{"id":8198,"date":"2019-03-03T21:52:02","date_gmt":"2019-03-03T20:52:02","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8198"},"modified":"2019-03-03T21:56:52","modified_gmt":"2019-03-03T20:56:52","slug":"den-goettern-gefaellig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8198","title":{"rendered":"Den G\u00f6ttern gef\u00e4llig"},"content":{"rendered":"<p>8. Peraine 1027 n. BF<\/p>\n<p><em>Gem\u00e4chlich schreitet Mhanach voran. Ein Glied in der Kette der Gef\u00e4hrten, die sich durch das karg bewaldete Gebiet \u00f6stlich der schwarzen Sichel bewegt. Auf ihm sitzt die Botin Firuns tief in Gedanken versunken.<\/em><\/p>\n<p>Das war sie also. Meine erste Begegnung mit einem Firungeweihten. Er konnte mir nicht helfen. Er hatte offenbar noch kaum Erfahrung. Stattdessen schickt er mich in eine sogenannte Schwitzh\u00fctte zur Meditation. Hitze statt K\u00e4lte, um Firun nahe zu sein \u2026<\/p>\n<p>Dennoch schweiften meine Gedanken rasch weit weg. Zu einer schneebedeckten kargen Ebene. Es war jedoch nicht kalt. Nicht einmal als ich meine Stiefel auszog. Es zeichnete sich keine Erhebung ab. Eine sehr geordnete Leere. Nur in der Ferne war ein kleiner Wald zu sehen. Doch au\u00dfer der kleinen Jagdh\u00fctte fand sich kein Leben in diesem Wald, keine Spur zeichnete sich ab, nicht ein einziger Hinweis. Im Innern der H\u00fctte hielt sich ein Wesen in Gestalt eines alten Mannes auf, welches sich selbst als Zwischenwesen bezeichnete. Als ein Weisen zwischen Alveranier und Jenseitigem. Als ein Wesen des Ausgleichs.<\/p>\n<p>Er wusste von meinem Wunsch die Weihe Firuns zu erfahren. Er wusste \u00fcberhaupt alles von uns. Er offenbarte mir, dass ich ja bereits von Firun erw\u00e4hlt sei und ihm daher nicht n\u00e4her zu kommen \u201abrauche\u2018. Firungeweihte im Allgemeinen schauen zu mir auf, wie die Geschichte im Holz des Tempels bezeuge. Eine Weihe sei f\u00fcr meine Aufgabe daher nicht vorgesehen.<\/p>\n<p><strong>Nein! Bei des Ebers Hauer, das ist nicht wahr!<\/strong><\/p>\n<p>Ich wollte mit einem Abgesandten Firuns sprechen und nicht mit diesem Wesen, welches mich arglistig zu t\u00e4uschen versucht. Niemals h\u00e4tte mich Firun oder einer seiner Abgesandten einfach so empfangen, ohne mich schon auf dem Weg dorthin mit K\u00e4lte und Verzicht zu pr\u00fcfen. Und wie kann es einen Wald ohne Leben geben? Das w\u00e4re das Ende allen Seins. Das w\u00e4re das Reich Nagrachs! Elender! Steht der Firungeweihte in Gallys bereits unter d\u00e4monischem Einfluss? Erstreckt sich die Macht der Schwarzen Lande bereits bis hier? Ich habe das nicht \u00fcberpr\u00fcft! Welch eine Schande! Ich war zu sehr mit mir selbst und meinen Gedanken besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Wie oft habe ich versucht Kontakt mit Firun aufzunehmen? Ihn gebeten mir zu weisen was ich tun soll? Bin ich seiner Gegenwart unw\u00fcrdig oder fordert er von mir Selbstbestimmtheit? Scheinbar von den G\u00f6ttern verlassen, streiten wir f\u00fcr sie. Oder ist es ihnen vielleicht nicht m\u00f6glich mit uns direkten Kontakt aufzunehmen? Das passt ja alles gut zusammen. Und jetzt soll ich einfach zulassen, dass ein \u201eWesen des Ausgleichs\u201c Zweifel in mir s\u00e4ht? Nicht mit mir!<\/p>\n<p>Man kann seinem Gott nicht nah genug sein! Alle Menschen streben danach. Ich wiederstehe der Versuchung. Ich werde nicht von meinem Ziel ablassen. Nein! Jenseitiger Alveraner! Nein! Fahr in die Niederh\u00f6llen oder noch weiter weg! Das war nur ein weiterer Versuch einen Anker zu f\u00e4llen. Doch ich bleibe standhaft!