{"id":8542,"date":"2020-04-20T20:00:20","date_gmt":"2020-04-20T18:00:20","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8542"},"modified":"2020-05-12T11:34:31","modified_gmt":"2020-05-12T09:34:31","slug":"teil-x-schicksal-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8542","title":{"rendered":"Teil X &#8211; Schicksal (3)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Ser-Gneisor-Klein.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8341\" width=\"169\" height=\"189\"\/><figcaption>Marschall<br \/>Gneisor Geldwin<br \/>von Ochsenstolz<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\"><strong>Auf dem Dach des Burgfrieds<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:left\">Die Feldsteine und Brockensplitter des Wehrturms sprengten in\nalle Richtungen davon. Sara\u2019kiins blauer Zerst\u00f6rungszauber machte aus dem einst\nstolzen Turm in Windeseile eine Ruine. Doch die zersprengten Teile des Turms in\ndem sich Tarn und Elfa befanden, flogen nicht einfach nur zur Seite weg \u2013 sie blieben\nin der Luft h\u00e4ngen als h\u00e4tte Satinav h\u00f6chstpers\u00f6nlich ihnen befohlen nicht\nweiter zu fliegen. Vidkun, der noch immer in der Form von Brangane war, Gneisor\nund Ingmar waren inzwischen am Zinnenrand des Burgfrieds angekommen und mussten\nhilflos mitansehen, wie die Limbusverschlingerin den Wehrturm in Schutt und\nAsche zerlegte. <\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eMacht euch bereit, sie wird gleich wieder zu uns kommen\u201c, <\/em>ermahnte Brangane die anderen mit einem leichten Schnarren in der Stimme. Nachdem der Turm zerst\u00f6rt war, verschwand Sara\u2019kiin wieder, begleitet von einem leisen entropischen Knistern, in einem Vortexspalt. <em>\u201eMacht euch bereit!\u201c,<\/em> rief Gneisor und eilte mit den anderen zur\u00fcck zur Mitte des Burgfrieddaches. Sie stellten sich alle drei R\u00fccken an R\u00fccken, die Klingen kampfbereit erhoben, um auf diese Weise so wenig wie m\u00f6glich Angriffsfl\u00e4che zu bieten. Die Zeit verstrich qu\u00e4lend langsam, nur das pfeifende R\u00f6cheln vom schwer angeschlagenen Gneisor und das angespannte Atmen des Knappen Ingmar waren zu h\u00f6ren. Von Brangane war kein Laut zu vernehmen, denn Vidkun konzentrierte sich nicht mehr darauf, die perfekte Illusion zu erzeugen, weshalb er es nicht mehr f\u00fcr n\u00f6tig hielt, ein Atmen eines fleischlichen Wesens zu imitieren. F\u00fcr einen kurzen Moment musste Gneisor genau dar\u00fcber nachdenken. Es erschauderte ihn, dass er Seit an Seit mit einem D\u00e4mon gegen einen gemeinsamen Feind stritt. Doch im Moment hatte er keine andere Wahl. <\/p>\n\n\n\n<p>Es knisterte wieder und aus einem lilafarbenen Vortexspalt schwebte sie nur einige Schritt von der anderen entfernt heraus, Sara\u2019kiin die Limbusverschlingerin. Noch immer t\u00f6dlich Grazil und unheilvoll anmutig, schwebte sie vor den anderen in der Luft. Pechschwarze und z\u00e4he Fl\u00fcssigkeit drang aus den Wunden ihres Oberk\u00f6rpers und besudelte ihr einst reinwei\u00dfes Gewand. Die drei Streiter ver\u00e4nderten ihre Kampfformation und stellten sich ihr gegen\u00fcber auf \u2013 nun hie\u00df es drei gegen eins. <em>\u201eDieser Kampf ist f\u00fcr dich, Rondra\u201c,<\/em> murmelte Gneisor und hob seinen Anderthalbh\u00e4nder, den er nur noch mit einer Hand schwingen konnte, da der andere Arm gebrochenen in einer Schlaufe hing. Obwohl er der Angeschlagenste von allen dreien war, war er doch der Erste, der auf Sara\u2019kiin zuging. Todesmutig st\u00fcrzte er voran, Ingmar folgte mit seinem Kurzschwert und auch Vidkum flankierte ihn sch\u00fctzend. