{"id":8502,"date":"2019-12-05T11:37:16","date_gmt":"2019-12-05T10:37:16","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8502"},"modified":"2019-12-05T11:37:18","modified_gmt":"2019-12-05T10:37:18","slug":"verschnaufpause","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8502","title":{"rendered":"Verschnaufpause"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sitzen und Durchatmen. Das war alles, was Bothor gerade wollte. Sie sind problemlos zum Hippodrom in das Versteck der K.G.I.A gelangt. W\u00e4hrend die anderen ganz aufgeregt dar\u00fcber disputieren, was Nehazet mit diesem seltsamen Splitter machen soll, hat sich Bothor kurz zur\u00fcckgezogen, um seinen alten Knochen etwas Ruhe zu g\u00f6nnen &#8211; nicht mehr zu altern macht einen n\u00e4mlich auch nicht wieder j\u00fcnger. Was ist heute geschehen? Wie konnte all dies geschehen? Und warum leben sie alle noch? Zur Entspannung schlie\u00dft er kurz die Augen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Es war kein idyllischer Morgen gewesen. Das Heer hatte noch vor Sonnenaufgang Aufstellung genommen, ein Sonnenaufgang, den niemand von ihnen je sehen sollte. Dieser D\u00e4mon war einfach unvorstellbar riesig gewesen, moralisch gesehen ihr gr\u00f6\u00dfter Feind. Die Schlacht begann holprig, hatten sie es doch mit \u00e4u\u00dferst ungew\u00f6hnlichen Gegnern zu tun. Ich konnte mich gl\u00fccklich sch\u00e4tzen, Geron um mich wabern gehabt zu haben. Aber die Truppen hielten stand und kamen gut voran. Bis er kam, der K\u00f6nig der Untoten. Bis er kam und in einer beil\u00e4ufigen Bewegung Rondrasil L\u00f6wenherz eben jenes aus der Brust riss. Es ist immerwieder ein Gl\u00fcck, dass solche Situationen in gro\u00dfen Schlachten nur von einem kleinen Teil der Truppen bemerkt werden. Sonst h\u00e4tte dies gut und gerne zum Niedergang des Heeres f\u00fchren k\u00f6nnen. Aber dann kam der L\u00f6we. Und ja, ganz ohne Neid muss ich gestehen, Sieghelm WAR der L\u00f6we dort. Rondra hat wohl gew\u00e4hlt, denn nun war er es, der wie beil\u00e4ufig mit donnernden Hieben den K\u00f6nig vernichtete. Er ist schon ein gro\u00dfer Krieger, bleibt zu hoffen, dass er auch noch ein gro\u00dfer Anf\u00fchrer einst wird.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Der Marsch zum Zentrum des D\u00e4mons ging unaufh\u00f6rlich weiter und es muss angemerkt werden, dass die Truppen des Ordens \u00fcberraschend gut und standhaft waren. Nicht jeder Haufen bewaffneter Bauern h\u00e4tte meine Befehle gegen diesen Knochenoger so bedingungslos befolgt. Vier griffen uns an und als ich nach der Vernichtung des meinigen aufsah, um zu ergr\u00fcnden, wo meine Hilfe von N\u00f6ten war, musste ich mit Erstaunen feststellen, dass zu diesem Zeitpunkt auch der letzte gefallen war. Mit durchaus Stolz in der Brust sah ich die junge Azina aufrecht stehen, den toten K\u00f6rper unter sich und den sich just aufl\u00f6senden Sch\u00e4del auf ihrem Speer stecken. Ja, sie brauch noch etwas F\u00fchrung und best\u00e4rkende Worte, aber nur, damit sie lernt welch gro\u00dfartige Frau sie ist und werden kann.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Eigentlich w\u00e4re dies schon genug f\u00fcr einen Tag und eine Schlacht gewesen, aber der endlose Heerwurm war nunmal kein allt\u00e4glicher Feind. Und wer zweifelt noch an von den G\u00f6ttern vorgeschriebenen Schicksalen, wenn Razzazor, dieses abscheuliche Etwas von Wesenheit nat\u00fcrlich genau vor uns landet. Ja, es reichte, um diesmal wirklich die Truppen in Panik zu versetzen und einzelne Teile fliehen zu lassen. Kein Vorwurf kann gegen sie hervorgebracht werden. Aber wie selbstverst\u00e4ndlich blieben wir standhaft. Ich war unschl\u00fcssig, was das rechte Vorgehen w\u00e4re, aber als der Geist auf Razzazors Sch\u00e4del erschien, war alles glasklar. Dieser Geist! Er ist ein beeindruckendes Zeichen, welch unglaubliche Frau Jane ist. Auch wenn sie ihren K\u00f6rper selbst nicht in Gefahr bringt, so zeugen die Taten, die sie mit dem<\/em> <em>Geist vollbringt, von