{"id":8639,"date":"2020-06-20T19:00:05","date_gmt":"2020-06-20T17:00:05","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8639"},"modified":"2020-06-04T18:15:02","modified_gmt":"2020-06-04T16:15:02","slug":"teil-ii-neue-und-alte-freunde-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8639","title":{"rendered":"Teil II &#8211; Neue und alte Freunde (3)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Weg.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8612\" width=\"726\" height=\"189\" srcset=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Weg.png 726w, https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Weg-300x78.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 726px) 100vw, 726px\" \/><figcaption> Z<strong>wischen Wehrheim und Perz &#8211; 16. Peraine, 34 nach Hal \u2013 Am Morgen<\/strong>  <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Sieghelm-Klein.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8322\" width=\"170\" height=\"201\" srcset=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Sieghelm-Klein.png 605w, https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Sieghelm-Klein-253x300.png 253w\" sizes=\"auto, (max-width: 170px) 100vw, 170px\" \/><figcaption>Ordensmeister<br \/><strong>Sieghelm Gilborn<\/strong><br \/>von Spichbrecher<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Kalkarib-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8598\" width=\"143\" height=\"201\" srcset=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Kalkarib-1.png 683w, https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Kalkarib-1-213x300.png 213w\" sizes=\"auto, (max-width: 143px) 100vw, 143px\" \/><figcaption>W\u00fcstensohn<br \/><strong>Kalkarib<\/strong><br \/>al&#8217;Hashinnah<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Adellinde-Portrait-1-811x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8617\" width=\"160\" height=\"203\" srcset=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Adellinde-Portrait-1-811x1024.png 811w, https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Adellinde-Portrait-1-238x300.png 238w, https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Adellinde-Portrait-1-768x969.png 768w, https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Adellinde-Portrait-1.png 1030w\" sizes=\"auto, (max-width: 160px) 100vw, 160px\" \/><figcaption>H\u00fcterin der Saat<br \/><strong>Adellinde<\/strong><br \/>Peraine-Geweihte<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p style=\"text-align:left\">Der Reichsritter und der Novadi berichteten dem Hochk\u00f6nig der Zwerge von der Gr\u00e4ueltat aus Perz und als Kalkarib erw\u00e4hnte, dass er wusste wo sich die vermeidlich Schuldigen zur Zeit aufhielten, erhellten sich die alten und m\u00fcden Augen des Angroschim zunehmend. Die Aussicht auf einen Kampf lie\u00df ihn freudig von einem Bein aufs andere wippen, denn er hatte seinen Felsspalter schon viel zu lange nicht mehr geschwungen. Albrax lie\u00df sechs Zwerge aus seiner Delegation bei Ysta und den Fl\u00fcchtlingen zur\u00fcck, die sich solange in einem anderen W\u00e4ldchen verstecken sollten. Er nahm vier weitere seiner besten K\u00e4mpfer mit, um dem S\u00f6ldnerhaufen die Stirn zu bieten. <em>\u201eWir sind Ihnen dann immernoch zwei zu eins unterlegen\u201c,<\/em> kommentierte Kalkarik die Situation, als er die eigene Gruppenst\u00e4rke durchz\u00e4hlte und mit denen der S\u00f6ldnergruppe verglich. <em>\u201eNur Zwei f\u00fcr jeden?