aufgemalt waren. Der\nandere hatte einen ihm einen Reichweitenvorteil bietenden Speer. Letzterer\nstellte sich knapp hinter den mit dem Streitkolben und wurde vom Schild des\nanderen gedeckt. Es war eine simple, aber dennoch effektive Kampfhaltung der\nbeiden S\u00f6ldner. Kalkarib war, da er nur einen Khunchomer und keinen Schild\nf\u00fchrte, in jeder Hinsicht unterlegen. Sie waren zu zweit, besser bewaffnet und zu\nallem \u00dcberfluss auch besser ger\u00fcstet. Doch Kalkarib hatte den Glauben an\nRastullah auf seiner Seite, was aus Sicht des W\u00fcstensohns den Vorteil der\nbeiden zu gen\u00fcge ausglich. <em>\u201eAllah maei.\nSatamut huna!\u201c,<\/em> fauchte er auf der Sprache der Novadi seinen Gegnern entgegen,\num sie zu verunsichern. F\u00fcr einen kurzen Moment zuckten sie tats\u00e4chlich\nzusammen, denn selbst S\u00f6ldner der Warunkei f\u00fcrchteten die Fl\u00fcche der Novadis.\nKalkarib lie\u00df eine rasche Abfolge von Streichen und Hieben auf den Schildtr\u00e4ger\nlos, die ihn dazu zwangen in die Parade zu gehen. Die Schneide des Khunchomers\nregnete dabei pochend und Holzsplitter stobend auf dem Schild hernieder. W\u00e4hrenddessen\nsuchte der Speertr\u00e4ger einen Moment, in der Kalkarib gerade ausholte, um\nzuzusto\u00dfen. Die Spitze des Speers durchstie\u00df den w\u00fcstenfarbenen Kaftan von\nKalkarib und verfehlte ihn damit knapp. Das war der Moment auf den Kalkarib hingearbeitet\nhatte. Er visierte sein Ziel an und zuckte mit dem Khunchomer blitzschnell\nhindurch. Die letzten f\u00fcnf Finger der gew\u00f6lbten Klinge schnitten sich m\u00fchelos\ndurch den weichen Hals des Speertr\u00e4gers. Noch w\u00e4hrend der S\u00f6ldner Kalkarib mit\nweit aufgerissenen und ungl\u00e4ubigen Augen anstarrte und zu sp\u00e4t realisierte,\ndass das schneidige Ger\u00e4usch der Luft nicht Bishdariel, sondern die Klinge des\nW\u00fcstensohns war, hiebte der andere mit seinem Streitkolben nach ihm. Kalkarib\nversuchte auszuweichen, doch der Speer verhakte sich in seinem Kaftan und hielt\nihn an Ort und Stelle. Ein bet\u00e4ubender Schmerz durchzuckte seinen linken\nOberschenkel, als ihn der Kopf des Kolbens dort traf. Das Bein gab nach und\nKalkarib ging auf die Knie. Der Speertr\u00e4ger hatte seine Waffe inzwischen los\ngelassen und hielt sich nun r\u00fcckw\u00e4rts taumelnd und blutgurgelnd den Hals. Der\nandere K\u00e4mpfer hatte sich jedoch gefangen und wurde rasend vor Wut. W\u00e4hrend Kalkarib\nden Schmerz im Oberschenkel versuchte zu ignorieren, kam der Kopf des\nStreitkolbens erneut auf ihn zu. Zweimal musste Kalkarib die kraftvollen Hiebe\naus der benachteiligten Position ablenken, was den Schmerz im Bein jedoch noch\nmehr befeuerte. Da st\u00fcrzte sich der S\u00f6ldner pl\u00f6tzlich und unerwartet auf ihn.\nMit dem Rundschild voran warf er sich auf Kalkarib, der dieses Man\u00f6ver\nwahrhaftig nicht hatte kommen sehen. Er schlug mit dem R\u00fccken auf dem Boden\nauf, erneut br\u00fcllte der Schmerz in Kalkaribs Bein so intensiv, dass ihm kurz\nschwarz vor Augen wurde. Als er wieder zu sich kam, sah er den S\u00f6ldner mit\nhasserf\u00fclltem Blick \u00fcber sich sitzen. Das Schild dr\u00fcckte er auf Kalkaribs Brust\nund rechter Schulter und hielt damit seinen Waffenarm fixiert. Kalkarib versuchte\nunter dem Druck des Schilds seinen Khunchomer zu bewegen, doch gelang es ihm\nnicht. Der S\u00f6ldner holte zum finalen Schlag aus, Kalkarib blieb keine Wahl, er\nz\u00fcckte ohne dar\u00fcber nachzudenken den Waggif, das kleine geschm\u00fcckte Messer, und\nstach damit ziellos zu. Die schlanke gekr\u00fcmmte Klinge zw\u00e4ngte sich m\u00fchelos\nzwischen den Kettengliedern hindurch und