{"id":8436,"date":"2019-07-20T11:00:28","date_gmt":"2019-07-20T09:00:28","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8436"},"modified":"2019-07-20T09:27:36","modified_gmt":"2019-07-20T07:27:36","slug":"teil-x-schicksal-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8436","title":{"rendered":"Teil X &#8211; Schicksal (2)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Ser-Gneisor-Klein.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8341\" width=\"170\" height=\"190\"\/><figcaption>Marschall<br \/>Gneisor Geldwin<br \/>von Ochsenstolz<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\"><strong>Am h\u00f6chsten Punkt der Festung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Du verschandelst dir dein schickes Kleidchen&#8220;<\/em>, spottete Vidkun mit Branganes Stimme. Seine Lippen formten ein h\u00e4mischen Grinsen, als er mit der Spitze des Anderthalbh\u00e4nders auf die linke Seite von Sara&#8217;kiin zeigte. Noch immer trat eine dicke schwarze Fl\u00fcssigkeit aus, Vidkun hatte sie schwer verletzt, doch sein t\u00f6dlicher Stich wurde von irgendetwas in ihrem Innern vom Herz abgelenkt. Die Limbusverschlingerin zeigte keine Regung auf Vidkuns Versuch, sie zu provozieren. Sie hob die linke Hand, welche begann in G\u00e4nze blau zu leuchten. Vidkun, der noch immer die Gestalt von Brangane hatte, wusste, dass nun der Zeitpunkt gekommen war, zum Angriff \u00fcber zu gehen. Er stie\u00df sich auf den Hacken ab und mit dem Schwert voran eilte er auf sie zu. Sara&#8217;kiin machte mit der linken Hand eine Bewegung, die man nur als &#8218;Aussch\u00fctteln&#8216; bezeichnen konnte. Mit voneinander abgespreizten Fingern sch\u00fcttelte sie ihre blau lumineszierende Hand aus, von der sich f\u00fcnf fingergro\u00dfe spitze und eisige Zapfen l\u00f6sten und in Richtung Vidkun schossen. Dieser hob jedoch das Schwert, so dass drei der Zapfen gegen die Klinge und die Parierstange prasselten, doch zwei gingen durch, einer flog nur knapp an seiner Schulter vorbei, doch der f\u00fcnfte traf ihn in die linke Schulter. Vidkun nahm Schwung und hieb zu. Die Klinge knallte auf den Stab und schabte an ihm entlang. Sara&#8217;kiin drehte sich um die eigene Achse, nutze den aufgenommenen Schwung und lie\u00df den Stab rotieren. Vom abgelenkten Schlag aus dem Gleichgewicht gebracht, richtete sich Vidkun neu aus. Sara&#8217;kiins Stab surrte horizontal durch die Luft und schepperte auf seinen linken Rippenbogen, so stark, dass der Brustharnisch zerbeulte. Im gleichen Moment schlug Vidkun erneut zu, das Schwert ging auf ihr nieder und als sie sich erneut wegdrehte, spritzten schwarze Tropfen ihren Bluts umher. Sara&#8217;kiin erwartete einen weiteren Schwerthieb, doch im letzten Moment verlagerte Vidkun das Gewicht des Schwertes und schlug aus kurzer Distanz mit der Parierstange nach ihr. Die Stange traf sie am Kopf, ee klonkte metallisch, wie bei einer kleinen Glocke und sie taumelte nach hinten. Vidkun setzte nach, verwandelte in Windeleile sein Anderthalbh\u00e4nder wieder in einen kurzen schmalen Dolch und suchte die verwundbare Stelle. Er \u00fcberbr\u00fcckte die Distanz mit einem beherzten Sprung und stach zu. Er traf, doch nicht das was er wollte. Im letzten Moment hatte Sara&#8217;kiin sich wieder gefangen und mit ihrem Stab lenkte sie die Klinge ab. Die Spitze zerschnitt ihr die rechte Brust und wieder einen Teil ihrer