\u201c, antwortete Albrax selbstsicher. \u201eDann wird es nicht lange dauern.\u201c <\/em>Die Antwort des Hochk\u00f6nigs \u00fcberraschte Kalkarib, der noch keine Erfahrung mit Zwergen und ihrer Art zu K\u00e4mpfen hatte. Als sich die drei Menschen, denn Adellinde bestand darauf auch mitzukommen, und die f\u00fcnf Zwerge, angef\u00fchrt von Kalkarib, da nur er wusste, wo sich die S\u00f6ldner aufhielten, am fr\u00fchen Abend aufmachten, berichtete der W\u00fcstensohn so detailliert er konnte von dem Lager der S\u00f6ldner. Er hatte etwa drei Handvoll von ihnen gez\u00e4hlt und berichtete von ihrer Bewaffnung, wie ihr Lager aufgebaut war und welche m\u00f6glichen Schwachpunkte es hatte. Albrax und Sieghelm h\u00f6rten sich seine Ausf\u00fchrungen gut an, immerhin w\u00fcrde eine gute Vorbereitung \u00fcber Sieg oder Niederlage entscheiden, f\u00fchrte der Reichsritter als Argument ins Feld. Am Ende schmiedeten sie einen Plan, wie sie im Schutze der Dunkelheit das Lager angreifen w\u00fcrden. Kalkarib schlug vor, dass sie warten sollten, bis es dunkel war, um sich dann so nah wie m\u00f6glich an das Lager heranzuschleichen und sie zu \u00fcberraschen, wenn sich die ersten schon hingelegt hatten. Sieghelm gefiel der Vorschlag nicht, er empfand ihn als nicht \u201arondrianischen genug\u2018, meinte aber, dass Albrax entscheiden sollte wie sie vorgehen sollen, da ihm als Hochk\u00f6nig die Ehre zuteilwurde, die angemessene Taktik vorzugeben. Albrax f\u00fchlte sich geehrt, doch w\u00e4re er kein Zwerg, wenn er genau das tat, was alle von ihm erwarteten, weshalb er wollte, dass Kalkaribs Plan umgesetzt wird, da er die Gruppe entdeckt hatte und es seiner Meinung nach in seiner Verantwortung l\u00e4ge \u201eden Angriffsplan\u201c vorzugeben. Mit einem kleinlauten Murren stimmte Sieghelm dem Hochk\u00f6nig zu. Letztlich hatten sie sich f\u00fcr einen klassischen Zangenangriff entschieden. Auf der einen Seite die Zwerge, angef\u00fchrt von Hochk\u00f6nig Albrax, und auf der anderen Seite Sieghelm und Kalkarib. Da Adellinde nicht k\u00e4mpfen konnte, sollte sie etwas zur\u00fcck bleiben und f\u00fcr etwaige Verletzte bereit stehen. Sie wollten die Nacht abwarten, sich anschleichen und dann auf ein Zeichen Kalkaribs hin von zwei Seiten das Lager in die Mangel nehmen. Da ein Teil der S\u00f6ldner zu der Zeit schon schlafen w\u00fcrde und sie das \u00dcberraschungsmoment auf ihrer Seite hatten, w\u00fcrde es so das Risiko auf eigene Verletzte minimieren. Der Plan schien perfekt, doch was Kalkarib nicht wusste war, dass er eine kleine Gruppe stark unterk\u00e4mpfter Zwerge enthielt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Dunkelheit brach \u00fcber das W\u00e4ldchen ganz pl\u00f6tzlich herein, die D\u00e4mmerung hatte lange angehalten, aber von einem Moment auf den anderen wurde es stockfinster. Die Zwerge und Menschen teilten sich wie verabredet auf. Sieghelm hatte seine schweren R\u00fcstungsteile beim Pferd zur\u00fcckgelassen und war nur mit leichter R\u00fcstung unterwegs, um nicht so viel Krach zu machen und den Zwergen war ihre R\u00fcstung quasi angewachsen, weshalb auch diese kaum bis gar keine Ger\u00e4usche verursachten. <em>\u201eWir sehen uns in der Mitte ihres Lagers, auf einen guten Kampf\u201c,<\/em> fl\u00fcsterte Sieghelm dem Hochk\u00f6nig zur Verabschiedung zu und dann trennten sich ihre Wege. Adellinde, Kalkarib und Sieghelm mussten sich etwa f\u00fcnfhundert Schritt durch teils dichten Wald schleichen, um zum Lager vorzudringen. Sie sollten von Rahja her angreifen, w\u00e4hrend die Zwerge die Efferdseite einnehmen sollten.