verschwand bis zum Schaft im Brustkorb\ndes S\u00f6ldners. Es verstrich ein langer Moment, in dem alles verharrte und nichts\ngeschah. Selbst den Kampfl\u00e4rm drumherum nahm Kalkarib nicht mehr war. Da\nhustete der S\u00f6ldner pl\u00f6tzlich und Blut rann \u00fcber seine Lippen. Der Streitkolben\nrutschte aus dessen Hand und plumpste zu Boden. Die Gelegenheit nutzend, schob er\nden Mann mit Hilfe des Schilds von sich runter. Es schepperte als er neben ihm\nzu Boden ging, m\u00fchsam rappelte sich Kalkarib auf \u2013 der Schmerz in seinem linken\nBein war noch immer da. Als er seinen Familien-Waggif aus der Brust des Mannes\nzog, schaute ihn dieser ungl\u00e4ubig an, bevor ihm die Augenlieder ein letztes Mal\nzufielen. <em>\u201eRastullah ich danke dir\u201c,<\/em> murmelte\ner in seiner eigener Sprache und strich das Blut von der Klinge des Waggifs. Da\nlie\u00df ihn pl\u00f6tzlich ein ohrenbet\u00e4ubender Schrei zusammenzucken. Der Novadi\nrealisierte, dass der Kampf zwischen den Angroschim und den S\u00f6ldnern noch immer\nin vollem Gange war, auch wenn sich ihre \u00dcberzahl inzwischen dezimiert hatte.\nHumpelnd ging Kalkarib der Zwergengruppe entschlossen zur Hilfe. <\/p>\n\n\n\n<p>Auf der kleinen Anh\u00f6he wurde der Kampf zwischen dem alten\nBaron von Taubrimora und dem Ordensmeister inzwischen ernster. Auch wenn keiner\nvon beiden bisher einen Treffer hatte landen k\u00f6nnen, so hatten sie beide viel\n\u00fcber das Kampfverhalten des anderen gelernt. <em>\u201eWollt ihr mich erm\u00fcden, Ritter?\u201c,<\/em> spottete Baron Markwart, dem das\nGet\u00e4nzel begann zu langweilen, mit belegter Stimme. <em>\u201eIch helfe euch gerne dabei, euch zur letzten Ruhe zu legen, euer\nHochwohlgeboren\u201c, <\/em>konterte Sieghelm mit spitzer Zunge. Doch Markwart lie\u00df\nsich davon nicht aus der Ruhe bringen, ganz im Gegenteil, er schmunzelte sogar\nob der Aussage Sieghelms. <em>\u201eIhr k\u00e4mpft so\nzaghaft wie die Akoluthinnen bei der kl\u00e4glichen Verteidigung ihres\nPerainetempels in Perz\u201c,<\/em> sprach er in rauem Ton und lie\u00df den Warunker\nHammer erneut rotieren. Sieghelm wich den Schl\u00e4gen m\u00fchelos aus. <em>\u201eIhr br\u00fcstet euch mit euren Schandtaten!?\u201c <\/em>Sieghelms\nStimme kippte vom sp\u00f6ttischen ins ernste, auch er hatte langsam genug davon.\nAls der Baron begann sich mit den Gr\u00e4ueltaten in Perz zu profilieren, wurde ihm\n\u00fcbel und w\u00fctend zugleich. <em>\u201eIch habe die\nzwei jungen Akoluthinnen zwei Mal auf dem Altar gepf\u00e4hlt \u2013 und ich kann euch\nsagen \u2013 bei einem davon hatten auch sie ihren Spa\u00df.\u201c<\/em> Das ekelhaft\nschmutzige Grinsen auf den faltigen Lippen des Barons, als er beschrieb was im\nTempel geschah, lie\u00df den Reichsritter erz\u00fcrnen. Die Vorstellung, was dieser\nwiderliche alte Bastard den Bewohnern von Perz angetan hatte, war schon\nf\u00fcrchterlich genug, doch dass er nun auch noch begann zu beschreiben <em>wie<\/em> er den Tempel sch\u00e4ndete, kochte es\nin Sieghelm hoch. <em>\u201eSchweigt!\u201c,<\/em>\nbr\u00fcllte Sieghelm und beschloss dem alten Mann jetzt und hier sein verdientes\nEnde zu setzen. Der Reichsritter schwang in m\u00e4chtigen Kreisen Custoris, Donner\ngrollte \u00fcber das W\u00e4ldchen und mit w\u00fctend angewidertem Blick machte er Schritt\nf\u00fcr Schritt nach vorne. Markwart wurde in die Parade gezwungen und wich zur\u00fcck.