Kleidung. Dicke Tropfen schwarzen Blutes schossen Vidkun ins Gesicht. Er blinzelte und f\u00fcr einen kurzen Moment wurde er blind, er wusste, dass er sie verfehlte hatte und musste wieder Distanz gewinnen. Sara&#8217;kiin schlug mit ihrer Faust gegen den blauen Zapfen, der in seiner Schulter steckte und trieb diesen damit noch tiefer in ihn hinein. Ein lauter Schmerzensschrei erklang aus Branganes Mund, der keineswegs weiblich, sondern viel dunkler und rauer klang. Denn es war Vidkun, der dort von einer Schmerzenswelle erfasst wurde. Sara&#8217;kiin verschwendete keinen Moment, sie nutze Vidkuns schwachen Moment aus und richtete ihre Hand wieder Trichterf\u00f6rmig auf ihn aus, welche dann begann blau zu glimmen. Vidkuns K\u00f6rper l\u00f6ste sich erneut vom Boden. Wissend darum, was geschehen w\u00fcrde, verwandelte er seinen kurzen Dolch in eine lange Klinge und schlug damit seitw\u00e4rts ungezielt vor sich umher. Die Spitze des Anderthalbh\u00e4nders verfehlte Sara&#8217;kiin dabei nur knapp. Gepackt von Sara&#8217;kiins Schwerelosigkeitszauber, w\u00fcrde er nichts ausrichten k\u00f6nnen. <em>&#8222;Du verdammtes Biest!&#8220;<\/em>, keuchte seine d\u00fcstere und hohl klingende Stimme, da er seine Kraft nun nicht mehr daf\u00fcr aufwandte die perfekte Illusion von Brangane aufrecht zu halten. Tief in seiner linken Schulter steckte der blau leuchtende Zapfen, von ihm ausgehend zogen sich schwarze Adern wie dunkle Wurzeln \u00fcber seinen K\u00f6rper, dabei machten sie zwischen Kleidung, Haut und R\u00fcstung keinen Unterschied, denn auf magischer Ebene betrachtet, war es eh alles Vidkuns K\u00f6rper. <\/p>\n\n\n\n<p>Vidkun vernahm wieder ein metallisches Scheppern, er sp\u00fcrte wie der Schwerelosigkeitszauber von ihm abfiel und er erneut zu Boden st\u00fcrzte, doch dieses Mal nicht so hoch wie bei letzten Mal. Trotzdem schlug er mit einer gro\u00dfen Wucht auf den h\u00f6lzernen Planken auf, so dass es laut krachte. Als er die Augen \u00f6ffnete, landete neben ihm ein verbeulter Pfeil. Ein kurzes L\u00e4cheln flog \u00fcber seine Lippen. Diese Bogensch\u00fctzin war wahrlich ein Segen f\u00fcr ihn, weshalb er beschloss, sie sp\u00e4ter zu verschonen. Als er die Augen hob, war Sara&#8217;kiin mit dem R\u00fccken zu ihm gewandt. Der Pfeil musste sie mehr ins Strauchelt gebracht haben, als er zuerst annahm. Doch das Geschenk nahm er gerne an. Der Anderthalbh\u00e4nder verwandelte sich wieder in den kurzen Dolch, als sich Vidkun aufrichtete, um sie von hinten zu \u00fcberraschen. Da tauchte eine lange Klinge \u00fcber Sara&#8217;kiins Kopf auf und schlug mit gro\u00dfer Gewalt in ihrer Schulter ein. Ein m\u00e4nnlicher Kampfschrei dr\u00f6hnte \u00fcber den Burgfried und hinter Sara&#8217;kiin kamen Gneisor und Ingmar zum Vorschein. Vidkun verlor keine Zeit dar\u00fcber nachzudenken, wie bei Amazeroths Willen es der angeschlagene Krieger doch hier hoch geschafft hatte. Mit einem Satz schoss Vidkun nach vorne und presste sich dicht hinten an Sara&#8217;kiins K\u00f6rper. Mit der Klinge in der linken Hand stach er erneut unter ihrem Rippenbogen zu, er suchte einen Weg zu ihrem Herzen. Vidkun lenkte und dr\u00fcckte das Heft der Klinge gleichzeitig, w\u00e4hrend sich die schmale Klinge durch ihr Inneres bohrte. Die Spitze traf die Stelle von der sie das letzte Mal abgelenkt wurde, doch dieses Mal war er vorbereitet und er drehte das Heft so, dass er daran vorbeikam. Da donnerte Gneisor Anderthalbh\u00e4nder auf Sara&#8217;kiins Brust, ihr K\u00f6rper wurde von der Wucht heruntergedr\u00fcckt und zu Boden geschleudert. <em>&#8222;NEIN!