{"id":8175,"date":"2019-02-20T13:06:53","date_gmt":"2019-02-20T12:06:53","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8175"},"modified":"2019-02-20T17:36:01","modified_gmt":"2019-02-20T16:36:01","slug":"teil-viii-interludium-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8175","title":{"rendered":"Teil VIII \u2013 Interludium (1)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><strong>Brangane<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Sir-Gneisor-klein.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-7950 \" style=\"border: 5px solid #000000;\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Sir-Gneisor-klein.png\" alt=\"\" width=\"120\" height=\"117\" \/><\/a>Es war an einem sch\u00f6nen Feuertag im Peraine, als die Bewohner vom Eilingshof das ruhige Donnern von zahlreichen herantrabenden Pferdehufen vernahmen. Zwei Lanzen Berittener, in den D\u00f6rflern unbekannten Farben, n\u00e4herten sich. Auf dem trockenen Karrenweg l\u00f6sten sich von den zahlreichen Hufen der Pferde gro\u00dfe Staubwolken, die \u00fcber die frisch gewachsenen Hirsefelder wehten. Auf dem Hofplatz, der gleichzeitig Treffpunkt und Warenumschlagplatz war, eilte eine \u00e4ltere Magd geschwind in eines der flachen mit Reet bedeckten Fachwerkh\u00e4user. Zwei Winhaller bellten aufgeregt und flitzten auf dem Hof hin und her. Hastig wurde ein Karren mit leeren F\u00e4ssern zur Seite geschoben. Die herannahenden Reiter, die aufgereiht wie auf einer Perlenschnur hintereinander ritten, denn der schmale Weg bot nicht mehr Platz, erreichten donnernd den Hof. Sofort scherten die Pferde zu beiden Seiten aus und bildeten die Formation eines Halbkreises. Die Muskeln der Pferde zitterten noch, als der Staub des trockenen Wegs bis in den Hof hineingetragen wurde und Jahan Eiling, der Besitzer des Hofs, nach drau\u00dfen zu den Berittenen kam. Der Dunst fing sich in seinem schwarzgrau meliertem dichten Bart. Er hielt sich ein gebl\u00fcmtes Tuch vor den Mund, was die \u00e4ltere Magd hinter ihm nicht tat, weshalb sie im Gegensatz ihm husten musste.<\/p>\n<p><em>\u201eBeruhige die Hunde\u201c,<\/em> wies er die die Magd mit ruhiger Stimme an und ging dann auf das Zentrum der Reiterlanzen zu.\u00a0 Noch w\u00e4hrend die Winhaller Wolfsj\u00e4ger energisch bellten, trat Jahan Eiling zu dem schwarzen Greifenfurter Kaltblut mit dem d\u00fcnnen Aalstrich auf der langen Stirn. Selten hatte Jahan Eiling ein so pr\u00e4chtiges Pferd gesehen, zumal sie nur in der Baronie Hexenhain nahe Greifenfurt \u2013 also weit weg von hier \u2013 gez\u00fcchtet wurden. Mit ruhiger Hand t\u00e4tschelte er den Kopf des Pferdes, ber\u00fchrte achtsam den wei\u00dfen Aalstrich und sah dann zum Reiter auf. <em>\u201eEs ist ein langer Ritt von Greifenfurt nach Hammerschlag. Eure Pferde sehen m\u00fcde aus, gerne k\u00f6nnt ihr hier Rast machen. Doch erlaubt mir die Frage zu stellen, was euch hierher f\u00fchrt?\u201c <\/em>Jahan Eilings Stimme war ruhig und sein Tonfall ehrlich interessiert. Seine buschigen Augenbrauen tanzten angestrengt \u00fcber seinen Augen auf und ab, da sich der aufgewirbelte Staub sich noch immer nicht gelegt hatte und er m\u00fchsam zum Reiter aufschauen musste. Wortlos griff der Reiter in seine Satteltasche und fingerte eine Depeschenh\u00fclse hervor, um sie dem alten Mann zu reichen. <em>\u201eEin Schreiben von seiner Exzellenz Nehazet\u201c,<\/em> beschrieb Jahan Eiling als er die H\u00fclse \u00f6ffnete. Er las den Inhalt des Schreibens und sagte: <em>\u201eFestung Friedstein befindet sich hinter dem W\u00e4ldchen \u2013 ihr k\u00f6nnt die Wehrt\u00fcrme von hier aus schon sehen. Dort k\u00f6nnt ihr auch Sir Gneisor antreffen.