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Kampf dreier Schwerttr\u00e4ger gegen eine einzelne Stabtr\u00e4gerin w\u00e4re unter normalen Umst\u00e4nden wohl rasch erz\u00e4hlt. Doch dies war keine profane Stabtr\u00e4gerin, dies war der gefallene Anker Hesindes \u2013 eine gest\u00e4hlte und magische Vortexkriegerin gegen einen schwer angeschlagenen K\u00e4mpfer, einem jungen unerfahrenen Burschen und einen nicht gerade kampfaffinen Vertreter aus der Dom\u00e4ne des vielgestaltigen Blenders. Und doch, h\u00e4tte den Kampf jemand von au\u00dfen betrachten k\u00f6nnen, h\u00e4tte er ihn als anmutigen Tanz der Klingen bezeichnet. Alle drei, Gneisor, Ingmar und Brangane schlugen mit allen Mitteln der Kampfkunst auf Sara\u2019kiin ein, doch ihre unnat\u00fcrliche Gewandheit, gepaart mit ihrer \u00fcbernat\u00fcrlichen Geschwindigkeit und dem gekonnten Umgang ihres Stabes wich sie dem Gro\u00dfteil der Hiebe aus, lenkte sie mit ihrem Stab im letzten Moment ab oder erlangte sogar eine vorteilhafte Position. Hatte sie erst einmal eine solche erreicht, setzte sie sofort zu einem t\u00f6tlichen Schlag an \u2013 doch fuhr jedes Mal einer der anderen dazwischen, um sich unter Inkaufnahme eigenen Verletzungen dem anderen das Leben zu retten. Im Gegenzug gelang es den dreien trotzdem die Limbusverschlingerin hier und dort zu treffen und zumindest augenscheinlich zu verletzen. Alle drei bekamen dabei jedoch zahlreiche Blessuren und Platzwunden. Niemand vermag zu sagen, wie lange dieser Tanz der Klingen ging, und h\u00e4tte die himmliche Leuin es mitansehen k\u00f6nnen, h\u00e4tte sie sich diesen Kampf, der einem Gebet an sie gleichkommt, bestimmt nur zu gerne angesehen. W\u00e4hrend dieses Gleichstandes, bei dem es keinem der beiden Seiten gelang einen Vorteil zu erk\u00e4mpfen, beobachtete, ja fast schon studierte der D\u00e4mon Amazaroths ihren Widersacher genau. Welcher, wenn nicht ein D\u00e4mon der Imitation, war zu einer nahezu perfekten Beobachtungsgabe in der Lage. Vidkun fiel auf, dass Sara\u2019kiin immer wieder versuchte Gneisors Schw\u00e4che, den gebrochenen Arm zu ihrem Vorteil auszunutzen. In mitten des Schwerttanzes fasste Vidkun daher den Entschluss, diese Schw\u00e4che ihres Mitstreiters, zu ihrem Vorteil zu nutzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie vier L\u00f6winnen, die umeinander tanzten und stritten, sprangen auch die vier K\u00e4mpfer umeinander her und wechselten st\u00e4ndig die Positonen. Nach einer Abfolge mehrere Schl\u00e4ge und Hiebe von Brangane, drehte sie sich so weg, dass sie Gneisors schwache K\u00f6rperseite \u00f6ffnete. Sofort machte Sara\u2019kiin eine vorbereitende Bewegung, um diesen Moment der Schw\u00e4che zu nutzen, da nutze Brangane ihre von ihm vorhergesehen Bewegung und schlug ihr mit der Fehlsch\u00e4rfe gegen den zackenbewehrten Helm. Ein metallisches Scheppern erklang und f\u00fcr einen sehr kurzen Moment wirkte sie benommen. Doch anscheinend war Branganes Hieb nicht stark genug, noch immer stand Gneisor in einer unvorteilhaften Position da. Ingmar stand zu weit entfernt, um seinem Herrn beizuspringen und Gneisor w\u00e4re selbst nicht in der Lagegewesen,  sich von dieser Seite zu verteidigen. Sara\u2019kiin schien diese Gelegenheit nutzen zu wollen. Sie wich einem Hieb von Ingmar aus, drehte sich um die eigene Achse und rotierte mit ihrem Stab so, dass sie Gneisors verzweifelten Streich, sich aus der nachteilhaften