{"id":8346,"date":"2019-06-29T12:40:43","date_gmt":"2019-06-29T10:40:43","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8346"},"modified":"2019-06-29T12:37:54","modified_gmt":"2019-06-29T10:37:54","slug":"teil-ix-bestimmung-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8346","title":{"rendered":"Teil IX &#8211; Bestimmung (3)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Ser-Gneisor-Klein.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8341\" width=\"156\" height=\"175\"\/><figcaption>Marschall<br \/><strong>Gneisor Geldwin<\/strong><br \/>von Ochsenstolz<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align:center\"><strong>Gneisor<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ser Gneisor, sein Knappe Ingmar und der wie Brangane aussehende D\u00e4mon standen gemeinsam im Zentrum des Burghofs. \u00dcber ihnen prasselte ein rubinfarbener Strahl aus Magie gegen eine blau schimmernde Wand, die die Limbusverzehrerin sch\u00fctzte. Langsam aber sicher stemmte sie sich \u00fcber ihnen dem Strahl entgegen und die drei unter ihr konnten die Szenerie gut beobachten. <em>&#8222;Halrik scheint sie gut hinzuhalten. Wenn du wirklich das kannst, was du behauptest, dann sag uns, wie wir dir dabei helfen k\u00f6nnen!&#8220;<\/em>,<em> <\/em>intonierte Ser Gneisor. Er verlie\u00df die Kampfhaltung und deutete auf das Spektakel \u00fcber ihnen. <em>&#8222;Was euer Gelehrter da vollbringt ist gewaltig, doch ist er im Umgang mit der Vortexmagie noch zu unerfahren, um Sara&#8217;kiin besiegen zu k\u00f6nnen&#8220;<\/em>, antwortete Brangane im Plauderton. Alle drei blickten nach oben, direkt \u00fcber Ihnen sahen sie, wie Sara&#8217;kiin mit der einen Hand &#8211; in der sich auch ihr Stab befand &#8211; von sich gestreckt die magische Wand aufrecht hielt und mit der anderen Hand einige zackige Gesten formte. <em>&#8222;Was tut sie da?&#8220;<\/em>, entfuhr es Ingmar. Die Antwort auf seine Frage folgte auf dem Fu\u00dfe. Direkt hinter ihr \u00f6ffnete sich ein vertikaler Spalt in der Luft, gerade gro\u00df genug f\u00fcr sie selbst. Geschwind schl\u00fcpfte sie hindurch und verschwand, als ihr Stab als letztes den Spalt passierte, schloss er sich hinter ihr wieder. Wohin sie verschwand und ob sie dank Halriks Zauber Schaden genommen hatte, war nicht ersichtlich. Die magische blaue Wand zerbarst in tausend kleine sich aufl\u00f6sende Splitter, unter dem anhaltenden Druck des roten Strahls. Die dabei entstehende Druckwelle dr\u00fcckte Ingmar, Brangane und Gneisor wie Zinnsoldaten unter der Last eines Stiefels zu Boden. Der Marschall, der mit angebrochenen Rippen und einem gebrochenen Arm schon schwer genug angeschlagen war und noch dazu Probleme beim Atmen hatte, wurde so heftig zu Boden gedr\u00fcckt, dass er erneut die Besinnung verlor. