{"id":8474,"date":"2019-09-27T13:06:08","date_gmt":"2019-09-27T11:06:08","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8474"},"modified":"2019-09-27T13:45:38","modified_gmt":"2019-09-27T11:45:38","slug":"gassi-in-wehrheim-teil-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/gassi-in-wehrheim-teil-ii\/","title":{"rendered":"Gassi in Wehrheim &#8211; Teil II"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"996\" height=\"211\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/AKG160298-e1569577257739.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8469\" srcset=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/AKG160298-e1569577257739.jpg 996w, https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/AKG160298-e1569577257739-300x64.jpg 300w, https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/AKG160298-e1569577257739-768x163.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 996px) 100vw, 996px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Sieghelm-Klein.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8322\" width=\"150\" height=\"178\" srcset=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Sieghelm-Klein.png 605w, https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Sieghelm-Klein-253x300.png 253w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><figcaption>Sieghelm Gilborn<br \/>von Spichbrecher<br \/>Ordensgro\u00dfmeister<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Sie kamen an einer Kreuzung an, ihnen entgegen rumpelte schweres Ger\u00e4t. Drei gro\u00dfe Rotzen wurden mit Hilfe von Bullen \u00fcber die breite Reichsstra\u00dfe gezogen, w\u00e4hrend die Wehrheimer B\u00fcrger souver\u00e4n auswichen. Hinter den Rotzen folgten zwei Banner Lanzerinnen, welche Sieghelm sofort erkannte. Es waren die Farben der Ferdoker Garde, angef\u00fchrt von der Marschallin Angunde von Falkenhag. Die Koscherin war bekannt daf\u00fcr haupts\u00e4chlich Frauen in ihrer Garde aufzunehmen. Sie war eine rondrianische Kriegerin durch und durch. Auch wenn Sieghelm ihr nie pers\u00f6nlich begegnet war, so hatte er schon viel \u00fcber ihr Kampfgeschick geh\u00f6rt. W\u00e4hrend Sieghelm wie ein Schaulustiger den heranrumpelden Rotzen und den Lanzerinnen zusah sah, schl\u00fcpfte Pagol in eine Seitengasse, er wollte wohl nicht unter die Stiefel &#8211; oder die R\u00e4der kommen. Als er Laut gab und wartend zu Sieghelm blickte, folgte dieser \u00fcberrascht dem Leutnant. <em>&#8222;Hast du gesehen Pagol, das war <a href=\"https:\/\/de.wiki-aventurica.de\/wiki\/Angunde_von_Falkenhag-de_Herisson\">Angunde von Falkenhag<\/a>, sie &#8230;&#8220; <\/em>begann er euphorisch zu beschreiben, doch als er den missbilligenden Blick seines Hundes sah, unterbrach er sich. Sie waren in eine schmalere und nicht ganz so stark belebte Stra\u00dfe eingebogen. Ein rascher Blick offenbarte, dass sie wohl hinter die Brauerei geraten waren, tiefe und breite H\u00e4userb\u00f6gen zogen sich hier l\u00e4ngst entlang. Der Brauerei verkaufte hier direkt aus dem Haus ihr gutes Helles, doch in den Morgenstunden war hier kaum etwas los. <\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Lass mich doch einfach gl\u00fccklich sein.&#8220;<\/em> schoss es aus Sieghelm heraus, der endlich Ansprach worauf Pagol schon seit der Garnison hinauswollte. <em>&#8222;Alle sagen immer ich sei so angespannt und wirke ungl\u00fccklich und missmutig &#8230; ja ich kriege das Gefl\u00fcster durchaus mit.&#8220; <\/em>schickte er noch schnell hinterher. <em>&#8222;Da werd ich doch wohl auch Mal &#8230; gl\u00fccklich sein d\u00fcrfen.&#8220; <\/em>verteidigte er sich erneut, von Pagol kam kein Widerspruch. Etwas widerwillig stie\u00df Sieghelm einen Kiesel auf dem Pflaster mit seinem Stiefel an. <em>&#8222;Es &#8230;&#8220; <\/em>seine Stimme wurde leiser und tragender. <em>&#8220; &#8230; ist gestern etwas eingetreten, worauf ich seit \u00fcber zehn G\u00f6tterl\u00e4ufen schmerzlich warten musste.