Position zu bringen, an ihrem Stab m\u00fchelos ablenkte. In den Augen des Marschalls zeichnete sich entsetzte Verzweiflung ab, er wusste, dass sein letzter Moment gekommen war, denn sowohl Ingmar als auch Vidkun konnten ihm in diesem Moment nicht beispringen. Sara\u2019kiin lie\u00df ihren Stab wieder wie eine Windm\u00fchle rotieren und schlug dann nach der Seite von Gneisors gebrochenen Arm. Es lag viel Wucht in dem Schlag, es sollte Gneisors letzter Hieb werden, den er einstecken w\u00fcrde. Doch im letzten Moment zog Gneisor den Arm ruckartig aus der Schlinge, packte den Stab und brachte ihn mitten im Bewegungsmoment zum Erstarren. Noch w\u00e4hrend niemand verstand, was gerade geschah, formte sich auf den Lippen unter Gneisors Bart ein schelmisches L\u00e4cheln. Ein schlitzendes Ger\u00e4usch war zu h\u00f6ren und ein kurzer Ruck durchfuhr Sara\u2019kiins K\u00f6rper, als eine schmale Klinge in Gneisors rechter Hand zwischen die Unmetallplatten in ihrem Leib stie\u00df. <em>\u201eStirb endlich!\u201c,<\/em> fauchte Gneisor mit fremder leicht schnarrender Stimme. Hinter Sara\u2019kiin half Ingmar dem echten Marschall von Burg Friedstein gerade auf die Beine und hielt ihm davon ab, sofort auf Sara\u2019kiin zu st\u00fcrzen. Er spuckte Blut und hustete beim Versuch stehen zu bleiben. Vidkun hatte, nachdem er die Limbusverschlingerin mit der Fehlsch\u00e4rfe getroffen hatte, sich selbst in die Position von Gneisor gebracht und ihn daf\u00fcr zur Seite gesto\u00dfen. Er hat seinen Platz eingenommen und ihr eine schwache Seite offeriert, die keine war. Vidkun beschloss die Form von Gneisor aufzugeben und verwandelte sich wieder in Matral, dem das s\u00fcffisante Grinsen im Gesicht eh besser stand. Er presste den schmalen Dolch in seiner rechten Hand noch ein bisschen tiefer und es knackte im Innern des Vortexkriegerin. Ein Zucken durchfuhr ihn \u2013 Vidkun hatte endlich die Stelle getroffen die er erreichen wollte. <\/p>\n\n\n\n<p>Erst begann es leise, doch es wurde rasch lauter, so dass es jeder auf dem Burgfried h\u00f6ren konnte. Von Sara\u2019kiin ging ein bedrohliches Surren aus. Matral zog die Klinge aus ihren K\u00f6rper, wobei ein gro\u00dfer Flatschen schwarzer Fl\u00fcssigkeit auf den Planken landete. <em>\u201eIn Deckung!\u201c,<\/em> rief er und entfernt sich mit einem beherzten Sprung von ihr. Gneisor, der gerade erst aufgestanden war, war im Moment alles andere als agil und duckte sich nur, w\u00e4hrend sich Ingmar mit seinem ganzen K\u00f6rper sch\u00fctzend vor seinem Ritter warf. Binnen eines Lidschlags wurde das Surren so laut, dass es ohrenbet\u00e4ubend wurde, eine blaue gl\u00e4nzende Aura schwoll um Sara\u2019kiin an, die in einem ohrenbet\u00e4ubenden entropischen Knall explodierte. Als sich die blaue Aura entlud und das Surren damit endete, stob die Druckwelle bis weit \u00fcber die Zinnen hinaus. &nbsp;Ingmar, der mit Abstand der Leichteste war und im Moment die gr\u00f6\u00dfte K\u00f6rperfl\u00e4che bot, wurde von ihr gnadenlos erfasst. Wie eine Puppe, die an F\u00e4den gehalten wird, wurde er durch die Luft gezogen und flog im hohen Bogen bis \u00fcber die Zinnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Als Matral, der sich unter die Zinnen geduckt hatte, wieder die Augen \u00f6ffnete, war Sara&#8217;kiin fort. <\/p>\n\n\n\n<p><br \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf dem Dach des Burgfrieds Die Feldsteine und Brockensplitter des Wehrturms sprengten in alle Richtungen davon. 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