\u201c <\/em>Jahan Eiling deutete mit einer Hand in Richtung der untergehenden, rot gl\u00fchenden Praiosscheibe. <em>\u00a0\u201eDies hier ist nur ein einfacher Hof, Lady Brangane.\u201c <\/em>Den Namen der Reiterin entnahm er dem Schreiben, welches von seiner Exzellenz Nehazet ibn Tulachim pers\u00f6nlich geschrieben und gesiegelt war. Die Reiterin \u00f6ffnete das Schutzvisier ihres Helms und vom Vorschein kam das markante Gesicht der jung gebliebenen Kriegerin aus Greifenfurt. <em>\u201eIch danke dir \u2026\u201c <\/em>sie machte eine fragende Pause. <em>\u201eNennt mich Eiling, Jahan Eiling.\u201c <\/em>Der alte Mann l\u00e4chelte mit einem Mundwinkel. <em>\u201e\u2026 Eiling. Das Angebot die Pferde tr\u00e4nken zu lassen, nehme ich dankend an. Wir machen nur kurz Rast und werden dann weiter.\u201c <\/em>Zu den zwei Lanzen gewandt sagte sie dann im lauten Befehlston: <em>\u201eAbsatteln! Tr\u00e4nkt die Pferde \u2013 ihr habt zehn Momente \u2013 dann reiten wir weiter.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Brangane von Dunkelfang-Kr\u00f6tenbrunn stieg ebenfalls von ihrem Pferd ab und \u00fcbergab Jahan Eiling die Z\u00fcgel ihres Pferdes. <em>\u201eGib gut auf sie acht\u201c,<\/em> intonierte sie. Ihre leichte Reiterr\u00fcstung hatte viel Staub und Dreck vom Reiten gefangen und bevor sie Friedstein erreichte, wollte sie wieder ordentlicher aussehen. Mit einem Wink lie\u00df sie einen Waffenknecht herankommen, der ihre R\u00fcstung abputzen sollte. <em>\u201eSo sauber wie letztes Mal\u201c,<\/em> ordnete sie mit befehlsgewohnter Stimme an. Ihr Knecht stutzte, nickte dann und wollte gerade loseilen, um das R\u00fcstungspflegeutensilien zu holen, da bemerkte Lady Brangane seinen Blick und hakte nach: <em>\u201eWas schaust du so, Junge?\u201c <\/em>Der junge Knecht, der nur einen simplen Wappenrock in ihren Farben trug, z\u00f6gerte mit der Antwort. Augenscheinlich war er verunsichert. <em>\u201eRaus mit der Sprache!\u201c,<\/em> t\u00f6nte Brangane im scharfen Ton hinterher. <em>\u201eEs &#8230; es \u2026 es steht mir nicht zu euch zu korrigieren, euer Wohlgeboren, aber ich habe eure R\u00fcstung noch nie gereinigt\u201c, <\/em>widersprach der Knecht im ehrf\u00fcrchtigen Ton. Lady Brangane kramte kurz in ihren Gedanken. Sie war sich sicher, dass ihre R\u00fcstung schon einmal, kurz vor Ferdok, von ihrem Knecht gereinigt wurde. <em>\u201eDu hast nahe Ferdok meine R\u00fcstung gereinigt. Daran erinnere ich mich genau. Ich musste die R\u00fcstung nicht einmal ausziehen daf\u00fcr.\u201c <\/em>Der Knecht blickte verwirrt hin und her. \u00a0Hatte er es etwa wirklich vergessen? Doch etwas selbstsicherer antwortete er dann: <em>\u201eNein, Herrin \u2013 das war ich nicht.\u201c<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Brangane Es war an einem sch\u00f6nen Feuertag im Peraine, als die Bewohner vom Eilingshof das ruhige Donnern von zahlreichen herantrabenden Pferdehufen vernahmen. Zwei Lanzen Berittener, in den D\u00f6rflern unbekannten Farben, n\u00e4herten sich. Auf dem trockenen Karrenweg l\u00f6sten sich von den zahlreichen Hufen der Pferde gro\u00dfe Staubwolken, die \u00fcber die frisch gewachsenen Hirsefelder wehten. 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