\u00a0 Die halbe Meile kam den drei wie eine Ewigkeit vor, vor allem Sieghelm hatte damit zu k\u00e4mpfen, denn es war so gar nicht seine Art sich fortzubewegen. Wohingegen sich Kalkarib und Adellinde weniger schwer taten. Immer wieder trat Sieghelm auf einen knackenden Ast, verhakte sich in einem Geb\u00fcsch oder kratzte mit seiner R\u00fcstung an der Borke eines Baumes entlang. <em>\u201eBeim Alleinen, kannst du nicht leiser sein?!\u201c,<\/em> brach es irgendwann im gepressten Fl\u00fcsterton aus Kalkarib heraus, dessen Blick bei jedem ungewollten Ger\u00e4usch, das Sieghelm verursachte, immer finsterer wurde. <em>\u201eIch kann einfach nichts sehen. Es ist nicht jeder so ein windiges Wiesel wie du\u201c, <\/em>frotzelte Sieghelm.<em> \u201eEin Wiesel? Was soll \u2026\u201c \u201ePSCHT!\u201c, <\/em>zischte Adellinde lauter als gewollt dazwischen, als sie einer lautstarke Diskussion entgegen sah und sich dazu verpflichtet f\u00fchlte diese vorzubeugen. Die beiden M\u00e4nner sahen sich erst verbl\u00fcfft einander an und holten dann beide h\u00f6rbar tief Luft. <em>\u201eAh-Ah\u201c, <\/em>gluckste sie. Erneut lie\u00df Adellinde ihre Zeigefinger flink durch die Luft fliegen, doch dieses Mal kamen sie auf den Lippen <em>beider<\/em> M\u00e4nner zur Ruhe. <em>\u201eWir haben daf\u00fcr keine Zeit\u201c, <\/em>begann sie im eindringlich ernsten Ton<em>. \u201eJeder hier gibt sein Bestes und jeder hier will das Selbe \u2013 also bei der g\u00fctigen G\u00f6ttin, rei\u00dft euch zusammen.\u201c <\/em>F\u00fcr ein paar Lidschl\u00e4ge konnte man sehen, wie es in beiden jungen M\u00e4nnern arbeitete. Zeitgleich erhoben beide ebenfalls ihre Finger und deuteten auf den jeweils anderen. Adellinde konnte das schnippige \u201aAber er hat angefangen\u2018 schon in ihrem Kopf h\u00f6ren, doch ehe es einer von den beiden Zankh\u00e4hnen aussprechen konnte schnipste sie mit beiden H\u00e4nden kurz vor ihren Gesichtern und vollf\u00fchrte anschlie\u00dfend eine komplexe Abfolge von Gesten, die so viel hie\u00df wie: \u201aSchnauze halten, konzentriert bleiben und weiter gehen!\u2018 Was die beiden M\u00e4nner dann auch kommentarlos befolgten. Sie fragte sich, was diese beiden \u201aJungs\u2018 blo\u00df miteinander verband. Sie kannte sie erst fl\u00fcchtig, aber wenn sie in der kurzen Zeit eins \u00fcber sie gelernt hatte, dann, dass sie keine Gelegenheit auslie\u00dfen miteinander zu zanken, ohne das es dabei zu einem Ergebnis kam. Trotzdem fand sie beiden putzig. Vielleicht genau wegen ihrer kindische Art keinen Zank auszulassen, gingen sie trotzdem achtsam miteinander um und harmonierten auf eine sehr seltsame Weise miteinander. <\/p>\n\n\n\n<p>Den Rest der Strecke bis zum S\u00f6ldnerlager legten die drei schweigend hin, und tats\u00e4chlich gelang es Sieghelm auch etwas leiser zu sein als zuvor. Kalkarib ging dem Ritter sogar unterwegs zur Hand, was der allgemeinen Stimmung und der Heimlichkeit der ganzen Gruppe zutr\u00e4glich war. Als sie die Lichtkegel des Lagers sahen, wurden sie besonders vorsichtig, denn auch wenn es nur S\u00f6ldner waren, konnten sie trotzdem irgendwo Wachen aufgestellt haben. Sie versteckten sich hinter dem Wurzeltrichter einer umgefallenen Buche, von dem aus sie einen guten Blick auf das Lager hatten. Zwei Feuerstellen konnten sie ausmachen, um denen st\u00e4ndig f\u00fcnf S\u00f6ldner sa\u00dfen und sich miteinander unterhielten. Sie beobachteten das Lager noch eine Weile, denn sie