{"id":8340,"date":"2019-06-22T11:25:37","date_gmt":"2019-06-22T09:25:37","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8340"},"modified":"2019-06-22T11:27:36","modified_gmt":"2019-06-22T09:27:36","slug":"teil-ix-bestimmung-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8340","title":{"rendered":"Teil IX &#8211; Bestimmung (2)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Ser-Gneisor-Klein.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8341\" width=\"157\" height=\"176\"\/><figcaption>Marschall<br \/><strong>Gneisor Geldwin<\/strong><br \/>von Ochsenstolz<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align:center\"><strong>Halrik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kraft der puren und ungez\u00fcgelten Magie, die aus Halriks beschworener r\u00f6tlicher Lichtkugel in seine Hand schoss, wurde nicht schw\u00e4cher. Sie hielt an, f\u00fcnf Sekunden, zehn Sekunden, f\u00fcnfzehn Sekunden &#8230; ein permanenter glei\u00dfender Strahl, so funkelnd rot, dass man ihn f\u00fcr einen einzigen riesigen Rubin h\u00e4tte halten k\u00f6nnen. Nur an der Stelle, an der er auf das bl\u00e4uliche Schimmern des magischen Schildes traf, zerfaserte er wie ein im Sturmwind flatternder Wimpel zu allen Seiten aus &#8211; und das Schild kam n\u00e4her. Die Limbusverschlingerin, die aufgrund der spektakul\u00e4ren Vereinigung von aufeinanderprasselnder Magie kaum mehr zu sehen war, dr\u00fcckte den roten Strahl langsam, Schritt f\u00fcr Schritt, immer weiter zur\u00fcck. Dann, wie ein Lichtstrahl der pl\u00f6tzlich eine seit Stunden anhaltende dicke Wolkendecke durchbrach,  zerbarst das blaue Magieschild in abertausende kleine bis zum verschwinden glimmende kleine Splitter. Der rote Lichtstrahl konnte nun seinen Weg ungehindert fortsetzen, prallte mit voller Wucht  gegen einen dahinter liegenden Wehrturm und binnen eines Lidschlags explodierte er in einer gewaltigen und lauten Explosion. Zerborstene Feldsteine, M\u00f6rtel, Holzsplitter und zerfetzte Balken wurden mit einer unbeschreiblichen Wucht aus der Festungsanlage herauskatapultiert. Nichts davon flog, trotz der gewaltigen Kraft des Lichtsstrahls in den Innenraum der Festung. Als dieser dann hindurch war und seinen Weg nun bis an den Ereignishorizont der Kuppel fortsetzten konnte, war der komplette obere Teil der Wehrturms abgerissen und regnete als als zerfetzte Stein- und Holzmasse im Au\u00dfenbereich der Festung ab. Dann endete der Zauber abrupt. Der rubinfarbene Strahl endete und auch sein magisches Surren verschwand. Halrik senkte seine nunmehr leere Hand, von Sara&#8217;kiin war nichts mehr zu sehen, sie war in der gewaltigen Kraft des Zaubers aufgel\u00f6st worden. Der junge Studiosus war kaum mehr zu erkennen. Seine Haut war aschfahl und durchzogen von tiefschwarzen fingerdicken Adern, in seinen Augen war kein Wei\u00df mehr zu sehen und sein Haar so sch\u00fctt, dass es nur noch als ein silbriges Glitzern auf einem ansonsten kahlen Haupt zu erahnen war. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es kehrte Ruhe ein auf Festung Friedstein. Kein Todes- oder Kampfgeschrei mehr, kein Klackern oder schrilles Zirpen von Abscheulichkeiten. Halrik \u00fcberblickte von seiner erh\u00f6hten Position den Burghof, in dem mehrere Leichen und tote jenseitige Gesch\u00f6pfe lagen. Er hatte es geschafft, Sara&#8217;kiin die Limbusverschlingerin war besiegt, oder gebannt &#8211; ganz egal &#8211; sie war fort und das allein z\u00e4hlte. Doch noch waren sie nicht sicher, denn sie waren noch immer in der Zeit gefangen, solange sie sich im Innern der Kuppel befanden. Doch eins nach dem anderen. Halrik dreht sich in der Luft und