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie aus sehr weiter Entfernung h\u00f6rte er eine Stimme. Sie war so weit fort, dass er sie weder einer Person zuordnen konnte, noch dass er ihren Inhalt verstand. Schmerz glimmte, wie ein an einem hei\u00dfen Praiostag frisch abgebrannter trockener Weizenacker, in seiner Brust. Ihm war schwindelig, nur mit M\u00fche gelang es ihm ganz langsam die Lider zu \u00f6ffnen. Er bewegte sich, was er an den klappernden Schritten festmachte, die immer lauter wurden. Und daran, dass der Schmerz in seiner Brust in immer wiederkehrenden regelm\u00e4\u00dfigen Intervallen kam. <em>&#8222;Er h\u00e4lt uns nur auf&#8220;<\/em>, h\u00f6rte er eine Stimme sagen, die klar weiblich klang. <em>&#8222;Ohne ihn w\u00e4ren wir schon alle tot &#8211; auch du schuldest es ihm&#8220;<\/em>, sagte im unersch\u00fctterlichen Tonfall eine j\u00fcngere Stimme, die Gneisor seinem Knappen zuordnen konnte. <em>&#8222;Ich schulde ihm gar nichts! Ich mache das nur, damit ich einen weiteren Fleischsack zwischen mir und Sara&#8217;kiin habe, der geopfert werden kann&#8220;<\/em>, polterte der D\u00e4mon in Gestalt der Ritterin zur\u00fcck. Inzwischen wurde Gneisor klar, dass sie Stimme zu Brangane geh\u00f6rte. Und jetzt bemerkte er auch, in welcher Haltung er sich befand. Er wurde von ihr, oder besser gesagt, &#8218;es&#8216;, \u00fcber der Schulter getragen! Der D\u00e4mon musste \u00fcber gewaltige Kraft verf\u00fcgen, denn Gneisor trug noch seine komplette R\u00fcstung. Zusammen genommen, wogen er und seine R\u00fcsung \u00fcber 100 Stein. <em>&#8222;Der &#8218;Fleischsack&#8216; kann wieder alleine gehen&#8220;<\/em>, hauchte er mit hohler Stimme aus. Sofort machte Brangane halt und setzte den Ritter ruckartig ab. Ingmar \u00fcbergab seinem Ritter sofort wieder seinen Anderhalbh\u00e4nder. Gneisor sah sich um, sie befanden sich im Burgfried auf einer mittleren Etage eines Treppenabsatzes. <em>&#8222;Wie geht es euch, Ser?&#8220;<\/em>, erkundigte sich Ingmar im besorgten Ton. Gneisor nickte nur in Richtung des Jungen, f\u00fcr mehr war jetzt keine Zeit &#8211; und sein Zustand war in Anbetracht ihrer Situation auch mehr als irrelevant. Hastig, wohl etwas zu hastig, zog er Luft ein, woraufhin das Feuer in seiner Brust wieder st\u00e4rker wurde. Als er ausatmete, h\u00f6rte er ein leises Pfeifen. Ihm selbst war bewusst, was bedeutete, eine oder mehrere seiner Rippen hatten seine Lunge durchbohrt und diese f\u00fcllte sich nun nach und nach mit seinem eigenen Blut. Viel Zeit blieb ihm nicht mehr, bis er nicht mehr atmen und einfach tot umfallen w\u00fcrde. <em>&#8222;Wir m\u00fcssen weiter. Vorran!&#8220;<\/em> Brangane und Ingmar verloren keine Zeit und eilten sofort los, sie hatten allem Anschein nach ein Ziel und der Marschall folgte ihnen, so gut er konnte. Er konnte und wollte nicht einfach an seinem eigenen Blut ersticken, sondern wenn. dann in einem rondrianischen Kampf fallen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Treppe innerhalb des Burgfrieds stellte sich f\u00fcr den Ritter als schwerste und vielleicht auch letzte H\u00fcrde in seinem Leben heraus. Mit jeder Stufe brannte das Feuer in ihm so hei\u00df, dass er glaubte innerlich zu verbrennen. Er spuckte unterwegs mehrmals Blut, stolperte und kratzte mit den R\u00fcstungsteilen gegen die W\u00e4nde und Treppenabs\u00e4tze. Ingmar, der aufgrund seiner Treue zu seinem Herrn nicht anders konnte, lie\u00df sich zur\u00fcckfallen und half ihm, indem er ihn st\u00fctzte. Brangane machte keine Anstalten noch einmal