mussten sicher gehen, dass auch die Zwerge auf der anderen Seite ihre Position eingenommen hatten. Da sie die Zwerge weder sehen noch sich mit ihnen verst\u00e4ndigen konnten, blieb Ihnen keine andere Wahl, als zur Sicherheit noch etwas abzuwarten. Immerhin waren die Angroschim zu f\u00fcnft und vielleicht kamen sie nicht so z\u00fcgig voran wie sie oder sie wurden unterwegs durch irgendetwas aufgehalten und nichts w\u00e4re fataler f\u00fcr den Ausgang des \u00dcberraschungsangriffs gewesen, als zum Sturm zu rufen und die andere Gruppe war noch nicht da. Kalkarib und Sieghelm z\u00e4hlten insgesamt 16 S\u00f6ldner, und das waren nur die, die sie sehen konnten. In den kleinen Zelten konnten noch mehr sein. Auf jeden Fall mussten es diejenigen sein, die Perz angegriffen hatten. Sieghelm erkannte einige kleine F\u00e4sser auf einem Handkarren als Bierf\u00e4sser wieder, wie sie in den Tavernen in Perz benutzt wurden. Die S\u00f6ldnergruppe trug die unterschiedlichsten Waffen, die meisten von Ihnen hatten Hiebwaffen wie Streitkolben, \u00c4xte oder Morgensterne, aber es waren auch Hellebarden, Piken und klassische Schwert und Schildtr\u00e4ger unter ihnen. Es waren auch Bogensch\u00fctzen dabei, doch mit Ihnen w\u00fcrden sie leichtes Spiel haben, da sie im \u00dcberraschungsangriff nicht genug Zeit haben w\u00fcrden ihre B\u00f6gen zu bespannen und es in der Dunkelheit eh wenig Sinn ergab, mit einem Bogen zu schie\u00dfen. W\u00e4hrend die beiden M\u00e4nner die taktische Lage sondierten, ging Adellinde ein letztes Mal ihre Verb\u00e4nde und Heilmittel durch. <em>\u201eWenn ihr verletzt seid, ruft mich und ich komme zu euch\u201c, <\/em>fl\u00fcsterte sie den beiden ganz leise zu. <\/p>\n\n\n\n<p>Gemeinsam warteten sie noch etwas. Die S\u00f6ldner verhielten sich allgemeinhin recht ruhig, sie tranken zwar das Bier aus Perz, aber sie lie\u00dfen sich nicht richtig volllaufen. F\u00fcr Sieghelm machte es fast den Eindruck, als w\u00e4re es ein geordneter Haufen. Er hatte sich betrinkende, gr\u00f6lende und feiernde Soldlinge erwartet, mit denen sie leichtes Spiel haben w\u00fcrden und nicht eine Gruppe n\u00fcchternen S\u00f6ldner, die wachsam sein w\u00fcrden. Doch es machte letztlich keinen Unterschied, sie alle w\u00fcrden diese Nacht nicht \u00fcberleben \u2013 daf\u00fcr w\u00fcrden er und Custoris schon sorgen. <em>\u201eDie Zwerge sollten inzwischen in Position sein\u201c,<\/em> hauchte Sieghelm, der langsam ungeduldig wurde. <em>\u201eJa, aber es haben sich noch nicht genug schlafen gelegt, \u00fcber zwei Handvoll sind noch wach\u201c <\/em>antwortete Kalkarib ebenfalls leise, ohne das Lager aus den Augen zu lassen. Es war ruhig rund um das Lager, nur ab und an trug der Wind ein paar vereinzelte Wortfetzen der ehemaligen Galottaner her\u00fcber. Kalkarib z\u00e4hlte akribisch jeden der sich in eins der zahlreichen Zelte zur\u00fcckzog, denn schon bald w\u00fcrde er den Befehl zum Angriff geben. Die Zeit verstrich qu\u00e4lend langsam, denn die drei gaben sich die gr\u00f6\u00dfte M\u00fche leise zu sein und sich so wenig wie m\u00f6glich zu bewegen. Auch vom S\u00f6ldnerlager war kaum ein Laut zu h\u00f6ren. Doch dann eskalierte die Lage v\u00f6llig: <em>\u201eHAAAAARRRRGH!