&#8220; <\/em>Das erste Mal sah Pagol seinen Herrn fragend an, kurz nachdem er an einem leeren Bierfass geschn\u00fcffelt hatte. <em>&#8222;Ich werde daf\u00fcr wohl etwas ausholen m\u00fcssen.&#8220; <\/em>Erneut zog er tief Luft durch seine N\u00fcstern. Sein Blick ging gen Himmel, wo die wei\u00dfen Wolken den blauen Himmel verdeckten. <em>&#8222;Es war ebenfalls an einem frischen Peraine-Tag, ich sollte zum Schildknappen meines Ritters ernannt werden. Anl\u00e4sslich dieser Feier war Trautmann nach Dettenhofen zu unserem Stammsitz zur\u00fcckgekehrt um den Tag mit meiner Familie zu feiern. Alle waren da &#8211; zumindest kam es mir damals so vor. Meine Eltern, Mutter Gwynna und Vater Parzalon, Bruder Traviahold, Bruder Torald, Tante Sieglinde mit ihrem Mann Baltram, Oheim Melcher &#8211; ja sogar Tante Leonore war extra aus Rommilys angereist und hatte sich von den Mephaliten f\u00fcr eine paar Tage frei genommen. Ach &#8230; und &#8230; ja, Gro\u00dfvater Torion der G\u00fctige. Wir alle wussten noch nicht, dass Boron ihn bald zu sich holen w\u00fcrde.&#8220;<\/em> Sieghelm schluckte kurz und wurde wehm\u00fctig als er seinen Gro\u00dfvater erw\u00e4hnte. Erneut stie\u00df er den Kiesel mit der Spitze seines Stiefels \u00fcber die Pflastersteine. <em>&#8222;Sie waren alle da, es sollte eine sch\u00f6ne Feier werden. Trautmann hatte sie alle kommen lassen und k\u00fcmmerte sich ohne mein Wissen um die Feierlichkeiten. Wir waren in unserem Anwesen in Dettenhofen, alles war geschm\u00fcckt mit Fr\u00fchlingsbl\u00fcten, Tante Sieglinde hatte extra mehrere Rondrawimpel gestickt und aufh\u00e4ngen lassen. Sie hatte meinen Namen eingestickt. Ich kann mich noch genau daran erinnern.&#8220; <\/em>Sieghelm spurte mit den H\u00e4nden dem Schriftzug nach. <em>&#8222;Sieghelm der Schildknappe&#8220; &#8211; das lustige war, sie stickte anstatt des &#8218;d&#8216; in Schildknappe ein &#8218;t&#8216; &#8211; und das gleich sechs Mal.&#8220; <\/em>Sieghelm musste kurz lachen <em>&#8222;Sie hatte schon immer Schwierigkeiten beim schreiben, wohl auch der Grund warum sie mir immer Bilder schickte anstatt Briefe zu schreiben.&#8220; <\/em>Pagol gab laut, als er hinter ein paar abgestellten F\u00e4ssern mit frischen Pfeilen hervorkam weil er dort eine Maus gesehen hatte. Erneut zog Sieghelm laut Luft ein und setzte dann seine Erz\u00e4hlung fort: <em>&#8222;Es h\u00e4tte ein perfekter Tag werden k\u00f6nnen. Doch Torion, mein \u00e4lterer Bruder, hatte an dem Tag keine Lust daran teilzunehmen. Er hatte irgendeinen &#8218;wichtigen&#8216; und &#8218;unaufschiebbaren&#8216; Termin im Magistrat, es ging wohl um irgendeine Pr\u00fcfung. Ich h\u00f6rte wie Vater und Mutter miteinander diskutierten. Mutter bezog meinen Standpunkt, dass dies doch mein Tag sei und dass sich mein Bruder auch mal unterordnen k\u00f6nne. Doch mein Vater ergriff f\u00fcr meinen Bruder Partei. Er sagte so etwas wie &#8218;er solle wie ein Erstgeborener erzogen werden&#8216; und &#8218;das er sich seinem kleinen Bruder nicht unterzuordnen habe&#8216;. Es sei &#8218;Praios Wille&#8216;. Kurzum &#8230; mein Vater war zusammen mit Torion nicht bei der Feierlichkeit dabei. Die Stimmung war wegen ihrer Abwesenheit nicht so gut. Keiner Sprach dar\u00fcber, dass mein eigener Vater bei meiner wichtigen Ernennung zum Schildknappen nicht dabei war und es lieber vorzog seinem Erstgeborenen zu Unterst\u00fctzen. Der einzige der sich traute etwas zu sagen war Gro\u00dfvater. Ich kann mich noch daran erinnern, dass er es als &#8218;besch\u00e4mend f\u00fcr die ganze Familie&#8216; bezeichnete. Des Anstands wegen stimmte ihm jedoch niemand zu &#8211; nicht einmal Mutter.