\nEr lie\u00df Sieghelms Schl\u00e4ge ins Leere laufen, w\u00e4hrend das widerw\u00e4rtige Grinsen\nauf seinen Lippen nicht verging. Er hatte seinen Kontrahenten nun da, wo er ihn\nhaben wollte. Es verlangte schon sehr viel K\u00fchnheit oder auch Wahnsinn, um sich\nSieghelms Ausfall und Abfolge von Schw\u00fcngen entgegen zu stellen, wahrscheinlich\nbesa\u00df Markwart beides, als er pl\u00f6tzlich stehen blieb und Sieghelm weiter auf\nsich zukommen lie\u00df. Durch die Verk\u00fcrzung der Distanz, rammte Custoris St\u00e4rke\ndonnernd auf die linke Schulterplatte des Barons. Der Plattenpanzer gab \u00e4chzend\nunter der Kraft nach und Markwart sp\u00fcrte wie ihn die Klinge durch die R\u00fcstung\nhindurch traf. Er federte die Wucht mit den Beinen ab und blieb so, Angesicht\nzu Angesicht zu seinem Angreifer stehen. W\u00e4hrend Sieghelms Gesicht vor s\u00fc\u00dfem\nZorn strahlte, \u00fcberkam Markwart aus dem tiefsten Innern eine aufsteigende\n\u00dcbelkeit. Erst gluckste es in seiner Brust, dann in seinem Hals und als w\u00fcrde\ner ein dickes Kn\u00e4uel Haare, wie ein Greifvogel das Gew\u00f6lle ausspuckte,\nhervorbringen, drang pl\u00f6tzlich aus seinem Mund ein ohrenbet\u00e4ubendes R\u00fclpsen,\ngefolgt von einer giftgr\u00fcnen Wolke, die zuerst \u00fcber Sieghelms Gesicht, und dann\ndessen ganzen K\u00f6rper waberte. Der Reichsritter, der eben noch entz\u00fcckt von\nseinem Treffer war, erschrak und atmete einen tiefen Schwall von der\n\u00fcbelriechenden Wolke ein. Er taumelte reflexartig zur\u00fcck und auch ihm wurde\nsofort spei\u00fcbel. Mit jedem Schritt, den er tat, spuckte und schniefte er. Es\ngelang ihm geradeso die Selbstbeherrschung aufzubringen, sich nicht zu\n\u00fcbergeben. Auch seine Augen tr\u00e4nten f\u00fcr einen Moment, was Sieghelm dazu\nveranlasste, Custoris sch\u00fctzend vor sich zu halten, falls Markwart vorhatte,\nseinen Moment der Blindheit auszunutzen. Doch der Baron von Taubrimora blieb an\nOrt und Stelle stehen, er r\u00fcckte seine Schulterplatte zurecht, wischte sich den\nMund ab, als h\u00e4tte er gerade von einer fettige Schweinshaxe abgebissen und\nletztlich formte sich ein \u00fcberlegenes und wissendes L\u00e4cheln auf seinem Gesicht.\n<em>\u201eWar das alles was ihr k\u00f6nnt, Herr\nRitter?\u201c <\/em>Markwart wischte sich imagin\u00e4ren Staub von der Brust, w\u00e4hrend er\nseinem Gegner erneut spottete. Sieghelm brauchte einen kurzen Moment, doch dann\nhatte er sich wieder gefangen, die Tr\u00e4nen vergingen und den Geschmack nach verdorbenen\nFleisch hatte er erfolgreich ausgespuckt. <em>\u201eIch\nhabe noch gar nicht angefangen!\u201c <\/em>Sieghelm umklammerte Custoris noch fester\nund ging mit mehr Entschlossenheit auf Markwart zu. Unterwegs zu ihm erfassten\nihn pl\u00f6tzlich Schmerzen in Beinen und Armen, als h\u00e4tte ihn ein Zauber\ngetroffen. Sein rechtes Bein verkrampfte so stark, dass es sich zusammenzog und\nSieghelm das Gleichgewicht verlor. Mit aller Macht hielt er Curtsoris fest, als\ner zu Boden ging und er am ganzen K\u00f6rper heftige Schmerzen und unkontrollierte\nZuckungen hatte. Er unterdr\u00fcckte den Schmerz, um nicht loszuschreien, wer auch\nimmer ihn verzaubert hatte, er wollte dem Angreifer nicht die Bl\u00f6\u00dfe geben zu\nschreien. Doch was geschah mit ihm? Er sah Markwart langsam n\u00e4her kommen, der\nseinen Warunker Hammer l\u00e4ssig \u00fcber die Schulter geworfen hatte und noch immer\ndas s\u00fcffisante Grinsen in Gesicht hatte. Er konnte nichts dagegen unternehmen,\ndie Kr\u00e4mpfe und Zuckungen waren zu stark, dass er schon genug damit besch\u00e4ftigt\nwar, nicht die Besinnung zu verlieren. <em>\u201eDadurch,\ndass ich den Peraine-Tempel sch\u00e4ndete\u2026\u201c,<\/em> begann Baron Markwart mit seiner\nkr\u00e4chzenden Stimme im Plauderton, <em>\u201e \u2026verlieh\nmir meine Gottheit mehr Macht als zuvor.