{"id":8209,"date":"2019-03-31T13:15:32","date_gmt":"2019-03-31T11:15:32","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8209"},"modified":"2019-03-31T13:25:10","modified_gmt":"2019-03-31T11:25:10","slug":"teil-ix-bestimmung-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8209","title":{"rendered":"Teil IX &#8211; Bestimmung (1)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><strong>Burghof<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Sir-Gneisor-klein.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-7950 \" style=\"border: 5px solid #000000;\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Sir-Gneisor-klein.png\" alt=\"\" width=\"120\" height=\"117\" \/><\/a>Mit dem Burgfried im R\u00fccken, schwebte der Studiosus zw\u00f6lf Schritt \u00fcber dem Boden \u00fcber dem zentralen Platz. In seiner Linken hielt er noch immer mit Leichtigkeit den dicken aufgeklappten Folianten. Seine rechte Hand streckte er nach der Jenseitigen. Seine Finger formten dabei eine auf sie gerichtete Kralle, als w\u00fcrde er nach ihr greifen wollen. Allem Anschein nach hatte Sara\u2019kiin ihn noch nicht bemerkt, denn sie machte keinerlei Anstalten sich ihm zuzuwenden. In aller Ruhe fl\u00fcsterte Halrik zwei magische Worte, so langsam und ruhig, als w\u00fcrde er jede Silbe genie\u00dfen. Seine blauschwarzen Lippen bewegten sich nur wenig, als sie ein kaum h\u00f6rbares <em>\u201eLiathr\u00f3id chumhacht\u201c<\/em> formten. Zwischen seinen Fingerspitzen begann sich ein rasch vergr\u00f6\u00dferndes r\u00f6tliches Schimmern zu formen. Binnen weniger Lidschl\u00e4ge war das Schimmern zu einer r\u00f6tlichen Lichtkugel herangewachsen, dass an seine Fingerspitzen reichte und das Licht, welches die Kugel ausstrahlte, war stark genug, dass sie nicht nur Halriks graue Robe, sondern auch den Burgfried im R\u00fccken des schlanken Studiosus in ein r\u00f6tliches Schimmern tauchte. Dann ert\u00f6nte ein dumpfer Knall und aus der Lichtkugel schoss ein glei\u00dfend hellroter und armdicker Strahl in Richtung der Limbusverschlingerin. Als der Strahl den K\u00f6rper der ehemaligen Eismagierin erreichte, stoben unz\u00e4hlige kleine Lichtfunken in alle Richtungen. Der Strahl traf sie mit der Wucht eines Baustammes und schob sie ruckartig durch die Luft. Der Lichtstrahl h\u00f6rte nicht auf, Sara\u2019kiin wurde bis an den Rand der Festungsmauern gedr\u00fcckt, doch dann endete ihre unfreiwillige Reise durch die Luft pl\u00f6tzlich. Eine Wand als blauem Licht dr\u00fcckte sich zwischen den roten Strahl und sie selbst. Die Energie des roten Strahls prasselte in einem langanhaltend dumpfen Ton gegen die unsichtbare Mauer der Zauberin. Das helle Licht und die sich in alle Richtungen verteilenden Lichtfunken \u00fcberlagerten den Ort des Geschehens so sehr, dass Sara\u2019kiin dahinter verschwand.<\/p>\n<p>W\u00e4hrenddessen am Boden des Burgfrieds, erreichten Sir Gneisor und sein Knappe den am Boden liegenden Metallhaufen von Brangane. <em>\u201eBrangane!?\u201c,<\/em> br\u00fcllte Ser Gneisor ihr, in der Hoffnung, dass sie den Sturz \u00fcberlebt hatte, zu. Noch ehe der Marschall und sein Knappe die Ritterin erreichten, verwandelte sich unter ihren erschreckten Augen das Metall der R\u00fcstung in eine z\u00e4hfl\u00fcssige dunkle Masse. <em>\u201eWas bei Rondra?!\u201c,<\/em> stie\u00df er aus und hielt seinen Knappen sch\u00fctzend zur\u00fcck, da dieser gegen ihn gegen gelaufen war. Unter ihren Blicken verwandelte sich der K\u00f6rper der Frau samt der R\u00fcstung in eine lichtverschluckende schwarze Masse. Dann nahm sie wieder Form an, Arme und Beine bildeten sich, auch die R\u00fcstung und das Schwert nahmen wieder Gestalt an und zuletzt erhielt alles wieder Farbe. Vor den beiden stand wieder Lady Brangane, die keinerlei Kampfspuren davongetragen hatte. <em>\u201eKeine Zeit f\u00fcr lange Erkl\u00e4rungen \u2026\u201c,<\/em> begann Lady Brangane hastig, deren Stimme leicht schnarrte. <em>\u201eIch bin nicht die, f\u00fcr die ihr mich gehalten habt.