&#8220; <\/em>Beim dritten Tritt gegen den Kiesel klonkte lautstark er gegen eine H\u00e4userwand und verschwand dann in einem Abflusskanal. Pagol wetzte in dem Versuch ihn zu retten hinterher, doch er war nicht schnell genug. Traurig blickt er zu seinem Herrchen<\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;An dem Tag, diesem f\u00fcr mich so wichtigen Tag &#8230; war ich anfangs so stolz auf mich, dass Trautmann <\/em>mich<em> zum Schildknappen nahm. Doch Vater ruinierte ihn mir, indem er mir zeigte, dass er nicht stolz auf mich war. Sein Erstgeborener war ihm wichtiger. Da wurde mir klar, dass die Knappschaft nur eine Geste war um mich abzuschieben, er wollte mich fort haben, weg von seinem perfekten Erstgeborenen. Ich war w\u00fctend, mitten in der &#8218;Feier&#8216; die eh keine war, warf ich eine Sch\u00fcssel mit Suppe w\u00fctend auf den Boden, so stark, dass selbst Jahre sp\u00e4ter die Spritzer davon im zweiten Stock an den W\u00e4nden zu sehen waren.&#8220; <\/em>Sieghelm schloss zu Pagol auf, erneut kamen sie an eine Kreuzung. Vor ihnen marschierten gerade wieder einige Banner durch die Stadt in Richtung Rahja. Vor ihnen klapperten im zackig milit\u00e4rischen Schritt schwer ger\u00fcstete Infanteristen \u00fcber die Stra\u00dfe. Es waren Rondrageweihte und Laienbr\u00fcder, angef\u00fchrt von <a href=\"https:\/\/de.wiki-aventurica.de\/wiki\/Rondriana_von_Eisenstein\">Rondriana Siebenstreich<\/a>, der Meisterin des Bundes der Senne der Mittellande. Pagol setzte sich und machte instinktiv &#8218;M\u00e4nnchen&#8216;. Ein paar Momente beobachteten die beiden stumm wie die Rondrakieger mit ihren Rondrak\u00e4mmen an ihnen vorbeizogen. Auch Sieghelm nahm Haltung an, bis zu dem Moment an dem sie sie passiert hatten. Dann setzte er mit h\u00e4ngenden Schultern fort: <em>&#8222;An dem Abend hatte ich mich etwas geschworen, wie mir nun bewusst geworden ist, ich habe mir geschworen an mir zu arbeiten und zwar h\u00e4rter als zuvor und noch h\u00e4rter als mein Bruder. Ich wollte meinen Vater einen Grund geben stolz auf mich zu sein, mit etwas, dass ich mit meiner eigenen Arbeit geleistet hatte, und nicht, was mir in die Wiege gelegt wurde. Das muss wohl auch der Grund sein, warum ich sp\u00e4ter die Versuche meines Vaters mich in den G\u00e4nseritter-Orden zu geben ablehnte. Es w\u00e4re wieder etwas gewesen, was nicht ich selbst vollbracht h\u00e4tte. Versteht du mich?&#8220; <\/em>Schloss Sieghelm seine Erz\u00e4hlung mit einer \u00fcberraschenden Frage. Der Leutnand blieb adhoc stehen, fast w\u00e4re er \u00fcber seine kurzen Beine gestolpert.  Er blickte hin- und her, so als w\u00fcrde er gr\u00fcbeln. Dann gab er zustimmend laut. <em>&#8222;Ja du hast recht, ich bin diesem Versprechen was ich mir unbewusst gegeben hatte, mein ganzes Leben hinterher gerannt. Und dieser Druck &#8230; dieser &#8230;&#8220; <\/em>Sieghelm formte mit einer Hand eine Klaue und legte sie sich symbolisch um den Hals. <em>&#8220; &#8230; enorme Druck schn\u00fcrte mich ein und nahm mir die Luft. Ich musste immer besser sein, immer noch etwas mehr erreichen. F\u00fcr &#8230; ja ihn &#8230; f\u00fcr meinen Vater. Damit er endlich stolz auf mich sein kann.&#8220; <\/em>Mit Druck prustete der Ordensgro\u00dfmeister all seine Luft aus. Sofort entspannten sich seine Muskeln und sein R\u00fccken wurde gerader.<em>&#8222;Gestern im Heerlagerzelt unter dem Banner Dettenhofens und meiner Familie, wurde ich noch einmal in meine Kindheit versetzt. Ich kam mir so winzig vor &#8230; da &#8230; passierte das Unerwartete.&#8220; <\/em>Sieghelm hielt an, ein frischer Peraine-Wind erfasste ihn und Pagol und pfiff durch die Stra\u00dfe.  Sieghelm sah Pagol mit feuchten an und sagte: <em>&#8222;Vater sagte, er sei stolz auf mich.&#8220;<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie kamen an einer Kreuzung an, ihnen entgegen rumpelte schweres Ger\u00e4t. Drei gro\u00dfe Rotzen wurden mit Hilfe von Bullen \u00fcber die breite Reichsstra\u00dfe gezogen, w\u00e4hrend die Wehrheimer B\u00fcrger souver\u00e4n auswichen. Hinter den Rotzen folgten zwei Banner Lanzerinnen, welche Sieghelm sofort erkannte. 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