{"id":8623,"date":"2020-06-13T19:00:19","date_gmt":"2020-06-13T17:00:19","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8623"},"modified":"2020-06-03T19:53:33","modified_gmt":"2020-06-03T17:53:33","slug":"teil-ii-neue-und-alte-freunde-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8623","title":{"rendered":"Teil II &#8211; Neue und alte Freunde (2)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Weg.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8612\" width=\"726\" height=\"189\" srcset=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Weg.png 726w, https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Weg-300x78.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><figcaption> Z<strong>wischen Wehrheim und Perz &#8211; 16. Peraine, 34 nach Hal \u2013 Am Morgen<\/strong> <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Sieghelm-Klein.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8322\" width=\"170\" height=\"202\" srcset=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Sieghelm-Klein.png 605w, https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Sieghelm-Klein-253x300.png 253w\" sizes=\"auto, (max-width: 170px) 85vw, 170px\" \/><figcaption>Ordensmeister<br \/><strong>Sieghelm Gilborn<\/strong><br \/>von Spichbrecher<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Kalkarib-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8598\" width=\"143\" height=\"201\" srcset=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Kalkarib-1.png 683w, https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Kalkarib-1-213x300.png 213w\" sizes=\"auto, (max-width: 143px) 85vw, 143px\" \/><figcaption>W\u00fcstensohn<br \/><strong>Kalkarib<\/strong><br \/>al&#8217;Hashinnah<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Adellinde-Portrait-1-811x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8617\" width=\"160\" height=\"202\" srcset=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Adellinde-Portrait-1-811x1024.png 811w, https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Adellinde-Portrait-1-238x300.png 238w, https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Adellinde-Portrait-1-768x969.png 768w, https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Adellinde-Portrait-1.png 1030w\" sizes=\"auto, (max-width: 160px) 85vw, 160px\" \/><figcaption>H\u00fcterin der Saat<br \/><strong>Adellinde<\/strong><br \/>Peraine-Geweihte<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sieghelm, Adellinde und Kalkarib kauerten zusammen hinter einer Anh\u00f6he und lugten \u00fcber die Kuppe. Die zwei Pferde hatten sie etwas weiter hinten an einer alten Koppel befestigt, damit man diese von der Reichsstra\u00dfe aus nicht sehen konnte. Sie blickten zwischen dem hohen Gras des H\u00fcgels hinweg in Richtung der Stra\u00dfe, um so von der gro\u00dfen herannahenden Gruppe nicht gesehen zu werden. In Sieghelms Gesicht und seiner gesamten K\u00f6rpersprache war zu sehen, dass er mit der Herangehensweise seiner kleinen Reisegruppe nicht allzu zufrieden war, er wurde jedoch \u00fcberstimmt und wollte vor Adellinde nicht den st\u00f6rrischen Reiseleiter raush\u00e4ngen lassen. <em>\u201eKannst ihr etwas erkennen?