\u201c<\/em> Er strich sich dabei wie\nbeil\u00e4ufig \u00fcber eines der Zeichen auf seiner R\u00fcstung, was Sieghelm erst jetzt\nals das Zeichen Mishkharas erkannte, der D\u00e4monin der Missernten und der\nPestilenz. Sieghelm wurde sofort, allerdings viel zu sp\u00e4t, klar, weshalb der\nalte Baron seit Kampfbeginn an so ruhig geblieben war. Er hatte einen Pakt mit\nMishkhara geschlossen, weshalb er es nicht n\u00f6tig hatte mit Sieghelm in ein\nrondrianisches Gefecht zu gehen. Er hatte dank seines Pakts die Macht und\nZugriff \u00fcber zahlreiche wirkungsvolle Gifte. Sieghelm \u00f6ffnete den Mund, er\nwollte ihn verfluchen, seine G\u00f6ttin anrufen oder um Hilfe rufen, doch au\u00dfer\nsehr leises Glucksen drang nichts aus seinem Mund, denn auch seine Stimmb\u00e4nder\nverkrampfen so sehr, dass er nicht einmal mehr das tun konnte.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p>Markwart, der sich sicher war, dass Sieghelm ihm nichts mehr\nanhaben konnte, kniete sich zu ihm nieder, um ihm besser ins krampfende Gesicht\nblicken zu k\u00f6nnen. Er wollte den Moment seines Sieges in vollen Z\u00fcgen\nauskosten. Es war das zweite Mal, dass Sieghelm das eingefallene Gesicht des\nalten Mannes von so nahem sehen konnte. Unter der Kettenhaube, die sein Gesicht\neinrahmte, konnte er rote entz\u00fcndete Haut ausmachen und auch seine Z\u00e4hne, die\nso Gelb und d\u00fcnn waren wie Korn\u00e4hren, standen weit voneinander entfernt in dem\nkranken Kiefer des Paktierers. Sieghelm hatte all die Zeichen \u00fcbersehen, er\nhatte sich zu sehr auf das Kampfverhalten des Mannes konzentriert, dass er\nkeinen Blick f\u00fcr dessen Symbole auf der R\u00fcstung oder die Zeichen des Paktes\nhatte, die ihm sprichw\u00f6rtlich ins Gesicht geschrieben standen. <em>\u201eIch habe eine Idee, ich werde euch meine L\u00e4ndereien\nin Taubrimora zeigen\u201c,<\/em> begann Markwart erneut, dieses Mal in einem absurden\nTon, als w\u00fcrde er mit einem Kind sprechen. Seine kr\u00e4chzende und entz\u00fcndete\nStimme \u2013 die ebenfalls ein Zeichen war, das Sieghelms \u00fcbersehen hatte \u2013 machte\nes jedoch makaber. Mit jedem Wort, das er aussprach, wurde sein Grinsen breiter\nund breiter: <em>\u201eIch werde euren h\u00fcbschen\nKopf auf einen Speer aufspie\u00dfen und durch mein Land tragen.\u201c <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u00dcberzahl der S\u00f6ldner und die schlechten Sichtverh\u00e4ltnisse lie\u00dfen die Situation f\u00fcr Albrax, die Zwerge und Kalkarib zwar nicht aussichtslos, aber als schwere H\u00fcrde erscheinen. \u00dcberraschenderweise gingen die S\u00f6ldner koordiniert vor, was die Lage zus\u00e4tzlich erschwerte. Die Zwergengruppe hatte ihre Formation ge\u00e4ndert, inzwischen standen sie in einer Reihe Seite an Seite und boten somit eine [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":8654,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4,23],"tags":[105,106,104,102],"class_list":["post-8653","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gruppe-teehaus","category-sieghelm","tag-adellinde","tag-albrax","tag-kalkarib","tag-vaterliebe"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8653","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8653"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8653\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8655,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8653\/revisions\/8655"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/8654"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8653"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8653"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8653"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}