ungemeiner Intelligenz, Raffinesse, K\u00fchnheit und Mut. Ja, sie ist die einzig richtige Ordensgro\u00dfmeisterin. Warum wurde sie es nur nicht gleich zu Beginn des Ordens? Ich mache Sieghelm keine Vorw\u00fcrfe, dass er auf dem Weg zu dem Drachen zusammenbrach, auch ich strauchelte. Ich lasse ihm den Glauben, dass Rondra eingriff, auch wenn ich selber daran zweifel. Ich wei\u00df noch immer nicht genau, was geschah. Ich zertr\u00fcmmerte dieses Amulett, dann traf mich der Schlag und augenblicklich wurde es dunkel um mich. Ich wei\u00df nur noch, dass mein letzter Gedanke war &#8222;Razzazor ist w\u00fcrdig mich zu t\u00f6ten&#8220;. Aber offensichtlich war dem nicht so, denn ich erwachte nach einem Schwall unverst\u00e4ndlicher Emotionen und sah den Drachen am Horizont verschwinden. Scheinbar spielte Tzatan eine nicht unwichtige Rolle, aber Genaueres muss ich noch herausbekommen. Scheinbar wurden auch gro\u00dfe Teile unserer Truppen durch sein Feuer vernichtet, w\u00e4hrend ich bewusstlos war. Doch in der Hektik der Schlacht gab es keine M\u00f6glichkeit, sich darum zu k\u00fcmmern. Wir hatten schlie\u00dflich eine Mission&#8230;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Mit jedem weiteren Schritt in Richtung unseres Ziels wurde das beklemmende Gef\u00fchl in meinem Herzen st\u00e4rker. Wir mussten einfach diesen D\u00e4mon vernichten, auch wenn wir wussten, wieviele Todesurteile wir damit sprechen. Aber es galt ein h\u00f6heres Gut zu bewahren als unser aller Leben. An unserem Ziel angekommen, schlug nun dann die Stunde unseres Magus Nehazet. Da begleiten und besch\u00fctzen wir eine ganze Horde an Geweihten und dann rollt er seinen Umhang aus, welcher den D\u00e4mon einfach verschlingt. Er tut es andauernd. Ganz unscheinbar tun und dann mit einem Fingerschnipsen Dinge vernichten, die einem nicht vernichtbar erscheinen. Er ist mir noch immer ein ungel\u00f6stes R\u00e4tsel, aber ich empfinde einen tiefsten Respekt vor ihm. Und so geschah, was geschehen musste, der Untergang der Welt brach \u00fcber uns herein. Erst diese St\u00fcrme, dann diese uns\u00e4glichen Dornenranken und schlussendlich Feuer und Flammen. Und obwohl Amranblut in meinen Adern flie\u00dft, so lie\u00dfen die Feuerb\u00e4lle mich verzagen. Und so starb ich heute ein vermeintlich zweites Mal. Auch hier muss ich noch in Erfahrung bringen, was noch weiter geschah.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Denn auch der Rest befand sich sp\u00e4ter auf der Fliegenden Festung wieder, allerdings deutlich unbeschadeter, als Fr\u00e4ulein Peddersen und ich. Dass wir das \u00fcberlebt haben&#8230; Sieghelm dieser Narr. Ein Inbegriff daf\u00fcr, wie gef\u00e4hrlich \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Mut ist. Aber ich muss auch mich selbst schelten. Ich habe mich zu Dingen hinrei\u00dfen lassen, die \u00e4u\u00dferst unschicklich waren. Hatte ich Angst? Ich habe in meinem Leben schon so viel erlebt, so viele Gef\u00fchle gesp\u00fcrt, aber das war heute alles zu viel, einfach zu viel. Aber schlussendlich gilt nur, dass Galotta tot ist, endg\u00fcltig tot. Leider ist die Festung \u00fcber Gareth herabgefallen und nicht vor seinen Mauern, aber im Vergleich zum Weltuntergang nur ein kleiner Schaden. Dexter Nemrod hat \u00fcberlebt, die werte Delia und ihr Mann auch, das ist gut. Nur meine geliebte Waffe leider nicht, ich muss einen Guten Waffenmacher finden, den besten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Und trotzdem ist das Mittelreich in gr\u00f6\u00dfter Gefahr. Rohaja soll verschwunden sein und Enmer, nun, sie wird f\u00fcr den Rest ihres Lebens gezeichnet sein, egal wie schnell wir sie retten sollten. Und Razzazor ist noch nicht vernichtet. Es wartet noch viel Arbeit auf uns. Jetzt, das ist nur eine Verschnaufpause&#8230;<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sitzen und Durchatmen. Das war alles, was Bothor gerade wollte. Sie sind problemlos zum Hippodrom in das Versteck der K.G.I.A gelangt. 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