\u201c,<\/em> frug er gleichwohl interessiert und ein kleines bisschen trotzig. Nur Adellinde und Kalkarib blickten durch das hohe Gras in Richtung Stra\u00dfe. Sieghelm hielt es f\u00fcr nicht notwendig und lag auf dem R\u00fccken um, wie er es nannte \u201aDie R\u00fcckseite im Auge zu behalten\u2018. <em>\u201eNoch nicht, nur das es viele sind\u201c, <\/em>antwortete Kalkarib im markanten Novadi-Akzent. Der Ritter wollte schon zu einem geh\u00e4ssigen Kommentar ansetzen, biss sich dann aber auf die Zunge und hielt sich zur\u00fcck. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es verstrich noch etwas Zeit. Die herannahende Gruppe, die offen auf der Reichsstra\u00dfe von Firun nach Praios ging, war zu Fu\u00df unterwegs und nahte sich nur langsam ihrer Position. <em>\u201eDas ist merkw\u00fcrdig. Ich glaube, ich sehe da einen Tulamiden.\u201c <\/em>Kalkaribs Worte lie\u00dfen Sieghelm neugierig werden. <em>\u201eEinen Tulamiden? Beim heiligen Geron \u2026\u201c <\/em>Sieghelm konnte es kaum glauben. Hatte Galotta etwa sogar Tulamiden aus Aranien unter seinen Sold gestellt? Wenn dem so war, war es schlimmer als bef\u00fcrchtet. Diese gottlosen S\u00fcdl\u00e4nder w\u00fcrden noch viel b\u00f6sartiger marodieren als mittell\u00e4ndische S\u00f6ldner. Nun wandte er sich doch um, dr\u00fcckte etwas das hohe Gras zur Seite und blickte ebenfalls \u00fcber die Kuppe zur Reichsstra\u00dfe. Er kniff die Augen zusammen, um besser sehen zu k\u00f6nnen. Sie hatten sich extra auf die Rahjaseite des Weges gelegt, um so die aufgehende Praiosscheibe um R\u00fccken zu haben und somit einen taktischen Vorteil zu besitzen. Es schien so, als h\u00e4tte der W\u00fcstensohn tats\u00e4chlich Recht, auch Sieghelm erblickte dort einen Tulamiden \u2013 oder zumindest jemanden der wie einer gekleidet war. Er trug einen gro\u00dfen Turban und einen roten Kaftan. Sogar eines dieser, wie Sieghelm sie nannte, \u201akaputten\u2018 krummen Schwerter. <em>\u201eDu hast Recht, das ist wirklich ein Tulamide. Hmmm, wenn sich teile Araniens dem Heptarchenreich angeschlossen haben, dann steht der Feind nun auch im S\u00fcden vor den Toren des Kaiserreichs\u201c, <\/em>spekulierte er. <em>\u201eZuzutrauen w\u00e4re es diesen Landesverr\u00e4tern\u201c, <\/em>f\u00fcgte er mit ernster Stimme hinzu. Da erhob Adellinde das Wort: <em>\u201eHerr Ritter, schaut euch die Leute hinter ihm mal genauer an.\u201c <\/em>Ihre seidige Stimme entz\u00fcckte ihn so sehr, dass er ihrem Wunsch sofort entsprach. Er dr\u00fcckte wieder etwas Gras zur Seite und blickte noch einmal \u00fcber die Kuppe. <em>\u201eIch sehe \u2026 sehe \u2026 heruntergekommene Marodeure, bei meiner Treu! Es sind sogar Kinder darunter! Diese gottlosen Tulamiden schrecken vor nichts zur\u00fcck! Ich habe es immer gesagt, diese Landes \u2026\u201c \u201eSer!\u201c, <\/em>unterbrach Adellinde den Ritter in seinem Fluch mit scharfer Stimme.<em> \u201eDas sind \u00dcberlebende aus Wehrheim!\u201c\u00a0 <\/em>Ihre blauen Augen blickten den Ritter mit ernster Miene an. Sieghelm wurde von ihnen in den Bann gezogen und schaute zum dritten Mal durch das hohe Gras.<em> \u201eHmmm \u2026 auch m\u00f6glich\u201c, <\/em>gestand er ein. <em>\u201eDas kommt davon, wenn man ohne ordentliches Wappen \u00fcber eine Reichsstra\u00dfe in einem Kriegsgebiet reist. Wie soll man da als Heerf\u00fchrer Freund von Feind unterscheiden?