&#8220;<\/em> entfuhr es Vidkun w\u00fctend, als seine Klinge &#8211; kurz vor dem Ziel &#8211; aus ihr heraus rutschte. Sara&#8217;kiin fiel, doch sie fiel nicht zu Boden, sie verschwand darin, denn im Boden \u00f6ffnete sich ein Spalt und verschluckte sie. Ehe die anderen reagieren konnten, war sie verschwunden. <em>&#8222;Du Idiot!&#8220;<\/em>,<em> <\/em>bellte Vidkun mit dunkler d\u00e4monischer Stimme dem Marschall zu, dem der Schwei\u00df auf den Stirn stand. <em>&#8222;Ich hatte sie fast, misch dich nicht ein du nutzloser Fleischhaufen!&#8220;<\/em>,<em> <\/em>polterte er weiter, griff sich an den blauen Zapfen in seiner Schulter und riss ihn mit einem metallisch hohlen Schmerzenschrei aus sich heraus. Kaum hatte er ihn weggeschleudert, verging er sofort. <em>&#8222;Gern geschehen&#8220;<\/em>, antwortete Gneisor mit schwacher pfeifender Stimme und hustete sofort etwas Blut. Er hatte M\u00fche aufrecht zu stehen, die Klinge hielt er halbhoch mit einer Hand, denn sein anderer Arm war gebrochen und hing in einer improvisierten Schlaufe. Ingmar kam hinter seinem Herrn zum Vorschein, auch er war Kampfbereit, doch auch ihm stand der Schwei\u00df auf der Stirn und er sah sich suchend um. <\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Wo ist sie hin?&#8220;,<\/em> fragte Ingmar. <em>&#8222;Im Limbus, oder dem, was dem Limbus gleich kommt hier im Vortex. Keine Sorge, sie taucht gleicht wieder auf. Sie kann da nicht allzu lange bleiben.&#8220; <\/em>In Vidkuns metallischer Stimme lag Spott, als auch er sich zu den anderen begab. Instinktiv bildeten die drei einen Kampfkreis, bei dem sie die R\u00fccken einander zu wandten. <em>&#8222;Wie habt ihr den Fleischsack hier herauf geschafft? Da ist eine beschissene Leiter.&#8220;<\/em> <em>&#8222;Ich habe mit den Kisten eine Treppe gebaut.&#8220;  <\/em>Ingmars Antwort erstaunte Vidkun so sehr, dass er sich dieses Mal ein spottendes Kommentar verkniff. <em>&#8222;Schluss jetzt!&#8220;<\/em>,<em> <\/em>br\u00fcllte Gneisor pfeifend, der ob der lauten Stimme gleich wieder Blut hustete. <em>&#8222;Wenn du das hier \u00fcberlebst, k\u00f6nntest du in Vinsalt als B\u00fchnenk\u00fcnstler auftreten: Der Fleischsack mit der verschluckten Pfeife. Das wird ein riesen Erfolg!&#8220; <\/em>Stille folgte, trotz den bissigen Kommentars. Die Ruhe zerriss, als sie eine Explosion h\u00f6rten. Sofort eilten alle zum Rand, um an den Zinnen herunter zu blicken. Sara&#8217;kiin schwebte in luftige H\u00f6he und warf mehrere Zauber auf den Wehrturm direkt neben ihnen. Mit jedem Treffer explodierte erneut ein Teil von ihm. Steine flogen am St\u00fcck und zersplittert \u00fcber dem ganzen Wehrhof. Der Turm, auf dem Tarnelius und Elfa waren, wurde von Sara&#8217;kiin in K\u00fcrze niedergerissen &#8211; von den beiden fehlte jede Spur. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am h\u00f6chsten Punkt der Festung &#8222;Du verschandelst dir dein schickes Kleidchen&#8220;, spottete Vidkun mit Branganes Stimme. Seine Lippen formten ein h\u00e4mischen Grinsen, als er mit der Spitze des Anderthalbh\u00e4nders auf die linke Seite von Sara&#8217;kiin zeigte. 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