schwebte auf den h\u00f6chsten Punkt der Festung. Es war die selbe Position, bei der die Katastrophe heute ihren Lauf genommen hatte, als er &#8211; zusammen mit seinen B\u00fcchern &#8211; auf Ser Gneisor stie\u00df und ihm von seiner Erkenntnis berichtete, dass Sara&#8217;kiin sich hier auf der Sph\u00e4re befindet. Genau dort, wo alles ihren schrecklichen Verlauf nahm, sollte es auch enden &#8211; dachte er sich und lie\u00df sich auf dem obersten Turm der Niederrungenfestung nieder. <br \/>Er f\u00fcllte seine Lungen noch einmal mit Luft, die geschw\u00e4ngert war von den Ger\u00fcchen nach menschlichem Blut, der z\u00e4hfl\u00fcssigen Masse, die in den K\u00f6rpern der Abscheulichkeiten steckte, die nach Schwefel roch und dem Geruch nach Ozon. Letzterer war durch die ungez\u00fcgelte Magie entstanden, die er erzeugt hatte. Dann hob er seine Arme in die H\u00f6he und formte damit einen Kelch. Sein Zauber w\u00fcrde sich gegen den unsichtbaren Wall richten, um diesen Ort wieder dem Vortex zu entrei\u00dfen: <em>&#8222;Ausghairm banna \u00e1it.&#8220; <\/em>sprach er aus. Seine Worte kamen dabei ganz nat\u00fcrlich \u00fcber seine inzwischen pechschwarzen Lippen. Weit \u00fcber ihm, am Ereignishorizont, zuckten pl\u00f6tzlich Blitzartige Gebilde \u00fcber den Kuppelrand. Sein Zauber zeigte Wirkung. Halrik wurde lauter: <em>&#8222;Ausghairm banna \u00e1it!&#8220;<\/em> Wieder zuckten Blitze, die Risse in dem Membran hinterlie\u00dfen, \u00fcber den Kuppelrand. Sein Zauber half, er w\u00fcrde ihn nur noch ein paar mal wiederholen m\u00fcssen und dann w\u00e4re die Kuppel zerst\u00f6rt. Erneut setzte er an: &#8222;<em>Ausghairm ban &#8230;&#8220;<\/em> Halriks Stimme versagte pl\u00f6tzlich mitten im Wort in einem hellen Kr\u00e4chzen. Da er nicht wusste warum, versuchte er es erneut, doch kein Ton drang aus seinem Mund, daf\u00fcr schossen ihm aber tiefrote Spritzer \u00fcber die Lippen, die er vor sich in die Luft verspr\u00fchte. Verwundert blickte er den Tropfen hinterher. Was war geschehen? &#8211; fragte er sich. Hatte er etwa zu viel Magie verwendet? Aber das war unm\u00f6glich &#8211; schoss es ihm wieder durch den Kopf. Ein Ruck fuhr ihm durch den K\u00f6rper, verwundert blickte er an sich herab und senkte die Arme. Ein spitzes, vor Blut triefendes St\u00fcck Unmetall ragte aus seiner Brust heraus. Er sp\u00fcrte keinen Schmerz, nur einen sanften, kaum sp\u00fcrbaren Druck. Begleitet von einem metallischen Kratzen, das \u00fcber Knochen fuhr, zuckte das St\u00fcck Unmetall wieder aus seinem K\u00f6rper heraus. Halrik dreht sich um und vor ihm stand ein jenseitiges Gesch\u00f6pf. Der K\u00f6rper geh\u00fcllt in schwarze, eng anliegende Kleidung, gewoben aus einem Stoff, der so dunkel war, dass es jedes Licht verschluckte, das darauf traf. Nur die H\u00e4nde, die F\u00fc\u00dfe und der Kopf waren eingeh\u00fcllt in dunkles Metall. Zacken und dunkle Sigillen waren daran eingearbeitet, im rechten Panzerhandschuh lag eine kurze, dolchartige und filigran d\u00fcnne Klinge, von der Blut &#8211; sein Blut &#8211; tropfte. Halrik wollte etwas sagen, er nahm all seine Kraft zusammen, um gegen den Pfropfen an Blut in seinem Hals anzuk\u00e4mpfen. Er h\u00fcstelte und gurgelte und dann spuckte er einen Klumpen z\u00e4hfl\u00fcssigen Blutes aus. Mit absterbenden Stimme brachte er mit letzter Kraft hervor: <em>&#8222;Matral?!&#8220; <\/em><br \/><br \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Halrik Die Kraft der puren und ungez\u00fcgelten Magie, die aus Halriks beschworener r\u00f6tlicher Lichtkugel in seine Hand schoss, wurde nicht schw\u00e4cher. 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