\u201c <\/em>Adellinde stie\u00df nur ein w\u00fctendes Schnaufen aus, und ehe Kalkarib und Sieghelm reagieren konnten, war sie auch schon aufgesprungen und \u00fcber die Kuppe gesprungen. Die beiden M\u00e4nner versuchten noch nach ihr zu greifen, um sie daran zu hindern, doch die kleine Priesterin war einfach viel zu wendig und so griffen beide ins Leere. <em>\u201eGut gemacht, Kalkarib\u201c,<\/em> spottete Sieghelm in ironischem Fl\u00fcsterton, w\u00e4hrend er sich wieder fallen lie\u00df. Dieser blickte mit gro\u00dfen Augen und absoluter Unverst\u00e4ndnis zu Sieghelm. <em>\u201eWas kann ich denn jetzt daf\u00fcr?\u201c, <\/em>protestierte er.<em> \u201eSich hinter der Anh\u00f6he zu verstecken war deine Idee, ich hatte gleich gesagt, dass wir auf der Reichstra\u00dfe offen auf sie zugehen sollten.\u201c <\/em>Der Novadi setzte zu einer Erkl\u00e4rung an, doch irgendwie war Sieghelms einfacher Logik nichts entgegen zu setzen, dass ihn h\u00e4tte umstimmen k\u00f6nnen, und so lie\u00df er es bleiben, schnaufte nur angestrengt und blickte wieder durch das Gras, um zu sehen, was die Priesterin vor hatte. <em>\u201eWir m\u00fcssen etwas unternehmen.\u201c <\/em>sagte er dann noch, als er sah wie die gro\u00dfe Reisegruppe anhielt, als Adellinde sie konfrontierte.\u00a0  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u201ePeraine segne euch!\u201c<\/em>, rief die kleine Priesterin mit ihrer hellen Stimme der gro\u00dfen Gruppe entgegen und breitete einladend die Arme aus. Sie trug eine dunkelgr\u00fcne Kutte mit einer gelben \u00c4hrenstickerei auf der Brust und war ganz offensichtlich als Dienerin der gebenden G\u00f6ttin zu erkennen. Der Mann, der wie ein Tulamide aussah und ganz vorne lief, war der erste der ihr entgegen schritt. <em>\u201eSalam\u2019aleikum, die Gebende ist mit euch!\u201c,<\/em> antwortete er und machte eine mehr als n\u00f6tige tiefe Verbeugung. <em>\u201eIch bin Ysta Mandrakhor, bescheidener Diener der Heiligen Mutter\u201c, <\/em>stellte sich der Mann weiter vor. Er trug einen dunklen, grau melierten Spitzbart am Kinn der ihm bis zur Brust reichte, war von hagerer Gestalt und gekleidet in einem etwas abgewetzten roten Kaftan, der von einem mit silberbeschl\u00e4gen verzierten G\u00fcrtel gehalten wurde. An dessen Seite in einer Halterung ein S\u00e4bel hing, der in einer ebenfalls mit Silber verzierten Scheide steckte. Adellinde erkannte, dass der Tulamide offenbar von h\u00f6herem Stand sein mochte. Zudem hatte er einen leichten, kaum h\u00f6rbaren Akzent, der so \u00fcberzeugend war, dass er wohl wirklich aus Aranien stammen mochte. Von seinem offensichtlichen Aussehen ganz zu schweigen. <em>\u201eIch bin der Karawanenf\u00fchrer einer Gruppe aus Waisen und Versehrten aus Wehrheim. Wir sind auf der Reise nach Gareth, um dort Schutz zu suchen. Und mit wem habe ich die Ehre?\u201c <\/em>Der Mann, der sich als Ysta vorstellte, l\u00e4chelte breit. Adellinde blickte kurz unwillk\u00fcrlich her\u00fcber zur Anh\u00f6he, sie hatte vergeblich gehofft, dass ihr die beiden M\u00e4nner hinterher eilen w\u00fcrden. Ihr Gegen\u00fcber bemerkte ihren Seitenblick zur Anh\u00f6he und lie\u00df ebenfalls f\u00fcr einen kurzen Moment seine Augen darauf ruhen, ohne auch nur eine einzige Miene zu verziehen. F\u00fcr die junge Adellinde w\u00e4re es schwer gewesen zu sch\u00e4tzen, wie alt der Tulamide war, sie hatte mit S\u00fcdl\u00e4ndern keine Erfahrung. Seine bronzefarbene Haut schien