\u201c<\/em> Lautes Gebr\u00fcll war das Erste, was sie aus Richtung des Lagers vernahmen, es war derart grotesk laut und unartikuliert, dass keiner der drei es sofort einzuordnen wusste. Waren es die Schmerzensschreie eines ungl\u00fccklichen Mannes der ins Lagerfeuer gefallen war? Hatten die S\u00f6ldner einen Gefangenen, den man mit einer gl\u00fchenden Schmiedezange den gro\u00dfen Zeh abgeknipst hatte? Oder gar der absurd schrille Schrei eines Nachtwinds im Angesicht einer Gruppe Magier? Kalkarib und Sieghelm sprangen instinktiv hinter ihrer Deckung hervor, um einen besseren Blick auf das Lager zu haben und da sahen sie auch schon, was der Grund f\u00fcr das absurde Geschrei war. Sie wurden Zeugen wie eine dichte Traube axt- und hammerschwingender wild br\u00fcllender Zwerge in dichter Formation durch das Lager marodierte. Die S\u00f6ldner wussten nicht wie ihnen geschah und die ersten von Ihnen wurden von ihren H\u00e4mmern und \u00c4xten erst zu Fall gebracht und dann in einer perfekt ablaufenden Todesmaschinerie mit mehreren Hieben im Vorbeigehen zu Boron geschickt. <em>\u201eWir m\u00fcssen Ihnen helfen, los!\u201c,<\/em> befahl Sieghelm eilig, der seinen Anderthalbhander aus der Scheide springen lie\u00df und sofort loseilte. Kalkarib folgte ihm auf dem Fu\u00dfe, w\u00e4hrend Adellinde hinter dem Wurzeltrichter blieb. Sie h\u00f6rten noch immer das groteske zwergische Kampfgebr\u00fcll, das immer wieder mal vom absterbenden Schreien eines S\u00f6ldners \u00fcbert\u00f6nt wurde. Als die beiden K\u00e4mpfer am Lager ankamen, war das erste \u00dcberraschungsmoment vorbei, die restlichen S\u00f6ldner hatten sich inzwischen ihre Waffen geschnappt und sich kampfbereit gemacht, die Zwerge hatten f\u00fcnf von Ihnen wortw\u00f6rtlich niedergem\u00e4ht und sind in Formation in der Mitte des Lagers zum Stehen gekommen. Schulter an Schulter standen die sechs gedrungenen Zwerge wie eine Einheit zusammen und reckten ihre vor S\u00f6ldnerblut tropfenden Klingen ihren umzingelnden Gegnern entgegen. <em>\u201eRondra ist mit uns!\u201c<\/em>, br\u00fcllte Sieghelm, preschte aus der Dunkelheit hervor und zog so die Aufmerksamkeit von vier S\u00f6ldnern auf sich. Die S\u00f6ldner wandten sich ihm zwar zu, doch mit einem einzigen und dennoch m\u00e4chtigen Hieb von Custoris spaltete er den Brustkorb eines S\u00f6ldners, begleitet von einem g\u00f6ttlichen Donnerknall, in zwei H\u00e4lften \u2013 was unmittelbar zu dessem Tod f\u00fchrte. Erschrocken sprangen die anderen zur Seite und wagten es nicht, dem Reichsritter die Stirn zu bieten. W\u00e4hrenddessen schnellte Kalkarib an einer anderen Stelle aus einem Busch hervor und lie\u00df seinen Khunchomer in Windeseile zwei Mal durch den Oberk\u00f6rper einer S\u00f6ldnerin schnellen, so dass sie sofort zu Boden ging. <em>\u201eZwerge! Was macht ihr hier?\u201c, <\/em>rief Kalkarib, der emp\u00f6rt dar\u00fcber war, dass der Angriff nicht auf sein Kommando hin initiiert wurde, der Zwergengruppe perplex zu. <em>\u201eIch improvisiere!\u201c,<\/em> rief die Zwergengruppe zur\u00fcck. Es war zwar Albrax\u2018 Stimme, doch war nicht genau auszumachen, wer von den f\u00fcnf miteinander verhakten Zwergen der Hochk\u00f6nig war. F\u00fcr mehr Dialog blieb keine Zeit, die S\u00f6ldner hatten den zweiten \u00dcberraschungsangriff inzwischen auch verdaut und positionierten sich taktisch neu. Es folgte ein kurzer Schlagabtausch, bei dem keiner der Seiten einen entscheidenden Schlag zu setzen vermochte. Mit jedem Schwung den Sieghelm dabei tat, donnerte Custoris so laut durch das W\u00e4ldchen, dass man glauben konnte, dass ein Gewitter heraufzog. Das ganze wurde vom wilden Kampfgebr\u00fcll der Zwergengruppe untermalt, die die dichte Formation nicht aufgaben, sich wie ein axtbewehrter Kreisel hin- und herdrehten und dabei alle