\u201c <\/em>Auch wenn Ser Gneisor rechter Arm schwer verletzt war, so ging er trotzdem in eine verteidigende Kampfhaltung \u00fcber \u2013 sein Knappe stellte sich tapfer neben ihm. <em>\u201eWas im Namen der G\u00f6tter bist du dann und wo ist Lady Brangane?\u201c <\/em>brachte der Marschall zwischen zusammengebissenen Z\u00e4hnen fordernd hervor, da es ihm sichtbar viel Kraft kostete trotz des gebrochenen Arms und der geborstenen Rippen in die Kampfhaltung zu gehen. <em>\u201eIch bin hier, um die Limbusverschlingerin aufzuhalten, mehr ist jetzt nicht wichtig\u201c, s<\/em>agte Brangane noch immer mit einem Schnarren in der Stimme, als w\u00fcrden ihre Worte als Erkl\u00e4rung gen\u00fcgen. Gneisor und Brangane musterten sich gegenseitig, so als w\u00fcrden beide ihre Chancen gegen\u00fcber dem anderen absch\u00e4tzen. <em>\u201eDas ist ein Diener des vielgestaltigen Blenders, Ser \u2013 wir k\u00f6nnen dem Ding nicht vertrauen\u201c,<\/em> rief Ingmar dazwischen. Gneisor \u00fcberlegte. Es war das erste Mal, dass er einem D\u00e4mon und noch dazu einen viergeh\u00f6rten Auge in Auge gegen\u00fcberstand. Bei der Schlacht an der Trollpforte, vor sechs G\u00f6tterl\u00e4ufen, hatte er aus der Entfernung ein paar beschworene D\u00e4monen gesehen, allesamt waren sie von schrecklicher Gestalt. Sie m\u00e4hten ihre M\u00e4nner und Frauen zu hunderten nieder. Doch das waren alles D\u00e4monen aus den kriegerischen Dom\u00e4nen. Dieser hier, so sich Gneisor erinnern konnte, war kein K\u00e4mpfer, sondern ein D\u00e4mon aus Amazeroths Gefolge, ein Genius und Blender und kein Streiter. Doch das machte ihn nicht minder gef\u00e4hrlich. Doch das alles erkl\u00e4rte nicht, wieso er hier war. Gneisor versuchte sich an die Lehrstunden in Hochstieg zu erinnern. Seine Exzellenz Nehazet hatte, noch bevor sie nach Friedstein kamen, ihm und den anderen wichtigen Pers\u00f6nlichkeiten des Ordens \u00fcber den Sph\u00e4renkrieg aufgekl\u00e4rt. Auch wenn er es damals kaum glauben wollte, so erz\u00e4hlte der S\u00fcdl\u00e4nder davon, dass auch die D\u00e4monen die Jenseitigen zum Feind hatten und es unter Ihnen ebenfalls Auserw\u00e4hlte geben soll. Amazeroth der Weltenbrenner war einer von ihnen. Sollte etwa dieser D\u00e4mon aus Amazaroths Gefolge auch einer sein?<\/p>\n<p>Ehe weitere Worte gewechselt wurden, griff Brangane mit einer Hand zu ihrer Brust. Sie griff in sich hinein, wie eine Hand die in einen Teich hineinlangte. Sie zog aus sich selbst ein ovales Amulett und hielt es den beiden K\u00e4mpfern entgegen. Auf dem Amulett war das Zeichen Amazeroths in Zhayad-Ligatur zu sehen. <em>\u201eIch bin die Auserw\u00e4hlte Iribaars. Und solltet ihr entgegen meiner Erwartung jetzt nicht spontan eure Auserw\u00e4hlte Hesindes aus euren Burgkeller herausholen, so bin ich die einzige hier, die Sara\u2019kiin Einhalt gebieten kann. Also entweder tretet ihr jetzt beiseite und lasst mich meine Arbeit machen oder ihr schluckt eure Vorbehalte herunter und helft mir dabei, eure sterblichen Hintern zu retten.\u201c <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Burghof Mit dem Burgfried im R\u00fccken, schwebte der Studiosus zw\u00f6lf Schritt \u00fcber dem Boden \u00fcber dem zentralen Platz. In seiner Linken hielt er noch immer mit Leichtigkeit den dicken aufgeklappten Folianten. Seine rechte Hand streckte er nach der Jenseitigen. 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