makellos sein, doch sein langer Bart und sein Stand lie\u00df sie vermuten, dass er zwischen 40 und 50 G\u00f6tterl\u00e4ufe alt war. <em>\u201eIch hei\u00dfe Adellinde, ich reise \u2026\u201c <\/em>sie stockte wieder kurz. Sie war sich nicht ganz sicher, wie sie die Situation jetzt erkl\u00e4ren sollte. Einerseits wollte sie die beiden nicht in die Pfanne hauen, andererseits, war sie als Priesterin der Wahrheit verpflichtet. <em>\u201e \u2026 nicht alleine. Meine Gef\u00e4hrten befinden sich in der N\u00e4he und werden auch gleich hier sein.\u201c<\/em>  Den letzten Satz sprach sie absichtlich lauter und langsamer aus als eigentlich n\u00f6tig, damit Sieghelm und Kalkarib sie auch sicher h\u00f6ren konnten. Sie war sich nicht mehr ganz so sicher, dass sie au\u00dfer Gefahr war, die angeblichen Waisenkinder und Versehrten sahen zwar wirklich wie Waisen und Versehrte aus, aber sie hatte auch allerhand \u00fcber die m\u00e4chtige Illusionsmagie der Tulamiden geh\u00f6rt \u2013 die ihr eben erst wieder einfiel. Sie verfluchte sich innerlich daf\u00fcr, dass ihr Mut mal wieder gr\u00f6\u00dfer war, als ihre Vernunft. <em>\u201eEs freut mich sehr, euch kennen zu lernen, euer Gnaden. Ich reise jedoch nicht alleine, w\u00e4re es doch viel zu gef\u00e4hrlich zu dieser Zeit und in diesen Landen.\u201c <\/em>Als der Tulamide erw\u00e4hnte, dass er nicht alleine reiste, suchten Adellinde blaue Augen zwischen den Reihen der \u00a0vermeidlichen Fl\u00fcchtlingen nach m\u00f6glichen Bewaffneten ab. Einige der Kinder dr\u00e4ngten sich jedoch nach vorne, als wollten sie n\u00e4her kommen. Sie konnte sogar hier und dort die Stile von Waffen und das Aufblitzen von Klingen sehen. Ganz vorsichtig, lie\u00df sie ihre Hand zu ihrem Messer gleiten, dass an ihrem Seilg\u00fcrtel befestigt war. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da war pl\u00f6tzlich das Gestampfe von Pferden zu h\u00f6ren. Ysta unterbrach sich und blickte zu der Anh\u00f6he. Auch Adellinde fuhr herum und sah den Ritter, zusammen mit dem Novadi anmutig und gleichwohl bedrohlich \u00fcber die Kuppe heranreiten. Ihre Waffen steckten noch in ihren Scheiden, aber das Toben der Pferde beeindruckte sie alle. Sie machten erst halt, als die beide links und rechts neben der Geweihten waren. Adellinde zuckte kurz zusammen, da sie bef\u00fcrchtete, zwischen den Muskelbergen zerquetscht zu werden, doch anscheinend wussten die beiden Reiter genau, was sie taten. Da donnerte auch schon Sieghelms m\u00e4chtige Stimme \u00fcber die Reichsstra\u00dfe: <em>\u201eIch bin Reichsritter Sieghelm Gilborn von Sprichbrecher, Ordensmeister des Schutzordens der Sch\u00f6pfung und W\u00e4chter von Custoris, dem Bih\u00e4nder der himmlischen Leuin.\u201c <\/em>Adellinde wusste nicht genau weshalb, aber aus irgendeinem Grund f\u00fchlte sie sich jetzt wo die beiden M\u00e4nner da waren, wesentlich sicherer als zuvor. Der Tulamide legte erneut seine rechte Hand auf die Brust und deutete wieder eine Verbeugung an. Er wollte gerade anfangen zu sprechen, als er von hinten, ja fast schon zur Seite geschubst wurde. Eines der Kinder, nein, ein Zwerg dr\u00e4ngelte ihn zur Seite. <em>\u201eKa baskan draxin! Garoschem Sieghelm!\u201c, <\/em>t\u00f6nte die tiefe raue und alte Stimme des Zwergs, die Sieghelm nur sehr bekannt vorkam. <em>\u201eEure bergk\u00f6nigliche Hoheit!