Beine vom Boden schnitten wie eine frisch gesch\u00e4rfte Sense trockenes Heu. Der Khunchomer des Novadis surrte so schnell durch die Luft, dass jeder S\u00f6ldner schon die erste Wunde am K\u00f6rper hatte, eh er auch nur seine schwerf\u00e4llige Waffe in Reichweite zu ihm bringen konnte. Trotz des improvisierten \u00dcberraschungsangriffs der Zwerge, waren noch gen\u00fcgend S\u00f6ldner \u00fcbrig, um vorerst f\u00fcr einen Patt zwischen den beiden Gruppierungen zu sorgen. Zwischen dem Donnern des Schwerts und dem Gebr\u00fcll der Zwerge, vermochte Sieghelm eine einzelne befehlsgewohnte m\u00e4nnliche Stimme auszumachen, die dem ungl\u00fccklichen Haufen Befehle zubellte. Das muss der Anf\u00fchrer sein, dachte sich der Ordensmeister und orientierten sich im Schein der Lagerfeuer neu. Er entdeckte einen st\u00e4mmigen Mann Mitte vierzig G\u00f6tterl\u00e4ufe alt in einer geschw\u00e4rzten Plattenr\u00fcstung mit roten Symbolen. W\u00e4hrend die Zwerge von \u00fcber zehn M\u00e4nnern und Frauen mit Piken und Hellebarden bewaffnet umzingelt wurden und Kalkarib immer wieder die Position wechseln musste, um nicht selbst in Bedr\u00e4ngnis zu geraten, k\u00e4mpfte sich Sieghelm entschlossen zu den kommandobr\u00fcllenden Mann vor. T\u00f6dliche Hiebe konnte der Reichsritter unterwegs nicht setzen, denn er wollte keine Zeit verlieren. Die halbherzigen Hiebe der S\u00f6ldner, die es wagten, sich in seinen Weg zu stellen, schlug der Ritter wie beil\u00e4ufig beiseite. Inzwischen war er dem Mann in der Plattenr\u00fcstung n\u00e4her gekommen, seine Aura war klar die eines Adeligen. Dies w\u00fcrde ein w\u00fcrdiger Kampf werden, dachte sich Sieghelm und rief mit entschlossener und lauter Stimme, so dass es der Ritter zu h\u00f6ren vermochte: <em>\u201eDieser Kampf ist mein Gebet an dich, himmlische Leuin.\u201c<\/em> Sofort schenkte der adelige S\u00f6ldneranf\u00fchrer Sieghelm seine Aufmerksamkeit, indem er sich zu ihm drehte und eine Kampfhaltung einnahm. Er f\u00fchrte eine zweih\u00e4ndig gef\u00fchrte Warunker Gardeaxt, und wenn er damit umzugehen vermochte, hatte das Aufeinandertreffen der beiden das Potenzial, ein gleichwertiger Zweikampf zu werden, weshalb Sieghelm hoffte, des er nicht zu schnell vorbei war und eines Kampfgebets an Rondra w\u00fcrdig. <em>\u201eMacht Platz\u201c,<\/em> befahl der unbekannte Adelige zu den ihm umgebenen Mannen und tats\u00e4chlich, die S\u00f6ldner r\u00e4umten ihrem Befehlshaber und Sieghelm einen ordentlichen Kampfplatz von \u00fcber f\u00fcnf Schritt Durchmesser ein. Inzwischen hatten sich die Positionen der anderen ebenfalls zurechtger\u00fcckt und es entstand eine kurze Kampfpause. W\u00e4hrend sich Sieghelm einem rondrianischen Zweikampf stellte, den er selbst gesucht hatte, mussten der Novadi und die f\u00fcnf Zwerge es mit dem Rest der Bande aufnehmen. <em>\u201eF\u00fcr jeden Zwei\u201c,<\/em> sagte Albrax aus der Zwergenformation und gluckste vor Lachen. <em>\u201eF\u00fcr jeden Zwei\u201c,<\/em> best\u00e4tigte Kalkarib ernst, denn ihnen standen tats\u00e4chlich ein dutzend S\u00f6ldner gegen\u00fcber und schon begann das Schwertgeklirre erneut. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Reichsritter und der Novadi berichteten dem Hochk\u00f6nig der Zwerge von der Gr\u00e4ueltat aus Perz und als Kalkarib erw\u00e4hnte, dass er wusste wo sich die vermeidlich Schuldigen zur Zeit aufhielten, erhellten sich die alten und m\u00fcden Augen des Angroschim zunehmend. 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