<\/p>\n<p>Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, wird Firun mich weihen! Ich finde einen anderen Geweihten, der mir hilft. Oder auch nicht. Dann eben ohne Priester! Nehazet hat mir versprochen, dass wir nach Norden in die Eisw\u00fcste ziehen. Tun wir das! Dort werde ich Firun pers\u00f6nlich seinen Speer zu F\u00fc\u00dfen legen. K\u00e4lte und Hunger k\u00f6nnen mich nicht aufhalten. Und Hitze ist ja wohl ein schlechter Scherz.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p><em>Kurz darauf k\u00e4mpft die Gruppe gegen einen d\u00e4monisch beeinflussten Greifen. Azina sprang auf seinen R\u00fccken und versuchte ihn am Weiterk\u00e4mpfen zu hindern, als Sieghelm ihm mit einem gewaltigen Streich den Bauch aufschlitzt. Sie wurde zwei Mal schwer von reiner g\u00f6ttlicher Energie getroffen und kann sich nun kaum noch auf den Beinen halten.<\/em><\/p>\n<p>Das \u2026 war \u2026 heftig. Ich f\u00fchle mich ganz schwach. Dieser Greif ist ja beim Sterben explodiert. Ich trage keine sichtbaren Wunden davon. Es ist, als ob mich s\u00e4mtliche Energie verlassen hat. Aber ich nehme keinen Heiltrank. Das f\u00fchlt sich falsch an. Ich bin getroffen von g\u00f6ttlicher Energie, das muss mein K\u00f6rper von allein schaffen.<\/p>\n<p>Nehazet meinte, ich solle die abgeschlagene Kralle sowie einige Federn behalten. Sie seien unempfindlich gegen Magie und k\u00f6nnen diese beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<p>Wir t\u00f6teten ein g\u00f6ttliches Wesen. Ja, er hat uns angegriffen und ja, wir mussten uns verteidigen. Aber ich bin mir sicher, dass Nehazet eine M\u00f6glichkeit gefunden h\u00e4tte, ihn von seiner d\u00e4monischen Beeinflussung zu befreien. Immerhin hat diese Beeinflussung auch Einzug in seinen Kopf gefunden. Und Nehazet findet immer eine L\u00f6sung. Wir h\u00e4tten ihn vereint niederringen k\u00f6nnen. Dann h\u00e4tte Nehazet gen\u00fcgend Zeit f\u00fcr die Heilung gehabt. Aber kaum erholte sich Sieghelm von seiner Blendung, hat er nichts Besseres zu tun, als ihn zu t\u00f6ten. Da n\u00fctzt auch sein Gebet an Praios wenig. Das war voreilig.<\/p>\n<p>Ich trauere um diese g\u00f6ttliche Existenz. Ich erinnere mich wie strahlend sch\u00f6n der Herold in Gareth aussah. Auf diesem armen verwirrten Greifen konnte ich nur einen kurzen Blick werfen, ehe er v\u00f6llig ausrastete. Zumindest wissen wir nun wahrhaftig, womit wir es zu tun haben. Die Greifen der schwarzen Sichel werden pervertiert. Sein Opfer darf nicht umsonst gewesen sein. Nehazet muss einen Weg finden sie zu heilen. Denn wir k\u00f6nnen doch unm\u00f6glich alle befallenden Greifen schlachten. Vielleicht helfen uns hier wirklich seine wenigen \u00dcberreste weiter.<\/p>\n<p>Bitte verzeihe uns diese S\u00fcnde. Wir tun es f\u00fcr die anderen Greifen, auf dass ihnen das zugedachte Schicksal erspart bleibe.<\/p>\n<p>___________________________<\/p>\n<p>Azinas Gedanken<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>8. Peraine 1027 n. BF Gem\u00e4chlich schreitet Mhanach voran. Ein Glied in der Kette der Gef\u00e4hrten, die sich durch das karg bewaldete Gebiet \u00f6stlich der schwarzen Sichel bewegt. Auf ihm sitzt die Botin Firuns tief in Gedanken versunken. Das war sie also. Meine erste Begegnung mit einem Firungeweihten. Er konnte mir nicht helfen. 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