\u201c, <\/em>platze es aus Sieghelm heraus, der sofort vom Pferd sprang und dem Zwerg entgegen ging. Der Hochk\u00f6nig der Zwerge trug kaum R\u00fcstung, und die, die er trug, war dreckig und zerfetzt, selbst das Kettenhemd, das er trug, war kaum zu erkennen. Seinen wei\u00dfen Bart, der ein Gro\u00dfteil seines Gesichts verdeckte, hatte er sich unter das Kettenhemd gestopft. Erst jetzt sahen die drei, dass noch mehr Zwerge unter den Waisen und Versehrten waren. Sie alle waren kaum zu erkennen und verbargen ihre B\u00e4rte und Waffen. Der Ordensmeister begr\u00fc\u00dfte lachend den Zwerg, als w\u00e4ren sie alte Bekannte, was Adellinde irritiert und bewundernd beobachtete. Sie tauschten ein paar H\u00f6flichkeiten aus und kamen aus dem Lachen nicht mehr heraus, w\u00e4hrenddessen trat Ysta etwas in den Hintergrund. <em>\u201eWenn ich es nicht besser w\u00fcsste, eure Bergk\u00f6nigliche Hoheit, dann k\u00f6nnte man denken, ihr w\u00fcrdet euch vor dem Feind verstecken.\u201c <\/em>Sieghelm deutet auf den versteckten Bart. <em>\u201eAch das, wir wollten dem Rogelo dabei helfen, die Waisen nach Gareth zu bringen.\u201c <\/em>Er deutete dabei zu dem Tulamiden. Sieghelm verstand ihn, denn er konnte Rogolan, die Sprache der Angroschim, und musste daher etwas grinsen. <em>\u201eDa hab ich mir gedacht, wir k\u00f6nnten doch die Waisengruppe nutzen, ein paar Dorkkaschos anzulocken, um ihnen unsere H\u00e4mmer und \u00c4xte vorzustellen. Kein S\u00f6ldner w\u00e4re n\u00e4mlich drachisch genug, eine Gruppe voll ger\u00fcsteter Angroschim anzugreifen. Also haben wir uns unter sie gemischt, damit es so aussieht, als w\u00e4re diese Reisegruppe Broxa-Beute. Ha!\u201c <\/em>Die buschigen silbernen Brauen des Zwergenk\u00f6nigs h\u00fcpften bei der Schilderung seines Plans freudig auf und ab. W\u00e4hrenddessen versuchte Kalkarib zwischen den Fl\u00fcchtlingen von seiner erh\u00f6hten Position aus die Zwerge unter ihnen zu z\u00e4hlen, er kam auf acht, und das waren nur die, die er erkannte. Ansonsten waren da noch acht weitere Handvoll Fl\u00fcchtlinge. <em>\u201eDas klingt nach einem guten Plan, eure Hoheit.\u201c \u201eAch nenn mich doch Albrax, Junge!\u201c, <\/em>konterte der Zwerg sofort und klopfte Sieghelm gegen den Unterarm, denn h\u00f6her kam er nicht. <em>\u201eDoch noch hatte es noch kein S\u00f6ldner gewagt uns anzugreifen\u201c, <\/em>f\u00fcgte er noch mit entt\u00e4uschter Stimme an und stie\u00df dabei lustlos einen Kieselstein \u00fcber die Reichstra\u00dfe. <em>\u201eWenn ich mich einmischen darf, eure Hoheit.\u201c <\/em>Es war Kalkarib, der pl\u00f6tzlich das Wort ergriff, da er einen Geistesblitz hatte. <em>\u201eIch habe da einen Vorschlag, von dem wir alle profitieren k\u00f6nnten.\u201c <\/em>Albrax und Sieghelm sahen zu Kalkarib hoch. Albrax Gesicht erhellte sich sofort bei dem vielversprechenden Vorschlag, so dass man das erste Mal seine blauen Augen richtig sehen konnte und auch Sieghelm wurde sofort klar, welchen Plan Kalkarib im Sinn hatte.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sieghelm, Adellinde und Kalkarib kauerten zusammen hinter einer Anh\u00f6he und lugten \u00fcber die Kuppe. Die zwei Pferde hatten sie etwas weiter hinten an einer alten Koppel befestigt, damit man diese von der Reichsstra\u00dfe aus nicht sehen konnte. 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