zur\u00fcck zu sehen und nach den beiden zu schauen und die beiden M\u00e4nner hatten zu viel Stolz, um einen D\u00e4mon um Hilfe zu bitten. Sie beide wusste,n wie das hier f\u00fcr den Marschall enden w\u00fcrde, doch beide waren auch rondrianisch genug, um nicht aufzugeben. Denn noch gab es hier Feinde und noch hatten sie im Namen der himmlischen Leuin einen Auftrag zu erf\u00fcllen. Und nichts w\u00fcrde Ingmar mehr das Herz brechen, als seinen Herrn auf einer Treppe sterben zu sehen. Wenn er schon unbedingt zu Boron gehen musste, dann doch wenigstens in einem Zweikampf, und dabei wollte er ihm helfen. <em>&#8222;Kommt schon! Wir haben keine Zeit zu verlieren!&#8220;<\/em>, schallte Branganes Stimme auffordernd von weiter oben durch den Treppenaufgang. <em>&#8222;Ich lasse euch hier nicht zur\u00fcck, Ser!&#8220;<\/em>, brachte Ingmar unmissverst\u00e4ndlich zwischen zusammengebissenen Z\u00e4hnen zu seinem Herrn hervor, w\u00e4hrend sein Kopf zur St\u00fctze unter Gneisors linken Arm hing. Der Knappe erahnte n\u00e4mlich schon, welchen pathetischer &#8218;Lass mich zur\u00fcck und geht ohne mich weiter&#8216;-Unsinn in den Augen seines Herrn aufblitzte. Gneisors Gesicht war ein einziger Wasserfall, sein sonst so ordentlicher Bart, eine feuchte Wand aus zerrissenen Lianen, an dessen unteren Enden \u00fcberall Tropfen hingen. Unter seinem nassen Bart kam ein kurzes Grinsen hervor. <em>&#8222;Ingmar &#8230; das w\u00fcrde &#8230; ich dir doch &#8230; nie antun. Hier &#8230; zu sterben&#8220;<\/em>, flapste er. <em>&#8222;Ihr solltet besser nicht reden, Herr.&#8220;<\/em> Stille folgte, in denen sie wieder f\u00fcnf Stufen schafften. <em>&#8222;Ich sah dich sterben &#8230; Ingmar.&#8220; <\/em>Der Knappe antwortete nicht, da er nicht wusste worauf sein Ritter hinaus wollte. <em>&#8222;Vorhin, vor der &#8230; Bibliothek &#8230; das Ding &#8230; hat dein Gesicht &#8230; aufgeschlitzt wie eine Arange &#8230; du bist leblos &#8230; zu Boden &#8230; gefallen.&#8220; <\/em>Gneisor hustete feucht und spuckte wieder einen Flatschen Blut aus. Ingmars Augen wurden tellergro\u00df, er wusste nicht, wovon er da redete, er konnte sich nicht daran erinnern. <em>&#8222;Halrik &#8230; er &#8230; muss dich &#8230; geheilt haben.&#8220; <\/em>Sie erreichten die letzte Etage. Es war ein kleiner Raum, voll mit F\u00e4ssern voller Pfeile, Bogenst\u00e4ndern und ein paar flachen und hohen Kisten mit Wimpeln und allerlei anderem Tand. Ingmar verstand nicht, warum sein Herr ihm das erz\u00e4hlte oder ob er begann zu halluzinieren. <br \/>Von Brangane war keine Spur zu sehen. Sie musste wohl schon die Leiter nach ober zur offenen Dachluke genommen haben. Die beiden blickten zur Leiter, zeitgleich war ihnen bewusst, dass Ser Gneisor es in seinem Zustand da nicht herauf schaffen w\u00fcrde. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gneisor Ser Gneisor, sein Knappe Ingmar und der wie Brangane aussehende D\u00e4mon standen gemeinsam im Zentrum des Burghofs. \u00dcber ihnen prasselte ein rubinfarbener Strahl aus Magie gegen eine blau schimmernde Wand, die die Limbusverzehrerin sch\u00fctzte. 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